Einige Reparaturen am F2L612/5-NK

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    • Einige Reparaturen am F2L612/5-NK

      Hallo liebes Forum,

      zuerst einmal Danke für die Aufnahme und das große bereitgestellte Wissen.

      Ich habe mir vor ein paar Tagen einen Kindheitstraum erfüllt und mir einen Schlepper, ähnlich dem auf welchem ich als Kind das Fahren gelernt habe, zugelegt.

      Das gute Stück hat natürlich ein paar Jahre auf dem Buckel und ist momentan nicht TÜV-bereit. Das soll sich ändern!

      Ich habe mich schon im Forum belesen und habe doch noch ein paar Fragen. Ich zähle im Folgenden das Problem auf, was ich vorhabe und würde es hilfreich finden, wenn ein erfahrener Schrauber mir sagen würde, dass das was ich vorhabe so klappen kann bzw. mich korrigiert. Danke dafür schonmal.

      1. Bremse hinten rechts verölt.
      - Bremstrommel u. Bremsgestänge reinigen, Bremsbacken ersetzen (beidseitig)
      - Ich habe den Verdacht der Wellendichtring muss getauscht werden, kann das stimmen?
      - Wenn ich die Achse zum Tausch herausziehe, muss dann die Diff. eingelegt sein? Öl ist abgelassen, waren nur noch 9 Liter.

      2. Bremse hinten links geht nicht in Ausgangsposition.
      -Wenn ich richtig gesehen habe ist an dem linken Bremspedal keine Feder zum Zurückholen.
      - Gestänge abbauen und reinigen? Komplette Bremse ab und reinigen? Gleich Dichtung ersetzen?

      3. Zapfwellenstummel ölt.
      - Schrauben lösen und die Zapfwelle herausziehen, geht das so einfach? Auch hier die Frage wegen der Diff.? Muss die Aufhängung fürs Zugmaul ab?
      - Neuer Dichtring und neues Kugellager?

      4. Handbremse zieht nicht.
      -Abbauen und neu belegen? Hier auch die Frage mit der Diff.?
      - Neue Belege daraufnieten.

      Das wäre es fürs erste.

      Kann mir jemand verraten, wo ich die benötigten Ersatzteile: Bremsbelege, Dichtungen, Lager günstig herbekomme?


      Vielen Dank schonmal und einen schönen Sonntag.
      Richard
    • Servus Richard,

      organisiere dir als erstes die passenden Werkstatthandbücher und die Ersatzteilliste.
      Da sind Wartungs- und Reparaturarbeiten oft sehr gut beschrieben.
      Und viele Sachen deiner Auflistung sind hier schon im Forum beschrieben worden.
      Ich selbst habe letztes Jahr eine ganz ähnliche Liste abgearbeitet.

      Das schönste und interessanteste wären aber mal Bilder von deinem Kindheitstraum.

      Gruß
      Martin
      DEUTZ D25.1 N
      F2L712
      7472/563
      Bj. 1960
    • Hallo Martin,

      danke für die Antwort. Die Ersatzteilliste und das Werkstatthandbuch hab ich heute per Mail bekommen.
      Ich mache heute mal ein paar Bilder, kann ich dann gern einstellen.

      Kannst du mir was zu diesem Differenzialsperrending sagen? Als ich anfing mich mit noch größerem Halbwissen zu belesen, bin ich auf irgendeinen Beitrag gestoßen in dem jemand vor dem Herunterpurzeln eines Getriebeteils gewarnt hat sollte die Diff. nicht eingerastet sein, wenn man die Achse herauszieht, bzw. die Zapfwelle. Hab ich mir da was falsch gemerkt oder falsch verstanden? Muss ich die Diff. einrasten bevor ich anfange?

      Weiß jemand welche Größe der Dichtring für die Antriebswelle haben muss?

      LG Richard

      Post was edited 1 time, last by Richard.K. ().

    • Servus Richard,

      Richtig. Die Differenzialsperre muss beim Achsschenkelausbau eingerastet sein und der Differenzialsperrehebel in der Position fixiert werden.
      Wenn du das nicht machst, fällt die Differenzialsperrenuss in der Achstrichter und der Zusammenbau wird etwas aufwendiger.

      Funktioniert deine Differentialsperre noch?

      Gruß
      Martin
      DEUTZ D25.1 N
      F2L712
      7472/563
      Bj. 1960
    • Hallo,

      ich hoffe es. Ich hab das rechte Rad im aufgebockten Zustand solange gedreht , bis der Fußhebel ganz nach unten ging und habe ihn mit einem Holzklotz verkeilt, sodass er nicht nach oben springt.

      Hab die Achse schon herausgezogen,vor lauter Neugier. Es steht das Öl in dem Achshalter und etwas gummiartiges liegt darin, ich schätzte das war die Dichtung.

      Hast du eine Idee wie man das Zeug ohne Kinderarbeit :D da rausbekommt, ich komme mit meinen Händen nicht hinein.

      Ist beim Bremsen abnehmen was zu beachten? Irgendwie will sie nicht von dem Bremsgestänge runter.

      Danke und Grüße
    • Danke für die schnelle Antwort. Hier habe ich mal fix ein paar Bilder gemacht.


      Das Gestänge auf dem zweiten Bild meine ich. Das bekomme ich durch die Nut nicht schlepperseitig raus, wie bei dir auf dem Bild, ich bekomms aber auch nicht von der Bremse runter. Danke dir! MfG Richard

    • Servus miteinander,

      wie Martin schon schreibt, die Passfeder mus raus. Das ist ein ca. 8x8x40 mm großes Teil, das die Drehbewgung des Gestänge-Hebels auf die Welle überträgt. Sollte mit einer Beißzange zu greifen sein, sitzt manchmal ziemlich fest.
      Und übrigens, von Achschenkeln spricht man bei der Vorderachse, hinten ists die Steckachse, die aber schon draußen ist.

      Die Diff. Sperre hast du ja gedrückt und fixiert, das ist gut so. Und übrigens nur auf der rechten Seite nötig, links und bei der Zapfwelle kann da nix passieren.

      Im jetzigen Zustand kannst du die Federn an den Backen aushängen und die Backen abnehmen. Die Hebelwelle muss trotzdem raus, schon allein um die Lagerungen zu reinigen und zu fetten. In der bremsseitigen Lagerung ist übrigens auch ein Dichtring drin, im original wahrscheinlich ein kantiger Ring, der kann aber durch einen entsprechenden Rundgummiring ersetzt werden. @Obrschwob hat hierzu auch schon mal eine Doku gemacht.

      Ferner kannst du an der Steckachse die Muttern und das Distanzrohr abnehmen, dann müsste der Lagerdeckel von der Achse abgehen. Dann das Lager aus dem Deckel austreiben und schon bist du am Wellendichtring, der für die Verölung verantwortlich sein dürfte.

      Alles reinigen, Wedi und ggf. Lager erneuern.
      Bitte auch den Absatz mit der Verdrehsicherung der Bremsdeckplatte beachten. Wenn bei Dir schon Passschrauben verbaut sind, brauchst du außer der Sichtprüfung weiter nichts machen, ansonsten sollte lt. WHB vorgegangen werden.
      Wobei ich statt Passstiften Schwerspannstifte verwendet habe.

      Viel Spaß beim weiterschrauben
      Reini
      Bevor i mi d'rüber aufreg', is's ma liaba Wurscht.
    • Servus nochmal,

      hab grad nachgelesen und festgestellt, die Passfeder hat nur 6x6x40mm DIN6885, und außerdem hab ich noch die von Martin @Obrschwob erstellt Doku gefunden. Die häng ich enfach mal an, er wird schon nix dagegen haben. Und wenn, dann wird er mich schon schimpfen :saint: .

      Von diesen Doku´s gibts jede Menge zu den 612er/712er Typen von ihm, einfach die Suche benutzen.

      Zum Ausbau der Passfeder hatten wir erst vor ein oder zwei Monaten hier einen Thread, da ist das vorgehen auch nochmal beschrieben.

      Der Wellendichtring der HA hat laut ET-Liste die Maße 60X90 mm DIN6503. Die Stärke steht leider nicht drin, ich glaub aber es waren 12 mm, Steht aber i.d.R. auf dem alten Dichtring drauf, bzw. kann daran gemessen werden.
      Das Lager ist in der ET-Liste leider ohne Größe abgebildet. Aber auch hier sollte die Bezeichnung seitlich auf dem Innen- bzw. Außenring ablesbar sein.

      Grüße vom
      Reini
      AbdichtungBremswellenlageramHalbschalengetriebe.pdf
      Bevor i mi d'rüber aufreg', is's ma liaba Wurscht.
    • Hallo,

      erstmal vielen Dank an Martin und Reini für die aufschlussreichen und guten Erklärungen. Ich glaube, ich würde jetzt noch vor dem Schlepper sitzen und verzweifeln, hätte ich eure Antworten nicht.

      Ich habe jetzt fast alles ab, alles soweit gereinigt. Leider bekomme ich das Kugellager und das Gehäuse nicht von der Achse. Hilft da heiß machen? Dann ist das KL aber futsch oder? Würdet ihr ein geschlossenes empfehlen? Ist der Ring, der das KL hält, dann auch futsch? Gibt es was besonderes zu beachten bei diesem Ring?

      Grüße Richard
    • Hallo Richard,

      da ich grade meinen 612/5-NK auch komplett zerlegt habe, kann ich Dir gerne weiterhelfen. Mach mal Bilder zu dem, wo Du Tipps brauchst.

      Das Achslager würde ich ersetzen - generell (hier 6310-C3).

      Erklärungen zur Achskonstruktion.
      Hinterräder haben leichtes Spiel

      Der Lagerträger ist mit Kerbnägeln auf der Bremsankerplatte fixiert. Die müssen ersetzt werden, wenn das Lager raus soll. Anbei eine colorierte Version der ETL-Teile der Hinterachse. Der 612/5 hat nur eine Mutter mit Sicherungsring, die Kerbnägel sind nicht eingezeichnet. In der Regel sitzt eher das Lager im Lagergehäuse fest und will nicht raus, seltener auf der Welle.

      Griaßle
      Martin
      Images
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      Beim Griff in die eigene Tasche stellt man immer wieder fest, dass die "Öffentliche Hand" bereits vorher drin war...
      Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. (Voltaire)
      Ich kann, weil ich will, was ich muss! (Immanuel Kant)
      Wenn man bei einem anderen Menschen erfolgreich Fehler finden möchte, so verwende man nicht eine Lupe, sondern besser einen Spiegel.

      Der Oberschwabe: homo erectus spaetzlei-maultaschii

      Post was edited 2 times, last by Obrschwob ().

    • Hallo Richard,

      zunächst schleife mit feinem Schleifpapier über die Steckachse unterhalb des Lagers den Rost weg. Dann lege ein Brett oder eine Bohle auf den Boden. Zieh Dir Arbeitshandschuhe an. Nun fasse beherzt die Lagerschale unterhalb der Radnabe und schlage mit der Steckachse, und zwar mit den Teil der Verzahnung kräftig auf das Brett.
      So sollte sich die Lagerschale mit Lager herunterkommen.
      Viel Erfolg.
      Es grüßt alle Deutzfreunde

      Franz Schmitz
      (F1M414/46, 2 x F1L514/51, F2L514/53 I, D3005)

      Post was edited 1 time, last by Deutzscheune ().

    • Oder mit 2*2 Keilen zwischen Radnabe und Lagerschale vorsichtig diese gegeneinander zusammentreiben - nur kleine Schritte an 2 gegenüberliegenden Stellen! Das Hauptproblem ist der erste Lösungsschritt.

      Das müßte auch mit 3 Gewindestangen abdrückbar sein... diese in die Lagerschale stecken, je eine Mutter drauf und dann wechselnd die Mutter gegen die Lagerschale drehen - so sollte die Schale auch kommen, weil die Gewindestange sich jeweils auf der Radnabe abstützt und dabei abdrückt.

      Das Lager sieht böse aus...

      Griaßle
      Martin
      Beim Griff in die eigene Tasche stellt man immer wieder fest, dass die "Öffentliche Hand" bereits vorher drin war...
      Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. (Voltaire)
      Ich kann, weil ich will, was ich muss! (Immanuel Kant)
      Wenn man bei einem anderen Menschen erfolgreich Fehler finden möchte, so verwende man nicht eine Lupe, sondern besser einen Spiegel.

      Der Oberschwabe: homo erectus spaetzlei-maultaschii

      Post was edited 2 times, last by Obrschwob ().

    • Moin Obrschwob und Deutzscheune,

      danke dir für die Tipps, ich werd's am WE mal probieren. Melde mich dann hoffentlich mit einer Erfolgsgeschichte zurück ;)



      Ich habe aber noch eine weitere Frage. Ich habe den Zugmaulträger und die Zapfwelle abgebaut und gereinigt. Kugellager und Dichtring werden ersetzt. Nun kann ich von hinten in das Getriebe reinschauen. Meine Frage: Muss eine Dichtung zwischen Zugmaulträger/Zapfwellenflasch und den Schlepper? Wenn ja welche? (Dachte mir eigentlich schon, ist ja Öl im Getriebe und das nicht zu knapp. Aber Reste von 'ner alten Dichtung fand ich nicht.)

      Danke schonmal. Mfg Richard

      Post was edited 2 times, last by Richard.K. ().

    • Servus Richard,

      ich würd (bzw. habe) an der Stelle dauerelastische Gehäusedichtmasse verwenden(t). Gibts von diversen Herstellern bei jedem Teilehändler zu kaufen.
      Wichtig: Dichtflächen vorher reinigen (z.B. mit Flachschaber)und entfetten (z.B. mit Bremsenreiniger).

      Gruß vom
      Reini
      Bevor i mi d'rüber aufreg', is's ma liaba Wurscht.
    • Grüße,

      bin leider immer noch dran, da ich auf die Ersatzteile warte. Kugellager,WeDi und Lagergehäuse sind ab und soweit gereinigt. (KL und WeDi sind noch bei der Post) Danke für die Tipps!

      Habe heute eine weitere Ablassschraube entdeckt. Genau unter dem Teil fürs Mähwerk. Kommt da nochmal extra Öl rein? Kann ich das dann über die Entlüftungsschraube oben neben der Stufengangschaltung mit einfüllen oder ist das ein Extrasystem?


      Liebe Grüße
      Richard