Transferrerhebel

Diskutiere Transferrerhebel im Forum Hydraulik im Bereich Allgemeine technische Fragen - N'Abend, die Hydraulik in meinem D30 hat 4 Hebel: einen für's Mähwerk, einen zum umschalten Frontlader/Kraftheber, einen für FL/Kraftheber...
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Christian...

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N'Abend,

die Hydraulik in meinem D30 hat 4 Hebel: einen für's Mähwerk, einen zum umschalten Frontlader/Kraftheber, einen für FL/Kraftheber hoch/runter und einen, der in der BA als "Transferrerhebel" bezeichnet ist. Wofür ist der gut?
 
güldner

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Ich hoffe das ich deine erläutertung jetzt richtig verstanden habe.
Wen dem so ist dan ist dieser Hebel zum Umschalten zwischen Zugkraftregelung und Lageregelung

Das wird dazu verwendet das Arbeitsgeräte an der Heckhydraulik, zb. ein Pflug, immer eine konstante Arbeitsteife einhalten.

Ich vermute mal das es für dich nicht mehr interessant ist, deswegen ist dieser Hebel eigentlich unwichtig für dich.

gruß
 
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Christian...

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Hmmm ... aber warum kann man den Hebel dann stufenlos verstellen? Und komischerweise kann man mit dem Hebel auch die Frontladergeschwindigkeit beeinflussen (hängt am gleichen Steuergerät) ...
 
Lars

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Ich auch Hmmmm....
Also der Transferrerhebel (DEUTZ-Transfermatic) ist wie schon erwähnt für die Einstellung Zugkraft- oder Lageregelung. Eigentlich nur wichtig beim Pflügen, aber nur dann, wenn der Pflug kein Rad hat. Aber es gibt noch einen kleien Hebel oben auf dem Hydraulik-Steuerblock, sitzt manchmal fest, der beeinflusst die Sinkgeschwindigkeit eines angehängten (Ackerschiene) Gerätes. Im Zusammenhang mit der Transfermatic beeinflusst die Hebelstellung die Reaktionsgeschwindigkeit der Regelung.
Meintest Du das?

Lars
 
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Christian...

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Mein D30 hat aber keine (richtige?) Regelhydraulik ... zumindestens hat er nicht diese "Feder" an der Hydraulik. Ich hab auch keine BA von dieser (vermutlich in den älteren D30) verbauten Hydraulik, nur von der Regelhydraulik mit dieser Feder (um 180 Grad gebogener Blech-/Eisenstreifen). Und in nem Übersichtsbild von nem D30 mit meiner Hydraulik ist dieser Hebel ald Transferrerhebel bezeichnet.
In dem Deutz-Typenkompass hab ich dazu nen Satz gefunden (auf der Doppelseite, wo die beiden Schmalspurdeutze abgebildet sind). Demnach kann man mit dem Transferrerhebel Gewicht vom Anbaugerät auf die Hinterachse übertragen. Aber was der Hebel genau bewirkt, weiß ich nicht.
 
güldner

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Nun,
eine richtige Regelhydraulik ist das auch nicht gewesen.
Erst die Systeme mit der Feder an der Oberlenkeraufnahme waren eine richtige/bessere Regelhydraulik.
(wobei die damaligen System immer noch nicht so zufriedenstellend funktionierten wie heutige, moderne da aufgrund von Spiel/Verschleiss in den Gelenken die Reaktionszeiten zu lang waren)

Ich weiss es nicht mehr so genau, meine aber das eine Regelhydraulik nur bei den damaligen MF Schleppern vorhanden war und MF darauf ein Patent hatte.
Solange musten die anderen Hersteller darauf verzichten und sich etwas anderes einfallen lassen.

So wurde eben so eine Art Quasi Regelhydraulik geschaffen. Bei Deutz nannte man das Transferrer oder Transfermatic.
Bei Güldner nannte man das Raddruckverstärker.

Mit diesem Hebel hat man also die Ölmenge reguliert die noch vor den Kolben gepumpt wird, so das das Arbeitsgerät nicht immer tiefer absinkt(wenn ohne Stützrad). Das hatte auch den Effekt das das Gewicht des Arbeitsgerätes immer ein wenig auf die Antriebsräder wirkte und so den Schlupf reduzierte. (Deswegwen auch der andere Begriff Raddruckverstärker)
 
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Christian...

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Ich suche immer noch Informationen über diese "Deutz-Transferrer-Hydraulik" (nicht Transfermatik). Hat da jemand von euch was darüber rumliegen?
Ich hab rausgefunden, daß der D30 / D30S später auch die Transfermatik-Hydraulik (mit der U-Feder) gehabt hat, aber meiner hat noch die Transferrer-Hydraulik.
Es scheint so, als wenn bei meinem Deutz das Gestänge an den Hebeln fehlt. Hat jemand diese Hydraulik und könnte mal ein Bild davon knipsen?
 
Lasca34

Lasca34

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Mein lieber Scholli, das geht ja ganz schön durcheinander hier . Ich versuch mal, das wieder gerade zu ziehen:
1. Transfermatic ist der Deutz-Name für Regelhydraulik. Gab's beim D 30 ab 1962.
2. Transferrer ist (wie ja auch schon bemerkt wurde) ein Raddruckverstärker. Dieses Provisorium verdankt seine Entstehung tatsächlich dem Umstand, daß die Regelhydraulik nach Ferguson bis 1962 durch Patente geschützt war. Deshalb haben auch alle Hersteller ab 1962 schlagartig fast sämtliche Typen mit Regelhydraulik angeboten. Bis dahin gab es in Deutschland Schlepper mit Regelhydraulik m.W. nur von MF, Ford und John Deere.
3. Wie funktioniert der Transferrer? Das ist einfach eine regelbare Drossel in der Rücklaufleitung vom Kolben zum Tank. Wird die Drossel geschlossen, staut sich das zurücklaufende Öl, so daß ein kleiner Druck auf den Kolben wirkt und das Gerät etwas anhebt. Je weiter die Drossel geöffnet ist, umso schwächer wird dieser Effekt. Daher also der Regelbereich an dem kleinen Transferrerhebel. Und damit ist auch erklärt, warum man mit diesem Hebel auch die Sinkgeschwindigkeit des Frontladers beeinflussen kann: Ist die Drossel zu, strömt das Öl langsamer zum Tank zurück. Ist sie auf, geht's schneller.
Übrigens muß man beim Anbau des Transferrers die "normale" Rücklaufbohrung mit einem Stopfen verschließen, damit das Öl auch tatsächlich durch die Drossel strömen möchte.
Zum Transferrer gehört ein Rückführgestänge, mit dem sichergestellt werden soll, daß der Transferrer jedesmal, wenn das Anbaugerät ausgehoben wird, abgeschaltet wird (d.h. die Drossel wird wieder voll geöffnet). Prinzipiell geht es auch ohne diese automatische Rückführung (dann muß sich eben der Fahrer selber drum kümmern) aber es ist sehr viel bequemer mit ihr.

Gruß
Michael Bruse
 
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Christian...

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Übrigens muß man beim Anbau des Transferrers die "normale" Rücklaufbohrung mit einem Stopfen verschließen, damit das Öl auch tatsächlich durch die Drossel strömen möchte.

Kann man das von außen erkennen? Oder kann ich davon ausgehen daß das bei meinem so ist? Was ist, wenn das nicht so ist ;) ?

Zum Transferrer gehört ein Rückführgestänge

Wie sieht dieses Gestänge aus?
 
Lasca34

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Wenn der Transferrer tatsächlich arbeitet, dann ist die "normale" Rücklaufbohrung ordnungsgemäß verschlossen. Prüfen kann man das ganz einfach, indem man am leeren Schlepper bei laufendem Motor den Transferrer schließt ( "einschaltet" ) - dann sollte sich das Dreipunktgestänge nach oben bewegen, und zwar um so heftiger, je weiter der Transferrer geschlossen ist. Wenn man einen Schlepper (oder auch nur eine Kraftheberanlage) kauft, bei dem (oder der) der Transferrer bereits montiert ist, dann kann man davon ausgehen, daß die "normale" Rücklaufbohrung verschlossen ist.

Ich habe nicht vor Augen, wie das Rückführgestänge beim D 30 aussieht (naheliegenderweise haben fast alle D 30 Regelhydraulik statt Transferrer), aber ich beschreibe mal, wie es beim Bosch-Block B68, also bei F2L 514 bis F4L 514 und bei den D 40, D 40.1 und D 50 bis 1962 aussieht:

Am Hauptsteuerhebel ( "Auf-AB" ) wird eine Kurvenscheibe montiert. Der Transferrerhebel ist zweiarmig: Am oberen Ende ist der Bedienknopf, das untere Ende ist rechtwinklig abgebogen und wird deshalb von der Kurvenscheibe erfaßt. Um das richtig einzustellen, kann man die Kurvenscheibe auf dem Hauptsteuerhebel verschieben. Das wird nun so eingestellt, daß die Kurvenscheibe so gerade eben den Transferrer-Hebel in Nullposition drückt, sobald der Hauptsteuerhebel von Senken auf Heben gestellt wird. Das ist schon alles.

Gruß
Michael Bruse
 
C

Christian...

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Danke für die Infos.

Kann es sein daß anm Drehpunkt des rechten Hubarmes auch noch ein Gestänge befestigt werden muss? Da ist bei mir ein ca. 10 cm langer Arm dran. Hat das was mit dem Gestänge zu tun?

Es gab schon mal ein Thema zum Problem, daß die Ackerschiene "von alleine" langsam hochgeht - hier

Hat das vielleicht was damitz zu tun? Vielleicht schaltet sich der Transferrer ja nicht ab?

 
Lasca34

Lasca34

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Der kurze Arm an der rechten Seite der Hubwelle führt den Auf-Ab-Hebel in den Endlagen in die Nullstellung zurück. Dafür ist an diesem kurzen Hebel unten ein durchbohrter Klotz vorgesehen, durch den eine horizontale Stange, die vorne mit dem Auf-Ab-Hebel verbunden ist, geführt wird. Auf dieser Stange sind verschiebbare Anschläge mit kleinen Federn, so daß in den Endlagen (ganz oben und ganz unten) der Auf-Ab-Hebel auf Null zurückschnappt.
Wenn sich die Ackerschiene hebt, obwohl sich der Hauptsteuerhebel in Schwimmstellung ( also "Senken" ) befindet, kann das mit dem Transferrer zu tun haben. Die Ursache dieses Phänomens ist zumindest genau das, was mit dem Transferrer erreicht werden soll: Der Rücklauf des Öls zum Tank ist gedrosselt, so daß sich vor dem Hubkolben ein Staudruck aufbaut. Das kann an verstopftem Filter, zu zähflüssigem Öl usw., aber auch an einem nicht ganz geöffneten (also nicht ganz ausgeschaltetem) Transferrer liegen. Übrigens tritt das selbsttätige Heben des Dreipunktgestänges auch auf, wenn eine für den Schlepper zu große Pumpe montiert ist. Dann wird soviel Öl im Leerlauf umgepumpt, daß schon die Rohrleitungen eine derartige Drosselwirkung haben, daß Staudruck am Kolben entsteht.

Gruß
Michael Bruse
 
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Christian...

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Hmm .. ein Bildchen wäre nicht schlecht, trotz der guten Infos und Beschreibungen von Michael (danke :)).

Ideal wäre eine BA, doch ich finde nirgendwo im Netz (auch bei Google) was zum Transferrer ... vielleicht suche ich ja auch nur mit den falschen Begriffen.

Also, falls jemand eine BA o.ä. über den Transferrer hat, bitte melden.
 
Lasca34

Lasca34

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Hallo Christian,

mit dem Auto ist man in locker in einer Stunde von Dülmen zu mir gefahren. Da wäre es vielleicht am einfachsten, Du kommst vorbei und schaust Dir meine Transferreranlagen mal an. Irgendwas Gedrucktes zu dem Thema habe ich auch. Da sollten sich Deine Fragen klären lassen. Sonst emaillieren wir uns hier noch 'nen Wolf.

Gruß
Michael Bruse
05476/91 90 78
0171/6 95 95 60
 
C

Christian...

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@ Michael:
Danke für das Angebot, aber ich habe im Moment wenig Zeit.
Hast du eine BA für den Transferrer? Könntest du mir die per Mail oder Post schicken (soll auch nicht umsonst sein ;))?
Könntest du ein Bild von deinem Transferrer machen?
 
A

Armin W.

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Hallo Christian,

ich habe ein BA von einem D25 ab Schlepper Nr. 7530/5
da ist vieleicht etwas für dich drin.
Ich hab Dir mal etwas davon eingescannt.
Suchst Du etwas über diese Hydraulik?

Gruß Armin
 
C

Christian...

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Jaaaa, genau die Hydraulik meine ich.
Hast du die gesamte BA?
 
A

Armin W.

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Hallo,

ja ich habe die gesamte BA vom D25 ab Schlepper Nr. 7530/5. Die Ersatzteilliste habe ich auch, da sind allerdings nur 2 Seiten von der Hydraulik abgedruckt, der Rest gehört zum Schlepper.
Die BA ist aber leider eine sehr schlecht Kopie.
Ich habe beides von einem Herr Tempel aus Köln, der hat angeblich viele alte Unterlagen von Deutz aufgekauft.
Allerdings hat der gute Mann auch sehr stolze Preise.

Gruß Armin
 
Thema: Transferrerhebel

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