Kartoffelroder für Deutz D30S

    • Kartoffelroder für Deutz D30S

      Hallo liebe Deutzfreunde,

      wir bauen ca. 600m² Kartoffeln pro Jahr an. Bis jetzt haben wir sie immer von Hand gebuddelt.
      Jetzt mit dem D30S würde ich mir die Arbeit gern erleichtern und möchte gern mal fragen, was Ihr so für Erfahrungen dazu habt und welche Geräte empfehlenswert sind.
      Es gibt ja diese Schleuderroder (z.B. von Schmotzer), diese Schwingroder (z.B. Kuxmann), Siebkettenroder oder Vollernter.
      Die Geräte haben alle unterschiedliche Preis und Arbeitsweisen.
      Schleuderroder scheinen günstiger zu sein als Siebketten- oder Schwingsiebroder.

      Vollernter sind natürlich teurer, da größer und mehr Komfort und Flächenleistung.

      Wir haben sehr sandige Böden mit sehr wenig Steinen. Ich habe leider keine Erfahrung mit diesen Maschinen und würde da gern von eurer Erfahrung profitieren wollen.

      Vielen Dank.

      Liebe Grüße
      Martin

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    • Gude,

      ich selbst hab selbst drei Schleuderroder, bin mit der Funktion soweit auch zu frieden, einzig stört mich das einige Kartoffeln oft weit aus der Reihe fliegen. Daher hab ich mir letzte Jahr einen Schwingroder der Marke Bielefeld gekauft, dieser passt auch super an meinen D25.2(fast komplett Baugleich mit deinem D30). Der Roder geht über die Zapfwelle und geht bis 540 Umdrehungen die Minute das bringt eine perfekte Arbeitsgeschwindigkeit mit sich.

      Bei dem Sandigenboden würde der Schwingroder(Schüttelroder) mehr empfehlen da er die durch die Siebförmigenstreben dierkt nach unten fallen lässt, der andere kann je nach Geschwingkeit die Erde weit weg hauen, was man aber durch Egge und gutes Pflügen auch wieder hin bekommt.

      Mach doch mal ein Bild von deinem Acker, wie da die Hanglage und gegebenheiten sind.

      Gruß Marcel
    • Servus Martin,

      wir hatten damals einen Schleuderroder für die ca. 1000m2 Kartoffeln. Ich war noch ein kleiner Hosenscheisser, aber ich kann mich noch erinnern, dass die ganze Verwandtschaft beim Ernten mitgeholfen hat.
      Hab keine Erfahrung mit den anderen Geräten, aber sieht genauso mühsam aus.
      Ich würde halt schauen, was du am einfachsten bekommen kannst.
      Einen Vollroder halte ich bei der Größe für überdimensioniert, aber warum nicht, wenn alles passt.
      LG

      Emanuel



      D30S-NFG, BJ 62 und F2L612/6-N, BJ 57
    • Also mein Onkel hatte auch ca 600m2 Kartoffeln gesetzt, und der hatte sich einen alten vollernter zugelegt,

      Aus dem einfachen Grund, weil er nicht viele Personen hatte. Die ihm helfen konnten.
      Gruß Kevin




      -Kolben und ein Ofenrohr und fertig ist der Deutzmotor
      -Gott bewahre uns vor Eis und Schnee und den Traktoren von IHC
    • Hallo,

      auch wenn 600 m2 , nicht die Menge ist.. .
      Kann das zu einer ganz schönen Sammelaufgabe werden.
      Wir hatte früher einen Niemeyer- Samro
      Bild- ebay-Kleinanzeigen: und Bild von Stroje.bazos.cz

      Man erkennt kleine Unterschiede, der rechte ist, wie unserer war.
      3-4 Personen hinten zum sortieren.
      Kartoffeln werden in Säcke gefüllt.

      Nur eine Idee.

      Gruß Robert
      Mehr als einfach nur ein Schlepper- Deutz Fahr !
    • Hallo und herzlichen Dank für die zahlreichen Antworten.

      Also ist zusammenzufassen, das Vollernter sinnvoll ist, da man nicht sammeln muss und ein Schleuderroder die Kartoffel stark verteilt und möglicherweise die Schalen beschädigt?

      Super damit kann ich mich jetzt auf die Suche machen . . .

      Liebe Grüße
      Martin
    • Hallo Martin,

      beim Schleuder- oder Schwingsiebroder kann man auch alleine ernten (erst roden, dann auflesen). Beim Schleuderroder haben sich Fangkörbe, Fangrechen oder neben den Propeller gehängte Säcke/Gummilappen bewährt, dass die Kartoffeln nicht zu weit verteilt werden oder eben langsamer fahren bzw. geringere Zapfwellendrehzahl.

      Bei den älteren Vollerntern muss man min. zu zweit sein (1 Schlepperfahrer, eine/r auf dem Vollernter). Je nach Bauaurt gibt es auch Unterschiede, da man beim einen die Kartoffeln, beim anderen die Steine/Erdklumpen aussortieren muss (kann ganz schön stressig werden bei hoher Fahrgeschwindigkeit und zu wenigen Leuten auf dem Vollernter).

      Bei der Verwandtschaft waren wir mal 4 auf dem Samro, die sortiert haben, einer, der nur die Säcke gewechselt und auf den Acker gestellt, sowie einer, der den Schlepper gefahren hat.

      Gruß
      Florian
      Landwirtschaft dient allen!

      DEUTZ D 40 06
      Eicher Tiger EM 200l
    • moin,

      Kommt drauf an wann du ernten willst . Frühkartoffeln sind nicht Schalefest und werden schnell beschädigt, da sollte man immer genügend Sand unter den Knollen haben und am besten Siebketten/ Stangen mit Gummi überzogen ( oder Schläuche)

      Ein Schüttelroder hat wohl den Nachteil das man sie alle aufsammeln muss , doch ist er klein und kompakt , den stellt man in die Ecke und weg ist er bis zur nächsten Ernte.

      Zudem fässt man alle einmal an , da kann man das was Bruch ist , gleich liegen lassen .

      Gruß Rene

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    • Guten Morgen,

      kann mir jemand sagen, wie schwer so ein kleiner Vollernter/Sammelroder ist? Hassia KRB z.B.?
      Ich finde ja außer Bilder leider keine Technischen Daten.
      Ein Niemeyer SAMRO ist auch intressant. Er sieht sehr kompakt und einfach aus.

      Wie sieht es bei so einem Roder mit dem Reihenabstand aus? Ich habe ja meine Kartoffel an die Spurweite des D30S angepasst und nicht das ein rad dann auf dem nächsten Damm läuft.

      Grüße
      Martin
    • Hallo Martin,
      Die Spurweite sollte Dir kein Kopfzerbrechen machen! Ich kenne das so:
      Es ist ein EinReihenRoder. Du fährst mit dem rechten Hinterrad des Trecker zwischen den Dämmen; und die Deichsel des Roders wird so eingestellt, daß das rechte Rad des Roders dem Hinterrad des Treckers genau nachläuft. Die linken Räder des Treckers und Roders laufen auf bereits gerodeten Land. Daher ist die Spurweite zu vernachlässigen.

      Die Dammbreite selbst kann an den älteren Rodern noch eingestellt werden.
      Gruß Ralf
      Gruß von RB7862
      F2L514, D50.1S, D6807
    • Deutz Fahrer 14 wrote:

      Daher hab ich mir letzte Jahr einen Schwingroder der Marke Bielefeld gekauft, dieser passt auch super an meinen D25.2
      Der Hersteller wird wohl die Firma Kuxmann aus Bielefeld sein, die "Marke Bielefeld" gibt es in der Form nicht.

      Da ich auf 2500 Quadratmetern jedes Jahr sechs verschiedene Roder aller Bauarten einsetze, kann ich da einen ganz guten Überblick geben:

      Schleuderroder, durchaus auch mit Bodenantrieb, sind einfach und robust. Die Wurfweite ist stark proportional zur Fahrgeschwindigkeit. Bei Sandboden ist es nicht so schwierig die Kartoffeln heraus zu kriegen, da reicht der erste Gang vollkommen. Und dann liegen die Kartoffeln nicht breiter als 1m gestreut. Mit beschädigten Schalen hatten wir noch nie ein Problem bei einem Rodetermin im September. Wer die Kartoffeln im dritten Gang zehn Meter weit schießt mag da wohl eher Probleme mit haben, bei bedachtem Einsatz ist das kein Problem. Wobei die Schalen natürlich auch je nach Sorte unterschiedlich empfindlich sind.

      Schwingsiebroder ist besser handhabbar und vor allem schon als Vorratsroder einzuordnen. Das heißt du kannst mehrere Reihen auf Vorrat roden, ohne dass du die vorherige Reihe wieder mit Erde bewirfst. Dies ist der wesentliche Nachteil der Schleuderroder. Sammeln musst du bei beiden Systemen.
      Beim Schwingsiebroder sind die Lager der Schwinghebel auf der Kurbelwelle naturgemäß am stärksten von Verschleiß betroffen, hier gilt es auf Spielfreiheit zu achten.

      Ein Siebkettenroder wie beispielsweise der Lanz VR1 ist äußerst robust, bei allen Siebketten gilt es auf den Verschleiß von Ketten und Kettenrädern zu achten. Manch alter Roder ist da komplett zahnlos und daher auch ein Fall für eine umfangreiche Kur, soweit man überhaupt noch Teile kriegt. Bei einer Kette mit Leder- bzw. Geweberiemen gibt es halt noch eine weitere Altersgrenze, ab der die reißen.
      Der Samro, in Deutschland von Niemeyer vertrieben, ist ansich ein dankbarer Roder mit wenigen Verschleißteilen. Lediglich die Kettenräder sind auch dort gern mal verschlissen, ebenso der Krautschläger und die Lager der Walzen unter der Verlesekette. Trotz Krautschläger hat der Samro zudem massive Probleme bei Kartoffelkraut und Unkräutern, das Rodeschar und die Hubtrommel setzen sich selbst bei feinem Sand dann schnell mit Kraut zu. Vorheriges Mulchen des Krautes ist beinahe Pflicht!
      Die anderen Vollernter haben halt dieselben Verschleißproblematiken an Lagern und Ketten wie die zuvor genannten Typen. Mit Absackstand erspart man sich zwar das Sammeln, so ein Sack kann aber je nach Ertrag auch schnell voll sein. Wenn man zum Wechseln der Säcke jedes Mal vom Schlepper muss, nervts auch irgendwann. Und wie Florian schon schrieb: Bei manchen Verlesebändern läuft die Ernte automatisch in die Säcke und man muss die Steine heraus sammeln, bei anderen läuft die Ernte automatisch in die Steintonne und man muss die Kartoffeln heraus sammeln und auf das zum Bunker oder Sack führende Band legen. Allerspätestens da hört es dann auf mit der Einmann-Bedienung :D

      Ein Samro-Roder wiegt geschätzt maximal eine halbe Tonne, so ein Hassia mit Kraut-, Verleseband und Bunker kommt schon eher in Richtung einer Tonne. Einen Hagedorn Wisent mit Kraut- und Verleseband sowie Absackstand, der direkte Vorgänger des Hassia KRB und nur etwas größer als ein Samro, kann von einem 60 PS-Schlepper mit Frontlader noch gehoben werden. Damit dürfte er maximal 700 kg haben.

      Zur Spurweite: Die Roder haben allesamt verstellbare Achsen, um sie auf unterschiedliche Reihenweiten einstellen zu können, damit dir kein Rad auf dem Damm läuft.

      MfG
      Fabian

      Post was edited 1 time, last by GTfan ().

    • Für den Bastler gibt es in Russland Anleitungen wie z.B. die hier: umeltsi.ru/samodelki-video/500…obloka-svoimi-rukami.html oder die hier: ogorodbezh.ru/kak-sdelat-karto…hertezhi-s-razmerami.html Die Kollegen haben auch so Ackergrößen, wie du sie beschreibst. Ob nun ein Schwingroder mit zusätzlichem Siebantrieb, oder am Schneidmesser direkt, ist sicher Geschmacksache. Meist werden die Roder von Einachsern angetrieben, Zapfwelle geht natürlich auch, ist nur eine Sache der Anlenkung.
      Wenn du Länge machst, gibt es Kollegen, die die Kartoffeln in einem Netz hinter dem Sieb fangen. Beliebte Suchbegriffe sind : Чертежи картофелекопалки для мотоблока своими руками
      Ich hoffe du verstehst es, wenn nicht frag Tante Google oder Youtube, die geben dir 1000fach Antwort.
      Die Buben haben eine interesannte Lösung:

      Rudi

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    • Super und vielen dank für die Ratschläge. Jetzt bin ich schon relativ gut informiert. Steine sind bei mir zum glück kein großes problem.

      Wie viel Leistung muss ein Schlepper eigentlich für eine Hassia KRB oder Hagedorn Wisent SR L 67 in flachem Gelände haben? Schafft das der D30 überhaupt?

      Grüße
      Martin

      PS: jetzt muss nur noch ein Gerät zu einem guten Preis/Leistungs- Verhältnis gefunden werden und das in einem Umkreis von ca. 200 km, da eine Spedition dann zu viel Geld möchte und es dann nicht mehr für mich Wirtschaftlich ist.
    • Hallo Martin
      Ich fahre bei uns den Hagedorn SRB mit einem 25 PS McCormick. Komme aus einer hügeligen Gegend und von der Antriebsleistung her ist das kein Problem. Lediglich wenn der Bunker beziehungsweise der Absackstand gut mit Kartoffeln gefüllt sind kann es schon mal eng werden.
      Die Hinterräder haben dann zwar genügend Last, es hebt aber dann irgendwann den Traktor vorne aus und er hält die Spur nicht mehr. Dafür müsste dann mehr Frontballast drauf.
      Gruß Florian
    • Hallo,

      ja als Ergänzung kann ich sagen, der Niemeyer Samro wurde bei uns auch vom D 30 gezogen !
      Völlig ohne jede Probleme !
      Und es war an der Seite eine Spindel womit man die Spur einstellte.
      Für mich- wenn ich heute Kartoffeln anbauen würde, noch immer ein Schmerzfreies Gerät.

      Gruß Robert
      Mehr als einfach nur ein Schlepper- Deutz Fahr !

      Post was edited 2 times, last by Deutz07c-Mann ().