D40 ertrunken, jetzt Startprobleme

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Schleppdampfer

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Hallo zusammen!

Ich habe am 19. Januar einen D40.1S-NF F3L 712 mit 40PS von 1963 geschenkt bekommen :) - das Dumme war nur, dass er 2m unter Wasser stand! Der Sturm Kyrill hatte ihn überschwemmt... X( Nachdem das Wasser nach etwa 8 Stunden abgepumpt war, habe ich mich sofort an die Arbeit gemacht. Überall Wasser abgelassen, Öle gewechselt (Motor-, Getriebe, Hydraulik, Luftfilter, Kraftstoff), die Zylinder bei entfernten Glühkerzen entleert etc., nach etwa 4 Std. kam der Startversuch: und er lief auf Anhieb wie eine Eins. Seitdem bin ich mehrere Stunden ohne Probleme gefahren, er bringt volle Leistung und qualmt nicht.

Jetzt aber mein Problem: während er anfangs gut ansprang, wurde seit einigen Wochen das Starten immer schwieriger, jetzt geht er gar nicht mehr an. Ich habe schon Folgendes überprüft: Glühanlage funktioniert einwandfrei. Die Einspritzanlage scheint auch in Ordnung zu sein, habe die Einspritzdüsen falschrum angeschraubt, alle sprühen gleichmäßig. Die Batterie ist auch neu und gut geladen. Die Verdichtung im Kaltzustand habe ich leider noch nicht messen können, mache ich aber, sobald ich ein Messgerät habe. Mein Verdacht ist, dass der Anlasser durch das Wasser gelitten hat und jetzt keine ausreichende Leistung bringt. Er dreht zwar (auch ausdauernd), aber es kommt keine einzige Zündung zustande.

Habt Ihr zufällig ähnliche Erfahrungen oder Tips für mich, wo ich noch suchen soll? Vielen Dank schon im Voraus! ?(
 
Lasca34

Lasca34

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Ist das Ventilspiel richtig eingestellt? Bewegen sich alle Ventile ordnungsgemäß? Dann würde ich auch auf den Anlasser tippen. Wird die Batterie auch tatsächlich geladen? Sonst ist es statt dem Anlasser eben der Generator oder Regler.

Gruß
Michael
 
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Schleppdampfer

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Danke für den Hinweis auf die Ventile. Ich habe das Spiel nicht vermessen, aber alle bewegen sich normal und klacken ordnungsgemäß. Die Batterie ist wirklich neu und voll, ich lade sie mit einem intelligenten vollelektronischen Gerät.

Ich habe den Schlepper heute mit meinem Auto (die arme Kupplung...) aus seiner Scheune hochgezogen und angeschleppt. Es hat etwas gedauert (ich hatte ja auch die ganze Einspritzanlage zerlegt gehabt), aber dann ist er einwandfrei mit voller Kraft gefahren (Vollgas oder bei niedriger Drehzahl). Allerdings sprang er später auch im warmen Zustand nicht wie gewohnt an, sondern musste wesentlich länger drehen und kam nur mühsam auf Touren. Wenn er erstmal an ist, läuft er perfekt. Zur Sicherheit habe ich den Kraftstoff nochmal gewechselt, um sicher zu sein, dass nicht doch noch Wasserreste dabei waren.

Ich werde ihn morgen mit Hilfe eines kleinen Berges (habe jetzt oben geparkt...) im Kaltzustand testen. Wenn er mit Anlasser nicht kommt, mit dem Berg aber angeht, dann bringe ich den Anlasser zum Bosch-Dienst. Oder hat jemand eine andere Idee? ?(
 
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Deutz D 5505

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Betreibe den Anlasser mal mit 24 V statt mit 12 V, wenn der Schlepper dann gut startet - dann lass den Anlasser überholen.

Gruß
Stefan
 
DX80

DX80

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Hallo Schleppdampfer

Deutz D5505 schreibt hier

Betreibe den Anlasser mal mit 24 V statt mit 12 V, wenn der Schlepper dann gut startet - dann lass den Anlasser überholen.

Bitte klemme aber vorher den Regler von der Lichtmaschine ab. Ich kann mich daran als meine Vater den IHC633A gekauft hat da hat ein Mechaniker den Schlüssel stecken lassen und da die Batterie danach fast leer war kam der Vertreter auf die Idee damit es schneller geht mit 24 Volt zu Überbrücken. Das hat dann auch Problemlos geklappt nur daß dann kurz nach der Garantie der Regler von der Lichtmaschine kaputt ging. Der freundliche Herr vom Boschdienst hat auf dem Prüfstand dann festgestellt daß der Regler der Drehstromlichtmaschine durch Überspannung durchgebrannt ist. Die Reparaturkosten musste damals mein Vater aus eigener Tasche bezahlen obwohl man nachweisen konnte daß durch die 24 Voltstarthilfe der Regler Regelrecht verheizt wurde.
Ich würde eher zu einer stärkeren Batterie raten so um die 110 oder 140 AH in wie weit der Magnetschalter und der Anker vom Anlasser die doppelte Spannung vertragen wäre ich vorsichtig.
Hast du mal den Deckel vom Anlasser wo die Kohlen drunter sind abgebaut und nachgesehen wie die Kohlen und der Anker aussehen?
Hier kann es vielleicht schon ausreichen den Anker abschmirgeln, aber danach mit Bremsenreiniger oder Ähnlichem den Schmirgelstaub abwaschen.

m.f.G.DX80
 
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Deutz D 5505

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Die 24 Volt direkt auf den Anlasser geben und nicht am Plus- und Minuspol anschließen.

Eine stärkere Batterie (also mehr AH) bringt da nix, weil immer noch nur 12 Volt anliegen und du damit keine höhere Drehzahl des Anlassers erreichen kannst.

Mir ist dadurch noch nie ein Regler oder sonstiges "hops" gegangen. Aber zur Vorsicht kannst du ihn ja tatsächlich rausklemmen.

Die AH bei der Batterie sind die "Ampere-Stunden" und sagen nur etwas über die Stromstärke und nicht über die Spannung aus. Mehr Drehzahl am 12 Volt Anlasser erreichst du aber nur (zum Testen) durch Erhöhung der Spannung auf 24 Volt.

Dazu kannst du zwei 12 Volt Batterien zusammenschalten (in Reihe - nicht parallel)

Gruß
Stefan
 
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Schleppdampfer

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Hallo!

Den Anker habe ich schon nachgesehen (Fugen mit Pressluft gesäubert, Oberfläche mit Bremsenreiniger abgerieben), die "Kohlen" (die offensichtlich eine Metalllegierung sind) sehen gut aus. Nach der Reinigung lief er kurz etwas lauter mit etwas mehr Funkenbildung, aber sonst keine Änderung, insbesondere nicht mehr Leistung.

Mehr Amperestunden (Ah) der Batterie helfen nicht, der Kurzschlussstrom liegt eh bei über 400 Ampere, die Spannung bei Starten habe ich mit 11,4V gemessen, da kann man nicht meckern. Vor 24V schrecke ich zurück, das muss den Anker und die Wicklungen überlasten. Aber ich glaube, es gibt LKW-Batterien, an denen man jede Zelle einzeln abgreifen kann. Damit wären ja 13,2V oder ggf. 14,4V möglich. Ich werde mal suchen.

Vielen Dank für Eure vielen Anregungen!
 
Ö

Ölhand

Guest
Hallo,
die Kabelverbindungen sind aber alle in Ordnung, fest und nicht korrodiert? Das würde ich als erstes mal überprüfen, bevor ich den Anlasser überholen lasse. Insbesondere Polklemmen, Masseanschluss und Plusanschluss am Anlasser sind potentielle Störenfriede.
Gruß, Achim
 
J

Joschie

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Hallo,

ich will jetzt nicht übergescheid erscheinen, jedoch tipp ich nicht auf den Anlasser, eher auf fehlende Kompression.

Miss mal die Kompression!

Mein Freund hatte einen Golf2 welcher 2002 (ich glaub 2002 wars) beim Hochwasser bis unters Dach abgesoffen war. Danach Auto getrocknet, alles frisch befüllt und siehe da er lief. Nach 1-2 Monaten Fahren fing die Kiste mit den gleichen Problemen an, die du nennst. Bei Ihm hatte sich durch das Schmutzige Wasser leichte Sandablagerungen im Zylinder und Motorblock gebildet und so wärend der Laufzeit die Zylinder zu tode geschliffen.

Was auch mal zu versuchen wäre wäre ihn mit heißer Luft zu starten (Lötlampe).

Gruß

Josef
 
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Schleppdampfer

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Hallo zusammen!

Es hat seeeehr lange gedauert, bis ich die Ursache rausbekommen habe. Weil es vielleicht noch jemandem nützt, will ich sie hier anfügen:

Es war die Regelstange der Einspritzanlage, die sich langsam festgesetzt hatte! Ich wäre wahrscheinlich nie darauf gekommen, wenn sie nicht am Ende ganz blockiert hätte, denn anfangs lief der Motor im warmen Zustand völlig einwandfrei. Im kalten Zustand wurde offensichtlich schon anfangs zu wenig Kraftstoff eingespritzt, so dass er sich nur bei höherer Drehzahl anschleppen ließ. Am Ende regelte er weder kalt noch warm.

Die Suche konzentrierte sich dann auf die Einspritzanlage und es war schnell klar, dass die Regelstange fest saß. Offensichtlich war nach dem Ertrinken trotz Ölwechsels noch Wasser in der eigenen Ölschmierung der Einspritzanlage bzw. -regelung verblieben und hatte die Regelstange langsam zugesetzt. Nach einer ausgiebigen Spülung und Reinigung und Anwendung von sanfter Gewalt ließ sie sich Stück für Stück wieder gängig machen, am Ende war sie wirklich leicht beweglich und durch die Federung gut geführt. Und seitdem läuft der Schlepper wie eine Eins, zündet auch kalt in den ersten 1 - 2 Sekunden, qualmt nicht und bringt wieder volle Leistung. So soll es sein! ;)

Nochmal vielen Dank für Eure guten Ratschläge. Es hat sich wieder mal gezeigt, dass hartnäckiges Ausprobieren und konsequentes Ausschließen von Fehlerquellen irgendwann zum Ziel führt!
 
Thema: D40 ertrunken, jetzt Startprobleme
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