Ein seltener 514er

    • unbek. (514)

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    • Ein seltener 514er

      Hi,

      ich bin der Andreas, 28 Jahre alt, gelernter Informatiker, und komplett neu hier und hab gleich mal ein Schmankerl für euch. Oder besser gesagt, was davon übrig geblieben ist. ;(

      Irgendwann vor geraumer Zeit hat sich mein Opa mit seinem Nachbarn folgenden Schlepper mit Atlas 512 Anbau zum Baggern von deren Schweinemist zugelegt. Ich kenne das gute Stück also schon "mein Leben lang". Aber es hat für mich nie irgend eine besondere Bewunderung oder so auf mich ausgeübt. Vermutlich, weil der Schlepper nur ein paar mal im Jahr (wenn überhaupt) genutzt wurde und dann ausschließlich nur für so "niedere Arbeiten". Der F2L612, egal ob rostig oder aktuell neu lackiert, hatte da viel mehr Reiz.

      Jetzt kam ich letzt dazu und hab mir das Teil mal genauer angeschaut, auch dadurch begründet, dass mein Interesse an älteren Fahrzeugen immer stärker wurde (bis vor kurzem bin ich noch einen 190er Mercedes gefahren und den F2L612 auch mal auf ein Treffen), habe ich mir das gute Stück mal genauer angeschaut und die Haube kam mir auch fremd vor. Bisher kannte ich nur die runden und die darauf folgenden eckigen(der genannte F2L, vorher auch mal einen D50 und 8006 sowie DX110).
      Also mal auf deutz-traktoren.de schlau gemacht und die erste Vermutung bestätigte sich: Es ist ein F4L514,der da leider Gottes vor sich hin gammelt...

      Hier mal ein paar Bilder von dem "schönen" Stück:



      Ich muss jetzt mal sehen, wie wir weiter damit vorgehen. Erst mal mit dem Nachbarn reden, dass wir das gute Stück (er benutzt ihn wohl noch, ist also noch fahrbar) unterstellen. Platz hätte ich in meiner Scheune, vermutlich auch von der Höhe ausreichend.
      Dann muss man weiter sehen, was man damit macht. Bei so einem Stück viel zu schade, wenn man ihn nicht mehr herrichtet. Jedoch erscheint das auf den ersten Blick nach verdammt viel Arbeit und es graut mir vor dem, was man nicht sieht. Motor und Getriebe sind zwar trocken, aber die Diesel-Pumpe sifft schön vor sich hin. Ebenso wurde an dieser schon mal was ausgetauscht. Die Leitungen zu den Einspritzelementen laufen nicht mehr durch den Luftkanal für die Kühlung, sondern unten drunter Richtung Zylinderköpfe.

      Was mich und meine Freundin gestern jedoch köstlich amüsiert hat, ist das Typenschild. Das hat doch der Stift damals absolut besoffen rein geklopft? Ich hatte mal eine Woche Lehrgang in der Schlosserwerkstatt während meiner Ausbildung und ich kann immer noch den Ausbilder rum plärren hören, wenn einer so einen Pfusch abgelegt hat. :D

      Grüße

      Andreas
    • Hallo Andreas,

      toller Schlepper. Wir hatten auch einen Atlas Bagger auf einem F3 oder F4L514, der leider davor verreckt ist und dann verkauft wurde (irgendwann in den 80ern). Der Bagger kam dann auf unseren Allgaier R22, der damit ganz gut zu tun hatte...
      Das ist sicherlich ein großes Projekt, lohnt sich bei dem Schlepper aber immer!

      Ich würde den genauso mit Bagger instand setzen!
      Gruß, Harm

      DX4.31 und D4005
    • Servus,

      dass der kleine Allgaier mit so einem Bagger ordentlich zu tun hatte, kann ich mir vorstellen. Wenn ich mich halbwegs richtig erinnere, war das für den F4L514 keine große Nummer. Klar, die Drehzahl ist etwas abgesackt, aber dafür hat sich der volle Greifer immer noch ordentlich schnell bewegt.
      Jedenfalls in meiner Erinnerung, ist ja doch schon ein paar Jährchen her, als mein Opa seine Schweinezucht aufgegeben hat.

      Wenn er denn instand gesetzt wird, dann erst mal separat, da in meinen Augen einige Teile im demontierten Zustand gelackt werden sollten. Das wurde beim F2L612 leider nicht gemacht. So wie er war wurde der mal schnell in grün, gelb und rot vollgerotzt. Das würde ich dann beim F4L514 anders praktizieren, aber dafür müssen erst mal die Bedingungen geschaffen werden.

      Ich wollte euch nur diesen doch eher selten vorkommenden Deutz nicht vorenthalten. Wie es mit dem guten Stück weiter geht, werde ich natürlich berichten.

      Falls es zu einer Restauration kommt, wird sich diese aber mit Sicherheit in die Länge ziehen. Aktuell sind wir dabei das alte Grundstück für uns her zu richten inkl. Kernsanierung vom Haus. Da ist für so ein Projekt wenig Zeit vorhanden.

      Grüße
    • Hallo Andreas,

      verschiedene Einstellungen an den Einspritzpumpen sind in der Regel im Ergebnis unterschiedliche Leistungen, die sich aus Einspritzpumpen-Bauart, End-Drehzahl, Einspritzmenge, Einspritzzeitpunkt und Düsentyp zusammensetzen. Das ist eine Sache für den Prüfstand...

      Es tut mir in der Seele weh, diesen F4L514/xy in diesem Zustand sehen zu müssen. Er ist es mit Sicherheit wert!

      Griaßle
      Martin
      Beim Griff in die eigene Tasche stellt man immer wieder fest, dass die "Öffentliche Hand" bereits vorher drin war...
      Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. (Voltaire)
      Ich kann, weil ich will, was ich muss! (Immanuel Kant)
      Wenn man bei einem anderen Menschen erfolgreich Fehler finden möchte, so verwende man nicht eine Lupe, sondern besser einen Spiegel.

      Der Oberschwabe: homo erectus spaetzlei-maultaschii
    • Obrschwob schrieb:

      Hallo Andreas,

      verschiedene Einstellungen an den Einspritzpumpen sind in der Regel im Ergebnis unterschiedliche Leistungen, die sich aus Einspritzpumpen-Bauart, End-Drehzahl, Einspritzmenge, Einspritzzeitpunkt und Düsentyp zusammensetzen. Das ist eine Sache für den Prüfstand...

      Es tut mir in der Seele weh, diesen F4L514/xy in diesem Zustand sehen zu müssen. Er ist es mit Sicherheit wert!

      Griaßle
      Martin
      Also doch nicht mal "schnell" auf 85/90 Ps umgestellt. Hatte ich mir schon gedacht. Klang in einigen Beiträgen hier im Forum anders.

      Der Zustand ist tatsächlich zum Heulen und tut mir auch sehr weh. Unser F2L612 war zwar auch komplett verrostet, aber der Stand sein Leben lang im offenen Schuppen und war somit nicht der Witterung ausgesetzt. Man erkennt zwar auf dem lackiertem Blech die Rostnarben, aber es gibt keine Durchrostungen. Nur die Bodenbleche sind aufgrund der Benutzung in Mitleidenschaft gezogen, aber nichts gravierendes. Der springt auch ohne Murren nach Monaten des Stillstands sofort an ohne groß rum zu qualmen. Merkt man, dass ich den kleinen Zweizylinder gern habe? ;)

      Beim Vierzylinder bin ich echt gespannt, was das noch gibt. Und ich bin deiner Meinung, bei so einem Modell ist es die Mühe mit Sicherheit wert.

      Grüße
    • Nöööö, so schnelle geht das nicht. Die beiden Steckpumpen auf der Pumenplatte sind da vergleichsweise harmlos umzustellen, obgleich auch da diese Parameter zum Tragen kommen und ein Prüfstand prinzipiell auch nötig ist.

      Griaßle
      Martin
      Beim Griff in die eigene Tasche stellt man immer wieder fest, dass die "Öffentliche Hand" bereits vorher drin war...
      Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. (Voltaire)
      Ich kann, weil ich will, was ich muss! (Immanuel Kant)
      Wenn man bei einem anderen Menschen erfolgreich Fehler finden möchte, so verwende man nicht eine Lupe, sondern besser einen Spiegel.

      Der Oberschwabe: homo erectus spaetzlei-maultaschii
    • Moin moin,

      Glückwunsch zu dem schönen Gespann!
      In der Schlepper Post 1/2017 war ein identisches Tandem aus F4L514/4 und AL512 abgebildet, lediglich hatte das Leben den beiden beiweitem nicht so übel mitgespielt.

      Bei den verschiedenen Leistungsstufen des F4L514-Motors gab es mehrere technische Anpassungen, mit einfach an der Einspritzpumpe drehen ist das beiweitem nicht getan. Zumal dein Motor auch eine Ausgleichswelle im Kurbelgehäuse haben müsste, die den 2300 1/min absolut nicht gewachsen wäre.

      Vor dem Lader solltest du Respekt, aber keine Angst haben. Mit etwas Übung lässt sich da ganz brauchbar mit arbeiten.
      Dichtringe für die Zylinder gibts als Normteile bis heute, Hydraulikschläuche auf Maß zu kriegen ist auch kein Problem. Lediglich bei arg ausgeschlagenen Gelenken droht mehr Arbeit.

      AndreasF2L612 schrieb:


      Das hat doch der Stift damals absolut besoffen rein geklopft?
      Wenn, war es der Stift einer Landmaschinen-Werkstatt oder so. Denn ab Werk hatte der Schlepper ein anderes Typenschild dran...

      MfG
      Fabian
    • GTfan schrieb:

      Moin moin,

      Glückwunsch zu dem schönen Gespann!
      In der Schlepper Post 1/2017 war ein identisches Tandem aus F4L514/4 und AL512 abgebildet, lediglich hatte das Leben den beiden beiweitem nicht so übel mitgespielt.

      Bei den verschiedenen Leistungsstufen des F4L514-Motors gab es mehrere technische Anpassungen, mit einfach an der Einspritzpumpe drehen ist das beiweitem nicht getan. Zumal dein Motor auch eine Ausgleichswelle im Kurbelgehäuse haben müsste, die den 2300 1/min absolut nicht gewachsen wäre.

      Vor dem Lader solltest du Respekt, aber keine Angst haben. Mit etwas Übung lässt sich da ganz brauchbar mit arbeiten.
      Dichtringe für die Zylinder gibts als Normteile bis heute, Hydraulikschläuche auf Maß zu kriegen ist auch kein Problem. Lediglich bei arg ausgeschlagenen Gelenken droht mehr Arbeit.

      AndreasF2L612 schrieb:

      Das hat doch der Stift damals absolut besoffen rein geklopft?
      Wenn, war es der Stift einer Landmaschinen-Werkstatt oder so. Denn ab Werk hatte der Schlepper ein anderes Typenschild dran...
      MfG
      Fabian
      Angst habe ich vor so Arbeiten nicht. Hab auch bei meinem Motorrad ohne Vorkenntnisse, aber mit Werkstatthandbuch, Ruhe und benötigtem Respekt das Ventilspiel eingestellt. Zwar müssen die Nockenwellen dafür nicht raus, aber ist doch etwas filigraner als an einem Schlepper.
      Und falls du mit "Respekt" das Arbeiten und nicht das Instandsetzen meintest, dass ist ja noch in ganz weiter Zukunft, falls es denn überhaupt eintrifft. Und wenn... freie Wiese, wenig Motordrehzahl und mal sanft die Hebel probiert am besten im Beisein vom Nachbarn. Ich zieh auch nicht wie ein Ochse am Gasgriff vom Moped, wäre bei über 100 PS auch eher wenig Lebensbejahend. ;)

      Und gut zu wissen, dass das Typenschild nicht original von Deutz ist, hätte mich auch sehr gewundert.

      Und Glückwünsche... Naja, sehen wir mal. Erst mal muss sich der zweite Besitzer (Nachbar vom Opa) bereit erklären, dass gute Stück aufzugeben. Da mein Opa verstorben ist und die Erben wenig bis kein Interesse an dem Schlepper haben, wäre das von der Seite aus kein Problem.

      Gibt es zu dem Beitrag aus der Schlepper Post Auszüge?

      Grüße
    • Moin Andreas,

      an sich würde ich den F4L514 äußerlich konservieren, die Patina erhalten und nur technisch überholen. Meiner Meinung nach wurden schon genug Trecker übergepinselt und auf Hochglanz poliert. Diesem Schlepper darf man sein hartes Leben gerne ansehen.

      MfG Kai
    • Servus Kai,

      du meinst eine Schlepper-Ratte draus "machen". Gerade bei einem Nfz hat das in meinen Augen einen besonderen Charme. Bei Autos gefällt mir das meist überhaupt nicht, weil es irgendwelche Hipster nur halbgar durchgezogen haben oder gar ein hübsches Modell dafür geopfert haben.

      Die Idee werde ich durchaus in Betracht ziehen. Jedoch muss wie gesagt erst mal mit der anderen Besitzerhälfte der weitere Verbleib geklärt werden. Dann die Frage, ob es noch Papiere gibt und wo ich notfalls Ersatz beschaffen könnte. Gibt es bei Deutz für so etwas eine Oldtimer-Abteilung, an die man sich wenden kann? Oder sollte ich einfach mal beim örtlichen Deutzhändler vorbei schauen?

      Beste Grüße

      Andreas
    • tztz.....die Optik kommt als letztes.

      Verschaff dir erstmal nen Überblick wie der Bock INNEN ausschaut.....bzw. ob der Motor/Kupplung/Getriebe.....Hydraulik des Baggers nicht fritte ist.

      Bei dem Zustand auf den Bildern......ok....kann ich nix zu sagen. Aber ich kann mir denken, das das keine lustige/einfache Baustelle wird.

      Aber da wirst du reinwachsen...... :D

      Gruss Andreas
      "Er hat geschweisst, man sieht es kaum, lasst uns schnell noch einen Niet reinhau`n!" ;(