F2L 612/6 F2L 612/6-N: Öldruck bei warmem Motor zu niedrig (angezeigt)

Diskutiere F2L 612/6-N: Öldruck bei warmem Motor zu niedrig (angezeigt) im Forum FL 612 Baureihe im Bereich Deutz / Deutz-Fahr Schlepper - Moin, folgender Sachverhalt bei meinem F2L 612/6-N: Früher stieg der Öldruck bei kaltem Motor bei Vollgas auf etwas über 3 bar. War der Motor...
Doc Jan

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Moin, folgender Sachverhalt bei meinem F2L 612/6-N:

Früher stieg der Öldruck bei kaltem Motor bei Vollgas auf etwas über 3 bar. War der Motor kalt, blieb er auch bei niedriger Drehzahl hoch. Wurde er warm, fiel er im Leerlauf auf ca. knapp 1 bar ab, bei Vollgas ging's rauf auf die ca. 3 bar. Dieses Verhalten würde ich als normal ansehen. Angezeigt wird mir der Öldruck mittels VDO-Manometer.

Aktuell (seit ca. 1 Jahr) steigt der Öldruck bei kaltem Motor ebenfalls auf etwas über 3 bar. Sobald der Motor allerdings warm ist, liegt er im Vollgas bei nur noch ca. 2,5 bar. Und im Standgas fällt er auf nur ca. 0,2 bar. Alle Werte abgelesen nach Anzeige.

Der Motorölstand ist konstant an der Max.-Markierung. Der Traktor verbraucht weder Motoröl, noch nimmt der Motorölstand zu.

Ich würde nun vermuten, dass das Manometer korrekt anzeigt, da es ja bei kaltem Motor noch immer auf den alten hohen Wert steigt. Hat jemand eine Idee, weshalb der Öldruck bei warmem Motor nun derart niedriger liegt?
Ich kann nicht ausschließen, dass dieses Verhalten durch einem Ölwechsel samt Feinfilterwechsel provoziert ist, den ich vor einem guten Jahr durchgeführt habe. Doch ich wüsste nicht, was ich hierbei falsch gemacht haben sollte.

Für hilfreiche Tipps danke ich vorab, LG
 
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Werder014

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Moin,

auch wenn man davon ausgeht, dass das verbaute Manometer richtig anzeigt würde ich trotzdem den Druck mit einem anderen (richtigen) Manometer verifizieren, bevor man beginnt den Motor zu zerlegen.

Eine leicht zu prüfende mögliche Lagerstelle an der der Öldruck flöten gehen kann wäre zum Beispiel die Kipphebelbuchsen. Dort sollte nur ganz leicht Öl herausdrücken.
Die weiteren Lagerstellen die mir einfallen sind schon schwieriger zu überprüfen (Lagerstellen an der Kurbelwelle z.B.). Trotzdem kann man einen Defekt hier nicht ausschließen.
Der Zweizylinder (612er und 712er) hat ja auch ab und an Probleme mit dem kupplungsseitigem Kurbelwellenhauptlager.

Natürlich kann auch der Ölwechsel Auslöser für den niedrigen Öldruck sein. Wenn z.B. vorher [um einen sich anbahneneden Öldruckabfall zu vertuschen] ein sehr dickes Öl im Motor war und jetzt ein dünneres im Motor ist, ... Den Rest kann man sich denken.

Zu guter Letzt kann auch die Ölpumpe bzw. das Öldruckregelventil verschlissen sein bzw. eine Macke haben.

Jetzt bist du natürlich nichts schlauer als vorher.
Also mal den Öldruck messen und nach den Kipphebelbuchsen schauen, dann sehen wir weiter.

Grüße
Henrik
 
Doc Jan

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..vielen Dank für Deine rasche Antwort!

Ausschließen kann ich, dass zuvor ein viskoseres Öl am Werk war. Der Schlepper ist seit 1956 in Familienbesitz, und er bekommt stets das günstigste mineralische 15W-40 aus dem Baumarkt. Ich dachte eher daran, dass ich vielleicht irgend etwas beim Ölfiltereinbau falsch zusammengesteckt haben könnte..
Auch wenn ich normalerweise jetzt das Öl nicht wechseln würde, wäre ein abermaliger Ölwechsel ne Option, zumindest vor dem Zerlegen des Motors.

Die Kipphebel finde ich direkt unter den beiden Abdeckhauben ganz oben auf den Zylindern?

Und ein anderes Manometer kann man einfach aufschrauben?

Zu guter Letzt: Ab wie wenig Öldruck ist im warmen Leerlauf tatsächlich mit Problemen zu rechnen? Weder bin ich scharf darauf, den Motor zu zerlegen (oder zerlegen lassen zu müssen). Noch möchte ich einen kapitalen Motorschaden riskieren. Dilemma.. :)
 
Kai6.05

Kai6.05

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Moin Jan,

ja die Kipphebel sind unter den Abdeckhauben zu finden.

Ein Manometer kann man anstelle der Hohlschraube von der Manometerleitung anschließen.

0,5bar sollte der noch haben im warmen Zustand...

MfG Kai
 
Doc Jan

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Moin,

auch wenn es für Euch Bastler merkwürdig klingen mag; alleine der Tausch des Manometers ist eine technische Weltreise für mich, weswegen ich nur in kleinen Schritten vorgehen kann. Eben habe ich die Kipphebel mal frei gelegt, das ist Neuland für mich. Ich dachte, es erwartet mich eine Öl-Dusche.
Doch im kalten Zustand ist alles unauffällig (vermutlich unauffällig, denn ich weiß ja nicht, wie das normalerweise auszusehen hat).
Sowohl bei höchster Drehzahl (3,2 bar Öldruck) als auch bei niedrigster Drehzahl (nur knapp darunter) läuft etwas Öl aus der Achse, an welchen die Kipphebel kippend gelagert sind (es tropft bzw. läuft schwach nach unten, an insgesamt 4 Stellen (2 pro Zylinder)).

Vergessen habe ich leider, zu schauen, wie es aussieht, wenn der Motor warm ist, unter höchster Drehzahl (bei dann nur ca. 2,4 bar).
Im Leerlauf (bei den sehr niedrigen ca. 0,2 bar) ist das Bild fast identisch wie beim kalten Motor. Ausnahme: Es spritzt ein Strahl von der im Motor vorderst verbauten Stößelstange, quer über den vorderen Zylinder. Im Bild ist das gut zu sehen (links oben). Soll bzw. darf das so sein?

Vorab vielen Dank für Eure Antwort! LG

Kipphebel_offen.jpg
 
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swd40

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Moin,

der Strahl da oben rechts ist nicht normal. Mag sein daß da irgendwas nicht fest ist, eigentlich sollten die Schlitzschrauben mit den Muttern gekontert sein. Damit wird das Ventilspiel eingestellt.

Gruß,
Josef
 
Doc Jan

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Vielen Dank für den Hinweis! Das Ventilspiel verstellt man mit den Schlitzschrauben? Dann kann ich einfach - bei beibehaltener Stellung der Schlitzschraube - an der entsprechenden Mutter drehen, ohne Gefahr zu laufen, das Ventilspiel zu verstellen?

Dass dieser Strahl die Ursache meines Problems ist, glaube ich dennoch nicht. Als ich den Schlepper vor gut 10 Jahren aus der Scheune geholt habe, schien mir der Deckel des vorderen Zylinders gleich ölig, im Gegensatz zu dem des hinteren Zylinders. Drunter geschaut hatte ich allerdings nie. Dennoch wird es ein guter Anfang sein, den Strahl abgestellt zu bekommen.

Die Kipphebel sind ja die höchste zu schmierende Stelle, was den Motorölkreislauf angeht. Wenn dort Öl ankommt, darf ich wohl dennoch nicht davon ausgehen, dass auch alle anderen Teile ordentlich geschmiert werden?
 
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Kai6.05

Kai6.05

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Moin Jan,

dass da Öl ankommt ist noch keim Indiz dafür, dass die Kurbelwelle ausreichend geschmiert ist. Das öl muss für den Schmierkeil einen gewissen Druck haben.
Das dort Öl rausspritzt kann ein Grund für den geringen Öldruck sein. Da gilt es jetzt zu prüfen, ob die Stößelstange gerissen ist oder Anderes. Definitiv solltest du das Ventilspiel prüfen.
Evtl. kann dir dabei jemand aus dem Forum behilflich sein.

MfG Kai
 
Doc Jan

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Moin Kai,
vielen Dank für die Einschätzung! Ja, ich werde mich darum kümmern und dann Rückmeldung geben!
 
Thema: F2L 612/6-N: Öldruck bei warmem Motor zu niedrig (angezeigt)

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