D30S Zapfwelle

Diskutiere D30S Zapfwelle im Forum D-Serie im Bereich Deutz / Deutz-Fahr Schlepper - Bin seit kurzem stolzer Besitzer eines D 30 S, J. 1962, den ich nun restauriere. Bei der Demontage des hinteren Trittbretts links ist mir...
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othmar

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Bin seit kurzem stolzer Besitzer eines D 30 S, J. 1962, den ich nun restauriere.

Bei der Demontage des hinteren Trittbretts links ist mir aufgefallen, dass der Zapfwellenhebel von der Nullstellung nur nach hinten bewegt und die Motorzapfwelle damit eingeschaltet werden kann. Nach vorne ist im Trittbrett eine Schraube - offenbar zur Blockierung - eingesetzt. Ohne Trittbrett lässt sich der Hebel aber nach vorne bewegen. Ist dies die in meinem Fall blockierte Wegzapfwelle?

Gruss
Othmar


Übrigens super Website und Forum.
 
C

Christian...

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Guck mal in die Bedienungsanleitung, da steht drin daß die Getriebezapfwelle durch eine Sechskantschraube gesichert ist. Ist also original so.
Könntest du von dieser Schraube mal ein Foto machen? Habe selber einen D30S und bei meinem ist keine Schraube drin ... würd mich mal interessieren wo die sitzt.
 
Berndt

Berndt

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Gibt es bei Deutz überhaupt eine Wegzapfwelle?
Würd mich mal so interessieren.

Gruß Berndt
 
O

othmar

Threadstarter
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@Christian

Ich nehme an, mit Getriebezapfwelle meinst du die Wegzapfwelle? Welchen Sinn macht so eine Sperrung eigentlich?
Das gewünschte Foto wird gelegentlich nachgereicht.


@Berndt

Gemäss Datenblatt verfügt der D30S über eine Motor- und Wegzapfwelle mit Doppelkupplung, der D30 über eine Getriebe- und Wegzapfwelle mit Einfachkupplung (siehe auch Thema D30 -->??? vom 19.9.04).

Gruss Othmar
 
Berndt

Berndt

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Ja danke, gab es von Deutz irgendwelche Geräte, die dazu gepasst haben? Bei Allgaier gab es zb einen Wagen, der passend zu der Wegzapfwelle mit Triebachse ausgestattet war.

Gruß Berndt
 
C

Christian...

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Ich nehme an, mit Getriebezapfwelle meinst du die Wegzapfwelle?

Ja, meine ich.

Welchen Sinn so eine Zapfwelle macht, weiß ich allerdings auch nicht.
 
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Heidjer

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Christian... schrieb:
Ich nehme an, mit Getriebezapfwelle meinst du die Wegzapfwelle?

Ja, meine ich.

Welchen Sinn so eine Zapfwelle macht, weiß ich allerdings auch nicht.
also ..
meines wissens gibt es 3 sorten von zapfwellen an schleppern:

1.
motorzapfwelle
lässt sich völlig unabhängig vom getriebe ein- und ausrücken. wird (zumindest bei unseren deutzen) mittels einer extrawelle direkt von der kupplung nach hinten "durchgeschaltet" (hier laufen 2 wellen konzentrisch ineinander, eine für den fahrantrieb und eine für die zapfwelle). leider muss man bei unseren alten deutzen erstmal den fahrtrieb ausrücken (doppelkupplung auf 1. stufe) bevor man die zapfwelle ein- oder ausrückt (doppelkupplung auf 2. stufe).
bei neueren schleppern kann man die motorzapfwelle ja auch unter last mit einem extrahebel ohne fahrtunterbrechung schalten.
2.
Getriebezapfwelle
dreht sich nur wenn die (einzige) AN triebswelle des getriebes mit dem motor verbunden ist (kupplung eingerückt), denn in diesem falle werden sowohl fahr- als auch zapfwellenantrieb mit nur EINER kupplung vom motor getrennt.
bei dieser art zapfwelle sind fahr- und zapfwellenkupplung eins.

bei motor- und getriebezapfwelle ist die Zapfwellendrehzahl nur von der motordrehzahl abhängig.

3.
Wegezapfwelle
einfach gesagt dreht sich die Wegezapfwelle nur, wenn sich auch die hinterräder des schleppers (AB triebswelle) drehen. sonst eigentlich wie die getriebezapfwelle, nur dass sich die zapfwelle nicht nur abhängig von der motordrehzahl dreht, sondern zusätzlich auch noch abhängig vom eingelegten gang.
diese welle wurde früher wohl genutzt um achsen von anhängern anzutreiben, was bei schwierigem gelände in einigen fällen wohl beim durchkommen helfen konnte.
allerdings hat sich dann wohl schnell herausgestellt, dass bei magelnder abstimmung von zapfwelle und angetriebenen anhängerachsen die gefahr, dass die maschine den schlepper "überholen will" zu groß war.
hat wohl zu einigen bedeutenden unfällen geführt und wurde aus diesem grunde nicht weiter fortgeführt.
@michael bruse:
bitte ggf. korrigieren/ergänzen ;)
 
Berndt

Berndt

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Hallo Christian,
soweit ich weiß sind Motor und Getriebezapfwelle das gleiche. Es ist in diesem Fall egal ob man eine extra Zapfwellenkupplung hat, oder ob man eine Einfachkupplung hat.
Die Art der Kupplung hat nichts damit zu tun, was für eine Art von zapfwelle es ist.
Weiß jemand, ob es von Deutz Triebachser gegeben hat, oder ob da Wagen von anderen Firmnen hintergehängt wurden? zb Ude.
Gruß Berndt
 
Lasca34

Lasca34

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Nee, es ist schon so, wie Heidjer das beschrieben hat: Motor- und Getriebezapfwelle sind nicht das gleiche. Das merkt man spätestens, wenn man sich, z.B. bei einer Reparatur, den unterschiedlichen Bauaufwand vor Augen hält. Übrigens ist die Motorzapfwelle eine Erfindung von Deutz.

Triebachsanhänger sind auch dann unfallfreudig, wenn sie tadellos auf die Übersetzung der Wegzapfwelle abgestimmt sind. Wenn in einer Kurve der Schlepper auf schlüpfigen Grund kommt, die Räder des Triebachsers aber noch gut greifen können, dann drückt der Anhänger den Schlepper ganz schnell mal auf die Seite. Wohl dem, der dann einen zweiten Schlepper mit Frontlader und/oder Seilwinde hat!

Deutz hat selber keine Triebachsanhänger angeboten. Vielmehr wurde bei der Vorstellung des sog. Deutz-Hydrokippers (zugekauft von einem französischen Hersteller) sehr deutlich auf die Nachteile des Triebachsanhängers hingewiesen. Deutz hat sogar extra Vorführungen organisiert, um die Vorteile des Hydrokippers gegenüber dem Triebachsanhänger zu demonstrieren. Trotzdem gab es natürlich auch zu Deutz-Schleppern passende Triebachser.

Nebenbei: Man kann sich auch mit einer Getriebezapfwelle mittels Triebachsanhänger aus schwierigen Situationen befreien. Nur geht das dann eben nicht in allen Gängen, sondern nur in dem einen Gang, der auf die Übersetzungsverhältnisse des Triebachsers abgestimmt ist. Für Notlagen reicht das auch aus. Und es ist ja auch wirklich fragwürdig, ob man in allen Gängen bis 20 km/h (oder sogar darüber hinaus) mit der Triebachse arbeiten können muß. Die "Notlösung" geht natürlich auch mit Motorzapfwelle, aber nicht so gut, weil es hier sehr schwierig oder (beim Zweistufenpedal) sogar unmöglich ist sicherzustellen, daß Schlepper und Anhänger gleichzeitig und gleichmäßig angetrieben werden.

Gruß
Michael Bruse
 
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Heidjer

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Michael Bruse schrieb:
Das merkt man spätestens, wenn man sich, z.B. bei einer Reparatur, den unterschiedlichen Bauaufwand vor Augen hält.
ich hatte ja den D5505 einige male auseinander :( und konnte mir dabei die getriebewellen sehr schön anschauen.
besonders in dem zwischenstück zwischen kupplungsglocke und eigentlichem getriebe sind die wellen gut zu erkennen.
dort laufen nämlich die wellen konzentrisch ineinander.
gestaunt habe ich als ich hörte, dass die aussen laufende (also hohle) mantelwelle der HAUPTTRIEB ist und die innen laufende (massive) welle der zapfwellentrieb ist.
was müssen da für verdrehmomente auf der hohlwelle lasten, wenn der schlepper 3 schare durch milden lehm ziehen muss.... 8o
umso schöner zu merken, dass das ganze auch nach 40 jahren noch einwandfrei funzt (aufholzklopf).... :))
 
Berndt

Berndt

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Also redet man von einer Getriebzapfwelle, wenn man eine Einfachkupplung hat. Und eine Motorzapfwelle hat eine Doppelkupplung,oder?
Aber im Endeffekt sind es doch die gleichen, nur das der Antrieb der Getriebezapfwelle nich direkt vom Motor kommt, oder hab ich da was immer noch nich verstanden?
Ich weiß von meinem Großvater, dass er früher einen F2l514 Hochrad hatte, und dahinter nen Triebachser und dahinter nen Rübenroder (der Triebachser war der Bunker). Hatte der F2l ne Wegzapfwelle?

Gruß Berndt
 
H

Heidjer

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nein....
wenn du mit einer getriebezapfwelle anhalten willst, hört AUTOMATISCH auch die maschine an der zapfwelle auf zu arbeiten, weil ihr antrieb vom motor getrennt ist.
ebenso kannst du mit einer getriebezapfwelle die maschine erst MIT DEM ANFAHREN einrücken.
das getrennte anhalten von schlepper und maschine wurde erst mit der motorzapfwelle möglich...

nehmen wir ein beispiel:
du fährst mit einer hochdruckpresse das schwad entlang...
plötzlich kommt ein riesenhaufen heu im schwad und du musst langsam tun, damit die presse nicht verstopft .....

1. mit der motorzapfwelle trittst du das kupplungspedal bis zur ersten raste (kleines pedal nicht gedrückt). der schlepper hält an, die presse arbeitet weiter und nimmt den haufen langsam in sich auf. weiter passiert nix schlimmes .... :))
2. mit getriebezapfwelle trittst du ebenfalls das kupplungspedal. der schlepper hält an, die presse hört ebenfalls auf zu arbeiten. weil sie das normalerweise nicht sofort tut, sondern noch ein wenig nachläuft, nimmt die pick-up noch nen riesenhappen aus dem haufen mit auf und verschluckt sich dann mördermäßig da dran. folge: stundenlange puhlerei, um den presskanal wieder frei zu kriegen 8o . wenns dann noch in der zwischenzeit anfängt zu regnen, weisst du, dass du endgültig verloren hast.

dein nachbar mit der motorzapfwelle hat inzwischen fertiggepresst, die plane auf dem wagen, vorgehakt und verläßt grad grinsend die nachbarwiese ... X(

aus diesem grunde hat sich die motorzapfwelle mit den jahren einfach durchgesetzt :P
 
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Heidjer

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Berndt schrieb:
Ich weiß von meinem Großvater, dass er früher einen F2l514 Hochrad hatte, und dahinter nen Triebachser und dahinter nen Rübenroder (der Triebachser war der Bunker). Hatte der F2l ne Wegzapfwelle?
na.. da wusste euer F2L514 aber abends SEHR genau, was er den ganzen tag lang getan hat ....
habt ihr den schlepper noch?
 
Berndt

Berndt

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nee, den hat mein Opa irgenwann leider mal verschrottet. Der war wohl so fertig, dass der Ausdruck verschlissen noch ein Lob gewesen wäre.
Aber ich hab im Januar an einem anderen F2l514 in meiner Nachbarschaft ein paar Sachen repariert (hauptsächlich Elektrik). Und der Triebachser von damals is auch noch da, und ich würde das einfach gerne mal bei gutem Wetter ausprobieren.

Gruß Berndt
 
Thema: D30S Zapfwelle
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