F2L514 Anspringverhalten

Diskutiere F2L514 Anspringverhalten im Forum Motor im Bereich Allgemeine technische Fragen - Guten Tag, Ich habe mir einen Zettelmeyer L501 mit Deutz F2L514 Motor zugelegt. Zur Geschichte: da für den Originalmotor eine Überholung...
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Raph

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Guten Tag,

Ich habe mir einen Zettelmeyer L501 mit Deutz F2L514 Motor zugelegt.

Zur Geschichte: da für den Originalmotor eine Überholung anstand, wurde ein Gebrauchtmotor aus einer Walze gekauft, welcher gut startete und lief. Im L501 eingebaut startete er schlechter, lief aber. Nach 2 Jahren Standzeit habe ich das Projekt übernommen.
Wenn man beim Starten zunächst mit betätigtem Stopptaster einige Umdrehungen dreht um die erhöhte Startmenge zu bekommen, spring er zuerst auf einem Zylinder und dann nach einigen Umdrehungen auch auf dem zweiten an. Lief dann ganz gut durch. Bei längerer Fahrt qualmte es auch weiß aus der Entlüftung.
Bei der dritten längeren Fahrt wo er durch und durch warm wurde ging er plötzlich aus und ließ sich auch zunächst nicht mehr starten. Bei kaltem Motor ging es wieder. Er hat aber von Anfang an warm schlechter gestartet als kalt.
Dieselleitungen sind neu, Kraftstofffilter war stark verdreckt ist aber ersetzt und auch der Diesel ist frisch. Ventilspiel wurde eingestellt, brachte auch eine kleine Verbesserung.
Was mir aufgefallen ist, wenn der Motor am ausgehen ist, lässt er sich fangen, indem man ihn wieder in die erhöhte Startmenge bringt.
Jetzt stand er wieder ein paar Monate und springt nun gar nicht mehr an, bzw ein mal kurz nachdem ich ihn frisch entlüftet hatte aber ging direkt wieder aus, als ich vom Gas gegangen bin.

An dem Punkt bin ich leider erstmal ratlos und wäre für Tipps sehr dankbar.
 
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deutzmarc

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Moin

Hast Du mal in den Tank geschaut.
Oft sitzen da auch noch Filter.

Was hat denn der Stoptaster mit Mehrmenge zutun?

LG Marc
 
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Raph

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Vielen Dank schonmal für die Antworten.

Im Tank ist alles frei. Beim Entlüften hatte ich die Kraftstoffleitungen erstmal alle geflutet bis zur ESP. Direkt davor kommt Diesel in ausreichender, blasenfreier Menge auch bei geschlossenem Tankdeckel an. Also habe ich bis dahin schonmal alles ausgeschlossen.

In der Bedienungsanleitung steht „Kommt ein Motor ungewollt zum Stillstand, z.B. wegen Kraftstoffmangel oder Überlastung, so springt er bei Wiederinbetriebnahme schlecht an, wenn nicht vorher die Fernabstellung nochmals betätigt wird. Dadurch wird erst die Reglerfalle eingeschaltet und der Motor erhält die zum Anlassen erforderliche Anlassfüllung.“

Okay, dann probiere ich nochmal zu entlüften. Bis zu den Einspritzdüsen hatte ich beim letzten Mal definitiv alles blasenfrei.

LG
Raphael
 
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deutzmarc

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Wenn Du die Einspritzanlage absolut ausschliessen kannst, dann wäre der nächste Schritt, die Kompression zu messen.
Es wäre nicht das erste mal, dass sich die Zylinder aufgerieben haben, weil die Kolbenringe nach langer Standzeit in den Ringnuten festhingen.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass es bei den A-Motoren Probleme mit Leistung und Standgas gab, wenn da die Sicherheitseinrichtung am Keilriemen nicht zurückgestellt/vorgespannt wurde.
Schau mal, ob da alles takko ist.

LG Marc
 
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Raph

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Zum Kompressionsprüfen muss ich mir dann noch ein Gerät organisieren.

Sicherheitseinrichtung am Keilriemen, was hat es damit auf sich?
 
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deutzmarc

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Hallo

Keine Ahnung, ich hab das mal beiläufig irgendwo gelesen. Vermutlich wird durch den Mechanismus der Regler auf Nullförderung geschoben, wenn der Riemen reisst. Wenn man einen neuen Riemen auflegt, dann muss man das Ding wohl wieder vorspannen.

Zum Thema Reglerfalle:

Das hatte ich auch so verstanden.
Ich hatte schon vermutet, Du wärst der Meinung, dass man durch Betätigung des Abstellers noch eine zusätzliche Mehrmenge on Top beim Starten generieren könnte.

LG Marc
 
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ackerschiene

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Die "Sicherheitsenrichtung am Keilriemen" ist aber nur vorhanden, wenn ein federbelasteter Keilriemenspanner vorhanden ist (Spannrolle). Diese gehörten aber -soweit ich weiß- eigentlich nur an die Motoren, die in Stromaggregaten verbaut wurden. Sie funktioniert tatsächlich so, dass damit der Motor über die Regelstange abgestellt wird. Beim Anschauen ganz einfach.
GRuß, Uwe
 
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F3L912er

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Hallo Raphael,
könnten auch die Pumpelemente verschlissen sein. Einfach mal langsam und flott Vorpumpen und hören, ob die Einspritzdüse schnarrt.
Gruß
Gerhard
 
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Raph

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Guten Tag,

Danke für die Antworten.
Weiteres Entlüften brachte keine Verbesserung.
Wir haben heute mal die Kompression gemessen und diese lag auf dem einen Zylinder bei knapp unter 20Bar, bei dem anderen kamen wir nicht über 12Bar.
Im Internet liest man verschiedene Sollwerte zwischen 20 und 25Bar.

Weil die Zylinderköpfe bei den Kipphebeln oben schon ziemlich angefressen waren, entschloss ich mich die Köpfe runterzuholen.
Kreuzschliff ist bei beiden Zylindern komplett weg und leichte Riefen sind auch schon vorhanden..

In den Auslasskanälen und auch auf dem Kolben des Zylinders mit 12Bar Kompression sind so weiße Pickel zu sehen, siehe Bilder. Woher können diese kommen?

Danke und Grüße
 

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deutzmarc

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Hallo

Dem Vernehmen nach sieht der Zylinder nicht so schlecht aus, was heissen soll, dass der Zustand sich in so kurzer Zeit nicht so verschlechtert haben kann, dass da nur 20, bzw 12 bar anstehen.
Die Dichtfläche zum Zylinderkopf sieht auch miserabel aus, aber das kann auch nicht für so einen extremen Kompressionsverlust verantwortlich sein.
Ich vermute, dass die Ventile in den Schäften gehangen haben oder irgendwelches Geknöter zwischen Ventilkegel und Sitzen wohnt.
Eine andere Ursache könnten klemmende Kolbenringe sein, welche in den Ringnuten festgängen und nicht mehr ausfedern.

LG Marc
 
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Raph

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Hallo Marc,

Danke für deine Einschätzung.
Da er auch recht stark immer aus der Kurbelgehäuseentlüftung geblasen hat, gehen wir von einem Problem mit den Kolbenringen aus.
Zylinderkopf bzw Ventile haben wir auf Dichtigkeit geprüft (ausgebaut und Bremsenreiniger reingeschüttet, hat dicht gehalten und nichts ist abgelaufen).

Plan wäre jetzt, die Köpfe komplett zu reinigen, auf den Zylindern wenn sie eh ausgebaut sind mit einer Honbürste den Kreuzschliff wiederherstellen und neue Kolbenringe einzubauen. Damit müsste doch eigentlich alles mögliche Erschlagen sein, oder?

Vielen Dank und einen schönen Sonntag
Raphael
 
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deutzmarc

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Moin

Das klingt nach einem guten Plan.
Wenn in der Laufbüchse oben am Umkehrpunkt noch keine arge Kante gelaufen ist, dann sollte das funktionieren. Dann ist die Laufbahn noch recht maßhaltig.

Noch ein kleiner Tip.
Sollten Krusten in den Ringnuten wohnen, so bekommt man die gut mit der Kante eines Kobenrings herausgestoßen. Ich breche dazu einen alten Kolbenring mittig durch und fahre mit dem eingelegten Ring die Nut ab. So werden auch die Flanken der Nuten nicht beschädigt.
Das Ganze natürlich schwimmend mit viel Diesel oder Reiniger.

Aber um die Planflächen der Köpfe würde ich mich dann auch noch kümmern. Die sehen nicht gut aus.

LG Marc
 
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Raph

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Hallo,

Zwar etwas spät aber noch danke für deine Antwort.

Gesagt getan: hatte die Zylinder mit frischem Kreuzschliff ausgestattet und neue Kolbenringe besorgt. Heute sollte wieder alles zusammengebaut werden.
Beim Ziehen der Zylinder fiel mir auf, dass das Pleuellager auf der Seite Richtung Getriebe gute 2mm Höhenspiel hatte.
Also Öl raus und Deckel ab um an die Pleuel zu kommen. Das eine Pleuellager hat komplett gefressen.
Hab zwar noch eine geschliffene Kurbelwelle da liegen, jedoch übersteigen nach derzeitigem Kenntnisstand die Kosten für die Lager mein Budget für die Reparatur.

Ich bedanke mich dennoch für die Hilfe.

Gruß
Raph
 
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deutzmarc

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Moin

Zumindes weisst Du jetzt wo der enorme Kompressionsverlust herrührt.
2mm im Pleuellager machen da viel aus.

LG Marc
 
Thema: F2L514 Anspringverhalten

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