D30s beim pflügen - die Zeit nochmal um 25 Jahre zurückgedreht

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    • D30s beim pflügen - die Zeit nochmal um 25 Jahre zurückgedreht

      Servus liebe Deutz-Fans.

      Davon geträumt habe ich schon seit längerem. Nachdem ich hier immer wieder mal schön bebilderte Beiträge zum Thema pflügen gelesen habe, habe ich mich dazu entschlossen unseren auf dem Dachboden in der Scheune abgestellten 2-Schar-Pflug (Zeus L2-550; EFKA-Klausing, Niedersachsen-Werke) runterzuholen und es selbst mal wieder zu probieren. Das letzte Mal pflügen war vor ca. 25 Jahren, als mein Vater noch die 9 Tagwerk "große" Landwirtschaft im Nebenerwerb (also Hobby) führte und ich damals immer wieder mal selbst fahren durfte.

      Mit dem Greifzug von der Feuerwehr am Bulldog befestigt wurde der Pflug über eine Umlenkrolle am Dachbalken kurzerhand herunterbugsiert. Obwohl das gute Teil nach dem letzten Einsatz damals einfach weggestellt wurde, war die Mechanik einwandfrei funktionsfähig. Ich habe sie aber trotzdem nochmals ordentlich mit WD 40 eingesprüht, nur die Streichbleche waren angerostet.

      Ein paar Tage später dann habe ich den Pflug angebaut und bin zu einem abgeernteten und noch unbearbeiteten Feld eines benachbarten Landwirts gefahren, den ich vorher gefragt hatte, ob er was dagegen hätte, wenn ich ein paar Furchen ziehe. Eine geeignete Stelle (ich wollte mir nicht vom ganzen Dorf zuschauen und dann für verrückt erklären lassen) gesucht und einfach mal losgelegt...

      Nach den ersten Metern habe ich dann festgestellt, dass die hintere Schar nicht in den Boden einzieht. Ich habe kurz überlegt, was ich hier schon alles über das Thema Pflugeinstellungen gelesen habe und habe aus meiner Erinnerung und dem gelesenen heraus den Oberlenker länger gestellt, sowie die Arbeitsbreite und die Länge der Hubstangen verstellt. Ergebnis war, dass der Pflug noch schlechter in den Boden wollte.... X( X(
      Vorne ging es noch einigermaßen, doch hinten hat die Schar nur den Boden leicht angekratzt. Was ich auch verstellt habe, es wurde nicht besser. Der Pflug ging einfach nicht auf Tiefe. Nach etlichen Versuchen habe ich es dann aufgegeben und mich darauf beschränkt noch schnell Fotos zu machen. :/ ?( :huh:
      Mein Vater, der auch dazugestoßen ist, meinte, dass es zu trocken sei (es hatte zu dem Zeitpunkt seit mehreren Wochen nicht mehr geregnet) und der Boden durch die Bearbeitung mit den schweren Maschinen einfach zu stark verdichtet ist.

      Das war natürlich alles nicht sehr befriedigend und ich habe beschlossen meinen Traum ein anderes Mal fertigzuträumen und es nochmal zu versuchen. Mittlerweile sollten die Böden bei uns ausreichend bewässert und somit locker sein, dass es klappt. Weiterhin habe ich mich nochmals mit den ganzen Einstellungen befasst, obwohl es so aus der Erinnerung heraus nicht schwer war, den Pflug einzustellen. Es gibt ja auch nicht soooo viel einzustellen. Mein Vater hat eigentlich nur die Länge des Oberlenkers und die Arbeitsbreite über die Spindel eingestellt und schon hat das damals bis zuletzt einwandfrei funktioniert :huh:

      Anbei noch die Bilder.















      LG

      Emanuel
      LG

      Emanuel



      D30S-NFG, BJ 62 und F2L612/6-N, BJ 57

      Post was edited 1 time, last by Lausbua ().

    • Habe schon an mir gezweifelt ;)

      By the way. Ich hätte auch mal Lust, meine Trecker "sinnvoll" einzusetzen. Im Moment fehlen mir jedoch nicht nur die Gelegenheiten (die gibt es ja ab und an auf Treffen) sondern auch die Geräte
      Mit Diesel Gruß aus Wuppertal
      Tim


      Deutz D30 & Hanomag Granit 500

      ...und was machst du den ganzen Tag? Trecker fahrn 8) :D

      ...ein Leben ohne Trecker geht-ist aber sinnlos !!!
    • Hallo Emanuel,

      auf den Fotos sieht es aus, als ob der horizontale Teil des Rahmens (oder Grindels) nach hinten ansteigt. Ich weiß nicht, ob es die Ursache oder die Auswirkung Deines Problems ist. Dieser sollte waagerecht sein.

      Anbei noch Auszüge aus einer Anleitung für einen historischen 2-Schar-Pflug von 1957 (Fa. Bayerische Pflugfabrik, Landsberg), vielleicht helfen sie Dir.



      Ansonsten hat Michael (Lasca34) beim Kommentieren meines Pflug-Beitrags ja auch schon einiges dazu geschrieben. Ich habe erst sehr wenig Erfahrung und auch nur mit einem 1-Schar-Pflug. Der dürfte m. E. einfacher einzustellen sein.

      Ich finde: Pflügen mit einem Oldtimer macht Spaß! Deine Fotos gefallen mir.

      Schöne Grüße
      Jost
    • Moin, jetzt möchte ich auch mal schlau schreiben :D als erstes schaut der boden wirklich sehr trocken aus, dann müssen die scharr spitzen noch wirklich sehr gut sein um einen guten einzug zu haben, ein gewicht oder ein Großer stein auf dem ramen können auch helfen, wobei beim ersten mal doch besser der boden stimmiger ist. nach den bildern würde ich sagen " im grunde nicht schlecht" , ich S welle würde ich auf jeden fahl verstellen, grundeinstellung wehre wenn der eine zapfen nach oben und der andere nach unten zeigt. dann die tragachse ( S welle ) mit der hubstrene des deutz paralell zum boden stellen, muss dann wenn du den zweiten durchgang pflügst nachgestellt werden, bis du auf arbeitztiefe bist. aber schau noch mal deine scharr spitzen an.oder ein bild. wenn die bedingungen stimmen üben üben üben und dann kann es so aussehen


      OK ist mein Fendt und noch nicht mein Deutz das dauert noch ^^
      Männer sind primitiv aber glücklich !
    • Vielen Dank für die vielen Tips.

      Also die Scharspitzen sind vermutlich nicht mehr die Besten (kann man an dem unteren Foto vielleicht erkennen), aber selbst als mein Vater mit ca. 75 kg sich draufgestellt hat, war keinerlei Veränderung zu erkennen. Außerdem hat bis zuletzt vor 25 Jahren das Pflügen auf unseren Feldern einwandfrei funktioniert (so wie man es auf den schönen Fotos von Peter sehen kann :) ) , daher gehe ich nach wie vor davon aus, dass der Boden einen nicht unerheblichen Teil dazu beigetragen hat, dass es an diesem Tag nicht so richtig funktioniert hat.

      Dass der Rahmen nicht waagrecht ist (sowohl längs als auch quer), ist mir auch aufgefallen gewesen, deshalb habe ich den Oberlenker anfangs länger gemacht, dann aber wohl wieder kürzer. Als ich zum Schluss die Beweisfotos noch gemacht habe, war so ziemlich alles verstellt. Diese Anleitung habe ich mir inzwischen versucht einzuprägen und die Grundeinstellung wie von Peter beschrieben (Zapfen maximal nach oben bzw. unten und die Hubstreben parallel zum Boden) habe ich auch wieder hergestellt.
      Ich werde bei Gelegenheit nochmals rausfahren. Mein "Übungsfeld" wurde bisher noch nicht bearbeitet und ausreichend geregnet hat es mittlerweile auch, so dass es jetzt eigentlich klappen müsste.



      LG

      Emanuel
      LG

      Emanuel



      D30S-NFG, BJ 62 und F2L612/6-N, BJ 57
    • Die Scharspitzen sind zwar schlecht,aber daran liegt es auch garnicht. Solange die Streichbleche nicht blank sind, wird das auch nichts werden. Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben, wenn die Pflug weggestellt wird, das man die blanken Teile einölt oder fettet. Mit dem verrosteten Teil musst du erstmal in eine Kiesgrube fahren und eine Kiesfläche bearbeiten, das der ordentlich blank wird. Vorarbeit kannst du mit der motorgetriebenen Drahtbürste machen. Wenn ein Pflug "gehen" soll, müssen die Streichbleche Spiegelblank sein. Stell mal ein Bild von der Streichblechoberfläche ein.
      :) Gruß vom Wilfried






      Mein Deutz ölt nicht,er setzt nur seine Marken!

    • Moin.

      Meinen Lemken Garant 110 habe ich nach kauf mit der Topfbürste ordentlich entrostet und danach nochmal mit der Fächerscheibe feinschliff gemacht. Danach mit Staufferfett dick eingestrichen.

      Seitdem kein Rost mehr.
      Images
      • 20150926_120246.jpg

        3.46 MB, 3,264×1,836, viewed 327 times
    • Hallo Emanuel,

      die Streichbleche müssen sicherlich blank sein um Erdanhaftungen zu vermeiden. Das "nicht auf Tiefe gehen" ist aber sicherlich dem (vermutlich) nicht mehr vorhandenen "Untergriff" zu verdanken, d.h. die Scharspitzen ragen nicht mehr nennenswert über die Anlageeisen hinaus.

      Gruß
      Theo
    • Hallo Theo, warum "gehen " denn auch Pflüge, die verschlissene Schare haben? Er sagt es ja selber, das der Pflug noch ging, als er "weggestellt " wurde.
      Hier wird wohl ganz erheblich unterschätzt , was die Reibung auf den Streichblechen alles verursacht. Ich habe pflügen noch gelernt . Zuerst von meinem Vater und später noch auf der Deula (während der Fachschule ). Ich habe mit 1 , 2 ,3 , 4 und 5 furchigen Pflügen gearbeitet und nicht blos 10 ha. Einen Pflug einstellen ist nun mal nicht so eben gemacht.
      :) Gruß vom Wilfried






      Mein Deutz ölt nicht,er setzt nur seine Marken!

    • Hallo Wilfried,

      Danke für deinen Hinweis, sicher hast du recht, dass die Streichbleche blank sein müssen, damit der Pflug einwandfrei funktioniert, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass es (ausschließlich) daran lag, dass das Ergebnis statt besser immer schlechter wurde. Die erste Furche ganz am Waldrand, dort wo der Boden durch die schweren Geräte noch nicht so festgefahren war, hat nämlich noch relativ gut funktioniert, trotz der anfangs noch angerosteten Streichbleche und des fehlenden Untergriffs. Die erste Schar ist noch auf Tiefe gegangen, nur die Zweite nicht, kann man vielleicht auch auf dem 3. Foto erkennen. Dann habe ich eben nicht nur den Oberlenker länger gestellt, sondern gleichzeitig auch alles andere verändert und habe mich dann, weil auch die Zeit schon gedrängt hat, vermutlich komplett verzettelt mit der Einstellung.
      Nichtsdestotrotz werde ich vor dem nächsten Versuch die Streichbleche vorher blank schleifen, um auch diese Fehlerquelle auszuschließen.

      Liebe Grüße

      Emanuel

      @Florian: war das wirklich Staufferfett, was du da aufgebracht hast??? Auf dem Foto sieht das nach was ganz anderem aus ;) ;) =O 8o :D :D :D
      LG

      Emanuel



      D30S-NFG, BJ 62 und F2L612/6-N, BJ 57
    • Auf den ersten Bild am ersten Schaar sieht du das obere Ende abgebürstet, das untere mit ordentlich Rost.

      Danach mit der Fächerscheibe richtig spiegelblank gemacht.

      Ja, Fett, Öl fliest nach kurzer Zeit ab und der Rost beginnt wieder, Fett geht am besten, kleben muss das.

      Natürlich wird vor den Pflügen das Fett abgewischt und entsorgt.... Bevor mir nun Fett im Boden vorgewurfen wird.

      Gruß
    • ja , das ist meistens so, die erste Furche geht noch, aber dann setzt sich immer mehr Erde auf die Streichbleche und irgendwann is schluß. Bedenke bitte ,das es nicht reicht zu schleifen. Sie müssen Spiegelblank sein. Die Howard Schwenkpflüge hatten in der ersten Version Kunstoffbeschichtung auf den Blechen. Das ging sau schwer. Als man auf Stahlblech umgesattelt hat, brauchte man 15 % weniger Kraft. Der Kunstoff hatte einen Kreuzschliff, der Stahl zwar auch, aber war trozdem blank.

      Ich sagte ja schon , in einer Kiesgrube die Schare und Streichbleche durch den kiesigen Boden ziehen und zwischenzeitlich immer wieder sauber machen, dann werden sie blank. Übrigens , früher gehörte ein Spachtel immer zur Ausrüstung dabei, damit man den anhaftenden Boden auch wieder runter bekommt.
      :) Gruß vom Wilfried






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      Post was edited 1 time, last by Wilfried ().

    • Florian, mit

      Lausbua wrote:

      Auf dem Foto sieht das nach was ganz anderem aus
      habe ich eigentlich was ganz anderes gemeint ^^ . So wie du dastehst....vor dir der Eimer....die Hose sitzt auch nicht ganz perfekt.....und dann noch die vielen Zwinkersmilies....ich dachte man versteht es :rolleyes: :D :D Also nix für unguad, das sollte eigentlich eine Scherz sein. Den Tip werde ich aber trotzdem befolgen, nachdem ich meinen Traum umgesetzt habe :)


      Und danke auch an Wilfried für den Tip, ich werde ihn vor dem nächsten Einsatz beherzigen.

      Leider wird sich dieser aber vermutlich verschieben, weil mein "Übungsfeld" heute doch bearbeitet wurde.

      Schönen Abend noch

      Emanuel
      LG

      Emanuel



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    • Moin, OK die die körper könnten ein wenig mehr spiegeln, mit der dratbürste auf der flex geht das ganz gut, oder ganz vorsichtig mit einer fächerscheibe. aber bitte bitte nicht zu viel wärme entwickeln! zu den nicht mehr vorhandenen spitzen, dein pflug hat schnabelschare, die kann man ausschmieden ( sollte einer machen der weis was er macht, sonst hast du nur noch kernschrott ) oder spitzen aufschweisen ( wärme :( ) oder so lassen und auf besere bedinungen warten. ich versuche noch eine an anleitung einzustellen.

      Männer sind primitiv aber glücklich !

      Post was edited 1 time, last by Peter Lustig ().