D 25.1 S Deutz D25.1S aus Bayern - Vorstellung und Status

Diskutiere Deutz D25.1S aus Bayern - Vorstellung und Status im Forum D-Serie im Bereich Deutz / Deutz-Fahr Schlepper - Hallo zusammen, mein Name ist Uli und ich komme aus Nordschwaben (Bayern). Zusammen mit meinen Bruder habe ich mir vor Kurzem einen Deutz...
Trakthor

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Hallo zusammen,

mein Name ist Uli und ich komme aus Nordschwaben (Bayern). Zusammen mit meinen Bruder habe ich mir vor Kurzem einen Deutz D25.1S-NK gekauft. Dieser soll ein Geschenk für den runden Geburtstag unseres Vaters im kommenden Sommer werden. Er ist auf einem Bauernhof groß geworden, hat dort schon mit Lanz, Porsche und Fendt gepflügt und gemäht und hätte jetzt im Ruhestand gerne auch wieder einen Bulldog aus dieser Ära. Diesen Wunsch wollen wir ihm erfüllen.

Nun ist es so, dass Porsche- und auch Fendt-Bulldogs durchaus kostspielig sind. Nachdem es aber schon ein deutsches Fabrikat sein sollte, sind wir nach etwas Recherche im Internet zum Schluss gekommen, dass ein Deutz doch auch etwas wäre. Zudem mit einem luftgekühlten Motor und den hohen gebauten Stückzahlen Wartung und Ersatzteile hoffentlich einfach(er) und günstig sein würden.

Zum Bulldog: gekauft aus dritter Hand mit frischem TÜV bis Juli 2022, alle Zierteile vorhanden, alle Funktionen gehen und alle Lampen leuchten. Laut Aussage des Besitzers sollte der Bulldog nur zwei kleine Leckstellen haben. Gefahren sind wir ihn natürlich auch und haben dabei nichts für uns Negatives festgestellt. Dass die Reifen alt sind und der Lack nicht mehr so schön ist, war uns bewusst und hat sich unserer Meinung nach auch im Preis widergespiegelt. Nun ist es so, dass wir beide Neulinge in diesem Bereich sind und im Nachhinein wohl auch nicht kritisch genug waren. Mit etwas Abstand stellt sich der Bulldog nun so dar:
- Vorne sind zwei unterschiedliche Felgen samt unterschiedlicher Reifengrößen montiert.
- Alle Reifen sind porös und laut Aussage des örtlichen Reifenhändlers nicht mehr mit gutem Gewissen fahrbar (wir hatten gehofft sie bis zum nächsten TÜV noch fahren zu können).
- Drei der vier Felgen, insbesondere die beiden hinteren, sind derart verzogen, dass dem Reifenhändler fast die Maske aus dem Gesicht gefallen wäre. Laut seiner Aussage sind diese schrottreif („so krumme Felgen habe ich noch nie gesehen“). Beim Probefahren auf dem Feldweg und auf der Heimfahrt ist uns das leider nicht aufgefallen :(
- Aus der Kurbelgehäuseentlüftung(?) kommt nach kurzer Betriebszeit deutlich sichtbarer weißer Rauch und ab und zu ein kleines Öltröpfchen.
- Die Kupplung ist sehr schwergängig, das Getriebe lässt sich aber sehr gut schalten (auch das Runterschalten während der Fahrt klappt).
- Die zwei Leckstellen sind nach der Heimfahrt von der Abholung (ca. 3 Stunden bei mindestens 30°C Außentemperatur und viel Vollgas) deutlich größer geworden. Der ganze Motor scheint zu schwitzen. Der Bulldog wurde vom Verkäufer wohl vorher gut sauber gemacht…
- Beim Anlassen des Motors (welches an sich kein Problem ist, er springt gut an) sind bei den ersten paar Umdrehungen harte metallische Schläge zu hören. Diese kommen danach aber nicht mehr vor.
- Die Öldruckkontrollleuchte leuchtet nicht wenn der Schlüssel auf "Zündung" steht

Was wir mit dem Bulldog vorhatten:
- Die Leckstellen abdichten
- Alle Felgen lackieren und vorne neue Reifen aufziehen lassen
- Alle demontierbaren Verkleidungen abmontieren, grob ausdellen und neu lackieren
- Zwei schöne Beifahrersitze montieren
- „Kleinigkeiten“ wie das Traktormeter reparieren und die durchgerosteten vorderen Kotflügel ersetzen
- Alle Flüssigkeiten wechseln und den Bulldog abschmieren

Was wir jetzt mit dem Bulldog vorhaben:
- Abklären wie groß unser Fehlkauf tatsächlich ist
- Uns darüber ärgern
- Es als Lehrgeld verbuchen
- Den Bulldog technisch wieder auf Vordermann bringen
- Falls noch Geld übrig ist Arbeiten für die Optik angehen (siehe oben)

Nichtsdestotrotz hat uns allein die lange Heimfahrt viel Spaß gemacht und auch die Optik des D25 gefällt uns sehr. Wir wollen ihn gerne wieder in einen vernünftigen Zustand versetzen!

Hier nun ein paar Bilder unseres Geschosses:

20200908_164748.jpg
20200908_164851.jpg
Der Bügel ist abgenommen um mehr Platz in der Garage zu haben. Hier bereits die Frage in die Runde: hat jemand zufällig gute und rundlaufende W8x32 (Lemmerz 4321) und 3.25x16 (Lemmerz 5553) Felgen übrig? Das macht uns aktuell am meisten Bauchschmerzen.

20200908_164902.jpg
Wie wir erfahren haben wurde der D25.1S nur 1960 gebaut. Das macht es leider nicht gerade leicht passende Literatur zu finden. Wir haben uns beim Eilbulldogversand eine Bedienungsanleitung, eine Teileliste und ein Werkstatthandbuch gekauft, welche aber alle nicht 100%ig zum Bulldog passen. Naja, besser als nichts.

20200908_165021.jpg
F2L712, hoffentlich nicht kaputt :/

20200908_165047.jpg
20200908_164929.jpg
Es war mal ein Frontlader montiert. Weiß jemand wo man diese Gitterabdeckungen herbekommt? Bei Delegro und Segger gibt es sie nicht.

20200908_165009.jpg
Das Öl scheint irgendwo um den Öleinfüllstutzen herum auszutreten. Aus dem Rohr, das hier in der Bildmitte teilweise vom Kupplungsgehäuse(?) verdeckt ist, kommt der weiße Rauch.

20200908_165038.jpg
Hier unten ist alles nass.

20200908_165103.jpg
20200908_165109.jpg
Das Hydrauliköl läuft unter dem Deckel, auf dem der Sitz montiert ist, raus.

Danke an alle die bis hier gelesen haben. Ich werde diesen Thread und damit euch auf dem Laufenden halten. Über Tipps, Ratschläge und Meinungen/Kommentare freue ich mich!

Viele Grüße!
Uli

PS: Bitte verzeiht wenn ich immer von Bulldog spreche auch wenn es kein Lanz ist. Hier bei uns heißen alle Traktoren Bulldog :)
 
krammerreini

krammerreini

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Servus Uli,

erstmal ein herzliches Wilkommen im Forum.
Du hast ja enorm viele Infos und Fragen in deine Vorstellung gepackt. Zur Optik möcht ich sagen, dass ich schon deutlich schlechtere gesehen hab. Der Plan, optisch erstmal nichts zu machen gefällt mir. Den Originallack kann man nur einmal zerstören.

Darf ich fragen, wo du genau her kommst? Ich wohne im nördlichen Landkreis AIC, der ja auch irgendwie zu Nordschwaben gehört, und wenn du nicht allzu weit weg wohnst, hätt ich mir den Deutz gern vor Ort angesehen und mit dir über eure Baustellen gesprochen. Ist einfacher, als hier am Tablet zu tippen.

Falls du deinen Wohnort nicht veröffentlichen willst, kannst auch gerne eine Konversation starten und mir eine PN (persönliche Nachricht) zukommen lassen.

Grüße vom
Reini
 
N

niedersasse

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Moin und herzlich willkommen hier.

Ich glaube, so schlimm ist das alles nicht.
An den Felgen sieht man die wahren Probleme erst, wenn die Gummis runter sind.
Wenn sie noch stabil sind kann man da mit einer Presse und Gefühl noch was tun.
Ggf. gehts schon mit einem Spanngurt.
Es müssen keine Lemmerzfelgen sein. Es gehen auch Südrad oder kronprinz ggf auch in einem anderen Format.

Bei der Hydraulik reicht, wenn ich die Beschreibung recht verstanden habe, eine Korkdichtung.

Motor ist schwierig zu beurteilen, ev können in der Nähe wohnende User mal schauen kommen.

In jedem Fall schöne Vorstellung und ein prima Zweck.

Grüße

Richard

Reini war schneller und auf ihn hatte ich auch ein wenig reflektiert
 
K

Kobold 514

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Hallo Uli,

das ist alles kein Grund zur Panik. So ein ehrlich verschandelter Schlepper ist oft besser ein getürkter, der erst Dampfgestrahlt und dann mit Farbe überjaucht wurde.
Und wenn euch die krummen Felgen bei der Probefahrt nicht aufgefallen sind, sind sie vielleicht gar nicht so schlimm. Falls doch, sind sie keine Seltenheit. Die gleichen Felgen wurden bei etlichen Schleppern verbaut, da findet sich immer etwas.

Gruß Reinhard
 
Trakthor

Trakthor

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Hallo zusammen,

eurem Feedback zufolge ist unser Deutz also kein kapitaler Fehlkauf gewesen, da sind wir erstmal erleichtert. :thumbsup: danke für eure Tipps und Hinweise. Bzgl. Optik ist es leider so, dass das leider nicht mehr der Originallack ist. Es scheint so, als hätte dort schon jemand einmal nachgespritzt/gerollt.

Mit reini hab ich bezüglich Besichtigung eine PN geschrieben, mal sehen, ob er sich zufällig einmal in unsere Gegend verirrt. :D Ansonsten werden wir uns dann in die Literatur einlesen, erste Ersatzteile bestellen und uns wegen den Felgen schlau machen.

Habt ihr für Ersatzteile (die Gitterabdeckungen scheinen so nicht mehr lieferbar zu sein) denn noch einen Geheimtipp abseits von der Bucht und deren Kleinanzeigen?

Viele Grüße
Uli
 
N

niedersasse

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Moin,

Drahtgeflechte kann man in qm-Gebinden kaufen, oder eben Bruchteilen davon.
Drahtwaren heißt das Stichwort bei Google.

Der Einbau erfordert allerdings einiges Geschick.

Grüße

Richard
 
krammerreini

krammerreini

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Servus miteinander,

wegen der Gitter würd ich entweder die gängigen Händler und Schlächter anrufen (die haben bei weitem nicht alles was sie haben im Netz stehen) oder selber reparieren.
Das wurde vor gar nicht allzu langer Zeit von @Deutz_D3006_Holland Steef in diesem Thread mal beschrieben (a bisserl nach oben scrollen). War zwar vom 3006 aber vom Prinzip her müsst es so funktionieren.

Grüße vom
Reini
 
E

EckardderWaldbauer

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Hallo ,

ein Fehlkauf ist es keinen Fall .Die Ersatzteilversorgung ist eigentlich
recht gut , man muss manchmal etwas länger suchen .
Viele Teile passen von anderen .
Falls du was brauchst bitte unter Gesuche schreiben .

Zum Motor empfehle ich dir das WHB zum 812 .
Dort ist alles in einer Schritt für Schritt beschrieben .
Besser als das zum 712 .
G.g.f beide .

Ich würde die Pumpenplatte abnehmen und denn Motor von
Ölschlamm zu reinigen .

Gruß Eckard
 
N

niedersasse

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Servus miteinander,

wegen der Gitter würd ich entweder die gängigen Händler und Schlächter anrufen (die haben bei weitem nicht alles was sie haben im Netz stehen) oder selber reparieren.
Das wurde vor gar nicht allzu langer Zeit von @Deutz_D3006_Holland Steef in diesem Thread mal beschrieben (a bisserl nach oben scrollen). War zwar vom 3006 aber vom Prinzip her müsst es so funktionieren.

Grüße vom
Reini
Moin,

das ist das, was ich mit etwas Geschick meinte.... ;)

Grüße

Richard
 
vu11mesa

vu11mesa

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Servus Uli,
herzlich willkommen - hier im Deutz-Forum sind du und dein Bruder genau richtig mit eurem Vorhaben. Ich behaupte auch mal, dass euer D25.1S kein Fehlkauf war. Man muss bedenken, dass der Schlepper Bulldog nun doch 60 Jahre aufm Buckel hat und sich nach all der Zeit doch einige Undichtigkeiten und Verschleißerscheinungen auftun.
Lasst mal den Reini drüberschaun, dann habt ihr schon mal eine fachmännische Einschätzung zum Zustand der jeweiligen Baustellen (Räder, Motor, Kupplung, ...). Grundsätzlich lässt sich alles wieder instand setzen, mal mit mehr, mal mit weniger (Zeit-/Kosten-)Aufwand verbunden.

Zum Thema Literatur, ich verlinke mich mal selbst - habe vor kurzem mal eine Auflistung zu sämtlichen mir bekannten Unterlagen aus der Zeit ~1950-1965 gesammelt. Hier kann man sich dann raussuchen welche BDA/ETL/TN man für seinen Schlepper benötigt:
Übersicht Drucksachen - Bedienungsanleitungen, Handbücher, Werkstatt-Daten, Ersatzteillisten

In deinem Fall sollten folgende Unterlagen die richtigen sein:
  • Bedienungsanleitung: H1155-3/3 - D25.1, D25.1S - F2L712 20/25 PS; gültig ab Schlepper-Nr.: 7466/2228 (D25.1) bzw. 7467/1 (D25.1S)
  • Ersatzteilliste: Z1155-3/3 - D25.1, D25.1S - F2L712 20/25 PS; gültig ab Schlepper-Nr.: 7466/2228 (D25.1) bzw. 7467/1 (D25.1S)
  • Teilenummerliste: TN1155-3/3 - D25.1, D25.1S - F2L712 20/25 PS; gültig ab Schlepper-Nr.: 7466/2228 (D25.1) bzw. 7467/1 (D25.1S)
Ansonsten noch sehr zu empfehlen:
  • H1099-6 - Werkstatthandbuch Schlepper 1962 - F1L514/51, F2L612/54, /5, /6, D25.1, D25.1S
  • H0199-5 - Werkstatthandbuch Motoren 1962 F1-6L612, F1-6L712
  • alternativ für die 812er Motoren (ausführlichere Beschreibungen der durchzuführenden Arbeiten:( H0199-15 Werkstatthandbuch Motoren 1965 F1-6L812
Damit sollte man sich erstmal eine Weile beschäftigen können.
Ach ja, lasst den Lack erstmal so wie er ist. Macht ihn erstmal 'von innen', sprich technisch, wieder schön, dann kann man sich danach immer noch Gedanken über ein neues Farbkleid machen. Ich bin im Übrigen kein Freund von Neulackierungen, hier geht meiner Meinung nach die ganze Geschichte, die so ein Schlepper zu erzählen hat, verloren. Muss aber natürlich jeder für sich selber entscheiden.

Für Ersatzteile einfach die Augen in den Kleinanzeigen offen halten. Hier findet sich nach kurzer Zeit in der Regel immer was. Mittlerweile gibt es genügend Schlachter und Teile-Schacherer. Ansonsten einfach mal ein Gesuch hier im Forum einstellen.

Ich denke bis zur Übergabe nächstes Jahr an euren Vater sollten sich die Probleme mit etwas Motivation und der Hilfe der Community erübrigen. Einfach nachfragen wenn was ist - hier gibt es eine Handvoll aktiver Leute, die gerne bereit sind ihr Wissen zu weiter zu geben.

Beste bayrische Grüße,
Hannes
 
Norbert Spiegel

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Gitter dürften auch vom D30, D25.2 passen.
Die gibt es öfters als D25.1.

Gruß norbert
 
Trakthor

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Guten Abend zusammen!

Danke für eure Erfahrungen und Informationen. Das hilft uns weiter. Anbei zwei kurze Videos vom Motor. Das, uns Bauchschmerzen bereitende, metallische Schlagen bei kaltem Motor hört man im Video leider nicht besonders gut, dennoch wollten wir euch mal reinhören lassen, vllt. ergibt sich ja doch eine Ferndiagnose.

Viele Grüße
Uli

PS: Gibt es hier noch einfachere Möglichkeiten Videos hochzuladen, als sie einzeln zu zippen?
 

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krammerreini

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Servus Uli,

ich bin heut erst dazu gekommen, eure Videos runter zu laden.
Das eine von der Einspritzpumpenseite klingt meiner Meinung nach ganz normal. Im anderen, von der Auspuffseite, läuft er etwas unrund, kommt das vom Gasgeben oder lief er da von selber so unrund?
Er klingt da tatsächlich etwas hart. Das haben diese Motoren aber an sich, dass die ziemlich nageln. Und ein Video kann da auch sehr täuschen.
Ein Grund mehr, dass ich euch mal besuchen komme. Dauert aber noch ein paar Wochen, bis ich meine derzeitigen Baustellen bei (hoffentlich) gutem Wetter abschließen kann. Ich meld mich wenn es bei mir passen würde.

Videos am besten bei Youtube hochladen und hier verlinken bzw. einbetten. So machen es fast alle hier und das klappt eigentlich ganz gut. (Hab sogar ich fertiggebracht, obwohl ich bis dahin weder Filmaufnahme- noch Youtube-Hochlade-Erfahrung hatte :D ).

Grüße aus dem Wittelsbacher Land vom
Reini

Edit: In Beitrag 45 in diesem Thread findest ein Video von einer Probefahrt mit meinem Deutz. Da hörst du, wie meiner beim Start und bei der Fahrt klingt.
 
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Trakthor

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Guten Abend miteinander,

@ Reini: Dass er unrund laufen könnte, hatten wir gar nicht auf dem Schirm :D es ging uns um das extreme Nageln, das er beim Starten hat. Aber da können wir ja mal noch fachsimpeln. Freuen uns schon auf deinen Besuch ;)

Heute haben wir viiiiel Geld ausgegeben und den ersten Schwung Ersatzteile bestellt, wie z.B. neue Kotflügel vorne, Deckel für Öleinfüllstutzen, diverse Dichtungen, eine neue Traktormeterwelle und etliche Kleinteile. Wir nehmen jetzt mal die Leckagen, die Wiederherstellung aller Funktionalitäten (Hupe hat einen Wackelkontakt, Traktormeter wie gesagt ohne Funktion, die Öldruckwarnleuchte will auch nicht), die Unwucht der Räder und ein bisschen Mechanik (die Tankabdeckung sitzt nicht richtig, Motorhaube fluchtet nicht etc.) in Angriff.

Hier die Tankabdeckung die leider schon das Traktormeter lädiert hat:
20200922_185538.jpg20200922_185542.jpg20200922_185546.jpg


Die Rahmen der Beifahrersitzbänke und der Gitterabdeckungen werden wir mit einem befreundeten Schrauber schweißen. Das Gitter werden wir voraussichtlich im Internet zukaufen (herzlichen Dank für eure Hinweise) und so wieder instand setzen.

Ein Bekannter eines Bekannten meinte das Eiern der Räder könnte neben der Felge und den alten Reifen auch von einem defekten Radlager kommen. Wir hatten uns also überlegt den Bulldog (ordentlich und stabil) aufzubocken und am Rad prüfen, ob wir ein Spiel feststellen können. Sollte das nicht der Fall sein, würden wir die Felge allein mal noch laufen lassen wollen. Also das Rad demontieren, zum freundlichen Reifenhändler vor Ort, Reifen abziehen und die Felge auf der LKW-Reifenwuchtmaschine laufen lassen. Fallen euch noch einfachere Möglichkeiten ein, um die Ursache des Eiern zu finden?


Weiterhin haben wir einen herrenlosen Hydraulikanschluss. Vermutlich für das Mähwerk?!
20200922_185603.jpg20200922_185621.jpg20200922_185557.jpg
Den hatte der Vor-Vorbesitzer bereits abgeschraubt, wsl. ist der Zylinder undicht?! Wisst ihr ob es dafür einen Blindstopfen oder ähnliches gibt?

Könnt ihr mir außerdem sagen, unter welcher Bezeichnung man diese Gummimanschette der Luftzuführung findet?
20200922_185048.jpg20200922_185041.jpg


Und hier mal wieder ein kleines Video: Was haltet ihr von diesem Spiel des Gaspedals?


Einen schönen Abend euch noch!
Uli
 
S

swd40

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Moin,

der Hydraulikzylinder an den Bremspedalen ist für einen hydraulischen Mähwerksaushub. Im Hydraulikfachhandel oder beim gut ausgestatteten LaMa gibts entsprechende Deckel zum abdichten. Wenn der Zylinder eh nicht gebraucht wird (kein Nähwerk) könnte man das direkt am Hydraulikblock per Deckel schließen und das Hydraulikrohr demontieren. Manchmal sind diese Leitungen als Kipperanschluss umgebaut.

Die Umlenkung vom Gaszug hat ordentlich Spiel. Solange das nicht stört kann das aber so bleiben. Bei meinem D40.1s ist an ähnlicher Stelle die Zusamnenführung von Fußgas und Handgas, da führte das Spiel dazu daß ich nur mit Handgas vollgas (2300u/min) erreichte, mit Fußgas nur 2000. Ich hab auf die Drehachse (8mm) ein Metallröhrchen (innen 8, außen 10) aufgeschoben und die Umlenkstücke entsprechend aufgebohrt. Nun ist das wieder besser.

Gruß,
Josef
 
krammerreini

krammerreini

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Servus Uli,

die "Gummimuffe" hab ich für kleines Geld beim freundlichen Lama bekommen. Der hat das als Meterware gehabt. Heißt wahrscheinlich Kühlwasserschlauch, Durchmesser glaub ich war 60 mm.
Die anderen Fragen hat Josef ja weitgehend beantwortet.
Bei den Felgen würd ich das mit aufbocken probieren. Dann einen "Faulenzer", sprich irgendeinen feststehenden Punkt wie z. B. einen Zimmererschragen oder einen Bock ganz dicht neben die Felge stellen und die Felge langsam drehen. Evtl. einen Meterstab an der Felge anlegen, dann kannst du relativ exakt messen, wie weit die Felge "ausschlägt". Ich hoff, dass meine Beschreibung einigermaßen verständlich ist, ansonsten müsste ich heut abend eine kleine Skizze anfertigen.

Grüße vom
Reini
 
krammerreini

krammerreini

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Servus miteinander,

am Freitag haben @MartinD25.1 und ich die beiden Brüder endlich besucht. War ein nettes Dieselgespräch nach diesem enthaltsamen Jahr.

Der erste Eindruck des Schleppers war gar nicht mal sooo schlecht, da hab ich schon deutlich schlimmere gesehen. Der Sitz ist einer aus dem Zubehör, der originale lebt wahrscheinlich nicht mehr.
Über den Lack wurde hier schon gesprochen, nach Sichtung des Zustandes ist er meiner Meinung nach nicht wirklich erhaltenswert. Kotflügel und Tankabdeckung brauchen Richt- und Schweißarbeiten, Spur- und Schubstange wurden vom Vorbesitzer bereits erneuert und sind nur grundiert, die vorderen Kotflügel kommen neu und sind noch blank. Das schlimmste aber ist, dass der Deutz (vermeintlich um den Verkaufszustand zu verbessern) mit dem Dampstrahler behandelt wurde. Dabei hat sich der Decklack großflächig verabschiedet. Außerdem sind an vielen Stellen seltsame Schleif- oder Pinselstriche zu sehen.
Aber zuerst gehört die Technik überholt.

Ölstände in Motor und Hydraulik sind trotz Leckagen in Ordnung, Getriebeöl ist deutlich zu wenig drin. Der Peilstab hat nicht mehr eingetaucht, beim reinleuchten mit der Taschenlampe war zwar noch Öl zu erkennen, aber eben viel zu wenig. Wo genau die Undichtigkeit sitzt, ist wegen der Dampfstrahlorgie im Moment schlecht erkennbar. Unter dem Mähwerksantrieb hingen ein paar frische Tropfen. Im besten Fall reicht ein nachziehen der Gehäuseschrauben und neues, dickflüssiges Öl (da glaub ich aber selbst nicht so recht dran ;( ), im schlimmsten Fall muss der Gute getrennt und das Getriebe zerlegt und abgedichtet werden <X . Aber wenn mans macht, dann eben richtig.

Lenkung und Gestänge sind spielfrei, die Vorderachse hat geringfügig Luft im Mitttelachsbolzen, da sollten Ausgleichscheiben reichen. Die vorderern Radlager sind spielfrei.

Die Elektrik ist so, wie man sie erwartet: brüchige Isolationen und herrenlose Kabel, hier sollte eigentlich alles neu verkabelt werden.

Die hinteren Radlager machen zwar leichte Geräusche beim wackelm am Rad, Spiel ist keines fühlbar. Da aber die Bremsen sowieso geprüft werden müssen, könnte man hier die Lager und die Simmeringe erneuern.

Die oben angesprochenen Felgenprobleme sehe ich als nicht sooo dramatisch an. Wir haben nur die rechte hintere Felge geprüft, die hat einen Seitenschlag von etwa 13 mm. Nach Rost im Felgenhorn sah es nicht aus, aber reingesehen haben wir natürlich nicht.

Die größte Sorge muss man sich wohl um den Motor machen. Er ist zwar mit Starthilfe eines (ich glaub es war Schwiegervaters) IHC gut angesprungen, es sind bereits Stiftglühkerzen verbaut.
Weiter oben hat Uli ja schon ein Video eingestellt, weil den beiden ein hartes, metallisches Schlagen nach dem Start aufgefallen ist. Und tatsächllich ist hier unmittelbar nach dem Starten das 612/712-typische nageln extrem hart und laut zu hören. Bin mir nicht sicher, was die Ursache ist, entweder wurde das Spaltmaß für einen besseren Start ganz knapp eingestellt oder der Förderbeginn ist sehr früh. An beiden Pumpen sind zwar relativ viele Hufeisenbleche verbaut, der FB sollte also bereits relativ spät sein aber ich hab den Verdacht, dass da schon mal was gebastelt wurde.
Auch sind uns nach dem Start weiße Wölkchen aus der Kurbelgehäuseentlüftung entgegen gekommen. Bei abgenommenen Ventildeckeln sind die auch aus den Stößelrohren aufgestiegen. Und da ich nichts von einer Papstwahl gehört habe, sind wohl die Kolbenringe hinüber.
Das heißt, der Motor gehört zerlegt und überholt, vorher sollte, wenn möglich das Spaltmaß und die Kompression geprüft werden.

Da der Deutz ja ein Geburtstsagsgeschenk werden soll, besteht natürlich ein gewisser Termindruck. Aber trotzdem muss systematisch vorgegangen werden und da gehört meiner Meinung nach als erstes der Motor auf Vordermann gebracht. Beim Rest kann im schlimmsten Fall der beschenkte mitschrauben :D .
Immerhin können die beiden auf Unterstützung durch den IHC erfahrenen Schwiegervater und einen Freund mit BayWa und Intrac-Erfahrung zurückgreifen. Und wenn aus dem Forum auch noch Unterstützung kommt, kriegen die das schon hin. Vielleicht nicht alles bis zum Termin aber zumindest so weit, das der beschenkte damit ein paar Runden drehen kann.

Zum Entspannen nach so viel Text gibts noch ein paar Bildchen:
So zeigt sich der Gute im Moment:Ansicht von vorne.jpg
Kotflügel und Tankabdeckung brauchen Zuwendung:Kotflügel.jpgLack am Tank.jpg
Hier sieht man die seltsamen Schleif- oder Streichspuren:Lack an Haube.jpg
Und so sieht ein konserviertes Lenkgetriebe aus:Lenkgetriebe.jpg das Kabel, dass hier so nach rechts raushängt ist kurz zuvor noch im Bereich des Ausrückers rumgelungert ?( .
Und jetzt Bühne frei für Kommentare und Diskussionsbeiträge.

Grüße vom
Reini
 
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niedersasse

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Reini,

eine sehr schöne Bestandsaufnahme.
Aber eigentlich nichts irreparables, wenn Deine Diagnose auch zu nicht sichtbaren Schäden passt.
So würde ich sagen, die für diesen Typ spezifischen Alterswehwehchen, wenn vielleicht auch zu viele auf einmal.

Es wird auf jeden Fall spannend.

Grüße

Richard
 
Norbert Spiegel

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Mit der Farbe das hat unser auch, wenn auch nicht ganz so stark.

Gruß Norbert
 
krammerreini

krammerreini

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Servus miteinander,

wenn man sich das Bild von der Haube mal genauer ansieht, entdeckt man grüne Farbreste auf den Messingteilen. Hab ich auch erst jetzt gesehen, vor Ort hab ich die Haube nur kurz abgelichtet und links liegen gelassen.
Ergo ist das eh nicht mehr der Original Lack und kann getrost überlackiert werden (mit der entsprechenden Vorbereitung versteht sich).

Grüße vom
Reini
 
Thema: Deutz D25.1S aus Bayern - Vorstellung und Status

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