Biodiesel?

Diskutiere Biodiesel? im Forum Treibstoff im Bereich Allgemeine technische Fragen - Servus, da die ölpreise immer höher steigen, habe ich mich gefragt, ob man in einem älteren schlepper, z. B. deutz D 50 05 ohne umzurüsten...
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Chris 05

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Servus,

da die ölpreise immer höher steigen, habe ich mich gefragt, ob man in einem älteren schlepper, z. B. deutz D 50 05 ohne umzurüsten biodiesel fahren kann. bei meinem ersten schlepper porsche diesel standard star 219 habe ich einfach mal salatöl gefahren und nix nachteiliges bemerken können.

aber der bio soll ja so aggressiv sein, dass er alle dichtungen zerfrisst. außerdem soll er nicht so gut schmieren, wie norm diesel, aber da könnte man ja ein paar liter öl mit zumischen.

was meint ihr, habt ihr schon erfahrungen gesammelt oder sowas??????????
 
G

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Dieses Salatöl/Rapsöl fahren bei uns im Club auch einige im Traktor,Unimog oder Auto,bis zu einer Mischung 50/50.Bis jetzt haben sie nichts nachteiliges festgestellt,ich trage mich auch mit dem Gedanken.Dieses Öl kannst Du mit dieser Mischung ohne Umbau(Vorwärmung)fahren,ist auch nicht aggressiv.Aggressiv ist nur der Biodiesel,der greift die Dichtungen an,das Salatöl nicht.Angesichts der aktuellen Dieselpreise(1,159Euro)wird diese Variante immer interessanter.

Gruß Ralf
 
kohlemann

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Sorry,bin als Gast reingeraten,die Automatik hat wieder mal versagt.

Gruß Ralf
 
Lasca34

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Um Biodiesel würde ich einen möglichst großen Bogen machen, zumal der Preisvorteil dahin sein wird, wenn der Staat erstmal gemerkt hat, daß ihn das Zeug einen Haufen Geld kostet. Wegen der Aggressivität von PME ( Pflanzenölmethylesther = Biodiesel ) sind alle Dichtungen und Leitungen, die nicht aus Metall sind, gefährdet. Das würde ich meinem alten Schlepper nicht antun wollen, zumal man das beim Tanken gesparte Geld schnell wieder in Reparaturen versenkt hat.

Anders ist es mit Pflanzenöl. Das können Wirbelkammermotoren verarbeiten ( bei Direkteinspritzern bekommt es den Düsen nicht ) und es ist auch nicht aggressiv gegenüber Dichtungen. Es ist ja auch ein Riesenspaß, den Trecker mit Salatöl zu fahren. Nur weiß ich nicht, ob das auch ökonomisch sinnvoll ist. Etwas zweifelhaft ist nämlich das, was dabei ins Schmieröl gelangt. Und ein zusätzlicher Ölwechsel zwischendurch kann die Bilanz ganz schön verhageln.

Die berühmten Vereinskollegen, die auch schon Salatöl im Tank haben, würden mir als Referenz nicht genügen. Ich hatte das nämlich auch schon mal eine zeitlang drin, und es sah so aus, als ob es problemlos liefe. Aber wer will schon an seinem eigenen Schelpper probieren, welche Wirkungen langfristig und bei unterschiedlichen Einsatzbedingungen auftreten?

Kurz: Biodiesel niemals, Salatöl kann man mal machen, ist aber bei langfristigem Einsatz zweifelhaft.

Gruß
Michael Bruse
 
boatman

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Ich würde alles so machen wie immer und bisher auch.

Wenn große Speditionen mit Millionen von Kilometern über Drehzahlbereiche und Kraftstoffsorten versuchen betriebswirtschaftlich sich dem Optimun zu nähern, dann macht das Sinn.

Auch zu schauen, dass man nicht für alle 2km das Auto benutzt, macht Sinn.

Wenn der Hobbyist und Oldtimerwenigfahrer versucht mit Salatöl seinen Schlepper zu betanken, dann vergeßt doch bitte Eure Milchmädchenrechnung und überlegt mal wieviel Kraftstoff ihr im Jahr wirklich verbraucht.

Die Differenz zwischen "normalen" Diesel und dem Salatöl ist zu relativieren.

Erst einmal durch das Mischungsverhältnis -wie ich gelesen habe- 50/50. Dann ist schon mal der halbe Vorteil weg.

Und dann müßt Ihr aber auch die anteiligen Kosten der Einkaufsfahrt mit Kraftstoff, Versicherung, Erhaltung und Abschreibung des Kfz mit einrechnen, welches Ihr zum Einkaufen des Salatöles benötigt.

Und nebenbei: Zur Tanke müßt Ihr sowieso noch und habt da keinen, bzw. nur den Weg gespart, der durch das 50/50, Verhältnis erarbeitet wird.

Verbleiben tut das Risiko einer Reparatur. Bestimmt können Fachleute sagen: "Es geht, mit dem Salatöl". Eine schriftliche Freigabe mit Reparaturübernahme werdet Ihr aber nie bekommen. Bestimmt nicht.

Bei wieviel Kilometern nun der Break-Even liegt, weiss ich nicht, habe ich auch noch nie errechnet, da ich die vielleicht 1000km (????) Kilometer als Hobby betrachte.

Ich hoffe, dass ich nicht zu negativ geschrioeben habe, aber das ist halt meine Meinung zu sparversuchen im kleinen.

Grüße, Thomas
 
Lasca34

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@boatman:

Sehe ich auch so!

Nur das mit dem Mischungsverhältnis kann ich nicht unterschreiben. Wir haben damals ( Deutz F2L 514/4-H ) Diesel im Verhältnis 1:15 - 1:30 ( halt den einen oder anderen Liter Diesel auf den Tank Salatöl ) beigemischt, damit die Fließfähigkeit des Pflanzenöls verbessert wurde. Gefahren ist der Schlepper auch ohne diese Beimengung, nur eben nicht sehr lange: Sobald das Filter leergesaugt war, war Schluß. Mit der geringfügigen o.a. Dieselbeimengung ging es aber auch dauernd beim schweren Einsatz ( Pflügen ). Dann floß immer genügend Salatöl nach. Trotzdem, siehe oben: Ich würde es nicht auf Dauer in meinen Motoren verwenden wollen.

Gruß
Michael Bruse
 
boatman

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Das Mischungsverhältnis habe ich Ral´s "Gastbeitrag" entnommen. Technisches kann ich selbst nicht dazu beitragen.

Ich sortier nur die Buchstaben und addiere die Zahlen. ;)

Grüße, Thomas
 
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Horex

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Hallo,
also mein Lanz Aulendorf ( ohne Vorglühanlage) spingt mit 80% Rapsöl nicht mehr von allein an. Ein kleiner sprüher Startpilot und er läuft
Bei meinem D 40 habe ich kein Probleme.
Der Läuft wie mit Diesel, es ist kein unterschied zu merken.
Ich hab ca.50 Liter Rapsöl gebraucht und keine negativen auswirkungen bemert.

Wenn jemand negatives dazu berichten hat oder andere erfahrungen gemacht hat dann bitte antworten.

Horex
 
Lasca34

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Hallo Horex,

berichte doch bitte nochmal, wenn 5000 l Rapsöl durch sind. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir dann noch über denselben Motor reden. Kann aber sein. Durch häufigen Ölwechsel müßten sich eventuelle Problemstellen wegspülen lassen.

Ist der Lanz Aulendorf ein Direkteinspritzer? Dann würde ich dem Pflanzenöl nicht mal gelegentlich verabreichen, sonst sind bald neue Düsen fällig. Selbst der unkaputtbare Hatz E 89 ( "Der Gußeiserne" ) hat das nicht verknusen können.

Gruß
Michael Bruse
 
stamo

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Ein kleines Zitat aus der BTA vom MAH711:

Die Maschine kann mit Petroleum, Gasöl und anderen hochsiedenden Destillaten des Erdöles und mit Rohöl betrieben werden. Geeignet sind ferner die meisten Braunkohlen-Teeröle und gewisse Erdöl-Rückstände, soweit diese bei gewöhnlicher Temperatur nicht zu dickflüssig sind und die meisten Pflanzenöle der Kolonien.
 
C

Chris 05

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Servus,

erstmal danke für die vielen antworten.

so wie ich es euch entnommen habe, sind die meisten der meineung, dass biodiesel scheiße ist und salat- bzw. rapsöl besser aber nicht optimal ist.

aber man bräuchte halt langfristige tests mit den verschiedenen ölen, um eine bilanz ziehen zu können...


wer meldet sich freiwillig????????? :D
 
Lars

Lars

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Ich nicht.
In der Auto-Bild gab es vor einigen Jahren mal eine Serie von Artikel über die Verwendung von ALDI-Salatöl im Golf II.
Das hat wohl gut geklappt, auch über einen lägreren Zeitraum, dann auch mit Vorwärmung und anderem Schnickschnack.

Aber den Schleppermotor damit füttern?
Der kostet etwas mehr als ein gebrauchter VW-Dieselmotor und wieviel Kraftstoff brauchst Du so im Jahr?
Und dann rechne mal die "Ersparnis" aus, da lohnt es schon eher, selbst Landwirtschaft anzumelden und dann verbilligten Diesel zu beziehen.

Gruß
Lars
 
kohlemann

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Da habe ich ja für mächtig Wirbel gesorgt mit meinem Beitrag,aber wohlgemerkt,ich habe nur von den Erfahrungen meiner Vereinskollegen berichtet.Ich selbst habe noch keine Erfahrung mit Salatöl oder dem Biodiesel gesammelt und möchte auch nicht rumexperimentieren.Genau aus dem Grund,wie Michael und Thomas oben schreiben(Langzeittests und tatsächlicher Dieselverbrauch)habe ich es noch nicht selbst probiert.Die Angst dem Motor auf lange Sicht zu schaden wiegt bei mir mehr als der Spareffekt.Wenn der Diesel aber noch teurer wird,denke ich ernsthaft darüber nach.
Zum Schluß möchte ich allerdings noch eins bemerken,es tankt heute keiner mehr reinen Dieselkraftstoff,denn die Mineralölkonzerne panschen den Diesel schon seit längerem mit Alternativen Rohstoffen(bis 5%).Die interessieren aber auch keine Langzeittests oder ob ein Motor Schaden nimmt,muß man ja erstmal beweisen,daß es vom Diesel kommt.

Gruß Ralf
 
C

Chris 05

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Servus,

über das mit dem verbilligten bauerndiesel hab ich auch schon nachgedacht, aber wie fuktioniert das denn?

wir haben ca 6ha grund mit teich- und forstwirtschaft, für eine grüne nummer reicht es, aber wie ist es mit diesel, und was brauch ich dazu?? einen doppelwandigen tank, wie z.b. für heizöl?

und wo kann ich den herbekommen, bzw wo muss ich das anmelden?

gibt es eine mindestabnahmemänge im jahr oder so?

wie viel billiger ist dieser diesel denn?

danke im voraus
 
kohlemann

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Mit dem verbilligten Agrardiesel ist das nicht so einfach,wie manche es hier im Forum erscheinen lassen.
Erstmal mußt Du Landwirtschaft anmelden,dh.Beiträge zur Berufsgenossenschaft zahlen,Vorsteuer zahlen,Krankenversicherung bezahlen und der größte Haken,Du hast Betriebsvermögen(Maschinen,Gebäude,etc.)und wenn Du das wieder umwandeln möchtest,kostet das richtig Geld.Außerdem bekommst Du nicht unbegrenzt Diesel(errechnet sich nach der Betriebsgröße).
Wenn Du das alles bedenkst,hat sich die Sache eigentlich erledigt,weil der Spareffekt wohl dann nach hinten losgeht und Du noch Geld drauflegst.Laß am Besten alles wie es ist,aber das muß jeder für sich selbst entscheiden.

Gruß Ralf
 
schpunk

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Oh, ich hab grad an anderer Stelle nach verbilligten Diesel nachgefragt (wo würde ich den dann - wenn überhaupt - bekommen?).
Entnehme ich daraus, dass Ihr (fast) alle normalen Diesel von einer normalen Tankstelle fahrt? Und kann/darf ich mit meinem Trekker mit grünen Kennzeichen oder gar gar keinem an die Tanke fahren? Hab ich noch nie gesehen, aber die meisten von Euch werden ja ihre eigene Tankstelle auf dem Hof haben. Ich werd wohl mit dem Kanister loszotteln 8) .
 
C

Christian...

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Ohne Zulassung (= ohne Kennzeichen) darfst du nicht zur Tanke fahren.
 
kohlemann

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Eine Möglichkeit besteht noch,wenn man nicht weit weg wohnt,den Blick auch mal über die deutsche Grenze schweifen zu lassen.Ich tanke fast nur noch in Holland.

Gruß Ralf
 
schpunk

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Und was ist mit Heizöl? Wenn einer gute Erfahrungen damit hat, wird er mir sicher nicht antworten ?(
Ein Dilemma.
Ich denke aber, dass bei den wenigen Kilometern und den sparsamen Gebrauch der Sprit nicht meiner Familie das Essen streitig macht! Oder etwa doch?
 
Berndt

Berndt

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@Schpunk:
was für einen Trecker hast du denn, dass er soviel Diesel verbraucht, dass du dir solche Sorgen machst?
Heizöl ist nichts anderes als Diesel, nur dass es verboten ist damit zu fahren.
Ich tanke, wie wahrscheinlich die meisten hier an der Tankstelle. Es gibt übrigens auch Landwirte, die mit ihren Maschinen (Trecker, Mähdrescher, Rübenroder) zur Tanke fahren, da die Auflagen für eine Betriebseigene Tanke relativ hoch sind.
Ein Landwirtschaftsbetrieb hat seit neustem nur noch 10.000 Liter Steuervergünstigten Diesel pro Jahr. Alles was er darüber benötigt, muss für den normalen Preis gekauft werden.

Wenn ich ehrlich bin, kann ich es nicht verstehen, was hier diskutiert wird. Keiner von euch wird mit seinem Trecker täglich 100km zur Arbeit fahren, womit sich alternativer Brennstoff lohnen würde. Ich denke mal, dass die meisten hier nicht mehr als 150-250 Liter pro Jahr verbrauche. Da lohnt sich alles Experimentieren nicht.
Mal nebenbei bemerkt mein 6005 braucht ca 3-4 liter pro Stunde. Wenn ich Pflüge wird das natürlich mehr, aber die meiste zeit gondelt man doch nur durch die Gegend.

Gruß Berndt
 
Thema: Biodiesel?
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