Agrotron 100 (NEW) MK4 springt bei Minutemperaturen nicht mehr an

    • Agrotron 100 (NEW) MK4 springt bei Minutemperaturen nicht mehr an

      Liebe Deutz-Freunde,

      wir haben mit unserem Agrotron 100 MK4 (Motorcode: BF4M2012C) BJ 07/2015 das Problem, dass er im Winter, sobald es Minusgrade hat nicht mehr ohne fremde Hilfe wegspringt.

      Dies äußert sich dadurch, dass er 1-2 mal schwach durchdreht und dann keine Kraft mehr für Durchzug bringt. Das Ganze mit und ohne Vorglühen. D.h. er orgelt nicht lange, sondern schafft es einfach nicht den Motor durch den Anlasser/Batterie auf Touren zu bringen um ihn zu starten.
      Das hört sich eigentlich nach Batterie an. Mit zusätzlicher Starterbatterie oder sogar einem kleinen Starter ( z.B. Dino Kraftpaket 600-12v ) klappt das.


      Das Problem haben wir seit mittlerweile ca. 5 Jahren. Seitdem wurde mehrmals die Batterie und auch der Anlasser getauscht. Leider hatten wir bis zum Tausch der Teile in den letzten Jahren immer so lange gewartet, bis es dann nach der Reperatur keine Minusgrade mehr hatte und wir nicht mehr sagen konnten ob das Problem jetzt behoben ist oder nicht. Im nächsten Winter trat es wieder auf...

      Der Deutz hat aktuell ca. 7.500 Stunden. Er läuft jeden Tag 1-2 Stunden - ohne Motorabstellen zwischendurch. D.h. die Batterie wird eigentlich immer wieder schön geladen.
      Gestern haben wir von einer Werkstatt nochmal Batterie (mittlerweile 2 Jahre alt) und Anlasser (ebenso 2 Jahre) testen lassen => Laut Werkstatt alles in Ordnung.

      Habt ihr ein Idee an was das liegen könnte?
      Gibt es irgendwelche Schwachstellen in der Verkabelung die wir als nächstes Prüfen könnten? Bei warmen Temperaturen springt der Deutz sofort und sehr gut weg - also kein langes orgeln oder so.
      Einen Leistungsverlust konnte ich in den letzten Jahre auch nicht feststellen - vom Gefühl her bringt er seine 100 PS. Würde gemäß Eurer Erfahrungen ggf. ein Einstellen der Ventile etwas bringen?

      Vielen Dank für Eure Tipps.

      Viele Grüße,
      Steran
    • Moin,

      a) Masseverbindungen geprüft?
      b) Anlasser etwas verklemmt? Wir hatten bei unserem Hanomag 900 mal das Problem daß der bei Kälte nur widerwillig startet. Der startet ja eh nur nach 30s vorglühen, und wenn dann nichts kommt ist das blöd. Der Anlasser wurde überarbeitet und seitdem konnte man auch mal 3 mal hintereinander starten.

      Gruß,
      Josef
    • Hallo Steran,
      der Dieselmotor braucht für den Kaltstart einen flotten Durchzug, der bei Dir nicht zustande kommt. Da Anlasser und Batterie schon gewechselt wurde, sollte der Fehler anderweitig sein.
      Die Verbindung von der Batterie zum Anlasser könnte Fehlerhaft sein, was naheliegend ist.
      Prüfen wie hoch der Spannungsabfall zwischen Batterie und Anlasser ist, ist unausweichlich.
      Voltmeter in kleinen Bereich (3V) schalten und Plusklemme an der Batterie Plus klemmen, Minusklemme am Anlasser, dicken Plusanschuss klemmen.(beim starten sollten keine 0,5V angezeigt werden)
      Jetzt Minusseitig die Messung, Minusklemme an der Batterie Minus klemmen und die Plusklemme am Anlassergehäuse.(sollte auch nicht mehr wie 0,5V sein)
      Bei diesen Tests, ist es von Vorteil wenn der Motor blockiert wird.(Gang einlegen und ohne die Kupplung zu treten starten, bei Anlassersperre oder Wandlerkupplung nicht möglich)
      Gruß Demian
    • mit zweiter Batterie parallel springt er an.
      Wo schließt du die zweite Batterie an? Direkt an den polklemmen der eigentlich verbauten starterbatterie? Wenn ja dann wird die Batterie nicht voll geladen.
      Wenn woanders, solltet ihr es mal direkt an den Polen prüfen. Springt er da dann auch nicht an, liegt es an übergangswiderstand. Wie vom vorschreiber. Kannst ausmessen.

      Bei nicht voll geladener Batterie ist die Lima wahrscheinlich defekt. Hatte ich auch schon.
      Ladespannung sollte bei 14,4 Volt liegen.
      Bleibt diese bei nur 13 Volt, wird die Batterie nie voll. Für den Sommerstart reicht das.
    • Vielen Dank für Eure Antworten!

      Ich hatte eingangs leider vergessen zu erwähnen, dass wir auch die Lichtmaschine schon getauscht hatten.
      Es ist eine MAHLE AAK4320 14V 95A verbaut. Batterie haben wir eine 120Ah.
      Zuerst dachte ich, dass die Lima ggf. etwas zu klein ist, lt. Recherchen werden aber bei diesem Deutz die 95A verwendet. Daran sollte es also nicht liegen!?

      Hab heute die Massekabel geprüft - die sind wirklich alle sauber :-/

      Bei der Starthilfe klemme ich immer direkt an der Batterie an!

      Bezüglich der Tipps für die Messungen von Dir @Demian und @ 06bismk3 - hab da leider keine Erfahrung, deshalb muss ich so doof nachfragen:
      Kann ich die mit einem 0815 Multimeter machen, oder schmilzt mir das Ding unter der Hand weg?

      Wäre ein weiterer Test sinnvoll, wenn ich zusätzlich zur am Deutz angeschlossenen Batterie die Masse Batterie mit Masse Anlasser mit einem Starterkabel verbinde? Man kommt nur etwas blöd an den Anlasser dran, da ein Frontlader verbaut ist...aber wenn es sinnvoll ist, würde ich dies versuchen.
      Die Massekabel sehen zwar alle sauber aus, aber dieser Test würde ja beweisen, dass es doch irgendwie mit der Masse zu tun hat - sollte er mit dieser Verkabelung problemlos starten.

      Noch ein Gedanke:
      Der Deutz läuft zwar jeden Tag 1-2 Std. meist aber nur im Leerlauf bzw. geringer Drehzahl (wir verwenden ihn nur an der Silozange, und behandeln ihn schonend). Führt dies ggf. dazu, dass die Lima die Batterie nicht richtig lädt?


      btw: Den Tippfehler im Titel kriege ich nicht irgendwie raus, oder? Ich finde den Bearbeitungsbutton hierfür nicht :-/
    • Hi Steran,

      Steran wrote:

      Wäre ein weiterer Test sinnvoll, wenn ich zusätzlich zur am Deutz angeschlossenen Batterie die Masse Batterie mit Masse Anlasser mit einem Starterkabel verbinde? Man kommt nur etwas blöd an den Anlasser dran, da ein Frontlader verbaut ist...aber wenn es sinnvoll ist, würde ich dies versuchen.
      Die Massekabel sehen zwar alle sauber aus, aber dieser Test würde ja beweisen, dass es doch irgendwie mit der Masse zu tun hat - sollte er mit dieser Verkabelung problemlos starten.
      Würde ich auf alle Fälle mal testen,wenn eine zusätzliche Masse auf den Anlasser kommt ob ein Unterschied besteht.
      Auch die Masse der Lichtmaschine muss in Ordnung sein sonst lädt sie im eingebauten Zustand nur schwach! Ausgebaut auf dem Prüfstand funktioniert sie dann natürlich tadellos.


      Steran wrote:

      Das hört sich eigentlich nach Batterie an. Mit zusätzlicher Starterbatterie oder sogar einem kleinen Starter ( z.B. Dino Kraftpaket 600-12v ) klappt das.
      In der Ersatzteilliste hat der AT 100 eine 120Ah /ca. 800 A Batterie oder auch eine 143Ah ca. 950 A und eine 180Ah mit ca.1100 A Startstrom gelistet.
      Generator immer 95 A.

      Sonst alles durchmessen...sagte ja bereits DEMIAN, auch auf sonstige Stromverbraucher kontrollieren z.b RadioUSB/Handyladegerät usw.


      VG
    • So, hab heute mal ein bisschen rumgemessen - jedoch nur direkt an der Batterie, da die anderen Teile etwas blöd zu erreichen sind (u.a. wg. Frontlader) und ich am Sonntag nicht zu viel wegbauen wollte.

      Heute Nacht hatte es bei uns -10°; Tagsüber -2/-3; also "ideale" Bedinungen für das schlechte Startverhalten.
      • Heute morgen bei etwa -7°; Zündung aus: 12,64V
        Das ist jetzt nicht der Wahnsinn, lt meiner Recherchen sollten das aber ca. 80% der Batterie entsprechen, oder?
      Mittags habe ich dann die Arbeit begonnen (hatte -3°)
      • Nach 3 erfolglosen Startversuchen; und eingeschalteter Zündung hat das Multimeter: 12,33V angezeigt.
      Danach hab ich den Traktor mit Hilfe der Powerbank gestartet - sprang an; ohne nicht.

      Messung bei laufenden Traktor um die Lichtmaschine zu prüfen:
      • Abblendlicht und Obere Scheinwerfer an; sonst keine Verbraucher: 13,52V
      • Alle Verbraucher aus: 13,73V
      => dies würde ja darauf hindeuten, dass die Lima nicht ihre Leistung bringt (14,6V)?

      Nach ca. 0,75h Arbeit Deutz aus gemacht und sofort gemessen (Zündung aus):
      • 13,4V (damit dürfte die Batterie dennoch nahezu voll sein?)
      Jedoch ist dieser Wert innerhalb 1,5 Minuten auf 13,00V gefallen; da konnte ich richtig schön zuschauen)
      20 Minuten später waren es nur noch 12,75V, 10 Minuten später jedoch wieder 12,80V (kann ich mir nicht erklären; ggf. Messungenauikeit des Multimeters?).

      Nach dem zweiten Arbeitseinsatz heute (ca. 1h) wieder sofort nach dem Abstellen mit ausgeschalteter Zündung gemessen:
      • 13,5V (=> Batterie voll!?)
      auch hier konnte ich wieder zuschauen, wie die Voltzahl runter ging.
      1 Stunde später zeigte das Multimeter noch 12,83V alt.

      Die anderen Messungen erfolgen die nächsten Tage; spätesten Samstag, da habe ich mehr Zeit.

      Für mich sieht das wie folgt aus:
      Die Lima scheint die Batterie schon vollständig laden zu können, jedoch saugt mir irgendwas die Batterie nach dem Abstellen etwas leer, damit sie nicht mehr 100% sondern nur noch 80%? hat. Und die 80% der 120Ah Batterie reichen bei den tiefen Temperaturen wohl nicht um den Deutz anzukriegen?

      Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es normal ist, dass noch etwas von der Batterie gesaugt wird, wenn man aus macht - Elektronik?. Aber dass die so viel zieht?
      Auf jeden Fall hatte ich die Zündung aus, und auch die Türen zu -> also kein Licht o.ä. im Innenraum.

      Um die Masse wenigstens ein bisschen zu prüfen, habe ich das Massekabel am Mulitmeter mal ein bisschen an nicht lackierten Stellen im "Deutzgehäuse" gehalten; bzw. diverse Stellen ausprobiert; + direkt an der Batterie: Hier hatte ich jeweils identische Werte gemessen. Heißt, dass Masse von der Batterie weg in Ordnung sein sollte.
    • Hallo Steran,
      da Du schon beim prüfen der Limaspannung bist, kann ich nur sagen das 13,52V, trotz eingeschaltetem Licht zu gering ist. Ein defekt an der Lima ist wohl kaum vorstellbar, da sie ja schon getauscht wurde.
      Ein Übergangswiderstand in der Verbindung Lima - Batterie kann ich mir auch vorstellen.
      Motor laufen lassen und Beleuchtung, Gebläse einschalten, an der Batterie Spannung messen und dann an der Lima B+. Die Spannung sollte identisch sein und über 14V liegen.(eventuell Drehzahl erhöhen)
      Gruß Demian
    • Hallo Steran,

      über eine Spannungsmessung kannst du keine Aussage zur Kapazität bzw. lieferbarem Strom einer Batterie machen, nur zum Ladezustand.
      Das bedeutet du müsstest die Batterie voll laden und dann mehrere Stunden, besser einen Tag abgeklemmt stehen lassen. Dann kannst du messen.
      -->Ruhespannung. Messungen gleich nach dem abstellen oder während laufendem Motor sagen zur Batterie nichts nichts aus.


      Steran wrote:

      Heute morgen bei etwa -7°; Zündung aus: 12,64V
      Das ist jetzt nicht der Wahnsinn, lt meiner Recherchen sollten das aber ca. 80% der Batterie entsprechen, oder?


      Ja, bei eine nassen Bleisäure Batterie wäre das so zu 80-90% geladen.

      Lad doch mal die Batterie von Hand voll und probiere morgens bei kalten Motor. Wenn sich nichts tut, geh mit Starthilfe Kabeln direkt am Anlasser parallel noch dazu. Erst nur Minus an eine Befestigungsschraube, probieren, dann Plus an den Magnetschalter, probieren, am Ende beides zusammen. Tut sich immer noch nichts, probiere eine andere Batterie.
      Wenn er mit der gleich anspringt, war die Batterie doch nicht voll bzw. fehlt ihr die Kapazität.
      Dann zieht dir vielleicht über Nacht was Strom. Um das rauszufinden, den Traktor abstellen, alles ausschalten.Pluspol von der Batterie trennen und ein Multimeter/Amperemeter dazwischen schalten. Bei wesentlich über 100mA hast du ein Problem. Dann ziehst du nacheinander die Sicherungen und schaust, ob und wo der Strom wieder abfällt. Die Verbraucher, die an dieser Sicherung hängen, musst du dann mal näher inspizieren.

      Ich hatte das gleiche Problem bei meinem 07er. Schon bei einstelligen Temperaturen schlecht bis gar nicht mehr angesprungen. Alles ausprobiert, getauscht, usw.
      Letztendlich hat dann ein Getriebeanlasser Abhilfe geschaffen. Auch bei 2stelligen Minusgraden ohne vorglühen gleich da.

      Gruß
      C=
    • der Tipp mal mit Ladegerät laden ist gut. Und dann probieren wie er sich verhält.
      Aber bitte ein elektronisches das auf 14,4 Volt hoch geht und nicht so ein alter Trafo Knochen.

      Ich vermute nach wie vor eine nicht vollständig geladene Batterie.

      Und da das wohl täglich wiederholt wird, müsste mit reconditionieren geladen werden, damit sulfatierung entfernt wird.