Allgemeine Frage: Drehstrommotor als Generator verwenden

Diskutiere Allgemeine Frage: Drehstrommotor als Generator verwenden im Forum Deutz Standmotoren im Bereich sonstige Deutz - Hallo zusammen, Ich würde einen meiner MAH‘s gerne als Antrieb für einen Stromgenerator nutzen. Jetzt sieht ein neumodischer Generator etwas blöde...
ahomt

ahomt

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Hallo

ist die mech. Regelung des Dieselmotors nicht schon eine Drehzahlregelung??

VG
Andreas
 
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Xaver_Deutz

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Die Frage ist doch wie stark sich die Drehzahl der Zapfwelle für wie Lange ändert und was du damit mit Strom versorgen willst.

Bin kein Elektriker, aber:

Dem E-Motor der Brennholz Säge wird es nicht viel ausmachen wen dieser anstatt mit 50Hz nur mit 45 Hz läuft, oder im Leerlauf mit 55Hz betrieben wird und im Lastfall dann auf 50Hz sinkt.
Empfindliche Messelektronik, PC oder medizinische Geräte usw. würde ich jetzt damit nicht betreiben wollen.... aber ne Säge oder Baustrahler...
 
K

Kobold 514

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Hallo zusammen,

habe gerade keine Zeit für einen ordentlichen Beitrag, deshalb nur auf die Schnelle:

Grundsätzlich kann man einen handelsüblichen Asynchron-Kurzschlussläufer als Generator betreiben - mit Grenzen und Nachteilen. Er muss vorher mindestens einmal als Motor gelaufen sein, dann bleibt ein Restmagnetismus im Rotor zurück. Das ist das Geheimnis der Selbsterregung, die nach Ansicht von Fachleuten nicht funktionieren kann. Dann braucht man die passenden Kondensatoren, Formeln für die Berechnung kann man googeln. Es müssen Anlauf-Kondensatoren sein, keine billigen Elkos vom Bastelladen. Diese explodieren regelrecht unter Last, ist mir schon passiert, stinkt bestialisch!

Dann muss man die Drehzahl beachten. Wenn der Motor laut Typenschild eine Nenndrehzahl von z.B. 2850 U/min hat, und man würde ihn mit genau 3000 U/min antreiben, nimmt er keinen Strom aus dem Netz mehr auf. Treibt man ihn aber mit 3150 U/min an, würde er Strom ans Netz abgeben. Genau das macht er auch ohne Netz, wenn er durch passende Kondensatoren erregt wurde.

Der mechanische Regler eines Traktors oder Stationärmotors hält die Drehzahl konstant, so gut er kann. Würde man im Generatorbetrieb einen kräftigen Verbraucher einschalten, geht die Motordrehzahl erst einmal in die Knie. Der Regler erhöht dann die Einspritzmenge und somit die Drehzahl, eventuell schießt er dabei auch kurz über das Ziel hinaus. Es dauert einen Moment, bis sich die gewünschte Drehzahl wieder eingependelt hat. Ist der Verbraucher z.B. ein Baustrahler, ist ihm das ziemlich egal. Er wird kurz etwas heller und wieder dunkler, und fertig. Eine Kreissäge reagiert darauf auch nur mit Drehzahl- und Leistungsschwankung, mehr nicht. Ein empfindliches Gerät kann aber durch die auftretenden Spannungsspitzen sehr schnell sterben, deshalb hat der Xaver ganz Recht mit seiner Vermutung.

Gruß Reinhard
 
M

michiwi

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Hallo Reinhard, dass man einen dsam als Generator laufen lassen kann geht. Mit viel Aufwand.

Was er aber nicht gut kann ist Blindleistung bereit stellen und genau das brauchst du um eine Säge zu betrieben
 
K

Kobold 514

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Hallo Michael,

wegen der vielen Unvollkommenheiten und Kompromisse habe ich vor 25 Jahren meine Asynchron-Generatorpläne begraben. Habe dann einen Stromerzeuger mit Synchron-Generator und Motorschaden gesucht, weil das einfacher funktioniert.
Das Ergebnis: Ich habe jetzt ein halbes Dutzend Stromerzeuger mit Sachs-, Briggs- und Hatzmotoren, und alle laufen wie ein Uhrwerk...

Gruß Reinhard
 
A

AlexAhrer

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vielen Dank an alle - da sind durchaus einige Fragen beantwortet worden und sogar manch neue dazugekommen :)

@Reinhard - ich tendiere langsam auch zu deiner Entscheidung - ist vielleicht eines deiner Uhrwerke überzählig? :saint:
 
K

Kobold 514

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Nee, das nicht. Ich gehöre zu den furchtbaren Zeitgenossen, die alles brauchen können, aber nix hergeben wollen.
Außerdem haben wir zwei Söhne, die sind schon genauso...

Gruß Reinhard
 
B

Bootfahrer

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Ich bin eine Zeitlang zur See gefahren und auf einem Schiff hat man natürlich mit Generatoren zu tun. Wir haben den Diesel bei wenig Last auf 51, 5 bis 52 Hz eingestellt. Wenn sich die Last erhöht, oder ein großer E-Motor läuft an, dann hat man immer noch 50 Hz. Wenn man Drehstrommotore betreibt, denn macht es nichts, wenn die Frequenz kurz mal auf 49 Hz sinkt. Dem Motor von einem Schlepper automatisch zu regeln ist sehr aufwendig. Ich habe einen Deutz MAH 916 mit einem Synchrongenerator. Natürlich kann ich den Motor nicht belastungsabhängig regeln, aber wenn ich 51 Hz einstelle, denn habe ich keine Probleme.
 
B

BUMI

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Moin, nur als info für interessieret: bei ebay Kleinanzeigen steht ein kleiner Gleichstrom Geno 220v drin
Gruß, burgfried
 
W

Werder014

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Moin,
auch wenn es ein wenig Off-Topic ist, vielleicht interessiert es ja jemanden...

Dem Motor von einem Schlepper automatisch zu regeln ist sehr aufwendig
Die meisten Dieselmotoren die ich kenne haben bereits ab Werk eine Drehzahlregelung verbaut, hauptsächlich damit sie nicht reihenweise dem Drehzahltod sterben. Die Regelung im Fahrzeugmotor ist für einen Stromerzeuger allerdings wohl nicht gut geeignet (andersherum würde sich eine Rgegelung wie im Generator im Schlepper auch wohl nicht so schön fahren).

Über einen Bekannten habe ich mal davon erfahren, dass sich jemand mithilfe eines solchen elektronischen Reglers der Firma Heinzmann einen Motor mit einer Bosch-Reiheneinspritzpumpe für den Generatorbetrieb umgerüstet hat. Damit konnte er wohl die Drehzahl (also die Frequenz) bedeutend einfacher und besser regeln als es mit dem mechanischen Regler ging.
Wenn da jetzt ein großer Elektromotor anläuft, kann die Einspritzpumpe aber auch nur auf Vollast gehen, egal ob mechanisch oder elektronisch geregelt wird.
Wie hoch der (finanzielle) Aufwand für eine solche Umrüstung ist, weiß ich jedoch nicht...


Grüße
Henrik
 
tante ute

tante ute

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Es gab für stationäre Anwendungen mech. Drehzahlregler , die vom Keilriemen mit angetrieben wurden .
Gab es aber meist bei Benziner, aber dürfte auch bei Diesel funktionieren.
gruss nobi
 
B

BUMI

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Moin, Dieselmotoren haben schon Regler die einmal dafür sorgen dass sie nicht in Überdrehzahl gehen und andererseits eine mit dem Gashebel eingestellte Drehzahl halten. Weil das einfache Regler mit Fliehgewichten und Federn sind haben sie eine belastungsabhängige Regelabweichung.
Diese Regelabweichung wird so gewählt, dass der Motor einigermaßen konstant läuft und nicht zu "sägen" beginnt. Meist reicht es aus den Motor ohne Belastung auf 53-54 Herz zu stellen, dann fällt er bei Belastung auf 50 Herz zurück. wenn er weiter abfällt muss man unter Last von Hand nachregeln - dass steigt er allerdings bei Entlastung höher an - ist aber für Generator und Motor kein Problem.
gruß, Burgfried
 
Landybehr

Landybehr

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In einer der Landwirtschaftsillustrierten stand in der vorletzten Ausgabe etwas zu Stromerzeugern für die Zapfwelle.
Bei Elektronik kenn ich mich nicht aus. Deswegen kann ich das nicht bewerten, was da stand. Grob gesagt ging es darum, dass Stromerzeuger, die man kauft, sehr oft nicht nach empfohlenem, wenn nicht gar vorgeschriebenen Sicherheitsstandards gebaut werden. Ein Beispiel sind, dass, hoffentlich gebe ich es richtig wieder, normale Sicherungsautomaten oft verwendet werden, die aber zu hoch ausgelegt werden, damit Anlaufstrom von Motoren funktioniert. Dann stand da was von Schäden in zB Melkanlagen, ob deren empfindlicher Steuerung. Es gab da noch einige weitere Aspekte, zu Anwendersicherheit und Funktion.
Jedenfalls wurden mir Stromerzeuger sehr suspekt gemacht. An einen Selbstbau hab ich aber vorher schon nicht gedacht. Ich glaube, es wurde schon von Vorrednern angezeigt, ganz wichtig ist, was für Verbraucher dran gehängt werden. Aber scheinbar gibt's Sicherheitsbauteile, die bisher noch nicht zur Sprache kamen? Naja, viel hilft es nicht was ich schreibe, weil so unkonkret. Ich könnte evtl nach dem Artikel mal suchen.
 
Landybehr

Landybehr

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Ich hab nochmal kurz versucht, genauer nachzulesen. Die "Profi 7/20" war´s. Und das Beispiel mit dem Leitungsschutzschalter war so, daß er auslöst, wenn der regulär fließende Strom um ein Mehrfaches überschritten wird. Und diese Überschreitung muss irgendwo herkommen. In meinen Worten: Sind 10A der reguläre Betriebsstrom, müssen zum Auslösen also bei manchen Schutzschaltern 50A erreicht werden. Ein Kraftwerk hat im Hintergrund genug Reserve, um diesen Strom zu liefern. Der Generator ist ja aber nicht dazu ausgelegt, schafft es also gar nicht, sich bis zum Auslösepunkt zu strecken. Dafür gäbe es Generatorschutzschalter. An denen die Hersteller von Zapfwellengeneratoren wohl oft sparen. Anderer Punkt war die Umstellung von Feldbetrieb auf Hausbetrieb und, wenn ich richtig lese, die "Erde". Aber das ist für den Thread sicher nicht relevant.
 
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michiwi

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Hallo Landy, hier mal was zu den Automaten:


Das mit dem erhöhtem Strom stimmt zwar, hat aber folgenden Hintergrund:

Es gibt LSS (Leitungsschutzschalter, Sicherungsautomaten) mit verschiedenen Charakteristiken. z.B. B16. Wobei 16 den Nennstrom von 16A angeben und B die Charakteristik angibt. Was sagt nun die Charakteristik aus? Ganz einfach: Ein LSS hat 2 Auslöser verbaut, einen thermischen und einen Induktiven. Der Thermische löst bei geringer Überlastung nach einer gewissen Zeit aus, Richtwert hier: 1,5 facher Nennstrom innerhalb einer Stunde. Jetzt würde dir beim Einschalten eines Motors aber jedesmal die Sicherung auslösen, da der Anlaufstrom so hoch ist. Dafür gibt es eben die verschiedenen Charakteristiken. B löst beispielsweise bei 3-5 fachem Nennstrom innerhalb kürzester Zeit aus. Bei Klasse C ist es schon das 5-10 fache des Nennstromes.


Aber in einem Punkt hast du recht. Der Generator gehört sich eigentlich abgesichert mit einem Motorschutzschalter, der genau auf den Generator eingestellt wurd. Der wird oft vergessen. Das gefährliche ist aber weniger der zu hohe Strom, sondern die niedrige bzw schwankende Frequenz der billigen Aggregate. Damit kommen teure Elektrogeräte nicht zurecht und brennen durch.
 
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Cestlavie

Cestlavie

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Ich habe einen ganz normalen Drehstrommotor mit 5,5KW an meinem Bernard W1 Standmotor von 1929 dran gehängt. Wie beschrieben klappt es mit den 3 Kondensatoren zwischen den Spulenanfängen ohne Probleme, einen externen Strom braucht man NICHT.
Allerdings ist meiner nur zu Showzwecken gedacht, um mehrere Glühbirnen und eine alte elektrische Bohrmaschine zu betreiben.
Am Klemmbrett wird einfach zwischen U und V, zwischen V und W und zwischen W und U jeweils ein Kondensator geklemmt.
Zur Dimensionierung der Kondensatoren:

0,007 uF pro Watt ehemaliger Motorleistung
In meinem Fall sind es also 3 mal Kondensatoren mit jeweils 38,50 uF. Der Wert muss nicht genau eingehalten werden, aber in etwa.
Der "Generator" muss etwas über der ehemaligen Nenndrehzahl betrieben werden. Aber bitte keine empfindlichen Elektro Geräte dran hängen.
Hallo Westerwaelder, eine Frage habe ich, wie kommst du auf diese 0,007uF pro Watt Leistung? LG
 
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