Sandstrahlen oder Schleifen

Diskutiere Sandstrahlen oder Schleifen im Forum Lackierung im Bereich Allgemeine technische Fragen - Hallo an alle Forenmitglieder, ich bin grade dabei einen alten Schwader von mir zu restaurieren und frage mich jetzt ob ich die alten rostigen...
Wastel361

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Hallo an alle Forenmitglieder,
ich bin grade dabei einen alten Schwader von mir zu restaurieren und frage mich jetzt ob ich die alten rostigen Teile lieber abschleife oder sandstrahle.
Rein funktionell ist wahrscheinlich sandstrahlen besser weil dabei ja wirklich der ganze Rost verschwindet aber auch die Fläche leicht „uneben“ wird was man dann am ende durch den Lack sieht. Wohingegen das Material beim schleifen komplett glatt wird.

Wie macht ihr das? Vorallem bei Blechteilen bspw. Motorhaube etc. strahlt ihr da und akzeptiert die Unebenheiten oder schleift ihr die komplett glatt damit es „wie neu“ aussieht?

Mit freundlichen Grüßen
Christian
 
SimonS

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Guten Morgen,

theoretisch gehts alles, praktisch finde ich, Schleifen ist das ungünstigste Verfahren.
Wenn der Rost schon sehr tief eingedrungen ist, musst du beim schleifen viel gutes Material abtragen, sofern vorhanden kein Problem oder der Rost ist mehr als Flugrost, dann geht auch Schleifen.
Alternativ zum Strahlen ist ehr die Zopfbürste auf der Flex, Bohrmaschine o.ä. zu erwähnen.

Ich selbst habe neulich einen Rahmen Strahlen lassen, warum:
- Kein Dreck in der Werkstatt,
- sehr genaues Verfahren,
- Kosteneffizient
Richtig ist aber auch, gerade wenn das Lackbild top werden soll, musst du bei verrosteten Teilen im Anschluss "füllern".
Für mich steht/stand die Gründlichkeit im Vordergrund, in meinem Fall ist mir das Lackbild einer 60 Jahre alten Maschibe/Anhänger egal, Hauptsache hält nochmal 60 Jahre ohne Rost.

Ergänzend sei gesagt, bei Teilen mit Lagern, Motor, Fahrweg ist strahlen zu vermeiden, da ist ehr Kaltreiniger oder Trockeneisstrahlen die bessere Wahl. Es gibt da echt absolute Profi Firmen, sie mit allem möglichen Strahlen können um Beschädigungen zu vermeiden.

Gruß Simon

PS: hier ein paar Impressionen meines Strahlens:
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Vorher...

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Nachher...
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Mit Grundierung...
 
Wastel361

Wastel361

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Danke für die vielen Infos! Ich werde wahrscheinlich den Schwader auch strahlen, da es mir auch eher wichtig ist das es richtig gemacht ist und hält. Es ist ja immernoch eine Arbeitsmaschine. Ich werde das mit Glasperlen strahlen, da ich diese sowieso habe. Sind diese gut geeignet oder sollte ich lieber anderes Strahlgut in Betracht ziehen?

Grüße Christian
 
holger63

holger63

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Man muss da, wie bereits gesagt, unterscheiden. Wenn ich etwas schleife bevor
es lackiert werden soll dann mit einer Fächerscheibe. Das sieht dann
zwar schön aus aber man "verschmiert" den Rost teilweise nur, auch wenn es nicht
sofort ins Auge fällt.
Eine CSD Scheibe ist besser zur oberflächlichen! Rostentfernung geeignet, geht es auch nur
ein wenig in die Tiefe dann eine Zopfbürste. Hier aber aufpassen, dreht die zu schnell
verschmiert die auch.
Da bleibt dann nur strahlen.
Was man nimmt kommt mE auf den Grad der Verrostung an, Glasperlen sind weitaus
freundlicher als z.B. Asilikos, geht auch aber man braucht ne Ecke mehr davon. Auf
empfindlichen Teilen wie z.B. einer Motorhaube würde ich Glasperlen
allerdings vorziehen.

Ich muss die Motorhaube vom 7207 auch machen, die hat ein paar kleine rostige Macken.
Da werde ich so vorgehen dass ich die Stellen erst mit Glasperlen strahle, danach mit
der CSD Scheibe drüber gehe und hoffe dass Fillern dann ausreicht. Wenn nicht
kommt noch Feinspachtel ins Spiel.
Das aber nur bei wirklich auffallenden Teilen wie einer Motorhaube.

Im Fall des Schwaders wäre mir die Unebenheit nach einem agressiveren Strahlen als
Glasperlen egal. Da wird man sonst auch nicht fertig mit fillern und ggf. spachteln...
Das Teil komplett strahlen oder strahlen lassen, mit Brantho grundieren und danach
mit Schlepperlack lackieren, das wäre meine Vorgehensweise.

Ich hab grade den rostigen Grill meines 7207 gestrahlt, da bin ich mit Asilikos drüber gegangen.
Bei diesem "Lochblech" fällt eh keine Unebenheit auf. Dann mit Pressluft abgeblasen und
mit Sikonentferner gründlich abgewischt. Danach mit Brantho 3 in1 in 2 Gängen grundiert
und am nächsten Tag mit 1K Acryl aus der Spraydose in RAL 9006 auch in 2 Gängen lackiert.Was anderes
geht bei diesen Temperaturen eh nicht... und leider kann ich meine Werkstatt nur
mit einem Gas-Heizstrahler heizen, da sollte man wirklich nicht unbedingt
mit der Pistole lackieren! Also kann ich aktuell nur Kleinkram machen...

Mit Trockeneis bekommt man nur Dreck weg, es wäre mir neu dass man damit
entrosten könnte.
Ausnahme ist wenn man abrasive Mittel dazu gibt, dann kann man aber auch gleich strahlen.
 
SimonS

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Mit Trockeneis bekommt man nur Dreck weg, es wäre mir neu dass man damit
entrosten könnte.
Ausnahme ist wenn man abrasive Mittel dazu gibt, dann kann man aber auch gleich strahlen.
Genau, richtig geschrieben, habe ich mal wieder undeutlich formuliert in meinen Beitrag. Wenn es um Motor, Getriebe, Achsen geht, würde ich nie strahlen, Strahlgut und Lager vertragen sich nicht gut, außer man möchte Sand im Getriebe.
 
Wastel361

Wastel361

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Alles klar habe heute den „schutzbügel“ von meinem Schwader mit glasperlengestrahlt und ein Stück eingesetzt, weil der Vogel stark verbogen war. Man sieht zwar die kleinen Unebenheiten jedoch stören sie mich bei dem Schwader nicht zu stark, da das sowieso mein erstes Restauration Projekt ist und ich damit eigentlich nur etwas „üben“ will bevor ich mich an einen Traktor wage.
 

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Kramer Daniel

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Moin
Mit Schleifen/Bürsten verschmiert der Rost gerne. Beim Strahlen bleibt nur blanker Stahl zurück und das Porentief in jeder Ecke und Winkel. Mit der schlechteren Oberfläche kann och nicht bestätigen. Tiefe Rostnarben muss/kann man auch nach dem Schleifen oder Bürsten beispachteln oder Füllern.
Unempfindliche Teile werden bei mir zu 90% gestrahlt, das bringt einfach das beste Ergebnis.
Schlacke wäre besser geeignet, als Glasperlen, zumal Glas viel teurer ist. Wenn du das Material aber sowieso da hast und sonst keine Verwendung dafür, dann geht das auch. Die abrasive Wirkung ist eben nicht so hoch wie bei den scharfkantig gebrochenen Schlackebröseln.

Gruß Daniel
 
Wastel361

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Ja ich habe diese Glasperlen sowieso da ich immer in einer Firma eines Bekannten sandstrahle welcher diese Glasperlen benutzt. Wenn diese dann für die guten Teile zu „schlecht“ sind benutze ich sie, da sie für meinen Kram allemal ausreichen. Aber nochmal eine Frage, was ist denn dieser Füller? Wie wird das aufgetragen?

Gruß Christian
 
Kramer Daniel

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Moin
Füller ist quasi wie ein sehr dickflüssiger Lack, der wird üblicherweise mit einer Pistole mit 2,4mm oder größerer Düse aufgetragen.
Auch Spritzfüller genannt.
Ob man das bei einem Schwader unbedingt braucht, weiß ich nicht, bei Blechen macht man das gerne. Guss wird damit auch glatt. Für Punktuelle Löcher, Kratzer etc. verwendet man eher einen Spachtel.
Der Spritzfüller ist eher dafür da, um nach dem Spachteln nochmal großflächig Material aufzutragen, welches man dann noch fein Verschleifen kann.

Gruß Daniel
 
F

FahrM66Tfan

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Guten Morgen,

Der Spritzfüller ist aber nicht so leicht zu verarbeiten. Es müssen die Vorschriften auf der Dose beachtet werden wie Auftragstärke, Ablüft- und Trocknungszeiten. Das ist nicht gut geeignet unter Hobbybedingungen. Aufgrund der langen Trocknungszeiten auch nur im Sommer ratsam.

Würde da eher zu einem Grundierfüller raten, den man auf die eigentliche Rostschutzgrundierung aufträgt. Dabei sollte der Grundierfüller eine andere Farbe haben als die Rostschutzgrundierung. Wenn man den Grundierfüller nach der Trocknung mit 600 er Nassschleif Papier nass anschleift, erkennt man sofort wenn die Grundierung kommt. Man verhindert somit ein durchschleifen bis auf das Metall.

Wenn nach dem Rostschutzgrundieren noch gespachtelt wird ist es besser, man grundiert diese Stellen ebenfalls noch einmal mit Rostschutzgrundierung nach und trägt nach dem Trocknen dann den Grundierfüller auf das gesamte Bauteil. Sonst besteht wieder die Gefahr, dass man beim nass anschleifen des Grundierfüllers bis auf den Spachtel durchschleift. Das würde man bei der späteren Lackierung als Flecken sehen.

Mit farbenfrohen Grüssen

Friedrich
 
Wastel361

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Achso ok, ja beim Schwader werde ich das auch nicht machen, wollte nur mal für die Zukunft fragen. Aber ich hätte noch eine Frage zum generellen lackieren. Sollte ich nach dem sandstrahlen mit roststoppgrundierung lackieren oder reicht da auch normale? Und wie viele Schichten sollte die Grundierung/Lack haben. Ich werde Büchner Erbedol Kunstharzlack und die dazugehörige Grundierung benutzen.

Gruß Christian
 
ahomt

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moin

dem Namen nach ist ein Grundierfüller doch Füller u Grundierung in Einem (zumindest bei MIPA EP Grundierfüller). da man den nachher wirklich nur kurz anschleift, ist die Gefahr des Durchschleifens doch eigentlich nicht gegeben. das sind meine Erfahrungen. ich bin kein gelernter Lackierer.

VG
Andreas
 
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FahrM66Tfan

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Grundierfüller kann man auf blankes Blech auftragen. Er läßt sich auch trocken mit einem grauen Pad anschleifen. Das anschleifen mit dem Pad dient aber nur dazu, dem nachfolgenden Lackaufbau einen Halt zu bieten. Ob nun noch einmal Grundierfüller, Füller oder Lack. Eine feinere Oberfläche bekommt man so nicht. Die bekommt man nur, wenn man Grundierfüller oder Füller oder Lack nass mit 600 er anschleift. Mit dem Pad ist die Gefahr eines Durchschleifens nicht groß, ausser an Kanten. Aber beim Nassschleifen geht das recht schnell. Vor allem EP Grundierfüller hat auch einen guten Rostschutz. Aber ein Auftrag mit einer reinen Rostschutzgrundierung in einer anderen Farbe hat den Vorteil, dass man beim schleifen der nachfolgenden Schicht aus Füller oder sogar Lack nicht bis auf Metall durchschleift. Das ist natürlich eher für blanke Oberflächen interessant, wie z.B. für Motorhauben und Kotflügel. Für Gussteile oder Trittbleche, Anhängerkupplungen, Bremspedale oder auch einen Anhängerrahmen reichen zwei Aufträge von EP Grundierfüller, den man nach der Durchtrocknung nur noch mit dem grauen Pad leicht überschleift. Es ist eher ein sachtes überstreicheln. Bei Gussteilen kommt eigentlich nur das Pad infrage, weil mit Nasspapier im Nasschliff bricht man sofort die Spitzen und es kommt Gussmaterial zum Vorschein. Wenn man innerhalb von 48 Stunden die nächste Schicht aufbringen möchte, egal ob noch einmal Grundierung, Grundierfüller, Spritzfüller oder Lack, braucht man bei Kunstharzprodukten, die ohne Härter gespritzt werden, überhaupt nicht anschleifen damit die nachfolgende Schicht hält. Ein weiteres anschleifen dient dann nur wieder der optischen Verschönerung der Oberfläche.

Friedrich
 
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