F2L514/4 drehzahl

    • F2L 514/4
    • Hallo,
      Ich schließe mich dieses Thread mal an, da ich über die Suchfunktion noch nicht wirklich weiter gekommen bin.
      Wir haben einen anderen Motor in unserem F2L514/4 eingebaut, da der alte Motor einen Kurbelwelle-Lagerschaden hat.
      Der 'Ersatzmotor' ist ebenfalls ein F2L514 Motor, lief aber vorher angeblich vor einem Generator.
      Motor ist im Schlepper eingebaut, springt gut an, und läuft in Standgas und Vollgas sauber und ruhig. Nur unter Last erhöht er ziemlich träge die Drehzahl ?(
      Nun die Frage, beim alten Motor ist die markierte Schraube unter der Abdeckung der Einspritzpumpe um einiges weiter eingedreht, als beim jetzigen.
      Was verstellt man, bzw. was stellt man an dieser Schraube ein?
      Vielen Dank schon mal für Eure Hilfe.
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    • Hallo Schrauber,
      vielleicht kann ich etwas helfen:



      Bild 1 zeigt den Regler ohne Feder aber die Regelgewichte
      Bild 2 die EP, die Stange mit den 2 roten Markierungen oben dreht die Pumpenelemente.
      Bild 3 alles zusammen.
      Gibt man Gas, wird nur die Regelfeder im Regelgehäuse verändert (Kreis C). Man hat keinen direkten Einfluß auf die EP. Das wirkliche "Gasgeben" wird vom Regler über die Regelstange (Kreis B) auf die EP weitergegeben. In der Einspritzpumpe läuft oben eine Stange die die Pumpenelemente verdreht. die Bewegung der Regelstange wird dahin geleitet. Wer das Prinzip der Deutz EP nicht kennt, kann sich den Lehrfilm der Bosch EP im WWW ansehen, da wird alles erklärt und das Prinzip ist gleich. Kreis A zeigt das Ende dieser Stange, das auch zum Abstellen genutzt wird. Außerdem ist an der Stelle die Mehrmengenanreicherung, die beim Start benötigt wird.

      Zu Deinem Problem: Es kann der Regler zäh reagieren. Es können die Pumpenelemente verharzt sein und sich nicht leicht drehen. Es kann was in die Bewegungsweitergabe im Kreis A hängen.
      Ich würde Regler und EP ausbauen und inspizieren. Das kann man ohne Probleme machen, es fallen einem keine Teile entgegen. Meine EP mußte ich 2 Tage mit WD40 einweichen, dann ging wieder alles leicht. Später habe ich alles gut geölt, sie dann eingebaut und so läuft es heute noch. Mein Regler war voll mit Schmodder und wurde ebenfalls gut gereinigt und geölt.
      Mit der Mehrmengenanreicherung hatte ich keine Probleme, deshalb habe ich Kreis A nicht geöffnet und kann deshalb auch nicht sagen was sich darin verbirgt.
      Achtung, die Dichtungen bei beiden Teilen sind Teil der Einstellung. Sie müssen durch Dichtungen mit der gleichen Dicke ersetzt werden! Ich habe sie aus Dichtungspapier neu geschnitten.
      Achtung, bei Manipulationen an der Regelstange kann der Motor durchgehen. Der Aussteller beendet das, deshalb nicht ohne Aussteller starten. Oder Schlüssel zum Abdrehen der Einspritzleitungen bereitlegen. Generell würde ich an der Regelstange erst mal nichts ändern.
      Unter Deiner markierten Schraube könnte sich rein gefühlsmäßig eine Feder und eine Kugel verbergen, Ist die zu fest angezogen könnte sie den Freilauf der Stange über den Pumpenelementen behindern und so vielleicht zum trägen Gasgeben beitragen ... ?
      Und noch ein Tip: Man kann hören, ob die Mehrmengenanreicherung funktioniert. Motor über den Aussteller ausschalten und völlig zur Ruhe kommen lassen. Aussteller zurück auf Laufen stellen.
      Wenn man jetzt die Regelstange etwas Richtung Vollgas drückt muß ein leises Klicken aus dem Bereich Kreis A kommen (sie hat sich abgeschaltet) Durch Anheben des Ausstellers kann man sie wieder aktivieren. Also aktiviert sie sich bei jedem Ausstellen automatisch.

      Lass uns mal wissen wie es ausging.
      Mit einem öligen Händedruck

      Ralf
      _______________________
      LANZ D1616 und Deutz F2L514
    • Hallo Pauly,
      vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht.
      Wir haben unseren Motor nun schön am laufen :rolleyes:
      Was haben wir gemacht.
      1. Düsen überprüft, öffneten ca 10 bar zu früh( neu eingestellt), sollte aber nicht das Problem gewesen sein.
      2. Regler überprüft, alles gängig gemacht( hier wird vermutlich der größte Fehler gelegen haben. ), wobei es vorher auch gängig war, vermutlich aber nicht ganz so leicht. Anschließend Reglerstange ,wie hier beschrieben, mit 1mm Spiel eingestellt.
      3. Die Schrauben hinter der Abdeckung ( im Bild, Kreis A) , vermutlich Mehrmengenanreicherung, wie beim Vorgänger Motor eingestellt.
      Motor gestartet, lief aber am Anfang noch nicht ganz Qualmfrei ?(
      Während wir noch am überlegen waren, wo der Fehler liegen, und der Motor im Standgas vor sich hin lief, kammen irgendwann verbrannte Stoffpfetzen aus dem Krümmer ;(
      Hier ist irgendwann mal ein Putzlappen, vom Ansaugrohr, welches vorher zum verschließen diente, nicht entfernt worden <X , und somit angesogen worden.
      Dieser hat einen Zylinder die Luftzufuhr erschwert, und somit zum Leistungsverlust,und zum Qualmen geführt.
      Zum Glück ist kein Schaden entstanden, und als die Fetzen aus dem Krümmer aufhören, lief er wie am ersten Tag!! :thumbsup:
      Fast Qualmfrei, außer beim Gas geben :thumbup:
      Was lernen wir daraus, lieber das Ansaugrohr zukleben, als zustopfen :!:
      Vielen Dank nochmals für die Informationen, die hier im Forum geboten werden. :thumbsup:
      Mfg
    • die Story hab ich schon mal hier zum Besten gegeben:
      Ein Freund hatte einen Ford 2000, der ganz merkwürdige Effekte hatte. Wochenlang lief er gut, dann zog er nicht, ging aus, nahm kein Gas an, usw.
      Man fand ... ein altes Mieder im Tank.
      Warum das Mieder im Tank war überlasse ich Eurem Kopfkino :rolleyes: :D :D
      Es wieder raus zu fummeln war mühselig.

      Viele Grüsse aus Rheinhessen!
      Mit einem öligen Händedruck

      Ralf
      _______________________
      LANZ D1616 und Deutz F2L514