Bremsbeläge selbst aufnieten?

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    • Bremsbeläge selbst aufnieten?

      Hallo!

      ich habe hier jetzt schon einiges über neue Bremsbeläge gelesen. Zum Beispiel, dass es wohl kein großen Problem sei, sich neu Bremsbeläge und Nieten zu besorgen und die Beläge dann aufnieten. Soll wohl gar nicht so schwer sein...

      Aber mich würde es nun interessieren, wie das mit dem Aufnieten funktioniert: Steckt man den Niet von der einen Seite durch und schlägt ihn auf der anderen Seite breit oder benötigt man dafür spezielles Werkzeug?
      Kann man das auch mit Blindnieten machen?

      Ich habe noch eine Frage: Ich habe in einem Betrag hier im Forum gelesen, dass es nicht unbedingt notwedig sei die Bremsbeläge zu wechseln, wenn diese noch dick genug sind. Viel wichter für gutes Bremsen sei die Einstellung und Leichtgängigkeit der Energievernichter...
      Was soll ich davon halten? Meine Bremsbeläge sind wahrscheinlich so alt wie der Trecker, also 52 Jahre! Die sollten dann wohl schon schön durchgehärtet sein...

      Der langen Rede kurzer Sinn: Bringt das was, wenn ich neue Beläge besorge, die dann irgentwie an die Backen ran bekomme und das Gerödel vom Fuß bis zur Bremse mit Schmatze (Fett o. Ä.) flutschig mache oder reicht das "Einseifen"?


      Ich wünsche allen einen schönen Mittwoch-Abend und freue mich über ein riesen großen Haufen Antworten..
      Gruß Nils
      Groß ist des Schlossers Kraft, wenn er mit Hebeln schafft!
    • Hallo,
      uralte durchgehärtete Belege können nicht die Bremsqualität eines neuen Belages erreichen. Auch wenn die von Ihrer Dimension im Neuzustand sind und das kannst Du auch nicht mit Einstellen kompensieren.
      Also lieber neu.
      Das Nieten ist wirklich kein Hexenwerk.
      Im Belag sind die Löcher ja mit Senkungen versehen. Du spannst einfach einen Rundstahl (zB. einen Spiralbohrer mit der Rückseite nach oben )in dem Durchmesser, dass er grade in die Senkung der Beläge passt, in einen Schraubstock.
      Der Belag wird dann auf die Backe gelegt und der erste Niet mit dem Kopf vom Belag aus zur Backe durch eine der vorgegebenen Nietbohrungen gesteckt.
      Dann diese Bohrung mit dem Niet drin auf den Rundstahl als Gegenlager gedrückt, mit dem Bremsbelag zum Schraubstock.
      D.h. die Backe zeigt nach oben mit dem herausragendem Nietende.
      Dieses Nietende stauchst Du dann mit einem Schlosserhammer um. So machst Du es mit jedem Nietloch, wobei immer auf die richtige Lage der Löcher in der Backe und dem Belag zueinander zu achten ist. Man fängt an einer kurzen Seite der Backe an und arbeitet sich zu der anderen kurzen Seite der Backe durch.
      Alles verstanden?
      Zeigen wäre einfacher, als in Worten erklären, aber das ist ja immer so :)
      Gruss
      Christian

      Wer Nichts macht, macht Nichts verkehrt
    • Beläge nieten

      Moin Christian,
      zwei Anmerkungen zu Deinen Ausführungen:
      1. Ich würde keinen Bohrer als Unterlage einspannen, der könnte zu hart sein.
      2. Genietet wird von der Mitte nach aussen, jedenfalls habe ich das in der Lehre so gelernt, bei kleineren Belägen ist das wohl egal, aber bei Belägen mit 10 oder mehr Nieten sollte man das so machen.
      Ansonsten gebe ich Dir Recht, das Bremsbeläge aufnieten ist überhaupt kein Hexenwerk, und da die Nieten aus Cu sind kann man die fast mit der Faust umnieten.
      Grüße
      Frank
    • Hallo Frank,

      ich habe in meiner Lehre dies nicht gelernt, sondern mir selbst beigebracht. Da zu meiner Lehrzeit das im PKW Bereich bereits unüblich war.
      Von der Mitte anfangen macht sicherlich mehr Sinn ( ha, selbst wieder was gelernt, das hat sich schon wieder gelohnt =))
      Bohrer kann man ruhig nehmen. Da die Kupfernieten sehr weich sind brauch man da auch nicht so draufzudonnern, dass der Bohrer zersplittert.
      Gruss
      Christian

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    • RE: Bremsbeläge selbst aufnieten?

      Hallo,

      vielleicht noch eine Anmerkung:
      Schau auch mal nach den Bremstrommeln, ob die nicht ausgedreht werden
      müssen. Bei meinem 45 06 waren die "Bremsflächen" leicht ballig,
      wodurch die neuen Beläge nur in der Mitte zu 1/3 auflagen, mit entsprechend geringer Bremsleistung X(.

      Nach dem Ausdrehen der Trommeln und neuen Belägen mit Übermaß
      hinterläßt mein Schlepper jetzt wieder schwarze Striche auf dem Asphalt
      (ohne das man mit "beiden" Beinen auf dem Bremspedal "steht"). :D

      Gruß
      Dirk
    • Super ich danke euch sehr für die Anleitung zum Aufnieten, die habe ich auch verstanden! Der Link ist auch toll.

      Die Bremsbacken sehen innen aus wie neu (keine Riefen, kein Rost..) und die Beläge sind auf der Breite gleichmäßig abgenutzt. Daraus müsste sich doch folgern lassen, dass die Trommeln auch gleichmäßig abgenutzt sind, oder?


      Vielen Dank für die Hilfe!

      Gruß
      Nils
      Groß ist des Schlossers Kraft, wenn er mit Hebeln schafft!
    • Bremsbeläge selbst aufnieten

      Hallo,

      kann mir jemand sagen, welchen Durchmesseer der Nietkopf für die Bremsbeläge des F1L 514/51 hat? Ich möchte bzw. muss die Bremsbeläge bald mal erneuern. Ich weiß, dass man das auch ohne besondere Werkzeuge hinbekommen kann. Allerdings hat mir ein Bekannter eine alte, aber noch tadellos funktionierende Niet-Handpresse für sehr wenig Geld angeboten, die er loswerden möchte. Die könnte ich ja auch wieder verkaufen, wenn ich mit den Bremsbelägen fertig bin. Ich muss mal schauen, ob man bei dem Gerät die Einsätze wechseln kann. Momentan ist da glaube ich ein Einsatz mit 11 oder 12 mm Durchmesser drin, der ja wohl deutlich zu groß sein dürfte. Hat vielleicht jemand Darstellungen/Schnittzeichnungen von solchen (vergleichbaren) Presseinsätzen (insbesondere von dem Einsatz, mit dem man den Rand umbördelt), die für die Bremsbelagnieten des 15er passen?

      Viele Grüße
      Rainer