SDF Serie 5D 5090.4D 84PS EZL: 7/17 - Erfahrungsbericht

Diskutiere SDF Serie 5D 5090.4D 84PS EZL: 7/17 - Erfahrungsbericht im Forum Agrolux, Agrokid, AgroCompact, Agroplus und Agrofa im Bereich Deutz / Deutz-Fahr Schlepper - Ich habe mit diesen Bericht absichtlich etwas gewartet, um in den ersten Jahren möglichst alle Schwachstellen beim Umgang mit dem Schlepper...
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Huricane

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Ich habe mit diesen Bericht absichtlich etwas gewartet, um in den ersten Jahren möglichst alle Schwachstellen beim Umgang mit dem Schlepper aufdecken zu können. Außerdem brauchte es Zeit nach Lösungen für die auftretenden Kritikpunkte zu suchen. Nun will ich ihn aber endlich einstellen, weil der Bericht sonst wirklich zu lang wird.

Ausgangssituation:

Für meinen kleinen Nebenerwerbsbetrieb (Ackerbau und Wald) mit sehr beengten Hofverhältnissen, suchte ich einen möglichst kompakten, wendigen und leichten Traktor. Er sollte einen JohnDeere 1120 51PS Hinterradschlepper ablösen, der als Zweitschlepper für eine größere Spritze und Düngerstreuer einfach zu klein geworden war. Zusätzlich sollte er einen 9 Zinken 2,2m Doppelherzschargrubber ziehen können und mit einem 1,85m Böschungsmulcher auch an steilen Grabenböschungen gut zurecht kommen. Leichte Transportaufgaben mit Kipper, Hydraulik-Anhängerlader, Holzspalter, Seilwinde; Heckmulde etc. sind weitere Aufgaben, die er erledigen muß.

Für richtig schwere Arbeiten ist dagegen noch ein 100PS JohnDeere 6310 Premium vorhanden. Mit diesen beiden Johnys werde ich den SDF vergleichen.

Entscheiden mußte ich mich noch zwischen Drei- oder Vierzylindermotor. Erster Gedanke war, ein Dreizylinder mit 72PS müßte auch reichen. In den Foren wurde aber immer wieder erwähnt, daß man bei diesen neuen Kompaktschleppern lieber eine Nummer größer nimmt. So habe ich mich für den 84PS als Vierzylinder entschieden und habe es nicht bereut.

Warum ist es ein Deutz (SDF) geworden?

John Deere hatte zum Kaufzeitpunkt (Frühjahr 2017) die vergleichbare G-Serie gerade eingestellt. Also war keiner mehr bestellbar. Bei diesem Traktor war z.B. der Ausstieg durch die rechte Tür wegen des zu weit vorne plazierten Gangschalthebel nahezu unmöglich. – Für mich alleine schon ein K.o. Kriterium.

Steyer/Case: Die Getriebeabstufung hat mir nicht gefallen.Er hatte zwar eine stabilere Heckhydraulik und an der Kabine hatte ich auch nichts aus zu setzen. Beim Händler konnte man aber schwer abschätzen, ob er in 10 Jahren noch mit Landmaschinen handelt.

Bei Claas und Ferguson habe ich nur die Prospekte studiert. Konnte da aber keine interessanten Anhaltspunkte finden, um mir die Schlepper dann in Natura genauer anzuschauen.

Beim SDF war es so, daß es in 20km Entfernung schon lange einen Händler mit gutem Ruf gab, aber dessen Landmaschinenmarken mich früher nicht so überzeugten. Außerdem habe ich bisher die meisten Maschinen wegen meiner kleinen Betriebsgröße gebraucht gekauft.

Für den 5090.4 D sprachen außerdem: Das 3 Stufen Powershift; der 40kmH Spargang; ein gut abgestimmtes Getriebe; die Vierradbremse; 3 Zapfwellengeschwindigkeiten; Motor ohne DPF und ohne AdBlue.

Äußerlichkeiten:

(EZL: 7/2017)

Der Traktor hat noch das alte konventionelle Design mit weißen Kabinendach, das mir ganz gut gefällt. Zum Vergleich stand ein 5G mit neu geschnittener Haube im „New Edge Design“ und grünem Dach daneben. Der Farbton des grünen Daches paßte überhaupt nicht zum Grün der Motorhaube. Das sah aus wie gewollt und nicht richtig gekonnt.

Ausstattung:

Serienbereifung: 360/70R20; 420/70R30; Hydraulisches Lastwendegetriebe (GS) 45/45Gang mit ECO 40km/h und Stop & Go; 3 Stufen Powershift; luftgefederter Sitz; Freisichtdach; Zusatzhubzylinder; EHR; 3 dw Steuergeräte; 3 Zapfwellengeschwindigkeiten; Fronthydraulik; Klima; Druckluftbremse; Automatische Anhängekupplung; Heckscheibenwischer;

Fahrverhalten:

Wie schon in verschiedenen Foren beschrieben, neigt diese Schleppergröße bei einem Tempo zwischen 25 und 35km/h sehr zum Hüpfen. Meiner macht da keine Ausnahme. Trotz etwas längerem Radstand als beim Dreizylinder ist diese Unart bei ihm auch sehr ausgeprägt. Das zusätzliche Gewicht der weit vom Schwerpunkt entfernten Fronthydraulik (bewegte Massen), kann da auch eine Rolle spielen. Mit verschiedenen Luftdruck in den Reifen habe ich schon experimentiert, aber noch keine Patentlösung gefunden.

Mein JD 1120 hatte mit Diagonalreifen auf den Hinterrädern auch diese Tendenz. Mit Radialreifen war das dann aber weg.

Der JD6310 ist im Verhältnis ja auch recht kurz und hat ebenfalls Fronthydraulik. Aber der hat die TLS Vorderachsfederung, die selbst bei angehängter Saatkombination und Frontwalze ein aufschaukeln wirksam unterdrückt. So eine Federung würde ich mir auch für den SDF wünschen.

Apropos hüpfen. Zufällig habe ich noch ein Phänomen entdeckt, als ich mit dem leeren 10to. Zweiachsanhänger einen sehr steilen groben Schotterwendeweg hochfahren wollte, wo ich dann trotz Allrad und Differenzialsperre hängen blieb. Dabei hat sich der Schlepper dermaßen stark aufgeschaukelt (wechselweises greifen von Vorder- und Hinterachse), daß es mich in der Kabine nur so vor und zurück geworfen hat! Und das egal ob ich es im 6. oder 3. Gang probiert habe!

Fährt man im Winter bei Minusgraden mit dem kalten Schlepper los, fährt er sich wirklich sehr zäh. Da scheinen sich die im Ölbad laufenden Vorderradbremsen zusätzlich negativ bemerkbar zu machen.

Wendigkeit/Lenkung:

Trotz 13cm längerem Radstand als beim Dreizylinder, würde ich den 5090.4 mit dem Vierzylindermotor immer noch als wendig bezeichnen. Die Vorderradkotflügel sind serienmäßig schwenkbar ausgeführt. Das bedeutet, bei einem Lenkeinschlag bewegen sie sich nur um einen kleinen Teil des Lenkwinkels mit und stoßen so nicht gegen das Motorgehäuse.

Mit der Lenkung bin ich nicht so zufrieden. Für eine vollhydraulische Lenkung ist sie einfach zu schwergängig und nicht so exakt wie beim JD6310. Das Lenkrad ist mit 35cm Durchmesser relativ klein und die Anzahl der Lenkradumdrehungen von Links- auf Rechtsanschlag beträgt nur 3 ½ Umdrehungen. Die Schwergängigkeit merkt man beim rückwärtsrangieren von Anhängern, wo man mit schnellen genauen Lenkbewegungen mit einer Hand reagieren muß. Beim großen Johny reicht dafür aufgrund der Leichtgängigkeit leichtes auflegen der flachen Hand aufs Lenkrad vollkommen aus. Nicht so beim SDF. Ich habe jetzt einen Lenkknopf montiert. Damit geht das rangieren besser. Der Nachteil dabei ist, daß der Lenkknopf (typisch bei hydr. Lenkung) ständig seine Position ändert, was manchmal nervt.

Schwerpunkt und Spurbreite:

Ab Werk waren die Hinterräder auf 1,50m Spurbreite eingestellt. Trotz niedriger Bauart des Schleppers und nur 30Zoll großen Hinterrädern war die Standsicherheit am Hang damit nicht besonders gut. Ein Grund dafür dürfte die Gewichtsverteilung zwischen Hinter- und Vorderachse sein. Der Schlepper ist in Standardausführung auf der Hinterachse nur geringfügig schwerer als auf der Vorderachse. In meinem Fall mit Fronthydraulik dürfte das Verhältnis wahrscheinlich sogar bei ca. 50 zu 50 liegen. Ich habe die Spurbreite der Hinterachse jetzt auf 1,60m verbreitert. Der Unterschied war deutlich spürbar und die Standsicherheit ist jetzt in Ordnung. Ich kann nun mit dem Böschungsmulcher an tiefen Grabenböschungen genauso weit nach unten arbeiten wie mit dem ca. 18cm breiterenaber auch deutlich höheren 100er Johny. Dabei muß ich mich auch weniger verrenken, weil durch die kleineren Hinterreifen der Sichtbereich vor dem Mulcher deutlich größer ist.

Trotz niedriger Bereifung wurde versucht, dem Schlepper noch ausreichend Bodenfreiheit mit zu geben. Die Unterseite zwischen Vorder- und Hinterachse ist schön flach ohne vorstehende Teile gestaltet.

Bremsen:

Die Bremsen sind soweit in Ordnung. Ich hatte mir aber mehr erwartet, weil ein Besitzer eines Ecoline nur so von den Bremsen schwärmte. Ich habe letztes Jahr mal extra im Schnee einige Vollbremsungen gemacht, um die Vorderräder auch mal blockieren zu sehen.

Die Bremsen des JD6310 sind definitiv besser (Servo unterstützt). Da muß man sich bei einer Vollbremsung wirklich sehr gut festhalten, damit man nicht durch die Frontscheibe geht.

Druckluftbremse:

Der Kompressor ist recht klein. Es dauert sehr lange bis der Abschaltdruck von 8 Bar erreicht wird. Zum abblasen von Maschinen auf dem Feld ist die Leistung zu gering. Beim großen John Deere geht sowas mit erhöhtem Standgas ohne Probleme.

Das Anhängersteuerventil war nicht korrekt eingestellt. Der Anhänger hat deutlich überbremst.

Das Ventil mit den dazugehörigen Druckluftleitungen sitzt auf dem Achstrichter des linken Hinterrads. Ich sehe ein, daß bei so kleinen Traktoren schwer ein besserer Platz zu finden ist. Allerdings setzt sich in diesem Bereich in kürzester Zeit alles total mit Dreck zu. Den kriegt man dann wegen der vielen nach oben offen verlegten Leitungen auch mit starkem Wasserstrahl kaum mehr restlos weg. Man muß dann damit rechnen, daß in wenigen Jahren die dort verbauten Teile durchrosten (oder vergammeln). Hier hätte eine stabile Abdeckhaube Abhilfe schaffen können, die leider fehlt. So habe ich mir selbst eine solche anfertigen müssen.

Kabine:
Der Schlepper hat eine 4 Pfostenkabine mit ebenen Boden. 4 Pfosten heißt, es gibt keine Seitenfenster die per Mittelholm von den Türen getrennt sind. Sondern die sehr breiten Türen sind an den hinteren Ecken angeschlagen und reichen von hinten bis vor zur Frontscheibe. Die Türen sind deshalb sehr groß und schwer, werden aber auch in unebenen Gelände von den starken Dämpfern
 
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Huricane

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zuverlässig offen gehalten. Zum Schließen muß man sie leider sehr kräftig zu schlagen. Manchmal passiert es, daß sich dabei die Fahrertür über den innen sitzenden Sperrriegel durch die hohe Beschleunigung selbst verriegelt.

Beim Ein- und Aussteigen ist sehr viel Platz. Das ist sehr angenehm. An Kreuzungen oder Einmündungen hat man durch das Fehlen der Mittelholme eine gute freie Sicht nach links und rechts. Nachteil: Die geöffneten Türen stehen weit vom Traktor ab und bei Regenwetter kann es dann in den hinteren Teil der Kabine etwas reinregnen. Es besteht auch große Gefahr, sich die geöffneten Türen in dunklen engen Hallen ab zu fahren.

Die Rückspiegel sind teleskopierbar, aber relativ schmal. Das Kabinendach ist deutlich nach vorne geneigt. Das bedeutet, daß die Frontscheibe nicht sehr hoch reicht, was bei Frontladerarbeiten ein Nachteil sein kann. Dafür sitzt die optionale Glasluke (Freisichtdach) ganz weit vorne, was diesen Nachteil ausgleichen soll. Mangels Frontlader kann ich dazu nicht mehr sagen.

Ich hätte mir gerne eine richtig große Dachluke wie an meinen 6310 gewünscht. Dann hätte ich beim rückwärtsrangieren der Getreideanhänger in der Kabine stehend durch die Dachluke über die Bordwände der Anhänger schauen können. Weil aber ein Teil der Klimaanlage beim SDF direkt auf dem Dach sitzt, wäre das in dieser Kombination sowieso nicht machbar. So muß ich mir jetzt irgendwie mit Rückfahrkameras helfen, weil ich durch die zu niedrige Sitzposition nicht über die Anhänger mit Getreideaufbau schauen kann. Oder ich muß möglichst oft den größeren Schlepper für diese Anhänger nehmen.

Gegen ungewollte Sonneneinstrahlung von oben durch die Glasluke, gibt es eine gut integrierte massive Schiebe-Sonnenblende.

Die Sonnenblende für die Frontscheibe ist als Sonnenrollo ausgeführt. Dieses Rollo hat feine Löcher im Bezug, durch die man bei tief stehender Sonne leider immer noch stark geblendet wird. Das ist nicht gut gelöst.

Im Vergleich zur Kabine des JD6310 ist die Kabine deutlich kleiner, vor allem auch schmäler. Der Luftsitz ist z.B. nicht drehbar, weil zumindest rechts zu wenig Platz ist. Für einen Beifahrer gibt es nur einen extrem kleinen ungepolsterten Notsitz. Ebenfalls nur sehr klein sind die drei vorhandenen Staufächer.

Front- und Heckscheibe sind ausstellbar. Die Frontscheibe kann bei einer Spaltbreite von ca. 7cm verriegelt werden. Für die Heckscheibe gibt es einen Klappgriff der es ermöglicht, die Scheibe entweder einen kleinen Spalt, oder mit knapp 30cm Abstand zum Rahmen zusätzlich zu arretieren. Die Bedienung dieses Griffes mit einer Hand ist aber etwas kniffelig wenn die Heckscheibe ganz geöffnet werden soll. Die allgemeine Übersicht nach vorne ist gut. Auch nach hinten hat man einen großen Sichtbereich mit gutem Blick auf die Anhängekupplung und die Unterlenker.

Das Lenkrad ist in Höhe und Neigung verstellbar. Der Ausstieg durch die rechte Tür ist gut möglich.

Für Heizung und Lüftung gibt es ein vierstufiges Gebläse, das in den ersten beiden Stufen angenehm leise ist. Verstellbare Luftausströmer sind sehr zahlreich vorhanden. Deren Verarbeitung macht allerdings keinen stabilen Eindruck.

Bei Minusgraden braucht es längere Zeit bis der Motor warm genug ist, um die Kabine auf zu heizen. Dann wird es aber schön warm. Im Standgasbetrieb am Holzspalter oder an der Seilwinde bewegt sich die Nadel der Kühlwassertemperaturanzeige kaum über den unteren blauen Bereich hinaus. Die Heizleistung ist dann nur schwach.

Klimaanlage:

Die Leistung der Klimaanlage hat mich nicht überzeugt. Ich mag es im Sommer gerne kühl. So kühl wie im John Deere wird es bei weitem nicht. Bei 33Grad Außentemperatur ist es aber gerade noch so auszuhalten ohne die Scheiben öffnen zu müssen. Also Zweck gerade noch erfüllt.

Geräuschkulisse in der Kabine:

Vom Motor ist bei geschlossener Kabine kaum was zu hören. Umso mehr aber vom Getriebe. Umgekehrt wäre angenehmer. Egal in welchem Gang man sich bewegt, das „Getriebesingen“ ist immer sehr präsent. Deshalb muß man bei Straßenfahrten immer schauen, ob nicht versehentlich der Allrad noch eingeschaltet ist, weil dieses Zusatzgeräusch sehr ähnlich klingt und kaum noch auffällt. Im Stand ist auch die Hydraulikpumpe deutlich zu hören. Eine Dämmatte unter dem Kabinenboden hätte diese Geräusche sicher um einiges dämpfen können. Eine solche ist aber nicht vorhanden. So etwas ist wahrscheinlich nur den Premiummodellen vorbehalten. Inzwischen habe ich mich etwas daran gewöhnt.

Radio:

Ein Radio Einbauschacht mit Strom- und Lautsprecheranschlußkabeln ist vorhanden. Zwei Lautsprecher sind serienmäßig im hinteren Teil des Kabinendachs eingebaut. Der Klang ist absolut bescheiden, weil die zu kleinen Lautsprecher keinerlei tiefe Töne übertragen können. Nachrichten hören ist in Ordnung; Musik hören macht keinen richtigen Spaß. Da haben die Orginallautsprecher im JD6310 zum Vergleich einen viel besseren und volleren Klang. Inzwischen habe ich die sehr kleinen ovalen Lautsprecher durch etwas größere ersetzt, die ich gerade so noch in dem sehr begrenzten Platz unterbringen konnte. Für die Musikwiedergabe war es eine leichte Verbesserung.

Werkzeugkasten:

Auf der rechten Seite neben dem Aufstieg war ein schlanker senkrecht angebrachter Metallkasten mit Deckel montiert.Der konnte gerade ein paar Schnellkupplerkugeln und Oberlenkerbolzen aufnehmen und hat den Namen „Werkzeugkasten“ nicht verdient. Den habe ich abmontiert und dessen Halterung so modifiziert, daß ich rechts vor der Kabine einen ordentlichen Werkzeugkasten (einen John Deere Werkzeugkastennachbau) mit Schnellhalterung anbringen konnte.

Motor/Kühlung/Verbrauch:

4 Zylinder FARMotion Motor mit 3849cm^3 Hubraum, Abgasstufe Tier4i; max. Drehmoment 354Nm bei 1600U/min; 84PS bei 2200U/min;

Mit diesem Motor bin ich wirklich sehr zufrieden. Ein sehr laufruhiger Motor, fast schon wie ein Sechszylinder. Selbst nach dem Kaltstart bei Minusgraden keinerlei hartes dieselnageln. Er springt im Winter auch sehr gut an.

Motorcharakteristik: Er zieht sehr gut im unteren Drehzahlbereich. Es gibt kein Turboloch. Man kann ihn kaum abwürgen. - Im Gegenteil, lt. Leistungskurve im Prospekt bereits bei 1100U/min schon ca. 60PS. Selbst bei schweren Arbeiten wie z.B. grubbern, ist zwischen 1400 und 1600U/min schon genügend Leistung vorhanden, sodaß man nicht hochtouriger fahren muß.

Bei Drehzahlen über 1800U/Min wirkt der Motor aber eher drehzahlmüde, wie es typisch bei Langhubmotoren ist.

Auch bei stärkster Belastung ist keine Abgasfahne am Auspuff sichtbar.

Einmal ging die Kühlwassertemperatur beim Grubbern bis an den roten Bereich. Da hatte sich das sehr feinmaschige, zweigeteilte Kühlersieb zugesetzt. Dies ist aber leicht heraus zu nehmen und zu reinigen.

Kupplung/Getriebe:

Die Fußkupplung geht angenehm leicht wie bei einem PKW zu treten.

Das Getriebe mit Stop&Go und dreifach Powershift hat 45 + 45 Gänge. Es gibt drei Gruppen: Kriechgang-, Langsam- und Schnellgruppe mit jeweils 5 Hauptgängen + doppelter Lastschaltung (= drei Fahrstufen). Also 15 Gänge pro Gruppe.

Beim Getriebe sind die Gänge und die Laststufen sehr gut abgestuft. Die höchste Laststufe im kleineren Gang, ist immer ungefähr genauso schnell wie die niedrigste Laststufe im nächst höheren Gang. Es ist also zwischen den Hauptgängen immer ein Gang zur Überlappung doppelt vorhanden. Durch die Tatsache, daß man (statt der üblichen 4) 5 Hauptgänge zur Verfügung hat, reicht der erste Gang der schnellen Gruppe bis auf 4,37km/h bei 1400U/min in der Geschwindigkeit weit nach unten. Das hat den Vorteil, daß man beinahe alle Arbeiten mit der schnellsten Gruppe erledigen kann. Man muß also eher selten den Gruppenschalthebel betätigen und nutzt eigentlich nur die obersten „15 +15“.

Die Kriechgang Gruppe (z.B. 0,13km/h bei 1400U/min im 1. Gang) werde ich wahrscheinlich nie wirklich brauchen.

Die höchste Laststufe im 5. Gang der schnellen Gruppe ist als Spargang ausgelegt. Das ist wirklich ein sehr nützliches Feature. 40km/h werden bereits bei einer Motordrehzahl von 1850U/min erreicht und unauffällig abgeregelt. Durch die ausreichende Leistung des Motors im unteren Drehzahlbereich (+ Powerboost?), kann man diesen Spargang auch mit beladenem Anhänger auf der Straße gut nutzen. Der nächst kleinere 5. Gang bei mittlerer Laststufe läuft auch 40km/h, aber dann nur bei Vollgas.

Ungewohnt bei der Schaltung ist, daß sie mit dem 1. Gang links hinten beginnt. Der 2. Ist dann in der Mitte vorne usw.. Die Schaltung war am Anfang sehr hakelig. Nach den Tipps dazu in den verschiedenen Foren, habe ich die Umlenkhebel innen ausreichend mit Schmierfett bzw. außen mit Kupferpaste versorgt. Das brachte deutliche Besserung.

Durch die doppelte Lastschaltung ist das Schalten mit dem Haupt - Ganghebel weniger häufig notwendig, als bei einer einfachen Lastschaltung oder ganz ohne einer solchen.

Die beiden Laststufen kann man leider nicht direkt schnell hintereinander schalten, sondern man muß dazwischen etwa knapp eine Sekunde warten bis die zweite geschaltet werden kann.

Am Schalthebel gibt es noch einen Knopf für die elektrische Kupplung (E-Clutch), der die Fahrkupplung per Fingerdruck schaltbar macht. Den Knopf kann man zum Schalten einsetzen, wenn der Schlepper lastfrei am rollen ist (z.B. auf der Straße) und man den linken Fuß schonen will. Sanftes Anfahren mit einem größeren Gang, wie mit der normalen Fußkupplung, geht damit natürlich nicht.

Stop&Go:
 
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Huricane

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Stop&Go kann bei Geschwindigkeiten bis max. 15km/h vorgewählt werden. Ist diese Funktion aktiviert, kann der Traktor nur durch betätigen der Fußbremse jederzeit angehalten und durch lösen wieder zum losfahren gebracht werden.

Das ist ein komisches Gefühl wenn man das nur selten nutzt. Es macht am ehesten Sinn bei Arbeiten, wo man ständig in kleinen Intervallen und niedriger Geschwindigkeit zufahren muß (eben Stop&Go), oder z.B. beim Zurückstoßen eines Anhängers.

Power Shuttle:

Der Richtungswechsel mit dem Power Shuttle Hebel ist sehr gut umgesetzt. So kann man auch noch bei mittlerer Arbeitsgeschwindigkeit wie z.B. beim Grubbern ohne Betätigung der Fahrkupplung am Vorgewende wenden. Der Fahrtrichtungswechsel geht damit angenehm weich und trotzdem ausreichend schnell. Die Aggressivität des Kupplungseingriffs ist nochmal um je zwei Stufen nach oben oder unten leicht verstellbar. Das ist wirklich sehr gut abgestimmt.

Die Heckpartie/Heckhydraulik::

Das Kennzeichen und das 40km/h Schild am linken hinteren Kotflügel haben mir dort nicht gefallen. Das Kennzeichen habe ich nach Vorbild des 6310 bis auf der Höhe des Kabinenendes (links davon) hochgesetzt und an der Heckscheibe ein 40km/h Schild aufgeklebt.

Die automatische Anhängekupplung sitzt soweit hinten, daß der Anhänger-Kupplungsbolzen mit der Außenkante der hinteren Reifenstollen etwa eine Flucht bildet. Dadurch sind selbst mit Einachsanhängern engste Kurvenradien möglich. Das macht den Schlepper mit Einachsanhängern äußerst wendig und ich komme um enge 90Grad Ecken sogar besser rum,als mit dem deutlich kürzeren, kleineren und nur hinterradangetriebenen 51PS Johny. Bei engen Hofstellen oder sonstigen Wendemanövern eine wahre Erleichterung.

Der normale Rastabstand der höhenverstellbaren Anhängekupplung ist mit ca. 75mm etwas zu groß ausgefallen. Nur ganz oben gibt es eine Zwischenstufe. Ich habe mir deshalb im wichtigen Bereich knapp über der Zapfwelle noch zusätzliche Löcher für eine weitere Zwischenposition in die Rastschiene gebohrt, welche ich auch sehr oft nutze.

Der Zapfwellenstummel sitzt wie bei den John Deere Schleppern weit hinten und ist zum ankuppeln gut erreichbar. Gelenkwellen eng bauender Geräte müssen daher aber oft stark eingekürzt werden.

Die Auslegung der mechanischen Komponenten der Heckhydraulik macht insgesamt einen etwas filigranen Eindruck. Die Stärke der Unterlenker und Hubarme entspricht eher der eines 60PS Schleppers früherer Jahre. Die Oberlenkeraufnahme (der Abstand Bolzen zum Hydraulikgehäuse) ist so knapp bemessen, daß ich nach Anschaffung eines hydraulischen WalterscheidKATII Oberlenkers an dessen Kugelaufnahme ein paar Millimeter abschleifen mußte, um ihn in jede der drei möglichen Positionen stecken zu können. An die von mir gewünschte zeitweise Nutzung des großen hydraulischen KAT3 Oberlenkers vom 100PS Johny, war daher gar nicht zu denken.

Die seitlichen Stabilisierungsstreben an den Unterlenkern sind schnell von beweglich auf verriegelt um zu stecken und in der Spreizbreite gut verstellbar. Auffallend weit ragten nach meinem ersten Eindruck die Unterlenker nach hinten über die Hinterräder hinaus. Nach mehreren Vergleichsmessungen mit meinen beiden Johnys entschied ich mich, die Unterlenker um ca. 7,5cm zu kürzen. Das sollte die Achslast bei schweren Anbaugeräten etwas mindern bzw. deren Fahrbarkeit ohne Zusatzfrontgewicht verbessern. Die Hubkraft steigt dadurch auch etwas an. Aushubhöhe und Absenktiefe sind trotzdem immer noch ausreichend.

Ich kann so mit 1200kg Dünger im Düngerstreuer noch ohne Frontgewicht fahren. Den Lemken Vari Opal 120 Vierscharpflug (kurze Ausführung) oder die 2,5m Kuhn/Hassia Kreiseleggenkombination (leer mit Hitch) hebt er zwar auf ebenen Boden ohne dabei vorne gleich hoch zu gehen. Diese Maschinen sind aber eigentlich eine Nummer zu schwer für den kleinen.

Die Kürzung der Unterlenker hat auch Nachteile und sollte gut überlegt sein. Bei hydraulischen Oberlenkern sind nur noch die kurzen Ausführungen einsetzbar. Bei sehr eng angebauten Zapfwellengeräten wie z.B. der Seilwinde, kann deren tiefes einsinken dazu führen, daß die dann extrem kurz ausfallende Gelenkwelle auseinander fällt.

EHR Hubwerksregelung:

Die ärgert einen leider schon beim täglichen einschalten. Möchte man irgendwas mit der Heck-Hydraulik machen, muß man jedesmal nach jedem Schlepper Neustart zuerst die Schnellaushubtaste für drei Sekunden gedrückt halten, um die EHR zu entsperren. Das ist wirklich ein völlig überflüssiger Blödsinn. Das hat mich jeden Tag so genervt, daß ich inzwischen eine kleine Elektronikplatine eingebaut habe, die diese Startprozedur automatisch übernimmt. Das funktioniert leider auch nicht immer zuverlässig.

Die Senk-/Schnellaushubtaste ist zu klein und ergonomisch sehr ungünstig plaziert. Die gehört noch näher an den Drehregler zur Tiefeneinstellung. Außerdem fehlt an dieser Stelle eine Auflage für die Bedienhand. Da werde ich noch etwas ändern müssen.

Die Schnellaushubtaste hat auch keine Stopfunktion. Das bedeutet, wenn ich nach dem ankuppeln eines 3-Punktgeräts auf „heben“ drücke und sich das angebaute Gerät dann z.B. der geöffneten Heckscheibe rasch gefährlich nähert, kann ich das heben mit diesem Schalter nicht einfach stoppen. Es ist nur möglich direkt auf senken zu schalten. Wenn`s dann dumm läuft, ist die Absenkdrossel zum anhängen noch auf schnell eingestellt und das Gerät kracht auf den Boden. Oder man muß nochmal auf „heben“ drücken und den Taster dabei länger gedrückt halten. Dann stoppt zwar der Hebevorgang, aber gleichzeitig ist die Hydraulik dann wieder total gesperrt.

Es gibt noch einen zweiten Moment-Taster für kurz heben oder senken. Mit diesem kann man die Hubbewegung stoppen. Leider ist der aber knapp 30cm weiter entfernt plaziert. - Das ist einfach nicht gut durchdacht.

Daß man sowas auch einfach lösen kann, zeigt der JD6310. Da drücke ich einfach kurz auf die Gegenrichtung und das Hubwerk bleibt stehen.

Gut funktionieren dagegen die auf beiden hinteren Kotflügel vorhandenen Heben-/ Senken – Taster. Die sind gegenüber dem nur auf der rechten Seite vorhandenen Fernbedienungsrad bei der mechanischen Hubwerksteuerung, beidseitig gut erreichbar und eine wahre Erleichterung beim ankuppeln. Das allein ist schon ein gutes Argument für die Ausstattung mit einer EHR.

EHR-Zugwiderstandsregelung:

Zur Ansprechempfindlichkeit der Oberlenker-Zugwiderstandsregelung habe ich verschiedene Einstellungen probiert.

Generell bin ich der Meinung, daß die Oberlenkerhalterung der falsche Ansatz für eine automatische Zugwiederstands-Hubwerksregelung ist. Die gehört an die Unterlenkeraufnahme, wo der Zug auch direkt auftritt.

Beim Grubbern habe ich den Oberlenker normal in der obersten Position der Oberlenkeraufnahme. Hier hat die Regelhydraulik kaum auf verschiedene Einstellungen am Zugwiderstandsregler reagiert. Die Oberlenkeraufnahme beim SDF ist leider so konstruiert, daß die Regelung in der obersten Position die geringste Empfindlichkeit hat. Das ist ein weiterer Punkt, der gegen diese Art der Hubwerksregelung spricht und vielleicht erklärt warum ich kaum was von einer Regelung bemerkt habe.

Bei späteren Versuchen habe ich dann auch die mittlere und untere Oberlenkerposition probiert. Hierbei konnte ich dann zwar automatische Hebeimpulse feststellen. Leider hob das Gerät dann beinahe vollständig aus ohne von selbst wieder auf die normale Arbeitstiefe zurück zu stellen. Das war sehr enttäuschend.

An dieser Stelle bin ich für Ratschläge von zufriedenen Besitzern von Schleppern mit tatsächlich funktionierender Oberlenker-Zugwiderstandsregelung dankbar!

Nun gibt es noch eine Option (bei gesperrter EHR) durch gleichzeitiges gedrückt halten von der Aufwärts- und Abwärtstaste an den hinteren Kotflügeln die Ansprechempfindlichkeit der EHR um zu schalten. Dummerweise ist dafür aber nirgends eine Anzeige vorhanden. So weiß man nie ob sie auf empfindlich oder unempfindlich eingestellt ist. Es ist völlig unverständlich, warum man hierfür kein Anzeigelämpchen eingeplant hat??

An die sehr gut funktionierende rein mechanische (Biegestab-) Unterlenkerregelung des um 45 Jahre älteren und nur einfachst ausgestatteten JohnDeere 1120, kommt die EHR des SDF-Schleppers nach meiner Einschätzung in keinster Weise ran. – Schade.

Hydraulik Zusatzsteuergeräte:

Mit der Dosierbarkeit dieser Steuergeräte war ich überhaupt nicht zufrieden!

Mein Schlepper ist mit drei mechanischen, doppelwirkenden Zusatzsteuergeräten ausgestattet. Die Hebel sind mittels Bowdenzug mit den Hydraulikventilen verbunden. Der Hebelweg von Neutral auf Heben oder Senken war im Orginalzustand sehr kurz. Das betätigen der Hebel aus der Neutralposition erfordert abnormal viel Kraft. Hat man diesen Widerstand überwunden, rasten die Hebel fast augenblicklich in der Stellung (Dauer-) Heben oder Senken ein. Es ist beinahe unmöglich irgendwelche Hubzylinder feinfühlig langsam dosiert zu steuern. Das mag beim Kipper anheben oder Düngerstreuer öffnen noch tolerierbar sein. Beim Arbeiten mit dem Böschungsmulcher z.B. an einer tiefen Grabenböschung kann das ungewollte Einrasten aber zum Umsturz des Schleppers führen und ist somit wirklich sicherheitsrelevant.

Ich habe beim Händler nachgefragt, ob die Ventile leichtgängiger einstellbar sind. Er hat das verneint. Also mußte ich selbst nach einer Lösung suchen.

Dazu mußte ich die gesamte rechte Verkleidung ausbauen, was sehr zeitaufwändig war. Dann habe ich für die Bowdenzüge neue Löcher an tieferer Position der Betätigungshebel gebohrt, weil die Aussparungen in der Bedienkonsole (oben) eigentlich einen längeren Hebelweg zugelassen haben. Das hat schon eine deutliche Verbesserung gebracht. Letztendlich habe ich aber auch noch zusätzlich die Betätigungshebel selbst um einige Zentimeter verlängert. Damit haben sich die Hebelwege weiter verlängert und die Betätigungskräfte soweit verringert, daß nun ein halbwegs feinfühliges steuern möglich ist.
 
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Huricane

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Anmerkung: Ich habe gesehen, daß der Nachfolger 5D Keyline und auch der 5G andere Hebel für die Steuergeräte verbaut haben. Bleibt zu hoffen, daß damit feinfühliger gearbeitet werden kann.

Fronthydraulik:

Die Fronthydraulik ist von Sauter. Sie kann mit zwei Handventilen von doppelwirkend auf einfachwirkend umgestellt, oder ganz gesperrt werden. Es ist eine Stickstoffblase als Federelement vorhanden. Ich habe sie hauptsächlich mit dazu genommen, um bei Bedarf schnell ein Frontgewicht aufnehmen zu können. Da sie selbst schon etwas Mehrgewicht mit bringt, habe ich ein Zusatzgewicht noch kaum benötigt.

Heckzapfwelle:

Es sind drei verschiedene Zapfwellengeschwindigkeiten vorwählbar: 540er bei 1967U/min; 540er ECO bei 1560U/min [(entspricht 681er bei 1967U/min) bzw. (707er bei 2043U/min)]; 1000er bei 2043U/min. Der Erststart muß über den Taster in der Kabine erfolgen. Dann kann auch mit den Tasten, die auf beiden hinteren Kotflügeln vorhanden sind, gestoppt und gestartet werden.

Tank, Tankanzeige, Verbrauch:

Der Tankinhalt ist in den technischen Angaben mit 95 Litern angegeben. Ich habe ihn einmal absichtlich leer gefahren um zu sehen ob wirklich soviel reinpaßt und konnte dann nur 86 Liter auffüllen. Der Tank ist damit definitiv zu klein. Dazu kommt eine extrem lageabhängige Tankanzeige. Fährt man bei halbvollem Tank bergauf zeigt sie ¾ voll an, bergab geht die Anzeige bis auf ¼ zurück. Dementsprechend früh leuchtet dann bergab bei ca. 1/3 vollem Tank schon die Reserve Warnleuchte. Bei den JohnDeere Schleppern ändert sich die Tanknadel nur minimal bei vergleichbaren Verhältnissen.

Rein subjektiv betrachtet nach der frühen Reserve Warnung des zu kleinen Tanks, müßte man den Motor dann als Säufer einstufen. Bei realen Messungen konnte ich dafür aber keine wirklichen Anhaltspunkte finden.

Beim flachen Grubbern habe ich einmal 6,4 l/Std. und einmal5,95 l/Std. gemessen. Beim tiefen Grubbern hat er einmal 8,0 l/Std. gebraucht. Am Holzspalter bei leicht erhöhtem Standgas mit 1000er Zapfwelle, habe ich mit An- und Abfahrt mal ca. 1,84l/Std. gemessen.

Den Tank voll zu füllen ist eine Geduldsprobe, weil die letzten 25 Liter derart stark aufschäumen, daß man die Leistung der Zapfpistole auf weniger als die Hälfte reduzieren muß. Der Grund ist eine ungünstige Formgebung des unter der Kabine sitzenden Tanks. Es gibt zwar einen Entlüftungsschlauch der den hinteren Teil des Tanks zum Tankstutzen vorne entlüftet, aber das funktioniert nur langsam. Das ist sehr ärgerlich, weil der Tank eh zu klein ist und man ihn daher möglichst immer ganz voll füllen muß. Zum Glück kann ich den Schlepper beim tanken mit den Vorderrädern etwas höher stellen, was dieses Problem etwas mindert.

Bei Tankgröße, Formgebung und Tankanzeige gibt es auf jeden Fall starken Verbesserungsbedarf!

Wartung/Zugänglichkeit:

Der Ölmeßstab ist ohne das öffnen der Haube erreichbar.

Der Öffnungsknopf für die Motorhaube geht sehr schwer zu betätigen. Mit reichlich Schmierfett und nacharbeiten der Verriegelungselemente habe ich versucht das etwas zu verbessern.

Die lange Haube schwenkt nach dem öffnen weit nach oben. Man hat dadurch schnell von den Seiten Zugang zum Motor. Dieser ist aber, wie bei allen modernen Motoren üblich, kompakt mit Schläuchen, Leitungen, Behältern usw. zugebaut.

Kühlersieb, Luftfilter und Batterie sind gut zugänglich.

Beim Ölwechsel müssen gleich zwei Ölablaßschrauben (links und rechts) entfernt werden, weil der Motor so tief sitzt, daß in der Ölwannenmitte eine U-förmige Aussparung notwendig wurde, in der die Kardanwelle für den Allradantrieb nach vorne läuft. Außerdem wird für die Ablaßschrauben eine unübliche 3/8 Zoll Impusnuß benötigt. Das macht den Ölwechsel insgesamt etwas umständlicher.

Für den Nachkauf von zwei Kraftstoff-Filterpatronen mußte ich ca. 170,- Euro hinlegen, was ich als ausgesprochen teuer empfinde.

Bisher aufgetretene Mängel:

Mittlerweile hat er 650 Betriebsstunden auf der Uhr.

Eine Kühlerschlauchschelle mußte nachgezogen werden. Bei der Fronthydraulik hätte ich beinahe einen tragenden Bolzen verloren, weil dieser nicht richtig mit einem Spannstift gesichert war.

Vor kurzem hat der „Hoch“ – Taster der Lastschaltung zeitweise nicht mehr funktioniert. Ich konnte dann aus der langsamsten Laststufe nicht mehr hoch schalten. Damit war die Lastschaltung defakto außer Betrieb. Nach längerer Suche hab ich als Ursache einen nicht vollständig im Steckergehäuse eingerasteten Pin eines Verbindungssteckers unter der Kabine aufgespürt.

Plus und Minus zusammengefasst:

Plus:

  • Ruhiger, drehmomentstarker Motor
  • Gute Getriebeabstufung mit 40km/h Spargang, dreifach Powershift und gutem Powershuttle
  • Kompakt und wendig, (besonders mit Einachsanhängern)
  • Gute Rundumsicht
  • Breiter Kabineneinstieg beidseitig
Minus:
  • Zusatz-Steuergeräte (Betätigungswiderstand, Dosierbarkeit)
  • Zugwiderstandsregelung (Funktion, fehlende Empfindlichkeitsanzeige)
  • EHR Bedienbarkeit
  • Kraftstofftank (Größe, Befüllbarkeit und Anzeige)
  • Lenkung zu schwergängig
  • Klimaanlage etwas schwach
  • Beifahrersitz viel zu klein
  • Fehlende Abdeckung des Druckluftbremsventils
  • Werkzeugkasten deutlich zu klein


Fazit:

Im Vergleich zu einem Premium Schlepper, muß man bei diesen Kompaktschlepper Serien anscheinend selbst bei so massenweise verbauten Komponenten wie Lenkung, Steuergeräte, Kraftstofftank etc. Abstriche im Detail machen.

Im großen und ganzen hat der Schlepper aber bis jetzt die von mir in ihn gesetzten Erwartungen trotzdem erfüllt. Hervorheben kann ich dabei die Kompaktheit, Motor und Getriebe.

Am Einachskipper; dem Grubber; der Kreiselegge (solo); dem Böschungsmulcher; der Seilwinde; schlägt es sich sehr gut. Einige der Hauptkritikpunkte konnte ich ohne großen finanziellen, dafür aber oft nur mit hohen Zeitaufwand selbst lösen oder zumindest etwas abmildern.

Kritikpunkte hätte ich sicherlich auch bei anderen Fabrikaten gefunden, wenn ich mich anders entschieden hätte. So gesehen, würde ich den SDF wieder kaufen.

Huricane
 
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06bismk3

06bismk3

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Sehr guter Bericht. Wollte schon immer mal wissen was die Leute von den Same Modellen halten.
Entspricht aber ziemlich gut dem schon bisher gehörtem.
Fragt sich was der gekostet hat.
 
Deutz45nullfuenf

Deutz45nullfuenf

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Danke das du dir so viel Zeit genommen hast für den Bericht.
Ich habe über diese Baureihe selbst nicht nachgedacht und bin dann ja beim 6110MC gelandet.
 
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Xabor16

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Haben aktuell das Problem bei unserem 5090.4D Ecoline mit einem Schleifenden Geräusch der Hinterachse. Habe mal ein Video angehängt.

SDF Zentrum meint das sei leider normal bei der Achse.

Ist dies wirklich so ?
 

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GTfan

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Hydraulik Zusatzsteuergeräte:

Mit der Dosierbarkeit dieser Steuergeräte war ich überhaupt nicht zufrieden!

Mein Schlepper ist mit drei mechanischen, doppelwirkenden Zusatzsteuergeräten ausgestattet. Die Hebel sind mittels Bowdenzug mit den Hydraulikventilen verbunden. Der Hebelweg von Neutral auf Heben oder Senken war im Orginalzustand sehr kurz. Das betätigen der Hebel aus der Neutralposition erfordert abnormal viel Kraft. Hat man diesen Widerstand überwunden, rasten die Hebel fast augenblicklich in der Stellung (Dauer-) Heben oder Senken ein. Es ist beinahe unmöglich irgendwelche Hubzylinder feinfühlig langsam dosiert zu steuern. Das mag beim Kipper anheben oder Düngerstreuer öffnen noch tolerierbar sein. Beim Arbeiten mit dem Böschungsmulcher z.B. an einer tiefen Grabenböschung kann das ungewollte Einrasten aber zum Umsturz des Schleppers führen und ist somit wirklich sicherheitsrelevant.

Ich habe beim Händler nachgefragt, ob die Ventile leichtgängiger einstellbar sind. Er hat das verneint.
Da scheint die Serienstreuung sehr groß zu sein.
Anmerkung: Ich habe gesehen, daß der Nachfolger 5D Keyline und auch der 5G andere Hebel für die Steuergeräte verbaut haben. Bleibt zu hoffen, daß damit feinfühliger gearbeitet werden kann.
Nein, kann man nicht...

Sowohl beim 5105G (2016) wie auch beim 5115G (2019) und beim 5125G (2020) kenn ich die Probleme.

Beim 5105G war der Weg so kurz, dass man nicht ohne weiteres sehen kann, ob das Steuergerät denn nun in Mittelstellung ist, oder dauerhaft auf Block gegen das DBV fördert. Was nach einiger Zeit zu kochendem Öl führt und auch die Pumpe nicht dauerhaft mag. Die Hebelstellung ist dabei so unscheinbar, dass es selbst mit größter Vorsicht immer wieder passiert, dass der Hebel falsch steht. Gerade bei wechselnden Fahrern ein echtes Problem, der erste lässt den Hebel falsch stehen, der zweite guckt nur drauf, schaltet aber nicht einmal zur Kontrolle durch.

Beim 5115G waren die Ventile derart schwergängig, da war selbst nach 700 Stunden noch ein deutlich spürbarer mechanischer Widerstand, der lautes Knacken verursachte. Dieser Widerstand war so stark, dass man teilweise mit dem Handballen gegen den Hebel schlagen musste, um ihn überhaupt gängig zu kriegen. Und dann ging es natürlich nur mit Schwung...
Gleichzeitig ist bei dem Schlepper die mechanische Hubwerksregelung innen mit unmöglich kurzen Hebeln ausgestattet, die zudem ebenfalls viel zu schwer gehen. Auch hier ist nur eine Bedienung mit sanfter Gewalt möglich, zumal die Hebel auch nicht von der ganzen Hand umgriffen werden können. Geht der Lagehebel dann mal zu bewegen, klemmt man sich an der Rändelmutter zur Höhenbegrenzung hervorragend den kleinen Finger, da man mit Schwung bis auf Anschlag durch rutscht. Den Anschlag bildet der Finger...

MfG
Fabian
 
M

Michl_BGLD

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Hallo Huricane,

sehr schöner Beitrag. Darf ich mich vielleicht da gleich dranhängen und einen Erfahrungsbericht zur Abgespeckten Austattungsversion mit 3 Zylindern, in Form eines Same Dorado 80 Classic (Deutz 5080 D Ecoline) machen?

Wir haben den Traktor seit gut 8 Monaten und bei uns hat er einen alten Ford (BJ 76), der als er 92 zu uns kam schon in die Jahre gekommen war, ersetzt und bei uns nur als Haus und Hof-Hobbytraktor zum Einsatz kommt für den privaten Brennholzbestand, zum schlägeln von den Wiesen und kleineren Ladetätigkeiten. Und anders als bei unseren PKWs war es uns beim Traktor wichtig so wenig Elektronik wie möglich zu haben. Einsatz rund 150h/Jahr

Ich glaube bei manchen Dingen kommt es immer darauf an wo man "herkommt" bzw. mit was man vergleicht.
Deshalb würde ich meinen Vergleich zu der alten Ford-Dame ziehen:

Hüpfen:
Das Hüpfen ist uns auch als erstes sehr prägend aufgefallen, wobei ich den Eindruck habe, dass er ab 35 - 40 km/h wieder ruhiger wird :/

Wendigkeit:
Die Wendigkeit ist wirklich großartig, einzig was mir hier negativ aufgefallen ist, da ja der 3 Zylinder nochmals kürzer als dein 4 Zylinder ist, scheuert der rechte Kotflügel beim Einschlagen am Tank. Leider habe ich hierzu noch keine Lösung parat, aber der Umstand stört mich sehr.

Lenkung:
Die Lenkung selbst empfinde ich eigentlich als sehr leichtgängig - gut, im Vergleich zum 76iger Eisenschwein kein Wunder - aber, wie du oben schon angemerkt hast, das Lenkrad ist recht klein. Wir haben wir gleich mit einem Lenkradknauf Abhilfe geschaffen.
Dabei ist uns kurioser Weise aufgefallen, dass geradeaus nicht unbedingt immer gerade aus sein muss. Sprich bei exakt der gleichen Strecke das Lenkrad nicht immer in der gleichen Position ist.

Lautsprecher:
Die sind echt grottig und eine Beleidigung für die Ohren, meint ihr andere Fabrikate leisten hier Abhilfe?

Getriebe:
Mit dem Getriebe sind wir eigentlich sehr zufrieden, wir hören auch kein Rasseln oder surren, haben aber auch nur das Standardgetriebe ohne Powershift. Einzig wenn der Traktor kalt ist geht der erste und zweite recht schwer rein, aber es ist schon mal eine Wohltat mit einem syncronisierten Getriebe zu fahren und nicht mit einem wo man noch Doppelkuppeln und Zwischengas geben muss und der Knüppel zwischen den Beinen steckt :D.
Gut, die Schaltwege sind vielleicht etwas lang und der Schalthebel gleicht einem alten LKW, da haben Konkurrenten mittlerweile kürzere Schaltwege, eher PKW like.

Steuerventile:
Wir sind eigentlich mit der Dosier- und Steuerbarkeit der drei Heckventile sehr zufrieden bzw. in diesem Punkt kann ich dich nicht bestätigen, aber bei uns hängt auch nur eine Rückezange, eine Kippmulde oder ein Mulcher dran, da ist es eventuell nicht so wichtig.
Was mich eher stört ist die Ergonomie. Für meinen Körperbau sind die Hebel leider falsch platziert, da wäre die Position wie beim Keyline oder G optimaler
Schade finde ich, dass die Classic/Ecoline nicht über die Leckölanschlüsse verfügen, so wie es die teureren Modelle haben

Kombiinstrument:
Das Kombiinstrument hat so viele schöne Lämpchen. Leider leuchten die beim Classic/Ecoline nur beim Start und sind sonst außer Funktion. Bei den teureren Ausstattunglinien wird ja im KI schön angezeigt ob der Allrad drinnen ist oder Welche Zapfwellenumdrehung eingestellt wurde. Leider bietet das die Classic/Ecoline (trotz der Lämpchen/Displays) nicht, was schade ist.

Zapfwelleneinstellung:
Den Hebel für die Zapfwellenumdrehungsgeschwindigkeit finde ich sehr hakelig und schwergängig bei uns fühlt es sich ab und an wie ein Glücksspiel an, ob man nun auf N oder einer der Umdrehungen steht.

Startvorgang:
Ein für mich weiterers Manko beim Classic/Ecoline ist, dass man bei Startvorgang den Hebel der Zapfwellenkupplung, befindet sich beim Classic/Ecoline gleich neben der Handbremse ziehen muss (Rotes PTO Lämpchen leuchtet im Kombiinstrument) um den Traktor zu starten. Anschließend dann beide Hebel (Handbremse und Zapfwellenkupplung) wieder nach unten zum Fahren, sonst wäre die Kupplung dauerhaft geschlossen (Rotes Lämpchen an). Der Sinn dahinter erschließt sich mir nicht ganz und ist etwas nervig, aber man gewöhnt sich mit der Zeit daran beim Abstellen beide Hebel zu ziehen.

Ablagen:
Da bin ich bei dir. Es gibt viel zu wenig Ablagen und die die es gibt sind nicht vernünftig nutzbar. Bei uns ist beispielsweise das Klappfach rechts hinten nicht nutzbar, da bei unserer Sitzeinstellung die rechte Armlehne verhintert, dass der Deckel aufgeht. Leider suboptimal gelöst, da es das größte Fach ist.
Die Ablage links, tja keine Ahnung was man da ablegen soll, bei uns war dort bisher noch nichts sinnvolles drinnen und dann gibt es ja noch die Ablage unter dem "Notsitz".
Ich fand gut, dass es hier einen Getränkehalter gibt, aber leider war dieser für unsere Zwecke auch nicht geeignet da er keine 1,5L Flaschen hält.

Was wir schmerzlich vermissten war einerseits ein Ablagefach für Warndreieck/Verbandskasten und Arbeitshandschuhe und Kleinkram sowie Haken für Arbeitsjacke und Forsthelm.

wir haben uns für hinter den Fahrersitz an der Stelle wo der optionale Feuerlöscher montiert wird ein Fach gebaut. dieses nimmt die ganze Breite ein ist ca. 15cm tief und 7cm hoch. und mit einer Rutschmatte ausgelegt sowie in grau lackiert. Wirkt fasst als wäre es dort schon immer gewesen. darin sammeln wir unser Warndreieck, Verbandstasche und Kleinkram wie Handschuhe, ab und zu Handy, das Kabel des Forstfunk wir dort verstaut,...

Bezüglich Haken haben wir auch Abhilfe geschaffen. Mein früherer Audi hatte im Kofferraum einen klappbaren Doppeltaschenhaken. Davon haben wir zwei bestellt welche links und rechts unter den Lautsprechern montiert wurden und den Forsthelm sowie Jacke etc. aufnehmen. Optimal für uns.

Alles in allem sind wir recht zufrieden mit dem Traktor bzw können uns mit den Mankos gut arrangieren. Sein Geld war er schon wert, als ich das strahlen von meinem Vater gesehen hatte, der bisher nie einen neuen Traktor hatte und der jetzt überglücklich war und ist.

Eine Frage hätte ich noch, wo mir vielleicht jemand weiterhelfen könnte. Wir haben eine Fronthydraulik mit 2 2DW Anschlüssen von hinten nach vorne gelegt.
Die aktuelle Lösung ist leider etwas suboptimal für uns, da es immer hin und her gesteckt werden muss weshalb wir ein Frontladersteuergerät mit Kreuzheben für die beiden DW Anschlüsse vorne dazubauen wollen.
Eigentliche Frage ist, weiß jemand ob es in der Kabine vielleicht bei der Konsole rechts oder unter dem Armaturenbrett eine Blindduchführung für die beiden Seilzüge des Kreuzhebels gibt, oder ob man wirklich ein Loch in die Kabine bohren müsste? Sowie ob es für den Kreuzhebel eventuelle eine Universalhalterung zum Kaufen gibt?
 
06bismk3

06bismk3

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zur Lenkung - das ist wie bei allen heutigen Schleppern eine hydraulische Lenkung. Da besteht keine mechanische Verbindung wie bei Auto oder Lkw die immer eine gleiche Position vorgibt.
Das ist also ganz normal.

Zum Startvorgang - von was redest du?
Den Motor startet man. Das ist es nicht.
Zum losfahren muss man die Handbremse lösen, ist aber kein starten.
Die zapfwelle kann man ein und ausschalten, ist aber auch kein Startvorgang.

Sehr unverständlicher Abschnitt an der Stelle.
 
M

Michl_BGLD

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Steht eigentlich genau da
„...dass man bei Startvorgang den Hebel der Zapfwellenkupplung, befindet sich beim Classic/Ecoline gleich neben der Handbremse ziehen muss (Rotes PTO Lämpchen leuchtet im Kombiinstrument) um den Traktor zu starten.“

nicht gezogen startet der Motor nicht, analog Kupplung, nicht getreten startet der Motor nicht.
 
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Xabor16

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Steht eigentlich genau da
„...dass man bei Startvorgang den Hebel der Zapfwellenkupplung, befindet sich beim Classic/Ecoline gleich neben der Handbremse ziehen muss (Rotes PTO Lämpchen leuchtet im Kombiinstrument) um den Traktor zu starten.“

nicht gezogen startet der Motor nicht, analog Kupplung, nicht getreten startet der Motor nicht.
Das ist uns auch schon aufgefüllten an unserem 5090.4D Ecoline. Nervig aber man gewöhnt sich dran... Ist wohl den neuen Richtlinien geschuldet.

Das nervigste am Schlepper ist das dauerhafte Schleifgeräusch wie im Video oben angehängt.. da ist wohl aber laut SDF Zentrum nichts zu machen... schade.. Ansicht sonst schöner Schlepper..
 

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Huricane

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Wendigkeit:
Die Wendigkeit ist wirklich großartig, einzig was mir hier negativ aufgefallen ist, da ja der 3 Zylinder nochmals kürzer als dein 4 Zylinder ist, scheuert der rechte Kotflügel beim Einschlagen am Tank. Leider habe ich hierzu noch keine Lösung parat, aber der Umstand stört mich sehr.
Erkundige dich doch mal, ob du nicht diese gefederten Schwenkhalterungen, die bei meinem Modell serienmäßig geliefert wurden, nachrüsten kannst. Da geht der Kotflügel beim Einlenken nur um ca. 15 bis 20 Grad mit und bleibt dann in dieser Position stehen, während das Vorderrad sich weiter einlenken läßt. So kommt der Kotflügel gar nicht in die Nähe des Motorblocks.
 
Realist

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Der umständliche Startvorgang ist der EU Mother Regulation geschuldet. Handbremse muss gezogen sein, Kupplung und Bremse müssen getreten sein, Schalthebel und falls vorhanden Powershuttle auf neutral, bei den Typen mit mechanischer Zapfwellenschaltung muss der Zapfwellenhebel noch gezogen sein, damit beim Motorstart nicht die Zapfwelle anläuft falls die Drehzahl noch drin ist. Weitere Errungenschaften der Verordnung: Zapfwelle schaltet automatisch ab sobal man sich vom Sitz erhebt. Man muss einen extra Knopf drücken damit die Zapfwelle weiterläuft (Beispiel Gülle einsaugen). Motorhaube lässt sich nur noch mit dem Zündschlüssel oder Schraubenzieher öffnen.

Edit:
Thema Steuergeräte bei den großen 5ern:
Also ich kannte das von (bislang einem) getesteten 5110P so, dass die Steuergeräte durchaus sanft und präzise funktionieren. Kenne es aber vom Probesitzen teilweise auch dass es recht schwergängig ist bei manchen. Die ganzen Verbindungen sind ja mechanisch. Ich könnte mir vorstellen dass die ein oder andere Schraube bei der Montage einen Tick zu fest angezogen ist oder etwas Fett gut täte um das Problem zu beheben. Bei den Agrotrons hatte ich da nie Probleme damit und kann jede mechanische Steuergerät feinfühlig bedienen.
Thema zu kurze MHR Hebel z.B. beim 5G:
Das Problem sehe ich eher darin, dass wenn die Bedienhebel der MHR so lang wären wie die der dahinterliegenden Steuergeräte, dass man dann beim bedienen der Steuergeräte eher mal mit dem Pullover an der MHR hängen bleibt oder diese etwas im Weg sind.
 
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Michi112

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Steht eigentlich genau da
„...dass man bei Startvorgang den Hebel der Zapfwellenkupplung, befindet sich beim Classic/Ecoline gleich neben der Handbremse ziehen muss (Rotes PTO Lämpchen leuchtet im Kombiinstrument) um den Traktor zu starten.“

nicht gezogen startet der Motor nicht, analog Kupplung, nicht getreten startet der Motor nicht.
Das ist uns auch schon aufgefüllten an unserem 5090.4D Ecoline. Nervig aber man gewöhnt sich dran... Ist wohl den neuen Richtlinien geschuldet.
Das nervigste am Schlepper ist das dauerhafte Schleifgeräusch wie im Video oben angehängt.. da ist wohl aber laut SDF Zentrum nichts zu machen... schade.. Ansicht sonst schöner Schlepper..




Servus,
das Raseln bzw. Klingeln ist kein Schleifgeräusch - halte mal die Höhenverstellung der Unterlenker fest - den VIerkant mit Griff... Das tat bei unserem auch so.... - geht mit der Zeit weg... muss nur genügend Fett rein :)
Gruß
 
schwarz-weiss

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Hallo Huricane,
danke für den Super bericht. Für meinem kleinstadtnahebetreibIch habe ich zeit Okt 21 einen 2019 5090.4 D mit Frontlader bekommen.
Ich habe 2 fragen:
  1. Zusatz-Steuergeräte (Betätigungswiderstand, Dosierbarkeit). Wie soll ich genau vorgehen um es zu verbessern(neue Löcher an tieferer Position der Betätigungshebel bohren) - Bilder wäre gut wenn moglich?
  2. Was fuer Werkzeugkasten (John Deere Werkzeugkastennachbau) mit Schnellhalterung haben Sie montiert?
Danke im voraus.
SW
 
H

Huricane

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Zusatzsteuergeräte – Dosierbarkeit verbessern

Ich habe ja zwei verschiedene Modifikationen gemacht.

Ich habe neue Bohrungen an einer tieferen Position an den Betätigungshebeln innerhalb der Konsole gebohrt, sodaß die Gabelköpfe der Bowdenzüge um ca. 15mm tiefer, also näher am unteren Drehpunkt der Betätigungshebel eingehängt werden können. Auf dem Bild das den Drehpunkt der drei Zusatzsteuergeräte im innern der Konsole zeigt, sieht man am linken Hebel knapp oberhalb des Gabelkopfes die Orginalbohrung. Wenn du dieses Bild für die neu zu bohrenden Löcher nimmst, hast du einen guten Anhaltspunkt für die Position. Für das Foto habe ich nur die obere Schlitzabdeckung entfernt. Leider konnte ich den Bohrungsabstand in dem engen Schacht nicht exakt ausmessen.

Wenn man hier die Bohrungen zu tief setzt, reicht der Weg den der Hebel im Schlitz der Konsole macht dann nicht mehr aus um z.B. die Schwimmstellung (Hebel rastet ganz vorne ein) ein zu stellen. Das dumme dabei ist, daß man zum bohren der Löcher die gesamte Konsole ausbauen muß. Zum überprüfen, ob der Schlitz in der Konsole lang genug ist, muß erst die ganze Konsole wieder eingebaut werden, was sehr mühsam ist.

Habe ich mir Verlängerungen für die Steuerhebel angefertigt, die ich aufsteckbar ausgeführt habe und die mit einer Schraube gesichert sind. Den Winkel der Flacheisen wo der Kunsstoffgriff aufgesteckt wird mußte ich so ändern, daß die Hebel der rechten Armlehne nicht zu nahe kommen. Das Verlängerungsmaß ist bei den drei Hebeln nicht gleich. Erster Hebel (der bei der Armlehne) ca. 60mm; zweiter Hebel ca. 70mm; dritter Hebel ca. 75mm. SDF_2283.jpgSDF_2286.jpgSDF_2279.jpgSDF_2288.jpg
 
S

schlimpi

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Schwerpunkt und Spurbreite:

Ab Werk waren die Hinterräder auf 1,50m Spurbreite eingestellt. Trotz niedriger Bauart des Schleppers und nur 30Zoll großen Hinterrädern war die Standsicherheit am Hang damit nicht besonders gut. Ein Grund dafür dürfte die Gewichtsverteilung zwischen Hinter- und Vorderachse sein. Der Schlepper ist in Standardausführung auf der Hinterachse nur geringfügig schwerer als auf der Vorderachse. In meinem Fall mit Fronthydraulik dürfte das Verhältnis wahrscheinlich sogar bei ca. 50 zu 50 liegen. Ich habe die Spurbreite der Hinterachse jetzt auf 1,60m verbreitert. Der Unterschied war deutlich spürbar und die Standsicherheit ist jetzt in Ordnung.
Hi! Vielen Dank für Deinen tollen Bericht. Ich habe den 5080D also mit 3 Zylindermaschine und kann die Standunsicherheit nur bestätigen. Holz verladen mit Zange geht quasi nur mit Heckgewicht. Darf ich fragen wie Du die Spur verbreitert hast? Spurplatten? Wenn ja, wo bekommt man die? Vielen Dank!
 
Thema: SDF Serie 5D 5090.4D 84PS EZL: 7/17 - Erfahrungsbericht

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