FAUN, das unbekannte Wesen

Diskutiere FAUN, das unbekannte Wesen im Forum Fremdfabrikate & Landmaschinen im Bereich Sonstiges - Moin, heute hat es endlich geklappt und mein neues Auto ist endlich da. Zunächst die Rahmendaten: Hersteller: FAUN Typ: L 912 5050A EZ...
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niedersasse

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Moin,

heute hat es endlich geklappt und mein neues Auto ist endlich da.
Zunächst die Rahmendaten:
Hersteller: FAUN
Typ: L 912 5050A
EZ: irgendwann 1963
Laufleistung: geschätzt 50.000 - max 70.000, die dicke grüne Farbe ist von den Pedalen nicht runter, auch wenn der Tacho (nicht original) über eine halbe Million anzeigt
Hubraum: 19 ltr
Anzahl Zylinder: 12
Motor: F12L714 A
Vmax: 66km/h, Dauergeschwindigkeit ist mit 50km/h angegeben.
Verbrauch: je nach Einsatz 45ltr/100km

Seit 1988 als selbstfahrende Arbeitsmaschine Abschleppwagen zugelassen, letzte HU 2005, seitdem noch einige Jahre bei einem Abschleppunternehmen auf dem Hof gestanden, danach beim Vorbesitzer/Verkäufer.

Das Fahrzeug an sich ist bei der Bw bis vermutlich 1983-1988 als Trägerfahrzeug für die DK 60 oder Kipper bei den Pionieren gelaufen, danach, wie o.a. für den zivilen Straßenverkehr zugelassen worden.
Der Kranaufbau ist amerikanischer Machart, ein Typenschild konnte ich bisher noch nicht entdecken, nach bisherigen Rechercheergebnisse scheint es sich aber auch um ein Produkt für die amerikanischen Streitkräfte zu handeln.

Wie auch immer, springt bei 2°C heute morgen auf Schlag an, räuchert nicht lange, meine Magirus Mercur fahren sich im Vergleich wie Kleinwagen. Wendekreis in der TDV (quasi BDA) angegeben mit 27m, auf engen Wirtschaftswegen ergibt sich daraus: ein Wendemanöver benötigt 25 Züge. :D

Ich werde jetzt in Ruhe Bestandsaufnahme machen, die alten Reifen ersetzen, die offensichtlichen Roststellen behandeln (auch mit Schweißen) mit einem Gutachter die letztendliche Farbegebung festlegen (gelb oder blau oder braunoliv) und dann am Ende des Jahres hoffentlich ein H-Gutachten haben.

Achso: die Zurrgurte dienen nur der Transportsicherung, da die originalen Halter der HAube nicht mehr montiert wurden.

Grüße

Richard
 

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Kuhlerter Deutzer

Kuhlerter Deutzer

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Hallo Richard,

herzlichen Glückwunsch zu Deinem Zweit-, Dritt- etc. Wägelchen mit dem Traummotor 12-Zylinder.
Was hat der für eine Leistung ? Um 300 PS ?
Was hat der für ein Leergewicht ? 16 bis 20 Tonnen ? Kannst Du den Kran auch als Kran benutzen
oder ist der nur zum Abschleppen gedacht ? Im Bild sehe ich Stützen.
Ich finde, die gelbe Farbe passt gut zu dem Fahrzeug. Dann müsstest Du nur das Vorderteil umlackieren.
Die Tarnfarbe natooliv/ braunoliv wird dem auffälligen Fahrzeug nicht gerecht.
Hoffentlich kommt der Gutachter nicht von der Bundeswehr. (kleiner Spaß)
Das Blau ist doch die THW-Farbe, oder ?

Also, viel Spaß mit Deinem "neuen" Brummer.
Philipp
 
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niedersasse

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Moin, Philipp,

Der hat 265 PS (halt Deutz Baukasten), Leergewicht von 14t und 26t zGG.
Als Kran ist de4r nur eingeschränkt zu nutzen. Berge-/Hebekran für die militärischen Instandsetzungseinrichtungen. Nach hinten hat der noch 2 Krallen.

Bei der Farbe werden wir sehen, THW-blau ist der nicht, liegt knapp daneben. Als Gleitkipper im Original siehtr der auch cool aus. da passen sogar die Proportionen.


Grüße

Richard
 
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niedersasse

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FAUN.jpg

Moin,

im Stammtisch bereits diskutiert, scheint es doch hier und da Interesse an meinem letzten erworbenen LKW zu geben.
Dieses möchte ich im folgenden befriedigen.

Zunächst etwas allgemeines zum Fahrzeug, da die Marke FAUN als eigenständiger Hersteller von LKW seit langer Zeit vom Markt verschwunden ist und das Label nur noch an Mobilkränen in Verbindung mit dem japanischen Konzern Tadano oder an Müll- und Kommunalfahrzeugen prangt.
Ich beschreibe aber hier mein Fahrzeug, das von der Firma FAUN für die Bundeswehr entwickelt und als SpezialLKW 1963 ausgeliefert wurde.
Wenn ich da also vorstellen dürfte, es handelt sich somit um einen ehemaligen LKW der Bundeswehr, ehemalig, weil dieser Typ bis auf ein Exemplar im Bereich der Wehrtechnischen Studiensammlung inner halb der Bundeswehr nicht mehr existiert.
Er führt die Typenbezeichnung L 912/5050A und hieß bei der Bundeswehr schlicht LKW 10t gl.
Eingesetzt war dieser bestimmte Typ, es gab von FAUN noch einige andere Modelle, die im Bereich der Bundeswehr eingesetzt waren, in der Pioniertruppe zum Verfahren der DK 60, oder als Schüttguttransporter.
Optisch verwandt mit seinem kleinen Bruder, dem L 908 hatte der L 912 den mit 12 Zylindern größeren Motor, anfangs den F 12 L 614 mit 250 PS aus rund 16 Litern Hubraum und später dann nach Baureihenwechsel bei Deutz dann den F 12 L 714 A mit 265 PS aus rund 19 Litern. Das A in der Motorenbezeichnung steht für die Möglichkeit, außer Diesel auch andere innerhalb der Bundeswehr genutzten Treibstoffarten wie Kerosin oder Ottokraftstoff zu verbrennen, allerdings mit je nach Kraftstoffart mit Leistungseinbußen.
So viel zum allgemeinen, der Rest läßt sich durchaus bei Wikipedia, im Baumaschinenbilderforum, oder, wer sie noch kennt, in Büchern nachlesen.
Das oben abgebildete Zeichen ist das original auf der Mitte der Motorhaube angebrachte Emblem.

Jetzt zu meinem:
Wie oben bereits geschrieben, wurde meiner 1963 an die Bundeswehr ausgeliefert, vermutlich, das lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen, nach mindestens 20 - 25 Jahren außer Dienst gestellt und 1988 nach seinem Umbau zu einer selbstfahrenden Arbeitsmaschine, er bekam einen Kranaufbau aus renommierter amerikanischer Herstellung (Garwood, gibt´s aber meines Wissens heute nicht mehr) mit 5t Hubkraft bei einfacher und mit 10t bei doppelter Seilführung, so wie er auch beim 5t Wrecker (einfach mal die Suchmaschine füttern) bei der US-Army eingesetzt war.
Der Kranaufbau ist quasi zeitgenössisch, den gab´s bereits Anfang der 60er und geht wohl auf Entwicklungen aus den 50ern zurück.
Wie auf meinem Avatar zu sehen, funtioniert die Kranhydraulik noch, den Kran hat der Vorbesitzer fototechnisch in Funktion dokumentiert (keine Fakebilder).
Aber zurück: 1988 wurde der Wagen zugelassen auf eine Abschleppfirma im Osnabrücker Raum und blieb dort bis ca. 2008 +/- im Einsatz, jedenfalls, bis der letzte TÜV-Stempel von 2007 dazu führte, dass das Fahrzeug abgestellt werden musste.
Danach wurde das Fahrzeug von einem LKW-begeisterten Menschen aus dem Raum Diepholz erworben, der es dann aber 2020 in einer Verkaufsplattform inserierte.
Nach ca. 1 Jahr habe ich mich dazu entschlossen, was verrücktes zu tun und da habe mir das Auto gekauft.
Somit steht es seit März 2021 bei mir am Haus und erwartet sehnsüchtig seine Wiederinbetriebnahme.
Die Laufleistung ist leider nicht mehr nachvollziehbar, da der originale Tacho gegen einen Tachographen mit Scheibe ersetzt wurde, der aber schon vorher in einem anderen Fahrzeug gearbeitet hat. Eine halbe Million hat der FAUN definitiv nicht gelaufen.
Was sich aber rekonstruieren läßt, ist, dass der Wagen in der Zeit seines Betriebes als Bergekran also von 1988 - 2008/2009 nicht mehr als 7500 km gelaufen sein wird; warum? Die Kontrollbücher zur Überprüfung der Bremsen (BSU) dokumentieren dies für einen Drittel des Zeitraumes mit 2500km. Den Rest von 5000km habe ich hochgerechnet/geschätzt.
Der Zustand des Fahrerstandes/Pedalerie, das Anspringen des Motors auf Schlag mit allen Zylindern legt nahe, dass er insgesamt irgendetwas zwischen 30.000 und 60.000 km gelaufen haben dürfte.

Ach so, wie bekommt man eine Ehefrau dazu, dem Kauf eines solchen Fahrzeugs zuzustimmen:
1. ich habe eine verständnisvolle Ehefrau,
2. sie hat verstanden, dass ein solches Auto günstiger ist, als eine Freundin,
3. sie wollte nicht mehr, dass ich Autos im Maßstab 1:87 sammele, da mußte ich einfach den Maßstab umstellen, weil dem Thema hatte sie zugestimmt,
4. meine anderen 2 LKW (Magirus Mercur TLF 16 und LF 16-TS der Feuerwehr NEA) findet sie auch cool und fährt gerne mit.
(Anmerkung: der größte Kampf bestand im Kauf des ersten Treckers, einem 5506, das schlagende Argument von mir war: "dann fährst Du in Zukunft mit der Schiebkarre den Erdaushub am frisch erworbenen Häuschen weg." Der F 2 L 612/6-N und der 10006 A waren dann irgendwie Selbstläufer.

Warum habe ich mir LKW gekauft:
1. Trecker wurden mir zu teuer,
2. Trecker habe ich für alle etwaigen Anwendungsfälle genug,
3. Die LKW, die ich habe, sind eigentlich auch nur Trecker mit einer anderen Getriebeübersetzung und einer anderen Tonnage. Die Mercur haben 614er und der Kran hat einen 714er Motor. Die Elektrik ist genauso simpel: Licht vorne, Licht hinten , Blinker, Bremse, fertig. Der Rest, der da ggf. noch ist, ist zusätzlich, so wie ein Arbeitsscheinwerfer.
4. Deutz ET-Versorgung ist gut, andere Teile sind von namhaften, noch existierenden deutschen Herstellern und für Geld gibt´s auch viel zu kaufen. Die Technik ist insgesamt simpel und mit Geschick und 14er Schlüssel kann man das meiste selber machen. Gerade beim FAUN, wo man mit Blechtafeln in gefühlt ha-Größe alle Karosserieteile mit Kantbank nachbauen kann.

Warum habe ich mir den LKW gekauft?
1. Weiß ich eigentlich nicht, aber irgendwie sprechen die Bilder der Inserate mit mir
2. Genau den habe ich vor Fahren an der A 1 im Südbereich von Osnabrück im Bergeeinsatz gesehen

To do-List beim Kauf:
- gesamte Elektrik erneuern
- Kraftstoffförderpumpe innen undicht/abdichten/ersetzen
KSFP.jpg

- neue Seitenfenster links und rechts
- gesamte Farbe ist überarbeitungswürdig
- Bereifung ersetzen, weil die jüngsten von 1977

ReiDat.JPG
- Tachograph ersetzen
- Kontrolleuchten von MB-Design rückrüsten auf Ursprung
Instr.JPG
- kleine Blecharbeiten
- ursprüngliches Handgas wieder herrichten, da Absteller, verbunden mit Drehzahlversteller "schwimmt"
- Herstellung eines Lederstreifens 290 x 9,5 cm für den Übergang zwichen Kabine und Motorraum

Was ist erledigt bisher:
- die innere Dichtung der Kraftstoffförderpumpe ist überarbeitet, so dass die Dichtheit
möglicherweise wiederhergestellt ist.
Bei dieser Pumpe, die auch bei MB PKW der 60er eingebaut ist, muß man wissen, dass der
verbaute Gkeitdichtring irgendwann seinem Auftrag nicht mehr
nachkommt und einen Teil des geförderten Kraftstoffes in die Umwelt entlässt. Ich habe
dazu eine Firma in München aufgetan, die solche Dichtungen instandsetzt, so dass ich jetzt
mal schauen werde, ob es geklappt hat.
Gleitdichtring.jpg
Der Dübel liegt nur zum Größenvergleich.
- Bereifung wurde nach Homologisierung durch FAUN ersetzt durch neue, bei denen die
Lieferzeit allerdings ca 5 Monate betrug. Bridgestone produziert in Fernost
und dieses Kaliber nur noch auf Bestellung. Bridgestone und Michelin sind die einzigen
Hersteller weltweit, die für die 14.00-24 Originalgröße noch neue alternative Größen
herstellen.
Reifen.jpg
- Tachometer, nahezu identisch zu original (es fehlt der Tageskilometerzähler) wurde
zwischzeitlich besorgt.
VDO24V.jpg
- Lederwerkstoff aus dem gleichen Zeitfenster ist mittlerweile vorhanden, ich muss nur noch
einen Sattler aufsuchen, der es umarbeitet.

Probleme bisher:
Zeit.
Eigentlich mußte ich 4 Jahre zu früh zugreifen; in vier Jahren scheide ich aus dem Berufsleben aus und habe dann Zeit. Aber da es nicht so schrecklich viele von diesem Typ zu geben scheint, blieb mir keine Wahl.
Die Substanz ist gut, Motor geht, Bremsen sind gemacht, Getriebe geht im Rahmen des unsynchronisiert-Seins auch gut, Kran und Hydraulik gehen, so dass mit einem halben Jahr konsequenter Arbeit bei Vorhandensein aller Teile eine Überarbeitung problemlos ist.
Die Durchrostungen, die er hat, lassen sich mit wenigen Blechtafeln, insgesamt weniger als ein halber qm reparieren.
Farbe hängt jetzt vom Verständnis des Gutachtenerstellers ab, denn das Auto hat 4 Farben: Olivgrün nach Bw am Rahmen und im Innenraum, schwarz im äußeren Bereich (Tank, Stoßstange, Felgen) gelb mit Masse, da ehemalig im Bergedienst und blau, weil einige Teile bereits neu/überarbeitet wurden.

Der Rest wird sich über die Zeit finden, von daher werde ich hier nur so ab und an fortsetzen.

Wie ich nun genau zu diesem gekommen bin, stelle ich in einem weiteren Post dar.
Bis dahin einige Bilder zum Fortgang des Teilesuchens.

Grüße

Richard
 
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Deutz45nullfuenf

Deutz45nullfuenf

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Ich freue mich auf die Doku hier. Danke Richard.
Dein Schreibstil ist schön, das macht Spass zu lesen.
 
D

Dr. Pepper

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Moin,
Interessantes Vorhaben...
Wenn die Gelegenheit günstig ist muss man halt zuschlagen irgendwann braucht man es mal.
Geht mir mit alten Diesel Autos auch immer
 
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niedersasse

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@adminTeam:
Danke für die Zusammenführung.

Wenn ich dann wieder eine große Tastatur habe, z.Zt. nur Smartphone, werde ich weiter berichten.

Grüße

Richard
 
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niedersasse

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Moin,

ich habe zwar keine große Tastatur, dafür aber lange Weile und der Weg zum @Kramer Daniel zum Geburtstag ist mir doch zu weit ;), so dass ich doch schon einfach weiter schreibe.
Durch die Zusammenführung dieses Thread mit meiner damaligen Meldung unter der Überschrift blau gelber Neuzugang habe ich gesehen, dass ich einige technische Daten bereits berichtet habe.
Weiterhin hatte ich damals geschrieben, dass ich das Ziel hatte, zum zurückliegenden Jahresende ein H-Gutachten zu haben.
Das hat nicht geklappt. Aber ein nächster Jahreswechsel kommt bestimmt.
Die größte Unwägbarkeit war einfach die Neubeschaffung von passenden Reifen, was sich zwischenzeitlich nicht zuletzt durch die Reifenfreigabe durch FAUN und die Lieferung von den o.a. Markenreifen positiv gestalten ließ.
Im weiteren habe ich mir Dokumentationen zum Fahrzeug, zum Getriebe, zur elektrischen Anlage und zur Kraftstoffanlage besorgen können.
Es fehlt mir jetzt nur noch die ET-Liste, so dass ich alles zusammen habe.
Ein defektes Haubenscharnier konnte ich mir passgenau schweißen lassen, irgendjemand hat gemeint, die Haube einseitig mit einer Flex zu öffnen:cursing:, so dass auch hier die Montage beginnen könnte. Der Haubenaufsteller, eine Stange Vollmaterial, der in der Haubenmitte sowohl in Längs- wie in Querrichtung mittig angebracht ist und die geöffnete Haube gegen den Motor abstützt, muss noch mit einem Gelenk angepunktet werden.

Zurück noch einmal zum Thema Reifenmontage an das Fahrzeug:
Jetzt könnte man denken, dass das sehr schwer war.
War aber einfach, solange die Reifen aufrecht blieben.
Das Gewicht war mit ca 180kg für Gummi und Felge angegeben.
Also: Reifen vom Anhänger rollen, dabei aufpassen, dass man nicht erschlagen wird, wenn der Reifen doch umkippt, und ans Auto an die jeweilige Radnabe lehnen.
Beim ersten Reifen habe ich noch auf den Gabelstapler eines Nachbarn zurückgreifen können, der so frei war, mir zu helfen.
Ich muss aber sagen, dass das Einfädeln der Radbolzen schwierig war, da sich der Reifen auf der Gabel schlecht bewegen ließ.
Deswegen habe ich für die anderen einen anderen weg gewählt:
ich habe die Reifen an die jewilige Nabe angelegt und das erforderliche Niveau mit der Stützhydraulik hergestellt, so dass die Felge über den Nabenkranz rutschte.
Danach habe ich das Fahrzeug wieder angehoben, die Feststellbremse gelöst und die Radbolzen so gedreht, dass das Rad nur noch aufgeschoben zu werden brauchte.
Aus der Wechselphase ist auch das Avatar.
Gerne hätte ich wieder das alte militärische Profil genommen, das gab es aber einfach nicht mehr.
Einen, nämlich den jüngsten Gummi habe ich mir zurückgelegt, die Lieferzeit ist einfach zu lange bei einer Panne. :P

Die noch offene Frage, wie ich auf diesen gekommen bin, ist schnell erzählt:
1. 12 Zylinder üben einen Reiz aus, dem man sich schwer entziehen kann und geschaut habe ich schon, bevor ich mir meine Mercur zugelegt habe
2. Eigentlich hätte ich gerne tatsächlich einen Gleitkipper genommen, aber das Angebot ist da mehr als überschaubar.
3. Der gekaufte Kran ist eine Synthese aus Haubenfahrzeug und Kran, für den ichq später bei der Aufarbeitung meiner Mercur oder beim 100 06er noch Bedarf haben werde.
Lange Rede, gar kein Sinn, das Inserat einer Onlineverkaufsplattform wurde also einer Überprüfung durch den Familiensowjet (d.h. -rat) unterzogen, bis weißer Rauch aufstieg.
So trat ich alsoin Kontakt mit dem Anbieter. Es folgten Besuch 1 mit Sohn, der neben meiner ältesten Tochter, die die Rauchfarbe maßgeblich zu weiß beeinflussen konnte, meiner Frau begreiflich machen konnte, dass das Teil cool wäre, dann Besuch 2 mit Ehefrau, wo der Anbieter auch meine Frau überzeugen konnte, weil sie gesehen hat, dass es auch noch andere verheiratete Verrückte gibt.
So brauchte ich eigentlich gar nicht viel zu reden.^^
Nach Klärung einiger administrativer Punkte zur Abwicklung war die Sache dann geritzt.
Alles in allem hat es schon ca 1 Jahr gedauert.
Warum Haube und nicht Frontlenker?
Beim Hauber sind die wesentlichen Fahrzeugteile leichter erreichbar.
Eine mögliche Alternative wäre ein zumindest bis vor kurzem angebotener 3 Achser mit Kran, so wie er auch bei der Bundeswehr eingesetzt war.
Gleicher Hersteller, gleicher Motor, alles in allem auch verlockend. :D
Meine Frau sagte - wohl eher resignierend, sie hätte dann gerne neue Gardinen.

Wie dem auch sei, vielleicht verschwimmt bei dieser Geschichte Fiktion und Realität.
Was aber real ist, ist der Kran, meine Frau und der Plan, das Auto zeitnah wieder in Betrieb nehmen zu können.

Als nächstes steht wirklich die Reinigung und der Zusammenbau der Kraftstoffförderpumpe an, damit das Auto wieder laufen kann.
Da kann ich im Unterschied zu diesem Post auch wieder mit Bildern dienen. Falls ich mal daheim lange Weile habe, werde ich mit dem Zusammenbau beginnen.

Bis dahin

Grüße und wenn gezielt Fragen sind, nur zu

Richard
 
N

niedersasse

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Damit dürfte die Frage, wie man seine Ehefrau von solchen Geräten überzeugt bekommt, geklärt sein.

Grüße

Richard
 
Kuhlerter Deutzer

Kuhlerter Deutzer

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Hallo Richard,

erst einmal vielen Dank für Deine tollen Berichte über Dein "neues" Auto.

Wenn ich einen 12 Zylinder-Motor laufen höre, bekomme ich immer Gänsehaut.
Wir, mein Sohn und ich, haben nur max. 6 bis 8 Zylinder-Motoren, alles Deutz.
Die hören sich auch schon ganz gut an.
Aber ein Zwölfzylinder ....., da muss ich nach Enkirch zum Treffen fahren:





Das war der Antriebsmotor für die Frostberegnung in Enkircher Weinbergen von 1958,
eingestellt auf 160 PS. Schick restauriert, läuft gut.

Deine Autos und Traktoren würde ich mir gerne einmal ansehen.

Sehen wir uns im Mai auf der Klausener Grillhütte ?

Gruß. PhilippFoto0025-Enkirch.jpg
 
N

niedersasse

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Philipp,

danke für Deine netten Worte und Dein Interesse.

Mit Klausen kann ich es derzeit bei mir noch nicht absehen. Sobald ich da was weiß, melde ich mich sofort.

Grüße

Richard
 
N

niedersasse

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Moin,

https://m.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/autokran-faun/1767812280-276-4685

für kurzentschlossene wäre gerade einer, wie ich oben gemeint habe, im Angebot. Wenn der Link irgendwann nicht mehr gehen sollte, es war das Angebot eines LK 1212 485.
Ich fürchte aber mit Blick auf die Reifen, dass sich der Ersatz ähnlich schwierig gestaltet.
Die sind noch eine Nummer größer.
Genaue Bezeichnung habe gerade nicht zur Hand, ist aber irgendwas mit ....-25.
Reizen würde er mich definitiv, allein der Kran :love:
In jedem Fall ist er mit Ausnahme des Hardtops so bei der Bundeswehr gelaufen.

Grüße

Richard
 
krammerreini

krammerreini

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Servus Richard,

das Ding erinnert mich an meine Zeit beim Barras. Wenn mich nicht alles täuscht, hatten wir so einen Frontlenker als Bergekran in der Kompanie.
Ist aber nur höchst selten bewegt worden in meinen 15 Monaten.

Grüße vom
Reini, der mal wieder feststellen muss, dass er wohl doch nicht alles richtig gemacht hat im Leben. Sonst hätt ich so was in der Art vielleicht schon irgendwo daheim😢
 
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niedersasse

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Reini,

ich wiederhole mich nur ungern, Du kannst gerne vorbei kommen.

Grüße

Richard, der auch nicht weiß, ob alles so richtig ist
 
JoeCotty

JoeCotty

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Mensch Richard,

Du schreibst hier über den FAUN und ich habe das noch gar nicht gecheckt. :saint:

Ist mir irgendwie durch die Lappen ...

Top :thumbsup: bin gespannt wie es weitergeht ...

Gruss
Joe
 
N

niedersasse

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Joe,

dabei habe ich auf Deinen ausdrücklichen Wunsch hier angefangen zu schreiben.;)

Ja, wie soll es weiter gehen??(
Als erstes wäre die Kraftstofförderpumpe dran.

KFP.jpg
Hier ist sie noch eingebaut. Das grüne dahinter ist ein Schlauch, der als Überlauf arbeitet.
Über ca. 4 Betriebsstunden pumpt die Pumpe auch 4 - 5 ltr hinaus (also in einen Kanister, der am Ende des grünen Schlauchs hängt, was ja nun so nicht vorgesehen ist.

Darauf hin habe ich die Pumpe ausgebaut,
KFPa.jpg
um sie auseinanderzunehmen.

KrFP.jpg

Hier sitzt der schon gezeigte Gleitdichtring drin auf der Antriebswelle in der Mitte...
PuGeh.jpg

...und sieht so aus (oben verschlissen und unten überarbeitet).
KrFöPuDichtung1.jpgGleitdichtring.jpg
 
N

niedersasse

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....irgendwie hat das mit dem Weiterschreiben nicht geklappt, daher neuer Beitrag.:rolleyes:

Eigentlich sieht alles noch ganz passabel aus, jedoch hat sich in den Jahren doch einiger Dreck angesammelt, der ausgewaschen werden will.
Das möchte ich an frischer Luft tun, da ich dazu gemäß TDv Benzin verwenden soll (ich weiß, es geht auch was anderes, das stinkt dann aber genau so, deshalb möchte ich draußen arbeiten).

Vielleicht noch einiges zur Pumpe:
Die Pumpe ist von Bosch incl aller Teile (also damals auch bei Bosch gefertigt).
Eine Ersatzteilversorgung von Bosch gibt es nur noch für die Dichtringe, die nach außen abdichten. Ganzer Dichtsatz liegt so um und bei 23€.
Nur diesen Gleitdichtring gibt es nicht mehr.
Wie bereits geschrieben habe ich mir den von einer Firma in München aufarbeiten lassen, Kostenpunkt: das teuerste war im Verhältnis fast der Versand mit 9,50€.
Was ich insgesamt merkwürdig finde, ist, dass die baugleiche Pumpe auch bei Mercedes Benz PKW eingebaut/verwendet wurde/wird (also, wo sie noch nicht gegen etwas neues ersetzt wurde), bei Modellen, die auch ein gewisses Renommee in Oldtimerkreisen genießen. Genau dieses Teil scheint ein Quell ewiger Freude zu sein, also der oben abgebildete Gleitdichtring. Ich hätte da eigentlich vermutet, dass sich jemand für einen Nachbau engagiert.

Ich hätte mir die Dichtung auch als Einzelteil nachfertigen lassen können:
Kosten: ca. 1200€.
Dazu im Vergleich:
Für eine grundüberholte Pumpe wurden kürzlich 600 britische Pfund aufgerufen,
eine neue Pumpe von Bosch kostet 100€ + Anpassungen der Leitungen.

Kosten für mich bisher: 26,18€ incl Versand.
Der Ring bringt wieder die geforderte Spannung und ist gereinigt.

Ich baue sie also demnächst zusammen und werde dann mal sehen, ob sie tatsächlich dicht ist. Aber so lange hier Winter ist, bleiben auch die Batterien im Keller.
Das sind 200Ah Klötze, die man nur zu zweit eingebaut bekommt. Wer also denkt, im Trecker große und schwere Batterien eingebaut zu haben, kann gerne mal vorbeikommen.
Die 200er sind genauso lang und hoch, aber 1,5 mal so breit.

Grüße

Richard
 
JoeCotty

JoeCotty

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Hallo Richard,

verstehe ich noch nicht ganz.
Der grüne Schlauch geht doch im Normalfall wieder in den Tank als Rücklauf ?
Hast Du die Fördermenge der Pumpe geprüft ? Die Fördermenge muss passen und der Druck muss passen.
So wie ich das kenne z.B. an meinem alten Daimler läuft die Pumpe immer. Was nicht im Motor verbraucht wird geht durch den Rücklauf wieder in den Tank.

Ich habe ein Druckmanometer vorne eingebaut und den Druck eingestellt und die Fördermenge über Zeit in einen Eimer getestet. Wenn Beides passt ist doch alles ok.
So habe ich das zumindest noch in Erinnerung.

Gruss
Joe
 
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niedersasse

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Joe,

das ist bei meinem FAUN anders.
Das ist keine Leckölleitung, die in den Tank zurückgeht.
Irgendwo vorne an der ESP sitzt ein Schalter, der die Pumpe abstellt, wenn dort genügend Druck anliegt.
"Irgendwo" muss ich noch mal suchen, die Kabel werden mir den Weg weisen.
Nach ET-/WHB-Darstellung geht der Schlauch ins "Freie", ein Anschluss an die Leitungen ist nicht vorgesehen.
Eigentlich läuft der Kran bei genügend Tankinhalt auch ohne Pumpe, die Grenze liegt bei ca 100ltr Inhalt.
Ich gehe mal davon aus, dass die nur zum ersten Druck beim Start oder bei zähflüssigeren Kraftstoffsorten benötigt wird und danach dann abschaltet.
Ich behaupte jetzt einfach mal: durch den Verschleiß des Dichtrings ging der Druck nach außen weg, so dass die Pumpe nicht abgeschaltet wurde und dauerhaft gepumpt hat.
Je voller der Tank war, sprang der gut bis sehr gut an, bei weniger Inhalt musste der Anlasser länger "nudeln" und es waren auch nicht alle 12 Töpfe auf einen Schlag da.

Aber genau das werde ich dann ausprobieren, wir werden sehen.

Achso, das mit der Druck und Volumenmessung habe ich im WHB/TDv auch genau so gelesen, dazu war eben aber auch der Aspekt beschrieben, dass der Dichtring ebei Belastung mit 600g - 800g eine gewisse Höhe haben muss; die hatte meiner definitiv nicht mehr

Grüße

Richard
 
Thema: FAUN, das unbekannte Wesen
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