F2L712 D30 ist während der Fahrt ausgegangen und Startet nicht mehr Motorschaden?

    • Moin,

      so wie sich der Motor anhört, braucht man nicht über einfache Schen, wie einen verstellten Förderbeginn nachdenken. Die Köpfe müssen runter.

      Der Kompressionsdruckmessung würde ich nicht allzu sehr trauen. Mein D40 hatte auch noch 24bar und trotzdem komplett zerstörte Kolbenringe und zertrümmerte Kolbenringnuten.


      MfG Kai
    • Servus miteinander,

      und vor allem, wie soll sich denn der Förderbeginn bei einem F2L712 während der Fahrt von jetzt auf gleich so weit verstellen, dass der Motor ausgeht?
      Wenn das der Fall wäre, ist irgendwas an der Steuerung, sprich der Nockenwelle incl. Zahnräder so beschädigt, dass man um eine Öffnung des Motors und Komplett-OP eh nicht drum rum kommt.

      Also nicht mehr lang um den heißen Brei herumdiskutieren, Pumpenplatte runter, Köpfe runter und weiter sehen.

      Grüße vom
      Reini

      P.S.: und wenn sich herausstellen sollte, dass es doch nur an irgendeiner bislang nicht bedachten Kleinigkeit gelegen hat, dann hat man
      a) an Erfahrung gewonnen,
      b) ein klares Bild vom Motorzustand, kann
      c) eventuell nötige Abdichtmaßnahmen gleich durchführen und
      d) ist der Aufwand für Pumpenplatte und Zylinderköpfe ja nicht so waaahnsinnig groß.
      Und wenn er wieder läuft, würd ich auch mal die Abregeldrehzahl prüfen und ggf. einstellen. 2 Minuten vor dem Tod lief er ja noch mit gefühlt ziemlich hoher Drehzahl.
      Bevor i mi d'rüber aufreg', is's ma liaba Wurscht.

      Post was edited 1 time, last by krammerreini ().

    • Kai6.05 wrote:

      Moin,

      so wie sich der Motor anhört, braucht man nicht über einfache Schen, wie einen verstellten Förderbeginn nachdenken. Die Köpfe müssen runter.

      Der Kompressionsdruckmessung würde ich nicht allzu sehr trauen. Mein D40 hatte auch noch 24bar und trotzdem komplett zerstörte Kolbenringe und zertrümmerte Kolbenringnuten.


      MfG Kai
      Aber ich nehme an das dein D40 damit noch lief oder ?
    • Hallo Zusammen,

      ich habe gestern die beiden neuen Düsenstöcke eingebaut.
      Leider startet er nicht. Wie ihr im Video sehen könnt.
      Das seltsame ist, dass wenn ich das Kupplungspedal durchtrete beim Starten gibt es spürbare Schläge im Pedal.
      Scheint wohl doch einiges an arbeit zu werden, leider....





      Viele Grüße und schönes WE
    • Hallo ,

      wie viele geschrieben haben / vermuten hat der Traktor einen Motorschaden .

      Was würde ich machen ?
      1. Motoröl runter , sind da Metallteile drin ?
      2. Wenn im Tank das Bodenventil in Ordnung ist , nutzen oder
      den Diesel ablassen .
      3. Pumpenplatte abbauen , bitte kein Schraubendreher oder dergleichen
      zwischen Motorblock und Pumpenplatte treiben .
      Diese prüfen , oder prüfen lassen .
      4. Motorraum mit Diesel reinigen , sind Metallteile drin ?
      5. Jeden Kolben auf unteren Totpunkt drehen und dann das Pleuelspiel
      prüfen . Vor und zurück sollte Spiel festzustellen sein .
      6. Am oberen Totpunkt das gleiche .
      7. Nockenwelle und das dazugehörige Zahnrad prüfen .
      8. Mit einem Endoskop kann man die anderen Zahnräder prüfen .
      Auf der Kurbelwelle und beim Masseausgleich ist ein Zahnrad ,
      zumindest beim F1L712 ist das so .
      9. Zylinderkopfdeckel runter und den Motor mit der Hand durchdrehen .
      Wie arbeiten die Kipphebel ?
      10. Kipphebel runter und Stößelstangen prüfen
      11. Zylinderkopf runter was sieht man dann ?
      12. Zylinder ziehen , Schäden zu sehen ?
      13. Hydraulik-Pumpe dreht frei ?

      Bis hier kann man ohne Spezielle Werkzeuge alles selber machen ohne
      denn Traktor weiter zu zerlegen zu müssen .

      Ich würde das WHB zum 812 mir zulegen , da hier alles mit einer
      Schritt für Schritt Anleitung mit Bildern erklärt wird

      Wenn man kein Endoskop hat kann man den vorderen Stirndeckel abbauen ,
      dann hat man einen Blick auf den Zahnräder .
      Hierzu muss aber vielmehr abgebaut werden .

      Ich kenne den Motor / Trakor nicht genau , daher vorsichtig mit meiner Liste .

      Gruß Eckard
      Meine Schlepper :
      Deutz D15 ( 712 ) , Deutz D40L / 40.2 ( 812 ) , Deutz 4005
      und zwei Standmotoren Type F1l712 .
    • Leute, Leute,

      Finger weg von jeglichem Startversuch! Hier liegt ein kapitaler mechanischer Schaden vor. So ein schlagendes Geräusch sollte einem eigentlich die Vorsicht ins Gehirn schießen!

      Was hier zu tun ist:
      • Pumpenplatte runternehmen
      • Glühkerzen raus
      • Leerlauf einlegen
      • Ventildeckel runternehmen
      • alle Nebenaggregate abhängen
      • 2. Person nehmen und dann mit der Handkurbel (oder passender Nuß auf der Keilriemenscheibe vorne) den Motor sehr langsam nach rechts (Uhrzeigersinn, wenn man davorsteht mit Blick zum Lenkrad) drehen und die 2. Person dabei in den Block schauen lassen und sehen, WAS sich WIE bewegt! Auch Ventiltrieb/Nockenwelle oben und innen beobachten (lassen von Person, die kurbelt oder einer weiteren).
        Möglicherweise sieht man den Schaden schon, was ich fast vermute.
      • Dann prüfen, ob Lagerspiel durch Rütteln schon spürbar ist.
      • Wenn nichts sichtbar ist, Luftgitter weg und bei selbem händischen Drehen die Kupplung ansehen - ich weiß, beim D30 ist das nicht so einfach wie bei der 612er-Serie. Dreht sich das Schwungrad?
      • Erst dann würde ich zu Eckard's Maßnahmenplan schreiten und von unten nach arbeiten (mit Kurbelwellenlagern beginnen).
      Ich gehe davon aus, daß der Motor ziemlich hinüber ist. Er bekommt keine Drehzahl wegen einer mechanischen Blockade, die aber sehr ernst sein dürfte... Es sind graue Wolken, also auch mit teilverbranntem Sprit.

      Griaßle
      Martin
      Beim Griff in die eigene Tasche stellt man immer wieder fest, dass die "Öffentliche Hand" bereits vorher drin war...
      Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. (Voltaire)
      Ich kann, weil ich will, was ich muss! (Immanuel Kant)
      Wenn man bei einem anderen Menschen erfolgreich Fehler finden möchte, so verwende man nicht eine Lupe, sondern besser einen Spiegel.

      Der Oberschwabe: homo erectus spaetzlei-maultaschii
    • Der F2L 712 neigt bei schlechter Pflege (zu seltener Ölwechsel) zum Lagerschaden am Schwungradseitigem Hauptlager. Dieses frisst wegen Ölmangel auf der Welle, fällt zusammen und dreht sich dann mit. Ursache dafür ist die Ölführung durch die Kurbelwelle, durch die Pleuelzapfen zum hinteren Lager. Im Pleuelzapfen setzt sich der Ölraum um die eingewalzten Rohrhülsen herum mit Ölschlamm zu und dann kommt hinten nichts mehr an. Beim 812er gab es eine Änderung in der Ölversorgung, da kommt das Öl dann direkt vom Hauptölkanal. Merken kann man den Lagerschaden meistens durch Höherspiel am Schwungrad.
      Gruß, Detlef (der aus der Salzstadt)
    • Hallo zusammen,
      Ihr hattet leider recht, es ist etwas mechanisches. Als ich die Pumpenplatte abgenommen habe konnte ich das Dilemma sehen. Die Kurbelwelle ist gerissen, am Lager sitz zum Schwungrad.
      Nach einigen Überlegungen bin ich zum Entschluss gekommen den Motor wieder instand zusetzen.
      Nun bin ich auf der Suche nach einer neuen Kurbelwelle inkl. Lagersitz.
      Hat jemand von euch evtl. noch eine?

      Viele Grüße.
      Files
      • DSC_0005.JPG

        (4.94 MB, downloaded 97 times, last: )
    • Es sind immer wieder F2L712 in den Kleinanzeigen in der Bucht zu finden...

      Griaßle
      Martin
      Beim Griff in die eigene Tasche stellt man immer wieder fest, dass die "Öffentliche Hand" bereits vorher drin war...
      Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. (Voltaire)
      Ich kann, weil ich will, was ich muss! (Immanuel Kant)
      Wenn man bei einem anderen Menschen erfolgreich Fehler finden möchte, so verwende man nicht eine Lupe, sondern besser einen Spiegel.

      Der Oberschwabe: homo erectus spaetzlei-maultaschii
    • Servus Werner,

      kaputte Kurbelwelle ist bescheiden und wird teuer. Kurbelwellen findet man im Internet, habe da aber keine Erfahrungen, ob die was taugen...

      Und bevor du jetzt ein Faß ohne Boden aufmachst würde ich schon noch den Zustand des restlichen Motors anschauen. Kolben und Zylinder würde ich auch gleich erneuern, die Zylinderköpfe vermutlich überarbeiten lassen. Das geht sicherlich ins Geld. Dessen solltest Du Dir bewusst sein. Ansonsten wäre es tatsächlich besser einen gebrauchten zu suchen.

      LG Emanuel
      D30S-NFG, BJ 62 und F2L612/6-N, BJ 57
    • F2L612- und F2L712-Blöcke sind identisch.

      Unterschiede:
      • Bohrung: 612: 90mm, 712: 95mm und damit andere Zylinderfußdichtung
      • Plunger am 712: 7mm, am 612: 6mm
      • 612 oft mit Kraftstoff-Förderpumpe, 712 ohne
      • Pumpenplatten können getauscht werden bis F2L812
      • Kurbelwellen identisch
      • 612 Andrehklaue an Nockenwelle, am 712 an Kurbelwelle
      • F2L812 im Prinzip auch verwendbar, ist aber OHNE Nebenstromölfilter! Filterglocke nicht vorhanden.
      Griaßle
      Martin
      Beim Griff in die eigene Tasche stellt man immer wieder fest, dass die "Öffentliche Hand" bereits vorher drin war...
      Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. (Voltaire)
      Ich kann, weil ich will, was ich muss! (Immanuel Kant)
      Wenn man bei einem anderen Menschen erfolgreich Fehler finden möchte, so verwende man nicht eine Lupe, sondern besser einen Spiegel.

      Der Oberschwabe: homo erectus spaetzlei-maultaschii
    • Hallo zusammen ,

      wenn die Kurbelwelle geschrottet ist
      dann kann / ist vermutlich mehr defekt
      und rein wirtschaftlich ein Total
      Verlust .

      Wen man nun einen gebrauchten
      Motorblock sucht um viele
      Teile wieder zu verwenden , geht das
      nur ab 712 .
      Ein 612 , wie Martin erklärt hat ,
      hat eine andere Bohrung .
      Das heißt das man die eigenen
      Zylinder nicht mehr weiter verwenden
      kann . Neue Zylindersätze für
      612 zu kaufen erscheint mir dann
      rein wirtschaftlich falsch zu sein .

      Wenn du einen anderen Block
      kaufst dann komplett zerlegen und
      reinigen . Besonders auf die Ölkanäle
      achten , da ist oft viel Dreck drin .

      Alternative kaufe ein kompletten
      Motor und verkaufe die Teile die
      vom alten noch gut sind .

      Man sollte das immer ein wenig
      auch von der Wirtschaftlichen Seite
      betrachten .

      Zur Zeit sind Ersatzteile sehr günstig
      und komplette Motoren auch .

      Gruß Eckard
      Meine Schlepper :
      Deutz D15 ( 712 ) , Deutz D40L / 40.2 ( 812 ) , Deutz 4005
      und zwei Standmotoren Type F1l712 .
    • Servus miteinander,

      mal so nebenbei und zum allgemeinen/persönlichen Verständnis gefragt:
      Dass sich 612 und 712 bei der Zylinderbohrung unterscheiden ist bekannt.
      Nachdem (laut Aussage meines alten Lehrmeisters zum Beispiel) inzwischen wohl sehr viele, vielleicht sogar die allermeisten 612er mit den 95er Zylindern ausgerüstet sein dürften, und diese Umrüstung vom Block her ohne Mehraufwand machbar ist, stelle ich mir folgende Frage:
      Sind die 90er und die 95 Rohre vom Außendurchmesser nicht gleich? Im Block passen ja beide rein und werden dicht. Ich war bisher der Meinung, dass quasi nur die Zylinderwandung um 2,5 mm dünner ist und so ein um 5 mm größerer Innendurchmesser entsteht. Und dann müsste der Zylinderfuß mitsamt O-Ring doch der gleiche sein.
      Persönlich war ich noch nie mit einer Umrüstung konfrontiert, und von daher hab ich mir da noch nie große Gedanken dazu gemacht. Ich bin eigentlich erst durch die Aussage von Martin @Obrschwob stutzig geworden.

      Obrschwob wrote:

      Bohrung: 612: 90mm, 712: 95mm und damit andere Zylinderfußdichtung


      Auch bei meinem 612er sind 95er Rohre verbaut. Als ich das entdeckte, war erst ich etwas verwirrt und überrascht. Ich hab daraufhin meinen Lehrbetrieb besucht, der auch diesen Traktor 1964 als Gebrauchtfahrzeug an den Zweitbesitzer verkauft und dann etwa drei Jahrzehnte betreut hat. Und bei eben diesem Besuch hat mir mein ehemaliger Chef erzählt, dass nach dem erscheinen der 712er eigentlich alle 612er, bei denen eine Motorüberholung fällig war, auf die 712er Rohre umgerüstet wurden. Er konnte sich zwar nicht mehr an jedes Detail erinnern, aber nach seiner Aussage war das kein großer Akt. Einfach nur neue Laufgarnituren verbauen. Unter Umständen könnten sogar die alten Köpfe weiter verwendet worden sein, da bin ich mir nicht ganz sicher, aber dazu hat vielleicht @Lausbua Emanuel noch Infos.
      Vielleicht hat ja ein User noch 612er Rohre rumliegen, ein anderer vielleicht 712er und vielleicht machen sich beide die Mühe und messen mal die jeweiligen Außendurchmesser. Dann sehen wir ja, ob ich richtig denke oder total daneben liege 8o ?( :S .

      Grüße vom
      Reini
      Bevor i mi d'rüber aufreg', is's ma liaba Wurscht.
    • Servus Reini,

      Wirkliche Infos habe ich nicht, aber nach alle dem, was im WHB steht und im Forum zusammengetragen wurde, ist es wie du schon geschrieben hast ganz einfach. Die Teile sind untereinander kompatibel und man rüstet einen 612 er Block einfach mit den 712 Zylinderrohren und Kolben aus. Zylinderköpfe sind bis 41R ebenfalls austauschbar. Das Auswechseln von Zylinder und Kolben ist angesichts so eines Schadens für mich ohnehin selbstverständlich, weil vermutlich der geringste Kostenfaktor.

      An Werners Stelle wäre ich jetzt auch etwas ratlos. Grundsätzlich würde ich bevor ich mir einen gebrauchten Motor hole von dem ich den Zustand auch nicht kenne, meinen kaputten Motor wieder herrichten, aber dagegen spricht evtl. der Kosten Nutzen Faktor.

      Daher mein Rat erstmal den Motor ausbauen und wirklich alle Teile begutachten und dann entscheiden.

      LG Emanuel
      D30S-NFG, BJ 62 und F2L612/6-N, BJ 57