Differential Deutz 3006

    • Differential Deutz 3006

      Hallo zusammen,

      habe heute mein Differential ausgebaut, da ich beim Anfahren und beim Lastwechsel ein schlagendes Geräusch aus diesem Bereich hatte. Ich habe das Differential dann geöffnet und ein deutliches Spiel der Kegelräder festgestellt. Bei dem Getriebe handelt es sich um ein TW 35.1. Im Differential sind Anlaufscheiben verbaut.

      Meine Frage wäre nun, ob jemand diese Anlaufscheiben schon mal getauscht hat und dadurch das Spiel beseitigt wurde? Darf da überhaupt Spiel sein, wenn ja wie viel? Habe dazu leider nichts in meinem Werkstatthandbuch gefunden.
      Des Weiteren sieht man auf dem einem Bild, wie sich die Anlaufscheiben leicht ins Gehäuse eingearbeitet haben. Dies ist mit dem Finger ganz leicht spürbar. Wäre das noch tolerierbar?

      Vielleicht hatte jemand Erfahrungswerte zu dieser Sache.

      Grüße

      Markus
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    • Hallo ,

      wenn die Scheiben aus Buntmetall verschlissen sind dann
      sind die vier Zahnräder weiter außen und die beiden Großen
      haben auf Grund des Spiels keine exakte Führung mehr .

      Die 4 Buntmetall Scheiben sind noch zu bekommen bei SDF.
      300 Euro + Mehrwertsteuer und Versand .
      Dazu kommt der Schraubensatz .
      Wenn man eine Hydraulikpresse hat kann man theoretisch die Schrauben
      wiederverwendet .

      1 .Wie sehen die Verzahnungen in den beiden Zahnrädern und den Steckachsen
      aus ?.
      2. Sitzen die Lager vom Differenzial fest auf dem Differenzial ?
      3. Wie fest sitzen die Lager m Achsträger ?
      4. Wie viele Bh hat der Traktor hinter sich ?
      Normalerweise sollte die Scheiben weit mehr als 10 000 Bh halten
      5. Sitzen die Steckachsen fest im Gehäuse ?

      Normalerweise sollen die Scheiben verhindern daß sich die 4 Zahnräder ins Gehäuse arbeiten .
      Beim T35 war es so daß sich die Zahnräder ins Gehäuse gearbeitet haben da diese Scheiben
      nicht gab .

      Ein gut erhaltenes Differenzial zu finden ist fast unmöglich .

      Mache ein Bild vom Gehäuse so das man die Lauffläche der Scheiben beurteilen kann .

      Gruß Eckard
      Meine Schlepper :
      Deutz D15 ( 712 ) , Deutz D40L / 40.2 ( 812 ) , Deutz 4005
      und zwei Standmotoren Type F1l712 .
    • Hallo Eckard,

      danke für deine Hilfe. Habe heute deine Hinweise geprüft:

      zu 1: Die Verzahnungen haben wenn sie zusammengesteckt sind kein fühlbares Spiel. Auch optisch sind die Verzahnungen in einem perfekten Zustand.

      zu 2: Die Lager sitzen fest und haben kein merkbares Spiel. Sie laufen auch schön ruhig.

      zu 3: Auch im Achsträger sitzen die Lager fest, sodass ich kein Spiel merken kann.

      zu 4: Das ist schwierig zu sagen. Ich schätze aufgrund der Abnutzung der Pedale zwischen 6000 und 7000 Stunden. Beim Kauf hatte der Traktormeter keine Funktion mehr und stand bei 2800. 12800 Stunden würde ich aufgrund der Abnutzung eher ausschließen.

      zu 5: Die Steckachsen sitzen in Verzahnung im Getriebe fest. Außen habe ich neue Lager verbaut.

      Heute ist mir dann noch folgendes aufgefallen.

      Ich habe alle Anlaufscheiben gemessen. Diese haben eine Stärke von 1,5 mm und haben ein unauffälliges Laufbild. Gibt es da einen Sollwert?

    • Hallo Eckard,

      des Weiteren ist mir aufgefallen, dass die Lauffläche des großen Zahnrades auf der rechten Seite (Sperre) offensichtlich zu warm wurde und Verfärbungen aufweist. Die linke Seite sieht hingegen noch gut aus.
      Um das Spiel zwischen Zahnrad und Gehäuse zu messen habe ich Weichlot auf die Laufflächen (schwarze Kreuze in den Bilder) gelegt und das Gehäuse verschraubt. Hierbei konnte ich auf der rechten Seite ein Spiel von 0,75 mm und auf der linken Seite ein Spiel von 0,9 mm ermitteln.
      Meine Idee wäre jetzt dieses Spiel mittels Ausgleichsscheiben zwischen Lauffläche Zahnrad und Gehäuse zu reduzieren. Hierzu habe ich aber noch keine Werte hinsichtlich des erlaubten Spiels gefunden. Kennst du hierzu einen Wert bzw. hälst du diese Vorgehensweise für machbar?





      Danke und Gruß Markus
    • Hallo ,

      auf dem Bildern sehen die Verzahnungen gut aus .
      Die Gehäuse können weiter verwendet werden .
      Die 4 Scheiben aus Buntmetall haben eine Stärke von mindestens
      3 mm .

      Mit Ausgleichsscheiben zu arbeiten birgt einige
      Probleme .
      1. Diese werden schnell verschleißen und der Metallabrieb geht ins Öl .
      2. Wenn diese sich zerlegen gehen die Metallstücke zwischen den
      Zahnrädern .

      Wenn Ausgleichsscheiben in Motoren , Getrieben und Maschinen
      verbaut werden sind diese aus entsprechenden Material gefertigt
      und die Oberflächen sind sehr Glatt .
      Auch sind diese Stärker .

      In keinem Werkstatthandbuch zu die Getrieben T35 und TW35
      gibt es eine Angabe zu dem Spiel .
      Meine Erfahrung ist das kein spürbares Spiel vorhanden
      ist wenn es neu ist .

      Die Anlauffarbe sind mir ein Rätzel .
      Dafür habe ich keine Erklärung .

      Gruß Eckard
      Meine Schlepper :
      Deutz D15 ( 712 ) , Deutz D40L / 40.2 ( 812 ) , Deutz 4005
      und zwei Standmotoren Type F1l712 .
    • Hallo Eckard,

      dann werde ich mir erstmal die Buntmetallscheiben besorgen und das mit den Ausgleichsscheiben verwerfen. Das diese mindestens eine Stärke von 3 mm haben, hätte ich nicht gedacht. Die sind dann mindestens doppelt so stark wie meine alten.

      Ich werde weiter berichten.

      Gruß Markus
    • Hallo ,

      diese Anlaufscheiben gibt es nur SDF .

      Ich würde als erstes nachfragen wie stark diese Original sind .
      Da ich nicht weiß ob die ich gesehen habe Original waren oder
      ob es eine Änderung gab .
      Das kann ich leider nicht wissen .

      Also erstmal nachfragen und den Preis erfragen .

      G.g.f ein anderes Differenzial suchen .
      Sind vom D40L , 4005 , 4006 , 7er Serie und anderen austauschbar .

      Gruß Eckard
      Meine Schlepper :
      Deutz D15 ( 712 ) , Deutz D40L / 40.2 ( 812 ) , Deutz 4005
      und zwei Standmotoren Type F1l712 .
    • Hallo Markus,

      Ich hatte auch schonmal ein Differential eines TW 904 (Agrostar) zerlegt, dort kamen mir beim Ölwechsel "goldene Späne" entgegen.

      Das Differential ist zwar etwas anders aufgebaut als bei deinem 3006, aber die Anlaufscheiben sind dort auch vorhanden.

      Die Anlaufscheiben bei mir waren nur noch ca. 0,5mm stark. Ich konnte sie mit zwei Fingern zerdrücken.

      Die Anlaufscheiben habe ich im Internet bei "FZ-Agrichtechnik" bezogen, hatte dort einfach mal angefragt, ob sie diese auch liefern könnten. Der Laden verkauft sämtliche Ersatzteile für Deutz Schlepper in sehr guter Qualität und zu m.E. akkoraten Preisen. Bei SDF sollten diese für das TW 904 ein halbes Vermögen kosten. Villeicht auch eine Option für dich!

      Die neuen Anlaufscheiben waren etwa 3mm stark, das habe ich leider nicht mehr genau im Kopf. Also ein vielfaches dicker als die originalen. Die Anlageflächen im Diff.Korb waren nur optisch angelaufen. Ein Grat war dort nicht fühlbar. - Glück gehabt -

      Man hört öfter davon, dass schlampige Ölwechsel bzw. falsches Öl zu solchen Schäden führen KÖNNEN.

      Ein Mitglied hier im Forum hat bei einen TW 900 Serie Differenzial die Anlageflächen im Korb bearbeiten lassen (fräsen) und dickere Scheiben montiert. Mehr weiß ich dazu aber auch nicht, hier der Link mit dem entsprechenden Beitrag:Agrostar 6.21 Instandsetzung

      @ Eckard, kannst du mir vielleicht erklären, weshalb man eine hydraulische Presse für das Differential des 3006 gebraucht? Und warum die Schrauben dann wiederverwendet werden können?

      Bei meinem Differentialkorb habe ich die Korbhälften aufeinandergelegt und dann über Kreuz mit entsprechendem Drehmoment und Schraubensicherung angezogen. Aber vielleicht ist das ganz anders wie beim Differential des 3006.

      Viele Grüße,
      Lukas
    • Hallo ,

      Im WHB zum Getrieben TW35 und TW50 steht geschrieben das
      wenn man die Gehäusehälften mit einer Presse ca. 30 bis 40 Tonnen Kraft
      zusammen drückt , werden die Schrauben nur mit 103 Nmangezogen

      Wenn keine Presse zur Verfügung steht kann das Zahnrad mit Schrauben
      aufgezogen werden . Hierbei werden die Schrauben im Kreuz bzw.
      m Dreieck gleichmäßig angezogen . Das Anziehen erfolgt in mehreren Schritten .
      Mit Drehmoment aufsteigend + 10 bis 15 Nm .
      Das letzte Schritt wird mit 125 Nm angezogen .
      Danach werden die Schrauben einzeln getauscht und mit 103 Nm angezogen .

      Es gibt nach meinem Wissen für dem T35 / TW35 ein neuen Schraubensatz
      wo die Sicherungsbleche entfallen und die Schrauben mit einem speziellen Loctite
      behandelt werden .
      Darüber würde in einem Bericht schon geschrieben .

      Gruß Eckard
      Meine Schlepper :
      Deutz D15 ( 712 ) , Deutz D40L / 40.2 ( 812 ) , Deutz 4005
      und zwei Standmotoren Type F1l712 .
    • EckardderWaldbauer wrote:

      Hallo ,

      Im WHB zum Getrieben TW35 und TW50 steht geschrieben das
      wenn man die Gehäusehälften mit einer Presse ca. 30 bis 40 Tonnen Kraft
      zusammen drückt , werden die Schrauben nur mit 103 Nmangezogen

      Wenn keine Presse zur Verfügung steht kann das Zahnrad mit Schrauben
      aufgezogen werden . Hierbei werden die Schrauben im Kreuz bzw.
      m Dreieck gleichmäßig angezogen . Das Anziehen erfolgt in mehreren Schritten .
      Mit Drehmoment aufsteigend + 10 bis 15 Nm .
      Das letzte Schritt wird mit 125 Nm angezogen .
      Danach werden die Schrauben einzeln getauscht und mit 103 Nm angezogen .

      Es gibt nach meinem Wissen für dem T35 / TW35 ein neuen Schraubensatz
      wo die Sicherungsbleche entfallen und die Schrauben mit einem speziellen Loctite
      behandelt werden .
      Darüber würde in einem Bericht schon geschrieben .

      Gruß Eckard
      Vielen Dank für die Info!
    • Zum Vergleich mal die gleiche Arbeit am ZF Getriebe des 75-/8006



      Letztendlich hat die Scheibe mit 65€ knapp 10€ mehr gekostet als bei ZF, war dort aber nicht mehr verfügbar. Andere verlangen da mal gerade das Doppelte.



      Auch wenn die alte Scheibe ziemlich mitgenommen und abgenutzt aussieht, ist sie
      doch nur an der Gleitfläche nicht mehr schön. Von der Dicke und Form her
      ist die Neue nicht viel anders. Das vorher gemessene Spiel von 0,6 mm
      hat sich nun auf 0,4 mm verringert. Auf der linken Seite sieht die
      Scheibe aus wie neu und auch dort gibt es 0,45 mm Spiel . Da die
      Scheiben durch eingestanzte Zapfen quasi verdrehsicher eingebaut werden,
      kann auch nur eine Seite sich abnutzen. Die Anlagefläche im
      Diff.-Gehäuse sieht auch nicht so schön aus, erfüllt aber ihren Zweck.
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    • Hallo zusammen,

      habe gestern und heute mal verschiedene Händler abtelefoniert. Ergebnis war, dass es die Anlaufscheiben nur noch bei SDF gibt. Auch bei FZ Agritchnik war nix zu bekommen. Die Stärke beträgt im Neuzustand 1,6 mm laut den Händlern. Jetzt werde ich erstmal überlegen was ich machen kann, da ich denke, dass es wenig Sinn macht neue zu kaufen. Meine Anlaufscheiben haben ja noch eine Stärke von 1,5 mm.


      Gruß

      Markus
    • Hallo ,

      das Differenzial ist meistens nicht allein das Problem .
      Auch das Spiel zwischen der Zwischenwelle und dem großen
      Zahnrad ist zu beachten .

      Wenn ich den Traktor hinten aufbocken und den Gang einlege
      kann man ein Rad drehen .
      Dan kann man fühlen und hören wieviel Spiel vorhanden ist .
      2 bis 3 Finger sind bei über 10 000 Stunden dann vorhanden .
      Das ist das Spürbare Spiel vom Motor bis zum Rad .

      Ich würde wenn alles andere in Ordnung ist ein gutes Gebrauchte suchen .

      Gruß Eckard
      Meine Schlepper :
      Deutz D15 ( 712 ) , Deutz D40L / 40.2 ( 812 ) , Deutz 4005
      und zwei Standmotoren Type F1l712 .
    • Hallo zusammen,

      bzgl. der Dicke der Scheiben im Neuzustand habe ich mal eben ein paar aus dem Lager gekramt und nachgemessen. Die neuen Scheiben haben eine Stärke von 1,4mm (gemessen an der Außenkante).
      Wenn ich über die Rundung messe komme ich auf ca. 1,6mm.

      Aber wie Eckard schon schreibt, man sollte schon das Spiel im gesamten Antriebsstrang beachten und sich nicht nur auf das Differential konzentrieren.

      Gruß
      Maximilian
      Nur über längere Zeit aktive Mitglieder bekommen von mir Unterlagen (Bedienungsanleitung, Ersatzteillisten, o.ä.). Neue User nicht!
      Auf derartige Anfragen wird nicht mehr reagiert.
    • Hallo zusammen,

      Nach ordentlich Schrauberrei bin ich zu einem Ergebnis gekommen. Meine Anlaufscheiben habe ich letztlich nicht gewechselt, da sie von der Stärke noch neuwertig sind. Um einzugrenzen, woher meine Geräusche beim Lastwechsel herkommen, bin ich doch wieder zu meiner ersten Idee mit den Ausgleichsscheiben hinter den beiden großen Zahnrädern zurückgekehrt. Ich habe jetzt alles mal zusammengebaut und eine Testfahrt gemacht. Ergebnis ist, dass alles wunderbar läuft. Es gibt keine "Klong" Geräusche mehr. Nun werde ich nach einem guten gebrauchten Differential ausschau halten, da ich jetzt die definitive Ursache habe.


      Grüße

      Markus