Hydraulik Atlas Copco Ladekran

    • Hydraulik Atlas Copco Ladekran

      Hallo,

      bin seit kurzem Besitzer eines MB609d Doka-Pritsche mit Ladekran. Der Steuerblock des Ladekrans ist nach 30 Jahren ausgelutscht und soll ausgetauscht werden. Ich hab zwar schon ein bisschen Erfahrung mit Hydraulik aber brauche jetzt Hilfe.

      Prinzip Hydraulik ist klar. Problem sind Sicherungen gegen Überdruck etc. Der Ladekran hat 5 Funktionen:
      1. Drehen
      2. Knickarm groß
      3. Heben
      4. Ausfahren
      5. Abstützen

      von 3 und 4 führen 6mm Leitungen zum Steuerblock zurück. Ich nehme an, dass dies die Absicherung gegen Überrdruck/Lasthalteventil ist.

      Der neue Steuerblock hat keine entsprechenden Anschlüsse. Was machen? 6mm Leitung einfach dicht machen? Fliegen mir die Hydraulikzylinder dann einfach auseinander? Oder 6mm-Leitungen irgend wie in den Tank führen? Der Einfluss der 6mm-Leitungen auf die beiden Steuerhebel kann nicht allzu groß sein.

      Elektrischer Notaus: auch hier passen die Anschlüsse nicht zum neuen Steuerblock. T müsste über zusätzliche Leitungen irgendwohin geführt werden. Würde auf den Notaus nur ungern verzichten. Gibt es da Bauteile, die an meinen neuen Steuerblock besser passen oder lohnt sich der Umbau?


      Soweit erstmal. Danke für Unterstützung.

      karl
    • Hallo,
      schreib doch deinen Namen unter den Artikel.
      Zum Thema: der neue Block scheint ein Monoblockventil zu sein. Der alte Block scheint Sandwichbauweise zu sein. Als Erstes wird dein alter Block zwischen den Segmenten Rückschlagventile haben. Das muß der Monoblock ebenfalls haben. Wenn das nicht der Fall ist, brauchst du dir keinen Kopf mehr zu machen.
      Hast du das geprüft?
      Gruß
      Gerhard
    • leluno wrote:

      Was machen? 6mm Leitung einfach dicht machen?
      Ja, kannst Du machen!


      leluno wrote:

      Fliegen mir die Hydraulikzylinder dann einfach auseinander?
      Nein, der LKW kippt um!


      leluno wrote:

      Der Einfluss der 6mm-Leitungen auf die beiden Steuerhebel kann nicht allzu groß sein.
      Naja, das ist relativ, die 6mm-Leitungen messen den Lastdruck gegen eine Feder und regeln bei Überlast den Steuerblock zurück.


      leluno wrote:

      Elektrischer Notaus: auch hier passen die Anschlüsse nicht zum neuen Steuerblock. T müsste über zusätzliche Leitungen irgendwohin geführt werden. Würde auf den Notaus nur ungern verzichten. Gibt es da Bauteile, die an meinen neuen Steuerblock besser passen oder lohnt sich der Umbau?
      Um das zu erkennen reicht Dein Fotomaterial nicht aus, das musst Du näher beschreiben!

      Mark
    • Hallo,

      erstmal Danke für den Beitrag,

      Name ist irgendwie verschwunden - dachte ich hätte...

      Rückschlagventile zwischen den Segmenten? Welche Funktion haben die? Es soll ja immer nur ein Ventil offen sein. Hat der Monoblock sicher nicht - wie sollten die dareinkommen? Heißt das, es geht mit dem Monoblock gar nicht oder nur schlechter? Ich bin ja kein Profi - irgendwie gehen reicht.

      Gruß

      karl
    • schluetel wrote:

      Um das zu erkennen reicht Dein Fotomaterial nicht aus, das musst Du näher beschreiben!
      Also, der Notaus hat zwei Durchführungen - P und T. Der alte Steuerblock hatte oben entsprechende Anschlüsse P und T, auf die der Notaus aufgeschraubt war. Ich vermute, es ist ein Magnetventil dass elektrisch so geschaltet wird, dass das Öl von der Pumpe direkt in den Tank umgeleitet wird so dass der Rest drucklos ist.

      Der neue Steuerblock hat oben nur einen 1/2"-Anschluss für Zuleitung P - sieht man auf dem Foto. Unten am Block wäre ein Anschluss T. Ich müsste jetzt den Notaus(P) mit etwas Abstand vom Steuerblock montieren und T über eine Leitung nach unten führen. Sehr umständlich - eine andere Lösung wäre mir lieber.


      Gruß
      karl



      (4)ist das Notaus.Ventil
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    • schluetel wrote:

      Was ist denn mit dem alten Block?


      Mark
      Der Kran soll nicht mehr richtig heben. Ich kann das selbst nicht beurteilen, da ich keine entsprechende Erfahrung habe. Wir haben versucht, ein PKW-Wrack aufzuladen. Da reichte die Kraft nicht, hätte aber eigentlich reichen müssen. Die Feder-Funktion der Steuerhebel war nicht korrekt. Der Block sieht sehr ausgelutscht aus. Reparierte abgebrochene Hebel. Vermutung deshalb: Steuerblock ist Fehlerursache. Fehlerursache könnte theoretisch aber auch die H-Pumpe oder falsche Einstellung von Überlastventilen sein. Die H-Zylinder sind alle dicht - also augenscheinlich ok.

      Ich habe auch überlegt den alten Steuerblock zu überarbeiten aber ich möchte ohnehin noch Greifer/Rotor nachrüsten - deswegen 2 Hebel mehr. Der neue Steuerblock kostet 180€ - da lohnt sich die Reparatur des alten nicht wirklich.


      Um die Funktion zu überprüfen würde ich gern noch ein Manometer in die 18mm Leitung von der Pumpe zum Steuerblock einbauen. Braucht man dafür ein Absperrventil oder reicht ein T-Stück?


      "der LKW kippt um! Naja, das ist relativ, die 6mm-Leitungen messen den Lastdruck gegen eine Feder und regeln bei Überlast den Steuerblock zurück."

      Wie funktioniert das? Auf dem 2.Foto ist (1) der Hebel für Heben, (2) der Hebel für Auszug ausfahren, bei (3) kann man irgendwas einstellen. Ist (3) ein Lasthalteventil? Wenn das Kippen des LKW verhindert werden soll müsste ja die Stellung des Drehkranzes und die Länge des Auszugs ausgewertet werden. Ich kann mir nicht vorstellen, wie dies über die Hydraulik möglich sein soll? Kann der Kran das tatsächlich oder ist die Kippsicherung eher sehr grob und ungenau?


      Schon mal Danke für deine Unterstützung.

      Gruß

      karl
    • Moin,

      leluno wrote:

      Der neue Steuerblock kostet 180€ - da lohnt sich die Reparatur des alten nicht wirklich.
      naja, aber erfüllt nicht deine Anforderungen. Da hättest du auch einen für 100€ kaufen können.

      Ohne zu wissen ob die Pumpe und oder Filter und Öl gut sind hinzugehen einfach den Steuerblock ohne viel Ahnung tauschen, halte ich (nett ausgedrückt) für falsch.

      Wenn du nun den Steuerblock anbaust und er immer noch fast nix hebt, dann hast du erstmal 180€ in den Wind geschossen...



      Ist (3) ein Lasthalteventil? Wenn das Kippen des LKW verhindert werden soll müsste ja die Stellung des Drehkranzes und die Länge des Auszugs ausgewertet werden. Ich kann mir nicht vorstellen, wie dies über die Hydraulik möglich sein soll? Kann der Kran das tatsächlich oder ist die Kippsicherung eher sehr grob und ungenau?

      Nun das Ventil wird vermutlich auf die weiteste Stellung ausgelegt sein. Die Ventile des alten Steuerblocks sind vermutlich federgerastet mit hydraulischer Rückstellung (deswegen der Anschluss). Wenn die Endlage erreicht ist, steigt der Hydraulikdruck erheblich an. Über die Leitung wird dieser in die Gegenseite des Steuerkolbens geleitet und drückt diesen zurück in Nulllage.

      MfG Kai
    • Kai6.05 wrote:

      Wenn du nun den Steuerblock anbaust und er immer noch fast nix hebt, dann hast du erstmal 180€ in den Wind geschossen...



      Die Ventile des alten Steuerblocks sind vermutlich federgerastet mit hydraulischer Rückstellung (deswegen der Anschluss). Wenn die Endlage erreicht ist, steigt der Hydraulikdruck erheblich an. Über die Leitung wird dieser in die Gegenseite des Steuerkolbens geleitet und drückt diesen zurück in Nulllage.
      Ja, hydraulische Rückstellung macht für den Auszug/Steuerventil (2) Sinn - brauch ich nicht, kann weg. Steuerventil (1) für Heben und Senken ist anders. Vielleicht ist das ein Lasthalteventil.

      180€ in den Sand setzen kann schon sein, das nehme ich in kauf. Ein bisschen Erfahrung mit Maschinen habe ich auch und glaube einfach, dass die Hydraulikpumpe in Ordnung ist. Aber deswegen will ich ja noch ein Manometer zwecks Prüfung einbauen.

      Danke für deinen Beitrag.

      Gruß

      karl
    • Moin,

      das Manometer könntest du mittels T-Abzweig in deine P Leitung einbauen. Das wird aber nur dann den vollen Druck anzeigen, wenn einer deiner Zylinder voll gegen Druck gefahren wird und das DBV auslöst.
      Sonst dümpelt dein Manometer so zwischen schätzungsweise 5 und 100bar.

      Wenn du tatsächlich den max. Druck prüfen willst, so kannst du das Manometer direkt an einen Druckanschluss (A, B oder wie die auch bezeichnet sind) anschließen und kurz den entsprechenden Hebel betätigen.

      MfG Kai
    • Hallo Karl,
      erst mal hast du dir richtig Mühe gegeben dein Thema zu beschreiben, finde ich gut. Ich bin auch der Meinung, dass du es verdient hast aussagefähige Antworten zu bekommen, darum bemühe ich mich jetzt.
      Zu den Rückschlagventilen (hier muß ich aufpassen, dass ich es aus dem Kopf richtig zusammenbringe):
      Nehmen wir an du fährst mehrere Funktionen gleichzeitig, nehmen wir an es ist die Heben und Ausschub Funktion und es ist kein Rückschlagventil verbaut dann kann folgendes passieren.
      Dadurch ist also die Pumpe mit beiden Verbrauchern verbunden.
      Nehmen wir weiter an, dass eine ordentliche Last dranhängt und der Ausschub waagrecht steht, dann sind z.B. beim Anheben 150 bar, beim Ausschub 20 bar erforderlich. Dadurch wird Öl von deinem Heben Zylinder in den Ausschub + Pumpenfördemenge schiessen. Der Ausschub wir rauskatapultiert, der Heben Arm sackt nach unten. Bis der Ausschub ausgefahren ist, dann macht es den nächsten Schlag und der Kran hebt wieder, falls er nicht umgekippt/gebrochen ist.
      Ich denke du wirst erkennen, dass das Monoblockventil nicht das Richtige ist, falls keine Rückschlagventile verbaut sind (ich möchte das nicht kategorisch ausschliessen).
      Gruß
      Gerhard
    • F3L912er wrote:

      Ich denke du wirst erkennen, dass das Monoblockventil nicht das Richtige ist, falls keine Rückschlagventile verbaut sind (ich möchte das nicht kategorisch ausschliessen).

      Gruß
      Gerhard
      Danke für die Erklärung.
      das ist der Monoblock. Ich weiß nicht ob da Rückschlagventile drin sind. Ich kenne es von meinem M25 mit Hiab 008/ein-Auszug so, dass bei Betätigung eines Hebels der Ölfluss in die dahinter liegenden Ventile unterbrochen wird. Es passiert also nichts wenn man einen weiteren Hebel betätigt.

      Das Problem habe ich verstanden. Es ist aber so, dass der Kran nur von zwei Personen bedient werden wird die nunmehr genau wissen, dass man nicht zwei Hebel gleichzeitig bedienen darf. Der Kran ist 30 Jahre alt - es gibt nur wenig Einsätze - zwar mehr als hobbymäßig aber nicht professionell. Die Gefahr einer Fehlbedienung ist immer noch vorhanden aber nicht sehr groß. Das Risiko geh ich ein.

      Ich werde den alten Steuerblock aber auf jeden Fall zerlegen und schauen ob man ihn restaurieren kann. Erfahrung ist aber, dass man mit Neuteilen besser fährt. Geht schneller und ist billiger.


      Gruß
      karl