Deutz 3006 dreht nach Start unkontrolliert hoch.

Diskutiere Deutz 3006 dreht nach Start unkontrolliert hoch. im Forum D06-Serie im Bereich Deutz / Deutz-Fahr Schlepper - Mein Deutz 3006 dreht durch. Ich kann den Motor starten, aber nicht regeln und auch nicht mehr abstellen. Muss den Motor abwürgen. Ich habe dann...
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Leopold

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Mein Deutz 3006 dreht durch. Ich kann den Motor starten, aber nicht regeln und auch nicht mehr abstellen. Muss den Motor abwürgen.

Ich habe dann die Pumpenplatte entfernt und den Fliehkraftregler und die Pumpenelemente gereinigt, aber ohne Erfolg.
Hat jemand von euch eine Idee was Schuld sein kann.
LG.leo
 
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petergustl

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Hallo Leo,

Ich bin zwar nicht so firm was die ESP betrifft. Aber der Fliehkraftregler ist doch eigentlich für die Leerlaufdrehzahl und zur Begrenzung der Höchstdrehzahl verantwortlich.
Läuft dein Motor ganz normal im Leerlauf oder läuft er unruhig?
Hast du mal geschaut ob die Regelstange in der ESP fest bzw. Defekt ist?

VG Sven
 
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Leopold

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Danke für deine Antwort. Motor läuft ganz normal , dreht nur immer höher und höher. Bei der Regelstange ist mir auch nix aufgefallen. LG.leo
 
petergustl

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Dreht er hoch bis auf maximale Drehzahl?

VG Sven
 
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Leopold

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Der würde drehen bis er mir um die Ohren fliegt.
LG.leo
 
K

Kleiner Kramer

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Hallo

Ich komme vom Fach, aber Ferndiagnosen sind fast immer schwierig...

Darum ein Paar Vermutungen und Fragen:

Vermutung 1: Drehzahlregler regelt nicht mehr . ich habe deinen Beitrag gelesen, kann trotzdem sein, dass er in ordnung aussieht, aber nicht mehr ordnungsgemäß Funktioniert

Vermutung 2: dein Motor saugt irgendwo selbstständig Öl an.

Fragen:

Wann sind zum letzten mal deine Düsen überholt worden?

Wie gut springt der Motor an?

Verändert sich das Rauchbild oder raucht er überhaupt beim hochdrehen?

Hast du am Rücklauf eine Feststellbare Kraftstoffmenge? Es könnte nämlich sein, dass ein defektes Druckregelventil ( oder Druckhalteventil) an der ESP ein Fehler ist....

Irgendwelche Auffälligkeiten an der Motorentlüftung ( Qualm, undichtheiten, vielleicht zu?)



Ich würde

- Ölstand kontrollieren
- Motorentlüftung ggf. reinigen
- Rücklaufmengen Prüfen ( Düsen und ESP wenn möglich seperat)
- Ventilspiel Prüfen und mal die Krümmer wegschrauben, vielleicht sind defekte Schaftdichtungen eine Ursache für ein Ansaugen von Öl.
- Kompressionsdruck und oder Druckverlust Prüfen ( die luftgekühlten Köpfe reißen gerne zwischen den Ventilen


wenn Fehler noch da

- Düsen Prüfen ggf. einstellen (lassen)
- Zylinderköpfe demontieren ( Schrauben reißen gerne ab!!!)
- Eventuell Zylinder ziehen ( defekte Kolbenringe können auch eine Ursache sein)

- Einspritzpumpe Ausbauen und einschicken

Ich weiß nicht wie bewandert du bist, aber den letzten Punkt bitte nur selbst machen, wenn du das entweder schon häufig gemacht hast oder dir jemand zur Seite steht, der das auch schon oft gemacht hat.

Da kann man sehr viel Falsch machen, was kapitale Motorschäden nach sich ziehen kann ( wenn der nicht schon da ist)

Falls du teilen möchtest wo du ungefähr Wohnst kann dir sicherlich bei manchen Arbeiten hier im Forum einer behilflich sein. Gerade die großen Zerlegearbeiten unter Punkt 2 sollten nur von Fachkundigen Personen durchgeführt werden und bitte wie gesagt die Einspritzpumpe nur ausbauen wenn du wirklich Ahnung hast, Zerlegen würde ich die keinesfalls selbst, obwohl ich Landmaschinemechaniker bin. Da geht schnell mal was kaputt, ist sehr fein gearbeitet und hat sehr schnell sehr unangenehme auswirkungen.

Gruß
 
S

swd40

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Moin,

ein 3006 ist doch ein Zweizylinder mit zwei Deutz-Einspritzpumpen nebst Regler in der Pumpenplatte. D.h. 'die' Bosch Einspritzpumpe mit angeflanschtem Regler wie bei 3+ Zylindern gibt es da gar nicht.

Und ja, irgendwas am Regler wird da wohl nicht mehr tun. Ein Diesel ohne (funktionierenden) Regler wird hochdrehen bis irgendwann der Motor über der Maximaldrehzahl läuft und sich dann zerlegt. Das kann richtig gefährlich sein, am besten Schlüssel für die Dieselleitung (Einspritzleitung oder Zulauf) bereit halten um die Dieselzufuhr zu stoppen.

Gruß,
Josef
 
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petergustl

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Hallo Leo,

Sag mal wie viel BH hat den dein Schlepper?

VG Sven
 
tante ute

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Moin
Löse mal die Hochdruck Leistungen an den Düsen und starte.
Kommt aus beiden Leitungen Schubweise Kraftstoff, dann liegt es wohl am Regler.
Kommt nur aus einer Kraftstoff, dann hängt wohl ein Plunger der dann die Regelung außer Kraft setzt und der Motor Humpelt dann auf einem Zylinder Richtung Tod.
gruss nobi
 
ahomt

ahomt

Moderator
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Leopold

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Vielen Dank für die Infos.
Also, Öl ansaugen glaube ich nicht raucht nicht und würde nicht so schnell hochdrehen.
Die beiden Hochdruckleitungen liefern exakt.
ESP hätte ich ja schon abgebaut und nicht wirklich was gesehen aber irgendwas wird wohl mit dem Fliehkraftregler nicht stimmen. Ich kann den Motor auch nicht abstellen also auf null Förderungen stellen. Motor läuft vom Geräusch her richtig und raucht eben auch nicht. Vielleicht weiß jemand wie weit der Fliehkraftregler die Regelstange schieben sollte, denn der Weg erscheint mir etwas kurz. Schiebt so ca. 8mm
Danke an euch alle
LG.leo
 
J

Johannes F2l

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moin
das klingt nicht nach Ausfall eines Zylinders.

hast du dabei die Pumpen gezogen u bei Einbau nicht auf das Einhängen der Plungerverstellnasen in die Regelstange geachtet?

VG
Andreas
Hallo,

Ein 3006 hat einen F2l912, dort kann man die Steckpumpen nicht ohne weiteres ziehen, die sind anders aufgebaut und die Elemente hängen in der Platte. Plunger kann man nur von innen demontieren.

Regelweg von 8mm bei F2l912 ist etwas zu wenig. Die Platte sollte auf einen Prüfstand, die sind nicht so simpel aufgebaut wie die von 612-812.

Gruß
 
L

Leopold

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Danke, stimmt genau die Plunger kann man nur von innen ausbauen. Werde die Pumpe wieder ausbauen und einem älteren Mechaniker zeigen. Halte euch auf den laufenden.
LG.leo
 
D

Deutztroll

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Hallo Leo,
bevor Du die Reglerplatte wieder ausbaust, kannst Du noch Folgendes testen:
( Am Besten mit 2. Mann und 19er Schluessel an der Reglerplatte)
Loese gleich nach Start zuerst die eine Einspritzleitung .
Dreht der Motor unvermindert hoch?
Wenn ja, dann schnell die andere ES-Leitung loesen, worauf er ausgeht.
Wenn nein, dann liegt der Fehler schon mal in der ESP die Du geloest hast.

Das Gleiche nochmals, allerdings mit anderer Seite beginnen.
Passiert da genau dasselbe ? Dann ist der Fehler entweder auch in dieser ESP und / oder in der Reglerarm mechanik.
Fliehkraftregler Verdacht wuerde ich erstmal zurueckstellen.
Wenn nicht, ist es nur ein Plunger der verkehrt eingebaut wurde.
Platte wieder ausbauen und ESP gehaeuse abbauen.

Die Plunger lassen sich 180 Grad verdreht ( in ihrem Element) einbauen, dann funktioniert die Regulierung / Abstellung gar nicht. Die Schraegkante des Plungers trifft dann nicht auf die Ruecklaufbohrung in der Reglerplatte und liefert immer Maximalmenge.
Im Bild unten siehst Du die richtige Einbaulage, ohne Feder und Gehaeuse usw.
Die abgeschliffene Seite des Plungerkopfes muss auf die Seite der axial Nut treffen . Bevor die Kegelfeder montiert wird.

Und der Schlitz in der Scheibe auf den Stift im Reglerarm.
Dann funktioniert die Regelung im Plunger.

Zum besseren Verstaendnis sind die anderen Teile des Pumpenelements auf dem Bild weggelassen.

1642624577180.png

Hier noch ein 2. Bild: ( Leichter zu sehen, da zusammen gebaut, nur Rollenstoessel , Einstellscheiben und Gehaeuse entfernt.)

1642625093135.png
Du siehst wo die gerade Seite des Plungerkopfes richtig stehen muss, wenn der Schlitz in der Scheibe ( auf der Unterseite) in den Stift des Reglerarms eingreift.

Wichtig ist auch dass Du die richtige Dichtung der Reglerplatte zum Motorgehaeuse verwendest.
Sonst geht die Regelung schwer bis nicht.

Achtung ! jedes Pumpenelement muss seinen Einspritzbeginn durch die Passcheiben richtig eingestellt bekommen.
Siehe hier im Forum "Einspritzbeginn einstellen", "Blasmethode".
Die hier genannten "Hufeisenbleche" vorheriger Motoren sind beim 912 er rund und zwischen Rollenstoessel und der Scheibe, die die Kegelfeder festhaelt.
Nicht vertauschen oder mischen.

Danke an @Obrschwob , der mir mit tatkraeftiger Hilfe und Tips mein "Selbsstudium" des F2L912 so erleichtert hat, dass er nachher wieder auf beiden Zylindern lief!
 
L

Leopold

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Hallo Deutztroll, Vielen Dank für deinen umfangreichen Beitrag ich glaube das könnte mir weiterhelfen. Hab heute festgestellt das ein Pumpenelement stecken bleibt. Ist aber eben nicht immer so weswegen ich diesen Fehler beim ersten ausbauen nicht gesehen habe.Werde heute wieder ein wenig schrauben.
LG.leo
 
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Deutztroll

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Hallo Leo,

ich wuensche Dir gutes Gelingen, auf die Gefahr hin dass Einige anderer Meinung sind, hab ich gute Erfahrung damit gemacht, ein Gemisch aus feinester Holzasche ( weiss) und Diesel zum Reinigen und Einschleifen der Plunger zu verwenden. Nachher gut spuelen und reinigen !

Schreib doch mal was zur Vorgeschichte Deines 3006 ! So gekauft ? lang gestanden? usw...

lg Matthias
 
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Leopold

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Hallo, Vorgeschichte der Traktor ist von meinem Schwiegervater der ihn vor ca.10 Jahren in die Garage gestellt hat und seither stand er da. Also 10 Jahre nicht gelaufen, hab dann alles durchgeschaut Öl mit Filter gewechselt Kraftstoff abgelassen und erneuert mit Filter und dann gestartet. Der ist zu meinem erstaunen auch gleich gelaufen nur eben nicht mehr zu regulieren. Hab da noch eine Frage. Muss das Regelgestänge ganz leicht gehen, den im ausgebauten Zustand geht es nicht von selbst zurück. Nur wenn ich die 2 Pumpen gleichzeitig drücke.
LG.leo
 
B

Bungartz_T8DA

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Hallo,
wenn die Rollenstößel nicht belastet sind, dann läuft der Mechanismus / Regelstange nicht (leicht). Von daher genau richtig: Beide leicht belasten zum bewegen. Im eingebauten Zustand haben die Rollen immer etwas Druck, laufen auf der Nockenwelle und dürfen nicht abheben. Daher auch zum Einbau: Nocken, die die Pumpe betätigen so stellen, dass kein Hub da ist (d.h. Nockenberg nach innen Richtung Kurbelwelle).
Viele Grüße und gutes gelingen!
Thorsten
 
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Leopold

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Danke für die Info, mit euch werde ich noch ein Spezialist. Echt klasse.
LG.leo
 
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Deutztroll

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Hallo Leo, danke Dir fuer Deine Info, da weiss man gleich mehr !

Wenn ein Plunger haengt, dann geht auch die Regelung schwer.
Ja, wie Thorsten auch schreibt, muss die Platte Druck von der Nockenwelle bekommen, damit die Regelung leicht geht.
Die Dicke der Dichtung der Reglerplatte spielt hier auch eine wichtige Rolle.
Und die Passhuelsen seitlich, die braucht es auch.
Wie gehts inzwischen?

lg Matthias
 
Thema: Deutz 3006 dreht nach Start unkontrolliert hoch.

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