D4506 Differentialsperre lässt sich nicht einrücken

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    • D4506 Differentialsperre lässt sich nicht einrücken

      Hallo Deutzler,

      Nachdem ich das Zugmaul an meinem D4506 wieder gängig bekommen habe mit viel Geduld, Diesel und einem langen Hebel, plage ich mich seit Samstag mit der Differentialsperre herum.

      Am Samstag im Wald sind wir mit vollbeladenem Hänger hängen geblieben, da sie sich nicht einrücken ließ.

      Ich habe dann nochmal in allen verfügbaren Threads nachgelesen aber eine mögliche Lösung für mein Problem finde ich nicht.

      Also zu den Fakten:

      - Hebel lässt sich bis zu einem gewissen Punkt drücken, dann unendlicher Widerstand
      - Der Kontakt vom Hebel zum Bügel, der ins Getriebe führt, funktioniert sauber. Also keines der beiden Elemente gebrochen oder krumm zusammengeschweisst, so wie bei einem anderen Deutzler hier
      - Hebel geht weder im Stand, noch mit betätigter oder schleifender Kupplung oder nach ein paar Metern oder sonst irgendwie rein. Auch nicht in verschiedenen Gängen
      - Es fühlt sich an, wie wenn die Klauenkupplung, die ja eingedrückt wird, fest sitzt. Die Sperre wurde die letzten Jahre auch nie benötigt
      - Keine Getriebegeräusche o. Ä., hoffe das bleibt auch so

      Was wären denn die Schritte, beginnend mit den einfachen, um das Problem zu lokalisieren?

      Leider haben wir einen sehr nassen Waldboden und noch viel Holz drin, sodass ich mir übergangsweise wohl einen Greifzug als Notfalllösung beschaffen muss, bis die Sperre funktioniert.

      Ich freue mich auf eure guten Ideen.

      Gruss und Danke

      Nico
    • D4506 Differentialsperre lässt sich nicht einrücken

      Hallo,

      schau mal in [Werkzeug & Wartung]. In dieser Rubrik findet sich vielleicht was!

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    • Moin Nico,

      du könntest versuchen die Seite auf der die Diferentialsperre sitzt aufzubocken und an dem Rad drehen, währed eine 2. Person versucht die Diff.-Sperre einzuschalten. Wenn diese dann eingeschaltet ist, sollte sich das andere Rad mitdrehen, also aufpassen!

      Sollte sich dann immer noch nichts rühren hilft es wohl nur noch den Achsschenkel abzubauen und die Mimik zu untersuchen. Es könnte sein, dass sich die Welle tordiert hat und die Muffe deshalb nicht mehr gleiten will.

      MfG Kai
    • Hallo, wie Kai schon schreibt, die Verzahnung der Sperre muss auch zur Verzahnung des differentials passen. Fahre Mal ein leichte Kurve und probier es nochmal. Am besten auf Grünland. Wenn die Sperre einrastet, sofort gerade lenken oder stehen bleiben.
      Mit freundlichen Grüßen
      Michael
    • Hallo zusammen,

      Werde morgen nochmal beides probieren und berichten.

      Das mit dem Fahren der Kurve habe ich schonmal gelesen. Allerdings frage ich mich, welcher Mensch erst eine Kurve fahren kann bevor er die Sperre einrücken kann, wenn man die doch benötigt dann schnell und direkt.

      Gruss
    • Moin,

      die Differentialsperre bringt schließlich nur etwas, wenn ein Rad durchdreht und das Andere stillsteht bzw. kaum angetrieben wird. Eben selbiges ist bei Kurvenfahrt der Fall. Der Unterschied der Drehgeschwindigkeit der Räder lässt dich erst die Differentialsperre einrücken.

      MfG Kai
    • raceboy65 wrote:

      Allerdings frage ich mich, welcher Mensch erst eine Kurve fahren kann bevor er die Sperre einrücken kann, wenn man die doch benötigt dann schnell und direkt.
      Servus Nico,

      jetzt bin ich mir sicher, dass du noch gar nicht verstanden hast, wie die Differnzialsperre funktioniert. Es ist so wie Kai es beschrieben hat.
      Erst wenn sich ein Rad schneller als das andere dreht, kann man die Sperre einlegen.
      Aber Vorsicht. Gefühlvoll, dennoch nicht zaghaft den Hebel drücken. Daher am besten bei leichtem Geschwindigkeitsunterschied der Räder. Deswegen der Tipp mit dem Kurvenfahren ;)
      D30S-NFG, BJ 62 und F2L612/6-N, BJ 57
    • Servus miteinander,

      @Lausbua Emanuel, da muss ich leider a bisserl korrigieren: die Diff- Sperre kann selbstverständlich eingelegt werden, wenn sich die Räder gleich schnell drehen. Ist sogar die schonendste Art und Weise. Nur bringen tut sie da noch nichts. Sie verhindert nur, dass sich die Räder (später, wenn's rutschig wird) unterschiedlich schnell drehen bzw. das ein Rad ganz stehen bleibt, was eben bei entsprechend rutschigem Geläuf den Vortrieb sichern soll, da das Drehmoment an beide Räder geleitet wird.

      Mit den Kurvenfahrt-Experimenten sehr vorsichtig sein: Nur ohne Belastung, bei niedrigen Geschwindigkeiten und ganz wichtig, nur auf losem Untergrund (Kies, Sand, Wiese...).
      Deutlich besser gefällt mir da der Test mit aufgebocktem Fahrzeug. Da hat man wesentlich mehr Gefühl, man spürt und hört, wenn sie einrückt und man kann per langsamer Hand-Drehung gar nicht soviel Kraft aufbringen, dass man Schaden anrichten könnte.

      Auch im Ernstfall sollte man die Lage abschätzen und die Sperre bereits vor der kritischen Stelle einlegen. In der BA meines 22ers heißt es sogar, man solle beim einlegen kurz auskuppeln (was im Sumpf das Todesurteil für das Durchkommen sein kann).

      Ich hab das einmal miterlebt, wie sich eine Steckachse beschwert, wenn man die Sperre unter Belastung betätigt. Ein Kollege kam mit dem Lkw nicht so recht rückwärts in die Baustelle rein (Vierachs- Betonmischer voll beladen).
      Als er aus Verzweiflung die Sperre betätigt hat, gab das einen Schlag, das man meinen konnte der Baukran wäre umgekippt. Nicht schön so was.

      Grüße vom
      Reini
      Bevor i mi d'rüber aufreg', is's ma liaba Wurscht.
    • @Reini: Hmmm, aus meiner eigenen Erfahrung heraus und auch nach dem was hier im Forum dazu steht (Google Stichwort Deutz Differenzialsperre), müssen sich die Räder erst unterschiedlich schnell drehen, damit die Klauen ineinander gleiten können. Einzige Ausnahme ist, wenn die beiden Klauen zufällig gerade zueinander richtig stehen. Das ist mir aber bisher nur höchst selten passiert.


      Erklärung :D


      Und das was Nico beschreibt ist bei mir genauso. Wenn die Klauen nicht die richtige Stellung zueinander haben, dann hat man das Gefühl gegen irgendeinen Wiederstand zu drücken. Der Hebel macht dann aber auch nicht den ganzen Weg.
      Einig sind wir uns aber mit dem Tipp mit Aufbocken (oder zur Not auch Kurve fahren).

      Schönen Vatertag wünsche ich euch :)
      D30S-NFG, BJ 62 und F2L612/6-N, BJ 57
    • Servus @Lausbua

      Emanuel, da hast du natürlich recht :thumbup: , wenn KLauenzapfen auf Klauenzapfen steht rückt da gar nix ein, schon gar nicht bei geradeausfahrt auf festem Untergrund.
      Aber schon ein Bruchteil einer Radumdrehung eines durchdrehenden Rades (je nach Anzahl der Klauen) sollte reichen um das einrücken zu ermöglichen.
      Und Nico ist ja immerhin stecken geblieben, das ist ja meistens mit ungleichmäßig schnell durchdrehenden Rädern verbunden, somit sollte das Ding eigentlich schon einrücken.

      Aber ich will jetzt nicht zu sehr die Erbsen zählen. Es ging ja auch nicht um die Frage der Funktion (welche zu kennen die Sache natürlich einfacher macht), sondern um die Frage warum es nicht tut wie es soll. Und ich befürchte, dass Kai ziemlich richtig liegt mit seiner Vermutung:

      Kai6.05 wrote:

      Es könnte sein, dass sich die Welle tordiert hat und die Muffe deshalb nicht mehr gleiten will.
      Sollte auch der Drehversuch im aufgebockten Zustand nicht weiter führen, wird Nico wohl nicht um eine Demontage der Steckachse drumrum kommen ;( .

      Grüße vom
      Reini
      Bevor i mi d'rüber aufreg', is's ma liaba Wurscht.

      Post was edited 1 time, last by krammerreini: Edit: nett gemacht das Video, einzig zu erwähnen wäre, dass bei den alten Deutz keine Stiftschaltung sondern eben die besagte Klauenkupplung verbaut ist, vom Prinzip her aber gleiche Funktion. Ba ba ().

    • Hallo zusammen,

      Danke für die vielen Ideen und Tips. Bin heute einen grossen Schritt weitergekommen.

      Nachdem wir den Traktor aufgebockt hatten (Rechtes Rad), hat mein Schwager dieses gedreht und die Sperre ließ sich ohne Probleme einrücken. Lediglich der Fusshebel ging etwas schwer, also haben wir den über seinen Schmiernippel gleich gefettetet und gängig gemacht.

      Anschließend auf der Wiese Kurven gefahren und siehe da, nach ein wenig Kurve ging auch hier die Sperre rein, also scheint okay zu sein und zu funktionieren. Wenn sie drin ist, auch keinerlei Geräusche oder so.

      Also bin ich nochmal in mich gegangen und habe überlegt, was das Problem im Wald war. Die Situation war so, dass dort das rechte Rad stand und das linke drehte. Da kann ich natürlich lange die Sperre drücken, die ja am rechten Rad wirkt, da geht die bei ungünstiger Klauenstellung nicht rein.

      Fehler war meines Erachtens, dass ich nicht die Einzelradbremse benutzt habe. Hätte ich das linke Rad stark runtergebremst, wäre das rechte sicherlich irgendwann gelaufen und die Sperre dann auch reingegangen.

      Stimmt ihr mir also zu, dass im Falle, wenn man schon feststeckt, die Einzelradbremse benutzten kann, anstatt eine Kurve zu fahren, was in dem Fall ja bekanntlich unmöglich ist?

      Konstruktiv ist meines Erachtens das Problem, dass die Klauenkupplung aus rechteckigen Klauen besteht laut den ganzen Zeichnungen. Sie müsste aus keilförmigen Klauen bestehen, die in eine Rechteckform übergehen, genauso wie die Gegenklauen. Dann würde doch die Sperre in jeder Radstellung reingehen, oder?

      Einen frohen Vatertag euch allen, ihr Deutz-Väter :) !
    • Moin,

      wenn die Klauen keilförmig wären, dann würden sie genauso schnell hereinflutschen, wie sie rausflutschen.

      Ob das rechte oder linke Rad durchdreht ist prinzipiell egal. Das Diff gehäuse hat so oder so eine andere Geschwindigkeit als die Steckachse mit der Sperre.

      Die Geschwindigkeit ist das Entscheidende hier. Hast du bei voller Fahrt versucht die Sperre hereinzubrechen? Versuch das Einlegen nächstes Mal im kleinsten Gang wenn du gerade anfährst (hier kann Handgas hilfreich sein). Dann sollte es gut reinflutschen.

      MfG Kai
    • Servus Nico,

      schön das es flutscht und offenbar nix defekt ist.

      Wenn ein Rad komplett steht, dann dreht sich das andere aufgrund des Differentials mit dem doppelten der normalen Geschwindigkeit, das kann dann schon dazu führen das die Klaue nicht flutscht, einfach vom Gas gehen sollte den Drehzahlunterschied soweit reduzieren, dass die Muffe einrückt.

      Ich verstehe zwar nicht, was du mit

      raceboy65 wrote:

      dass die Klauenkupplung aus rechteckigen Klauen besteht
      meinst, aber ich denke, das sich die klugen Leute, die das Ding mal entwickelt haben, sich schon was dabei gedacht haben.

      Und danke für die Rückmeldung, ist leider nicht immer selbstverständlich.

      Grüße vom
      Reini
      Bevor i mi d'rüber aufreg', is's ma liaba Wurscht.
    • Hallo ihr,

      Ja ich denke dass die Geschwindigkeit der Fehler gewesen sein kann. Ich habe es dort sowohl im Stand als auch bei drehendem Rad probiert, aber nicht mit so einer Zwischengeschwindigkeit oder mit schleifender Kupplung.

      Nichts desto trotz tut es ja jetzt und ich weiss dank eurer Tips auch mehr über Funktion und Anwendung.

      Ich weiss, dass keilförmigen Klauen nicht funktionieren würden, rechteckige Klauen mit keilförmiger Spitze sollten aber gehen, denn wenn eingerückt erfolgt die Kraftübertragung ja parallel zu den Achsen über die hinteren Rechteckflächen.

      Sicherlich haben die Konstrukteure aber ihre Hausaufgaben gemacht, sodass das passt und funktioniert. In meinem Fall war schon auch der Bediener das Problem ;) .

      Danke für eure Hilfe.
    • Sinn der Differentialsperre ist wenn Du merkst das ein Rad durchdrehen könnte, in einer sehr geringen Geschwindigkeit (kleinem Gang) auf das Sperrenpedal zu treten und es zur Sperrung kommen zu lassen.
      Dann eventuell den Gang zu wechseln und die Drehzahl zu erhöhen.
      Dafür braucht man manchmal ein drittes Bein! :D Aber es geht!

      Mark