nicht mehr funktionierende Bremsen

Diskutiere nicht mehr funktionierende Bremsen im Forum Bremsen im Bereich Allgemeine technische Fragen - Hallo wieder ein Problem, als vor ein paar Tagen mein Bruder mit dem Deutz und einem Forstanhänger Bäume (5,10er, 10 Ster, ) aus dem Wald geholt...
Trakfahrer

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Hallo wieder ein Problem,

als vor ein paar Tagen mein Bruder mit dem Deutz und einem Forstanhänger Bäume (5,10er, 10 Ster, ) aus dem Wald geholt hat und er eine dabei einen Strecke von etwa 3 km nur bergab fahren musste ( Gefälle etwa 15 bis 20 %)
hat er mir dabei die Bremsen dermasen ruiniert, dass mann überhaupt keine Bremsleistung mehr hat.

Bremsen habe ich gestern überprüft, kein Schaden festzustellen.
Belagstärke bei eta 8 mm, Trommel zwar blau angelaufen aber nicht eingelaufen.
Bremspedal läst sich voll durchtreten, die letzten 80 % vom Pedalweg greift die Bremse dann derartig dass die Räder auf trockener Straße locker blockieren ( sehr giftig)
Bremsflüssigkeit zwischen max. und min. aber schon etwa 10 jahre alt ( braune Farbe)

an was liegt das Bremsproblem???

Wie kann ich die B-Flüssigkeit wechseln??


Danke schon mal für eure Hilfe
 
kohlemann

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Die Bremsflüssigkeit kannst Du nicht nur wechseln,das solltest Du nach 10 Jahren und brauner Farbe auch,die ist nämlich von Natur aus gelb. :(
Ich gehe davon aus,daß Du kein Entlüftungsgerät hast,dann könntest Du es allein.
Also hier die Methode zu zweit: Du brauchst ein kleines Gefäß und einen durchsichtigen Kunstoffschlauch(ca.5-6mm,30cm lang)den Du über den Entlüftungsnippel am Bremssattel schiebst,dann drehst Du den Nippel auf und der zweite Mann auf dem Schlepper tritt langsam und gleichmäßig die Bremspedale(pumpen),die alte Bremsflüssigkeit fließt nun in Deinen Behälter.Wenn die Flüssigkeit oben im Bremsflüssigkeitsbehälter fast den Behälterboden erreicht hat,schüttest Du neue nach.Das machst Du solange bis unten bei Dir neue Bremsflüssigkeit ankommt dann machst Du genauso die andere Seite.Bremsflüssigkeitsstand oben im Behälter auf max,fertig. :]
Zu dem Bremsproblem,es kann sein,daß die Beläge "verbrannt" sind,die sind dann zu hart und es können solche Probleme auftreten,mußt Du wohl auch erneuern.
Aber dann bist Du Bremsenmäßig wieder top und Deinem Bruder zeigst Du dann mal den Trick mit der richtigen Gangwahl bei Gefällefahrten,wird sonst zu teuer an Belägen. :D
Ich hoffe das hilft Dir.
Gruß Ralf
 
friedel

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Hallo,
deine Bremsbelege sind jetzt wahrscheinlich glashart, die würde ich schon wechseln. Bremsflüssigkeitswechsel ist nach 10 Jahren so wie so lange überfällig. Da kannst Du einfach durchpumpen, also Druck aufbauen und an den Radzylindern Entlüftung öffnen (austretende Flüssigkeit natürlich mit geeigneten Mitteln auffangen), Druck ablassen und wieder schließen. Das wiederholst Du so oft bis saubere Bremsflüssigkeit kommt. Oben immer auf den Flüssigkeitsstand achten damit Du keine Luft ins System bekommst.
 
friedel

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da ihr aus Oberbayern kommt solltet ihr eigentlich mit Bergfahrten vertraut seien! :D
 
Stoss30

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Eine LKW-Weisheit besagt, dass man mit dem Gang den Berg hinab fahren sollte, mit dem es die Zugmaschine den Berg hinauf schafft.
Besser noch einen oder sogar zwei Gänge runterschalten -> Motorbremskraft nutzen :D
 
Trakfahrer

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Das mit der Motorbremskraft ist mir schon klar und meinem Bruder jetzt auch aber was ich noch nicht ganz kapiere ist der lange pedalweg.

Aber ich werde nächste Woche die flüssigkeit wechseln und nochmals nach den Belägen schauen, wird schon schief gehen
 
Rüdiger

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"Schief gehen" ist immer sehr schlecht. Bremsen sind wichtig. Wenn Du/Ihr nicht fit mit diesem Thema seit, macht ein paar Euros locker und fahrt in eine Werkstatt.

Einmal schiefgang ist einer zuviel.
 
Ö

Ölhand

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Hallo,
der lange Pedalweg kommt wahrscheinlich daher, daß entweder die Trommel oder die Beläge schiefgeschliffen sind. wenn die Trommeln blau angelaufen sind, sind sie wahrscheinlich fast glühend geworden. Die Trommel dehnt sich dann unterschiedlich aus und die Beläge schleifen sich dann nach der Trommel ab. Wird die Bremse dann wieder kalt, zieht sich die Trommel wieder zusammen aber die Beläge sind noch schiefgeschliffen. Beim treten der Bremse, drücken sich die Backen dann schief und verkanten schließlich, wobei die Bremse dann sehr hart zupackt. Das beste wäre die Backen auszubauen und die Beläge auf beiden Seiten der Backen zu messen. Sollten die Beläge auf beiden Seiten gleichmäßig sein, muss auch die Trommel ausgemessen werden.
Edit:
Auf jeden Fall sollte an die Bremse ein Fachmann mit ran. Ich weiß ja nicht was du beruflich machst aber als Laie sollte man nicht an den Bremsen rumfummeln.
Gruß, Achim
 
G

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Guest
Als allererstes würd ich mal ein schön rauhes Schlöeiftuch nehmen, etwa Körnung 40, und die Backen und Trommeln ausschleifen. Bei den Backen geht das ziemlich gut, wenn sie noch montiert sind.
Und dann mal montieren, und mal eine Propefahrt machen.
Wenn die trommel wirklich verzogen ist, brint das nicht so viel, aber die meisten verheizten und glasigen Bremsen bringt man so ohne grosse kosten wieder gut hin.
 
Berndt

Berndt

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verglaste Bremstrommeln kann man nur noch ausdrehen lassen. da hilft auch kein schleifen mehr. Auf die Drehbank spannen und vorbei ist der Zauber.
Gruß Berndt
 
Ö

Ölhand

Guest
Hallo Berndt,
also ich habe noch nie eine verglaste Bremstrommel gesehen, immer nur verglaste Beläge. Trommeln werden ausgedreht wenn sie verzogen sind oder Riefen haben. Das Ausdrehen ist vor allem bei Hydraulischen Bremsen mit Vorsicht zu geniesen, da man nicht unbegrenzt ausdrehen kann( auseinandergedrückte Bremszylinder usw). Ausserdem sollte die Drehmaschine auch sehr genau sein, da ein Höhenschlag in einer Bremstrommel zu ungewollten Freuden führen kann(Bremsstottern usw).
Gruß, Achim
 
Berndt

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ein Bekannter von mir hat nen D5005. Der hat immer total schlecht gebremst. Neue Beläge und anrauhen der Trommel von Innen haben daran nichts geändert.
Dann meinte der Werkstattmeister, dass er sich mal die Trommeln anschauen möchte.
Die waren total glatt. Dh sie waren nicht Metal-glatt, sonder Glas-glatt.
Er hat die dann auf seiner Drehbank ausgedreht. Wie das nun technische realisiert ist weiß ich nicht, da ich kein Dreher bin.
Aber seitdem bremst der Schlepper anständig.
Gruß Berndt
 
Ö

Ölhand

Guest
Hallo Berndt,
es tut mir leid wenn ich jetzt mal etwas grob werden muss. An deiner Stelle würde ich keine Tipps über etwas geben wovon ich keine Ahnung habe. Denn eine Aussage zu machen wie:"Auf die Drehbank spannen und vorbei ist der Zauber." ist schlichtweg gefährlich.
Du vergleichst in deinem Beitrag eine alte mechanische Bremse mit einem relativ großen Trommeldurchmesser, mit einer Hydraulischen Bremse mit einem relativ kleinen Trommeldurchmesser.
Ich will dir nur eine kleine Geschichte zum Trommelausdrehen erzählen.
Vor einigen Jahren kam ein Kunde mit einem D72 07(fast identische Bremsanlage wie der DX4.30) zu mir mit dem gleichen Problem wie beim Trakafhrer. eine Überprüfung der Bremsanlage ergab, das die Trommeln verzogen waren und ein ausdrehen, die Trommeln weit ausserhalb ihrer Toleranzen gebracht hätte. Neue Trommeln waren ihm zu teuer. Also alles wieder zusammengebaut und den Schlepper wieder abgebgeben. Vorher hab ich mir unterschreiben lassen das die Bremsanlage nicht Verkehrstüchtig sei. Knapp ein Jahr später hatte ich den Schlepper nach einem Unfall wieder bei mir stehen. Die Bremsen hatten total versagt, da die Bremsflüssigkeit ausgetreten war. Bei der erneuten Überprüfung der Bremsanlage kam heraus, das der Besitzer die Trommeln hat bei einem Bekannten(übrigens auch mein Bekannter, welcher mir es dann erzählt hat) ausdrehen lassen. Dabei hat der Besitzer darauf bestanden die Trommeln sehr rauh auszudrehen. Durch die rauhen Trommeln hatten sich die Beläge sehr stark abgenutzt.Da die Trommeln nun auch im Durchmesser stark ausserhalb ihrer Toleranzen waren, hatte sich ein Kolben soweit herausgedrückt, das die Manschette beschädigt war. Die Bremsflüssigkeit ist ausgetreten und die Bremswirkung war auf einmal gleich null.Das fand dann der vor ihm an einer Ampel angehaltenen Fahrer eines ca.1/2 Jahr alten 5er BMW sehr gut. Zum Glück war es nur Blechschaden,aber wenn nun ein Kind über die Staße gelaufen wäre..... ?
Ich will hier nicht sagen das ein Bremstrommel ausdrehen nichts ist, aber mit Vorsicht zu genießen ist, und vor allem jemand machen sollte der sich damit und den Toleranzen auskennt. Und da hier mit Sicherheit auch Laien mitlesen, welche aber meinen mit solchen Problemen fertig zu werden sollte man mit zweifelhaften Tipp`s ganz vorsichtig sein.
Gruß. Achim
 
Berndt

Berndt

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ja, ist absolut plausibel was du sagst. Ich hab ja auch nur berichtet, was ich gesehn und gehört habe. Ich hatte aber auch nicht geschrieben, dass nun jeder auf seiner Drehbank (sofern vorhanden) die Trommeln ausdrehen soll, sondern (Zitat)"verglaste Bremstrommeln kann man nur noch ausdrehen lassen "Damit war gemeint, von jemandem der Ahnung hat, so wie du zb.
Dass ich von hydraulischen Bremsanlagen soweit keine Ahnung habe ist richtig, ich hatte in dem Augenblick auch gar nicht daran gedacht, dass es einen Unterschied machen könnte.
Gruß Berndt
 
Ö

Ölhand

Guest
Hallo Berndt,
nimm`s einfach als Lebenserfahrung auf, das man nicht immer alles weitergibt was man mal gehört hat(vor allem nicht bei so lebenswichtigen Dingen wie eine Bremse).
Aber ich wollte noch mal was zu deinem Bekannten mit dem 50 05 schreiben.
Das Hauptproblem bei diesen alten mechanischen Bremsen war eigentlich das Aushärten der Beläge(verglasen) in Verbindung mit dem Verschleiß und Schwergängigkeit der Übertragungsmechanik. Wenn dann noch die Trommeln schief gelaufen waren, war Bremsen wirklich nur noch was für "Beinstarke" Kerle.
Ich weiß noch von meiner Lehrzeit, das manche Bauern auf ganz Abenteuerliche Ideen kamen um durch den Tüv zu kommen. Das beste ist: Beläge neu, Trommel prüfen und evtl. innerhalb der Toleranzen ausdrehen und vor allem die ganze Mechanik schmieren und ausgeschlagene Gestängeaugen und Gestänge in Ordnung(rund) bringen. Und wenn dann die Mechanik öfter mal überprüft und geschmiert wird(innerhalb der Trommel natürlich auch, aber dabei Vorsicht walten lassen), dann bremsen auch die alten Trommelbremsen noch mit glatten Trommeln vernünftig. Aber auch bei den alten gilt: Finger weg wenn ich keine Ahnung davon habe.
Gruß, Achim
 
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