Anlasser Demontage und unbekannte Funktion Feder

    • F1L 712/1
    • Anlasser Demontage und unbekannte Funktion Feder

      Hallo zusammen,

      nachdem ich festgestellt habe das der Anlasser nur relativ unzuverlässig arbeitet habe ich mich entschlossen einmal gründlich zu reinigen und mir das innenleben einmal genauer anzusehen. Es handelt sich um einen Bosch EGE 1/12 R3, der verbaute Magnetschalter trägt den die Nr. 0331 300 017 (ebenfalls von Bosch). Auf dem Freilauf ist die Beschriftung 401 44E ALGT 1Z.

      Bei der Demontage its mir aufgefallen das im Bereich der Kohlen dieser stark verschmutzt ist. Beim Entfernen vom Schmutz habe ich ein paar kleine gebrochenen Stücke einer Druckfeder gefunden (siehe Bild 1).

      Nachdem ich die Welle entnommen habe, habe ich auf dem Zylinderstiff 3x11 noch ein kleines Stück Feder gesehen was auf dem Stift draufsteckte (Bilder 2 und 3).

      Kann mir jemand sagen welche Funktion diese Feder hat?

      Weiterhinh habe ich eine Frage zum Gehäuse, und zwar bekomme ich auch nach mehrmaligem Einweichen mit Rostlöser und erwäremn die Senkschrauben? ( Schlitz, Bild 4 ) nicht gelöst. Bei der Suche nach diesem Problem habe ich nirgendwo ein Video etc. gefunden wo diese gelöst werdn. Daher die Frage, lassen sich diese überhaupt entfernen?

      Der Magnetschalter wurde mittels Batterie "trocken" getestet, dieser zieht an. Kann man den Schalter auch öffnen in dem man die 4 Niete abschleift, das Innenleben reinigt und fettet und dann das Schaltergehäuse wieder mit 4 passenden Schrauben zusammensetzt? Kann beim Öffnen des Schalter irgendetwas kaputt gehen?Ich frage deshalb weil ich gerne sichergehen würde das im Inneren des Schalters auch wirklich alles ok ist.

      Ist es möglich den Freilauf zu zerlegen bzw. zu öffnen? Dieser ist bei händischer Prüfung ok, kann aber doch sicherlich das man den (falls überhaupt möglich) im Inneren auch einmal reinigt und neu fettet.

      Falls die von mir gestellten Fragen schon irgendwo hier im Forum gestellt und beantwortet wurden mir das bitte mitteilen. Ich habe in der Suchfunktion diesbezüglich nichts gefunden!

      Gruß Bastian
      Bilder
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    • Moin Bastian,

      die Feder könnte nicht zufälligerweise zu den Bürsten gehören?

      Den Magnetschalter muss man natürlich auch zerlegen können. Die Bilder im Netz zeigen den Magnetschalter einmal vernietet und einmal umgebördelt. Nieten kann man ja aufbohren, aber Bördelungen sind schon schlechter zu öffnen.
      Auf jeden Fall musst Du vorm Öffnen die beiden Lötpunkte aufschmelzen und absaugen. Die Drähte müssen lose im Loch sein, sonnst machst Du beim auseinanderziehen die Wicklung kaputt.
      Den Freilauf sauber machen, fetten und wieder einbauen. Entweder er funzt oder er funzt nicht.

      Ich habe das mal bei einem ähnlichen Anlasser gemacht:
      Anlasser defekt - Überholen oder Austauschen?
      Schöne Grüße
      aus Bremen

      Götz


      Deutz F2L 612/5-NK
      Motor F2L 712
      Baujahr 1957
      Schlepper Nr. 7461/167
    • Hallo Götz,
      vielen Dank für deine Hilfe. Habe auch am Anfang gedacht die Federn gehören zu den Bürsten, aber die Feder die da verbaut sind, 4 Stück in Summe, sind a) von anderer Bauart (Schneckenförmig, der genaue Fachausdruck fällt mir jetzt nicht ein) und b) alle vorhanden. Desweiteren wäre es doch dann ein sehr großer zufall das der Innendurchmesser der Feder genau auf den Zylinderstift paßt und das sich die Feder dann genauso zufällig auf diesen setzt?

      Wie macht man den Freilauf denn sauber? Der ist ja quasi in dem Blechgehäuse gekapselt.

      Gruß Bastian
    • Hallo Bastian,
      Ich habe letzt für mich einen manuellen Schlagschrauber entdeckt, insbesondere finde ich ihn klasse bei Schlitzschrauben.
      Das Ding ist noch von meinem Opa, liegt ewig schon in der Werkstatt und hatte keinerlei Aufmerksamkeit bekommen.
      Bis mein Herr Papa mir dann helfen sollte eine schlitzschraube zu lösen und mir das Ding vorstellte.seitdem nutzt ich’s des Öfteren ;)

      Viel Erfolg!

      Gruß
      Matze
    • Hallo Matze, vielen Dank für den guten Tipp!
      Werde mal gucken ob im Bekanntenkreis jemand so ein Werkzeug hat, ansonsten kaufe ich kr eins. Sind ja nicht so teuer mit ca. 40,- Euro für ein Markenprodukt.

      @ Götz: Mein Freilauf ist komplett in einem Gehäuse aus Blech eingefasst ( siehe Bild). Kann man das öffnen? Ansonsten wüßte ich da keine Möglichkeit als es durch den Spalt an der Welle mit Caramba etc. zu fluten. Wie du beschrieben hast mit reinigen, trocknen und neu fetten ist natürlich die beste Methode, das möchte ich auch so machen. Nur weiß ich eben nicht wie man an das Innere kommt.

      An alle: Keiner eine Idee bzgl. der kleinen Feder die bei mir in Teilen drin war???

      Gruß Bastian.
      Bilder
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    • Moin Bastian,

      den Freilauf kann man bestimmt nicht weiter auseinanderbauen. Um das alte Schmiermittel und den Schmutz zu entfernen, kann man den Freilauf nur immer wieder in Lösungsmittel baden um dann durch Bewegen und Ausblasen mit Druckluft das Teil von Innen wieder sauber zu bekommen. Genau wie bei einem Kugellager mit Blechabdeckungen.
      Nur da muss dann ja auch wieder Fett hinein. Eine Möglichkeit: Fett in eine kleine Blechdose füllen und durch Erwärmen flüssig machen und den Freilauf darin versenken und voll laufen lassen. Nach dem Abkühlen ist das Fett wieder fest.
      Oder, so mache ich es immer mit Kugellagern: Man füllt Fett in einen kleinen Plastikbeutel, der im Durchmesser so groß wie der Außendurchmesser des Lagers ist. Der Beutel wird über den Außenring des Lagers gezogen und mit Klebeband stramm umwickelt. Dann mit einem Finger das innere Loch zuhalten, und das Fett wie beim Kekse backen aus dem Spritzbeutel durch das Lager drücken.
      Klappt wie verrückt ;)
      Schöne Grüße
      aus Bremen

      Götz


      Deutz F2L 612/5-NK
      Motor F2L 712
      Baujahr 1957
      Schlepper Nr. 7461/167
    • Guten Morgen zusammen,

      eine kleine Rückmeldung zum Anlasser:

      Er dreht wieder kraftvoll und zieht in allen Bereichen rund durch. Hier an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle die mir mit ihren Ratschlägen geholfen haben!!

      Folgende Arbeiten wurden von mir durchgeführt:

      -Anlasser bis auf den Freilauf komplett zerlegt, gründlich gereinigt und mit Aceton abegwaschen und danach getrocknet. An alle Stellen wo Bewegungen auftreten gefettet/geölt, im Besonderen die Lager der Welle, das Steilgewinde, das Freilaufinnenleben (mittels erhitztem Sprühfett), Schiebegabel am Magnetschalter etc. .

      -Den Magnetschalter geöffnet, im Inneren die Kontakte dünn mit Polfett bestrichen (hierbei aber vorsichtig sein).

      -Kabel zwischen dem Bürsten 2 und 4 (oder auch 1 und 3) neu isoliert (alte Isolierung war defekt).

      -Sämtliche Kontakte mit einer Messingdrahtbürste und 220er Schleifpapier gereinigt.

      - Anlasserwelle im Bereich der Bürsten überdreht (ca- 0,25mm), danach die Stege gereingt bzw. ausgesägt.

      -Verkabelung zum Anlasser erneuert, besonder das Kabel von der Batterie war im Innern korrodiert( von Außen nicht ersichtlich!!)

      -Buntmetallscheiben am Auflageflansch am Fahrgestell gereinigt, ebenso den Auflageflansch selber.

      Vor der Remontage alles im Schraubstock mittels 12V Batterie getestet und mit dem Multimeter durchgeprüft.

      Die von mir erwähnte kleine Feder konnte ich nirgendwo finden bzw. keiner kann mir sagen was es damit auf sich hat, habe mich deshalb auch nicht weiter dariúm gekümmert....

      Ich kann jedem raten sich bei Problemen den Anlasser selber einmal in Ruhe auf der Werkbank im warmen und trockenen anzusehen, das ist wirklich kein Hexenwerk. Gründliche Reinigung hilft schon viel weiter! Werkzeuge dafür hat eigentlich jeder zuhause, sind im einzelnen 9,10,13,14,17, 19er Schlüssel, Schlitzschraubendreher, Stück stabiler Draht, Drahtbürste, Schleifleinen, Multimeter. Drehmaschine ist schon Luxus, habe ich auch keine aber im Freundeskreis jemanden der eine hat.

      Erfolgreiches Schrauben/Fahren und einen schönen Samstag, Gruß Bastian
    • bastian3112 schrieb:

      Guten Morgen zusammen,

      eine kleine Rückmeldung zum Anlasser:

      Er dreht wieder kraftvoll und zieht in allen Bereichen rund durch. Hier an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle die mir mit ihren Ratschlägen geholfen haben!!

      Folgende Arbeiten wurden von mir durchgeführt:

      -Anlasser bis auf den Freilauf komplett zerlegt, gründlich gereinigt und mit Aceton abegwaschen und danach getrocknet. An alle Stellen wo Bewegungen auftreten gefettet/geölt, im Besonderen die Lager der Welle, das Steilgewinde, das Freilaufinnenleben (mittels erhitztem Sprühfett), Schiebegabel am Magnetschalter etc. .

      -Den Magnetschalter geöffnet, im Inneren die Kontakte dünn mit Polfett bestrichen (hierbei aber vorsichtig sein).

      -Kabel zwischen dem Bürsten 2 und 4 (oder auch 1 und 3) neu isoliert (alte Isolierung war defekt).

      -Sämtliche Kontakte mit einer Messingdrahtbürste und 220er Schleifpapier gereinigt.

      - Anlasserwelle im Bereich der Bürsten überdreht (ca- 0,25mm), danach die Stege gereingt bzw. ausgesägt.

      -Verkabelung zum Anlasser erneuert, besonder das Kabel von der Batterie war im Innern korrodiert( von Außen nicht ersichtlich!!)

      -Buntmetallscheiben am Auflageflansch am Fahrgestell gereinigt, ebenso den Auflageflansch selber.

      Vor der Remontage alles im Schraubstock mittels 12V Batterie getestet und mit dem Multimeter durchgeprüft.

      Die von mir erwähnte kleine Feder konnte ich nirgendwo finden bzw. keiner kann mir sagen was es damit auf sich hat, habe mich deshalb auch nicht weiter dariúm gekümmert....

      Ich kann jedem raten sich bei Problemen den Anlasser selber einmal in Ruhe auf der Werkbank im warmen und trockenen anzusehen, das ist wirklich kein Hexenwerk. Gründliche Reinigung hilft schon viel weiter! Werkzeuge dafür hat eigentlich jeder zuhause, sind im einzelnen 9,10,13,14,17, 19er Schlüssel, Schlitzschraubendreher, Stück stabiler Draht, Drahtbürste, Schleifleinen, Multimeter. Drehmaschine ist schon Luxus, habe ich auch keine aber im Freundeskreis jemanden der eine hat.

      Erfolgreiches Schrauben/Fahren und einen schönen Samstag, Gruß Bastian
      Moin Bastian,

      Kontakte darf man nie mit Polfett oder anderen Schmiermitteln behandeln. Bau den Magnetschalter auf jeden Fall wieder auseinander und mache die Kontakte fettfrei und blank. Das Fett wird bei den hohen Strömen verbrennen und Dir die Kontakte versauen.
      Polfett dient ausschließlich zum Schutz der Batteriepolklemmen vor Korrosion bei Batteriegasen. Vaseline funzt dafür noch besser.
      Schöne Grüße
      aus Bremen

      Götz


      Deutz F2L 612/5-NK
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      Schlepper Nr. 7461/167

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Goetz ()

    • Hallo Götz,
      vielen Dank für deine Antwort. Werde ich machen, habe nicht gewußt das es da zu Problemen kommen kann. Werden diese Art von Kontakten grundsätzlich" blank/trocken" betrieben?
      Ich frage deshalb, weil ich bei der Demontage vom Schalter im Inneren an den Kontakten beim Reinigen etwas entfernt habe was für mich wie altes verdrecktes Fett aussah. Und da der Schalter vorher noh nicht geöffnet wurde bin ich davon ausgegangen das diese Fett von Bosch werkseitig aufgetragen wurde.
      Gruß Bastian
    • Hallo Bastian,

      Diese Kontakte werden blank betrieben. Da sollte so wenig wie möglich zwischen sein. "Schmauch" bildet sich da von allein, wenn Fett dazu kommt verklebt der, und Fett ist je eh immer ein Isolator. Der Schmauch macht das Fett dann zu einem isolierenden Schlamm und irgendwann schaltet der Kontakt nicht mehr. Wenn Du was gutes tun willst, mach den Kontakt so glatt wie möglich. Polierscheibe für die Bohrmaschine und vorsichtig mit dem Akkuschrauber glatt bürsten.
      Umso glatter die Oberfläche ist, desto weniger Korrosion bildet sich.

      Den Anker wuchtet man nach Überarbeitung, vor der Montage, eigentlich aus.
      Beim Anlasser ist das aber wohl nicht so wichtig. Ist auch kein Hexenwerk, einfach auf einer Unterlage auf der er sehr leicht drehen kann in 30 Grad Schritten drehen und gucken ob er immer gleich liegen bleibt. Dreht er irgendwann eigenwillig vor oder zurück feilt man auf der Unterseite auf der er unbedingt liegen will etwas ab, bis das eigenwillige Drehen aufhört.


      Gruß, Marc

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von [Marc] ()

    • Hallo zusammen, nochmals vielen Dank für eure Ratschläge.
      Der Magnetschalter wurde nochmals geöffnet, sorgfältig entfettet und die Kontakte mittels Schleifpaste und Baumwollscheibe und Bohrmaschine geglättet. Das sollte eigentlich reichen. Die Welle aus dem Anlasser wurde mittels einem einfachen Bock und Feinlagern auf Rundlauf/Unwucht getestet, auch das ist jetzt alles ok.

      Gruß Bastian