Opas D30 S (Restauration/Aufarbeitung)

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    • Opas D30 S (Restauration/Aufarbeitung)

      Moin Deutzfreunde,

      wie in meinem Vorstellungsthread geschrieben, will ich den D30 S von meinem Opa mit der Schleppernummer 7477/1134 und vermutlich knapp 13000 h"restaurieren".

      Dabei will ich jedoch nur die Technik überholen. Optisch möchte ich ihn so lassen. So bleibt er einfach mehr Erinnerungsstück und sieht nicht aus wie jeder andere D30.
      Ich habe nun endlich ein wenig Zeit und Mut gefunden das Projekt anzufangen. Im Sommer konnte ich ihn nach fast 15 Jahren Standzeit wieder einmal fahren, nachdem ich eine neue Batterie eingebaut, Schmiernippel gefettet und den Keilriemen gewechselt habe (irgendjemand hat den alten sogar falsch herum montiert).
      Vor kurzem habe ich dann noch Motoröl und -filter gewechselt, Ölbadfilter gereinigt und neu befüllt, Hubzylinder vom Mähbalken neu abgedichtet und die Ventile eingestellt.
      Letzes Wochenende habe ich ihn aufgebockt, um die Reifen demontieren zu können.

      Bei der Probefahrt ist mir nämlich ein Geräusch aufgefallen was von hinten links kommt. Die linke Hinterradfelge ist auch ölverschmiert, sodass ich annehme, dass Dichtring und Lager hinüber sind.
      Bei der Gelegenheit werden natürlich auch die Bremsen neu gemacht.
      Das Lenkgetriebe habe ich komplett neu abgedichtet und das obere Lager gefettet--- das war auch total zugesifft. Es war auch kein bisschen Öl mehr drin.

      Außerdem muss ich noch die Kupplung einstellen und der Steuerhebel des Mähwerks muss neu befestigt werden... der Wackelt wie ein Lämmerschwanz.
      Die Gummimanschette des Schalthebels hat sich auch zersetzt:

      Ja und was dann noch so alles kommt (Elektrik z.B.)... ich lass es auf mich zukommen...

      Übrigens mal eine Frage an die Experten...
      die zwei Teile hier lagen beim Deutz dabei...könnt ihr mir sagen was das ist??


      soweit so gut. Ich werde mich bemühen mehr Detailbilder zu machen, wenns nicht wieder mit mir durchgeht.

      Bis dahin
      Henrich
    • Danke an Grafen... dann ist ja alles klar. Ich dachte schon dass es irgendein spezielles Werkzeug wäre.

      Mittlerweile habe ich die Hinterräder demontiert und die Steckachsen ausgebaut. Die linke Seite war wie erwartet total ölverschmiert. Habe dann erstmal alles demontiert und gesäubert.


      Die Bremsbacken würden von Ihren Belägen befreit und mit Rostschutz versiegelt.



      Unter dem Trecker muss ich wohl auch noch mal den Spachtel ansetzen und alles reinigen. Sieht sehr verdreckt aus:



      Nach Weihnachten sind auch schon einige Ersatzteile angekommen.



      Dann habe ich noch den lockeren Hebel der Mähwerksaushebung vom Steuergerät gesäubert und den Sperrknauf nachgerüstet wie auf dem Bild zu sehen:



      Außerdem hat die Gangschaltung ihre neue Gummimanschette bekommen und ich habe das Hydrauliköl und den Filter gewechselt.
    • Hallo zusammen ,

      schon ans Getriebeöl gedacht ?

      Ich frage weil die Manschette defekt ist und Staub und Wasser eingedrungen
      sein können .
      Bei einem Wechsel wäre es sinnvoll das Getriebe mit Diesel auszuspülen .
      Einfach 10 Liter Diesel im Getriebe füllen und 100 Meter fahren .
      Dann ablassen . Der Diesel wird sehr wahrscheinlich nicht mehr
      wieder zuerkennen sein .
      Getriebeöl : SAE 90 GL3 oder besser SAE 80/90 GL4
      mit Buntmetall Freigabe . Bitte nichts mit GL5 oder GL4/5 .

      Zum Lenkgetriebe / Lenkrad :
      Wenn du Das Lenkrad wieder auf dem Lenkgetriebe aufschraubst ,
      zwischen Lenkrad und Lenkgetriebe Kupfer oder Aluminium Paste machen .
      Dadurch lassen sich diese auch nach Jahren wieder leicht lösen .
      Meine Meinung ist alle 2 Jahre vor dem Tüv das obere Lager
      neu zu schmieren .
      Das Lager sollte noch zu bekommen , aber zu einem sehr hohen Preis .

      Am Motor würde ich auf alle Fälle das Ventilspiel prüfen sowie die
      Kipphebel im Zylinderkopf .
      Die Einspritzdüsen mit Düsenstock kann dir jeder LAMA für kleine Münze
      prüfen .

      Viel Spaß mit deinem kleinen .
      Es ist schön wenn jemand wie du einen kleinen Bericht schreibt was er so
      am Schlepper macht und dazu noch einige Bilder macht . Danke.

      Gruß Eckard
      Meine Schlepper :
      Deutz D15 ( 712 ) , Deutz D40L / 40.2 ( 812 ) , Deutz 4005
      und zwei Standmotoren Type F1l712 .
    • Danke für den Zuspruch Eckard. Es macht mir auch sehr viel Spaß. Vor einiger Zeit habe ich schon mal eine alte Honda flott gemacht, da konnte ich auch schon viel lernen. Mir gefällt es auch immer solchen Berichten in Foren zu folgen und ich freue mich über die Gespräche mit Gleichgesinnten.
      Vielen Dank auch für die Tips. Das mit dem Diesel klingt gut. Das werde ich auf jeden Fall machen. Das alte Öl hab ich auch schon abgelassen.
      Wenn der Gute dann wieder fährt, werde ich denke ich auch die Einspritzdüsen überprüfen lassen. Das würde ich mir auch gerne mal ansehen wie die das machen.

      Viele Grüße
      Henrich
    • Ja apropos, vielleicht könnt ihr mir da Rat geben... Die Bremsbacken und die Achsdeckel habe ich ja mit Rostschutz versiegelt. Die Stellen sieht man aber ja auch nicht. Den Lenkstockhebel habe ich auch grundiert, weil mittlerweile kein Lack mehr drauf war. Die Lenkschubstange habe ich auch neu bestellt. Die scheint jedoch auch blank geliefert zu werden. Was würdet ihr machen? Grün lackieren? Einfach nur den Rostschutz? Oder rosten lassen? Meckert der TÜV bei sowas?

      VG
    • Hallo ,

      wenn du die Patina erhalten willst
      einfach was sichtbar ist rosten
      lassen .
      G.g.f den Trekker nur mit
      Öl oder Wachs Konservieren .

      Hierzu gibt es viel zu lesen im Forum .

      Gruß Eckard
      Meine Schlepper :
      Deutz D15 ( 712 ) , Deutz D40L / 40.2 ( 812 ) , Deutz 4005
      und zwei Standmotoren Type F1l712 .
    • Das mit der Patina an Lenkschubstange und Lenkstockhebel hat sich erledigt... die Stange war schon grundiert, also werde ich beides einfach im Originalgrün streichen.

      Ich bin auch wieder ein bisschen weitergekommen und so sind jetzt die Bremsbacken neu belegt und die Bremse wieder montiert:


      Dann habe ich mal den Deckel mit dem Schalthebel entfernt, um in das Getriebe zu sehen und es sieht ganz gut aus. Zumindest sind keine Pittingschäden zu erkennen.
      Das Getriebe werde ich nach Einbau der Achsen dann noch gut spülen und neu befüllen.

      Beim Befüllen des Mähwerkvorgeleges stellte sich dann heraus, dass der Wellendichtring hinüber ist. Ich habe jetzt beschlossen sämtliche Dichtringe zu erneuern, dann ist hoffentlich Ruhe. Da ich sowieso festgestellt habe, dass die Kupplung fällig ist (Anscheinend wurde damals das Zusatzpedal entfernt, um mehr Weg für die Fahrkupplung zu haben. Jetzt liegt der Druckpunkt so, dass das Kupplungspedal fast das Trittblech berührt) und ich den Trecker trennen muss, macht das durchaus Sinn.
      Dafür habe ich jetzt schonmal alles abgebaut (samt Mähbalken) und teilweise den Trecker gereinigt... Erstaunlich was da unter der schwarzen Dreckkruste für grüner Lack zum Vorschein kommt:

      Jetzt muss ich noch irgendwie die Riemenscheiben vom Mähantrieb abbauen. Ich habe hier irgendwo gelesen, dass die Scheibe am Antrieb selbst per Linksgewinde aufgeschraubt ist. Ist das richtig? Allerdings finde ich nirgenwo etwas über die Vorgelegewelle. Ist die Riemenscheibe dort einfach nur aufgepresst?

      Kommende Woche sollten auch die Lager für die Hinterachsen kommen, dann kann ich die Steckachsen samt Bremse wieder montieren.
      Da ich die Lichtmaschine gerade demontiert hatte, um die Hydraulikleitungen abbauen zu können, habe ich diese mal auseinader gebaut und festgestellt, dass die Lager sehr rau liefen und fast kein Fett mehr vorhanden war. Ich werde neue mit beidseitiger Abdichtung verwenden. Neue Kohlen bekommt sie dann auch noch.


      Die abzuarbeitenden Punkte werden immer mehr, aber ich glaube es lohnt sich. Vor allem macht es Spaß und das ist ja die Hauptsache.

      Viele Grüße
      Henrich
    • Moin zusammen,

      So, die Riemenscheiben von den Wellen des Mähantriebs sind nun runter (Vorgelege gepresst/Getriebewelle Linksgewinde) Danke Matze für den Link! Hat mir sehr geholfen. Ich hatte jedoch kein Gelenkwellenteil. Mir ist dann noch eingefallen, dass ich beim Umbau meiner Honda ein komplettes Ersatzgetriebe gekauft hatte. Und siehe da... dort war noch ein passendes Zahnrad dabei, welches ich dann an einem Stück Flachstahl angeschweißt habe:



      Die Vorgelegewelle braucht neue Lager und der Dichtring war quasi nicht mehr vorhanden. Der Laufring auf dem er sitzt ist komplett verschlissen; da werde ich einen neuen anfertigen:



      Bei der Welle, die unter dem Getriebe sitzt habe ich auch einen neuen Dichtring eingesetzt. Der alte war nicht aus dem Deckel zu bekommen. Das habe ich schon im ersten Semester meines Studiums gelernt, dass man bei solchen Deckeln kleine Bohrungen zur Demontage des Rings mit einem Dorn vorsieht... Naja egal ich habe dann die besagte Bohrung selbst eingebracht:



      Da die Kohlen von der Lichtmaschine schon einigermaßen abgenutzt waren, habe ich mir den Anlasser auch noch mal vorgenommen. Hier sahen Kollektor und Kohlen auch nicht mehr so gut aus. Also habe ich den Rotor der Lichtmaschine und des Anlassers in der Drehbank überarbeitet. Anschließend noch die Trennfugen mit einem dünnen Sägeblatt nachgezogen...und die Kollektoren sehen aus wie neu:



      Den Magnetschalter habe ich bei der Gelegenheit von Leichten Dreckspuren befreit und die Welle und alle beweglichen Teile neu gefettet.

      Bald geht es dann weiter mit der Hinterachse-

      Viele Grüße
      Henrich
    • Moin,

      der Mähantrieb ist nun gereinigt und neu abgedichtet. Die Vorgelegewelle muss noch gemacht werden. Hier fehlt mir noch der Laufring, den ich aus C45 nachfertigen werde und dann härte. Ich hoffe das klappt wie ich mir das überlegt habe. Zur Not muss ich den alten doch irgendwie "aufarbeiten".



      Die Achsen habe ich auch endlich wieder zusammen. Den Pressring da drauf zu bekommen ist ja eine ganz schöne Plackerei, aber ich habs geschaftt. Zur Hilfe hatte ich ein altes Zapfwellengehäuse und das alte Achslager sowie den dicksten Hammer den wir hatten. Das Verstemmen in der Nut ging dann eigentlich leichter als ich dachte:



      Nachdem ich den Hydraulikblock mit meinem Vater abgenommen habe konnte ich das Getriebe samt Differenzial in Augenschein nehmen. Sieht ganz gut aus- Unten hat sich schon ein bisschen Schlamm abgesetzt, also lohnt es sich auf jeden Fall das zu spülen. Dann habe ich heute versucht den Deckel vom Zapfwellenstummel nach der Anleitung hier im Forum auszubauen. Das hat letztendlich auch geklappt, aber dieser Sicherungsring hat mich ganz schön zur Weißglut gebracht und man braucht auf jeden Fall eine umgebaute Sprengringzange. Ich hatte zum Glück noch eine alte gammlige von meinem Opa. Auch blöd ist, dass der Sprengring bei mir so montiert war, dass sich die Bohrungen unter der Welle befanden. Daher musste ich den Deckel um 180° drehen. Das ging jedoch so schwer, dass ich ohne Hammer nicht weiter kam. Dabei hat sich dann der Grauguss im Bereich der Ecken an den Bohrungen verabschiedet... war ja klar. Ich habe allerdings schon eine Reparaturidee. Es sei denn jemand hat zufälligerweise noch so ein Teil rumliegen... dann gerne PN an mich. So hier nun die Bilder:





      VG Henrich
    • Hallo zusammen,

      heute habe ich schon mal den kaputten Deckel entsprechend abgedreht. Die Stahlplatte ist bestellt.


      Wo ich sowieso schon an der Drehbank stand, habe ich dann auch noch den neuen Laufring für die Vorgelegewelle gedreht und mit meiner kleinen selbstgebauten Esse auf Temperatur gebracht und anschließend in Wasser abgeschreckt. Danach habe ich den Ring noch im Ofen angelassen. Jetzt muss ich ihn außen noch schleifen.

      VG Henrich
    • Hey,

      Norbert, danke. Ich bin 27. Es hat sich im Laufe der Zeit einiges in unserer Werkstatt angesammelt. Meine kleine Drehbank ist eine Emco Compact 8 mit einer kleinen Fräseinrichtung. Damit kann ich schon einiges machen. Das Anlassen hab ich in einem alten Backofen genacht.

      @motorschrauber:
      Ja das hatte ich auch überlegt, nur dann müsste ich ein passendes Einschlagwerkzeug drehen, damit der Ring an der richtigen Position sitzt. Vielleicht mache ich das. Hat das einen irgendeinen Grund warum man das so gebaut hat?

      Edit: Wie bekommt man eigentlich solche Dichtringe im eingebauten Zustand heraus? Ich habe bisher ja immer die Deckel demontiert, aber beim Motor und der Getriebewelle kommt man ja auch von außen ran.

      Habe eben den Ring auf die Welle aufgesetzt und mal gemessen. Er läuft 0,05 mm unrund, also genau in der Toleranz die SKF für Dichtringe angibt.

      VG Henrich
    • DL2HKL wrote:

      Wie bekommt man eigentlich solche Dichtringe im eingebauten Zustand heraus?
      Moin,

      man kann versuchen da eine kleine selbstschneidende Blechschraube reinzudrehen, an der man den Ring dann packen kann.
      Ist aber oft fummelig. Vielleicht ein bisschen reinschlagen, damit er dann besser rausgeht, viel mit Schraubendrehern hebeln...
      Gruß, Harm

      John Deere 6110 MC, D4005, Allgaier R22