Projekt Agroforst

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    • Projekt Agroforst

      Hallo Deutzfreunde,

      bei meiner Vorstellung hier im Forum habe ich das Thema Agroforstwirtschaft angeschnitten. Da daraufhin einiges an Intresse
      zum Thema gezeigt wurde, möchte ich hier noch einmal mein Projekt vostellen und begleiten.

      Zur Ausgangslage:
      Meine Familie und Ich haben uns nach längerer Pause dazu entschlossen, unsere landwirtschaftlichen Flächen wieder selbst
      zu bewirtschaften. Zur Zeit bewirtschaften wir etwas mehr als 2ha Ackerland im Nebenerwerb, dass in den nächsten Jahren durch
      die Auflösung diverser Pachtverträge auf 7ha anwachsen wird.

      Mir stellte sich dann die Frage in welcher Form der Bewirtschaftung die Umsetzung erfolgen sollte. Konventionell, Bio oder doch
      etwas ganz anderes.
      Beim Blick auf unsere Ackerflächen die gerademal eine Humusschicht von 10-15cm aufweisen, und der Erfahrung dass der Einsatz
      eines Pfluges hier nicht unbedingt funktionert. Gewann ich die Erkenntnisse, dass ich erstens dringend etwas für den
      Humusaufbau machen muss und zweitens pfluglos arbeiten werde.
      Bei meiner Recherche zwecks Humusaufbau landete ich dann irgendwann bei einem Youtubevideo von Josef Braun zum Thema
      "Aufbauende Landwirtschaft", hier hörte ich zum ersten mal etwas von Agroforstwirtschaft und mein Interesse war geweckt.
      Überzeugt hat mich dann dass durch den Anbau von landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Kulturen auf der selben Fläche
      eine gegenseitige Wechselwirkung geschaffen wird, von der beide Seiten profitieren die Natur nicht zu kurz kommt und sogar noch
      die Ertragssicherheit gestärkt wird.
      Um das ganze noch abzurunden werde ich auf chemische und synthetische Produktionsmittel verzichten. Die Gründe dafür sind
      folgende. Ersten ist keine Pflanzenschutzspritze vorhanden und die Anschafung zu teuer. Zweitens scheue ich den Aufwand für
      Schulungen und Bürokratie. Und Drittens wird in Baden-Württemberg der Verzicht auf solche Produktionsmittel gefördert, so dass
      man in verbindung mit Untersaat oder Zwischenfrucht die EU Fördenung beinahe verdoppeln kann ohne das man ein Biobetrieb ist.

      Ziel:
      Da ein Bild mehr spricht als tausend Bände. Habe ich eines für Euch dass zeigt wie mein Vorhaben in 20-30 Jahren ausschauen soll.


      Von mir soll es das für Heute erstmal gewesen sein. In den nächsten Tagen werde ich noch Beiträge über Planung, Rechtlicher Rahmen usw. verfassen.

      Viele Grüße
      Steffen
    • Hallo zusammen,

      wie schon im letzen Beitrag erwähnt möchte ich Euch Heute die positiven wie negativen Auswirkungen von Agroforstsystemen näher bringen.
      Außerdem möchte ich die Planung an Hand der ersten Fläche, die ich mit einem Agroforstsystem bewirtschaften will darstellen.

      Die möglichen Auswirkungen habe ich um es besser zeigen zu können in einer Tabelle zusammen gefasst.



      Wie man in der Tabelle sehr schön sehen kann, hängen die Auswirkungen sehr davon ab wie sich die Klimasituation bei uns entwickelt.
      Da das Klima sich eher dahin entwickelt dass es wärmer wird, bin ich der Meinung dass hier die Vorteile für mich eher überwiegen.

      Was sich unter der Erde abspielt:


      Baumwurzeln können durch ihre Wurzeltiefe Wasser- und Nährstoffressourcen nutzen, die landwirtschaftlichen Pflanzen nicht zur Verfügung stehen.
      Auch in tiefere Bodenschichten verfrachtete Nährstoffe werden so teilweise wieder zurück in den Kreislauf geholt. Durch das Absterben von Feinwurzeln
      und durch den Laubfalltransportieren die Bäume Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten an die Oberfläche. Auf diese Weise wird ein großer Teil der in der
      Wachstumsphase aufgenommenen Nährstoffe wieder an den Boden zurückgegeben. So kann man z. B. schon in jungen Agroforstsystemen beobachten,
      dass der Humusgehalt des Bodens und damit auch die Aktivität von Regenwürmern und Mikroorganismen um die Bäume herum zunehmen.


      Auf Ackerflächen bewirkt die Bodenbearbeitung, dass sich die Baumwurzeln nicht in den oberen Bodenschichten ausbreiten.





      was sich über der Erde Abspielt:


      Bäume beschatten ihre Umgebung. Dadurch werden Temperaturschwankungen verringert, klimatische Extreme werden abgeschwächt.
      Die Windgeschwindigkeit wird durch die Bäume vermindert, dadurch wird weniger Boden erodiert und die Verdunstung ist geringer.
      Bäume können Nützlinge und Schädlinge beherbergen, in der Regel treten in Mischkulturen aber weniger Probleme mit Krankheiten und Schädlingen auf als in Monokulturen.
      Durch Anbringung von Nistkästen können Vögel angesiedelt werden die den Schädlingsdruck in grenzen halten.
      Durch mit Gras bewachsenen Baumstreifen wird auf Ackerflächen der Austrag von Sedimenten und Nährstoffen durch Wassererosion verringert.
      Auch das Wasseraufnahmevermögen einer Fläche wird verbessert. Es verbleibt also mehr Wasser auf der Fläche (ähnlich der Wirkung begrünter Fahrgassen).

      "Ebenfalls aus dem Leitfaden Moderne Agroforstsysteme mit Werthölzern"


      So nun zur Planung meiner ersten Versuchsfläche.

      1. Auf dem Acker ca. 1ha sollen mehrere Reihen von Wertholzbäumen so angelegt werden, dass die Bearbeitung der übrigen Ackerfläche möglichst wenig beeinträchitgt wird.

      - Wir werden zur Unkrautbekämpfung einen Striegel mit 6m Arbeitsbreite für den 4507 anschafen. Dieser ist somit dann die breiteste Maschiene
      im Betrieb und passt hervorragend zu meiner Sähkombination mit 3m. Dadurch ergibt sich dass der Reihenabstand ein vielfaches von 3 bzw. 6m
      sein muß, damit Mehrfachüberfahrten vermieden werden und die Bearbeitung nicht beeinträchtigt wird.

      - Der Abstand zur Feldgrenze wird durch das Nachbarschaftsrecht geregelt. In Baden-Württemberg steht in Absatz 3 §16 Sonstige Gehölze folgendes

      "5. mit großwüchsigen Arten von Ahornen, Buchen, Eichen, Eschen, Kastanien, Linden, Nadelbäumen, Pappeln, Platanen, unveredelten
      Walnusssämlingsbäumen sowie mit anderen Bäumen artgemäß ähnlicher Ausdehnung 8 m"

      Durch diese Vorgaben und durch die vorhandene Ackerbreite ergibt sich, dass es möglich ist vier Baumreihen mit 18m Reihenabstand anzulegen.

      2. Der Abstand in der Reihe wird durch den gewünschten Stammdurchmesser bestimmt. Dieser steht eng mit dem Kronendurchmesser den die Bäume
      im Alter erreichen sollen in Verbindung. Hier für muß der gewünschte Stammdurchmesser mit 25 multipliziert werden. In meinem Fall mit gewünschten
      60cm Stammdurchmesser, ergibt sich ein Mindestabstand von 15m.

      Zum besseren Verständniss habe ich das ganze Konstrukt so genau es ging in ein Luftbild vom Acker eingezeichnet.



      Fest steht auch dass auf dem Acker mehrere verschiedene Arten von Bäumen gepflanzt werden. Also eine Art Mischwald.
      Für die genaue Zusammensetzung werde ich mir Rat bei einer Baumschule oder dem Revierförster einholen.


      Damit die Informationsflut nicht zu groß wird möcht ich hier mal Schluß machen.
      Den Leitfaden aus dem ich sehr viele Informationen habe findet Ihr unter diesem Link.

      Viele Grüße
      Steffen
    • Moin Steffen,

      das klingt ja sehr interessant was Du da vor hast :thumbup: .

      Einzig die Produktion von Wertholz innerhalb von 45 Jahren macht mich etwas stutzig :huh: .
      Einen gewissen Wert sollte das Holz aber auch erzielen, da der Aufwand den Du für jeden einzelnen Baum investieren musst sehr hoch sein wird (Jungwuchspflege/Pflanzausfälle(?), mehrmalige Ästung etc.), da jegliche erzieherische Wirkung eines Schirms und der Konkurrenzdruck fehlen.
      An welche Baumarten hast Du denn so gedacht?

      Die Idee finde ich aber klasse, gerne weiter berichten :thumbsup:

      Beste Grüße
      Lucas
    • Moin,

      das ist interessant. Aber das muss wirklich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Licht und Schatten und Konkurrenz um Wasser sein.
      Am Waldrand wächst hier nix, die Pflanzen eilen zum Licht und gehen dann ins Lager. Bei trockenen Sommern ziehen die Bäume das Wasser.

      Bei deinem Baumabstand von 15m kriegst du doch Bäume mit sehr ausladenden Kronen. Auf dem Bild mit dem Mähdrescher stehen die viel enger (ich würde 5m schätzen) und treiben sich gegenseitig hoch.
      Gruß, Harm

      DX4.31 und D4005
    • Servus,

      ich freue mich dass das Thema euch interesiert.

      Baumarten habe ich noch keine ausgesucht. Aber es sollten auf jeden Fall Arten mit Pfahl- oder Herzwurzel z.B. Eiche, Kastanie, Walnuss oder
      Lärche. Auch von Vorteil wäre eine möglichst Lichtdurchlässige Krone. Bei der Artenauswahl werde ich eh auf die Erfahrung einer Baumschule
      zurückgreifen müssen.

      Die Bodenbearbeitung muß so nahe wie möglich an die Bäume erfolgen damit diese sich in tiefere Bodenschichten orientieren.
      Tiefwurzelnde Bäume treiben ihre Wurzeln teils bis in Grundwassertiefe. Dadurch vermindert sich die Konkurenz um Wasser und es werden
      Nährstoffquellen erschlossen die ansonsten für die Ackerkulturen nicht nutzbar wären. Nährstoffe die die Bäume in den tieferen Bodenschichten
      erschließen werden durch den Blattabwurf im Herbst wieder den oberen Bodenschichten zugeführt.

      Die ausladenden Kronen sind nötig da ein Baum mit ca. 60cm Stammdurchmesser eine Krone mit 15m besitzt. Die Baume werden so ausgeastet
      dass die unteren 10m vom Stamm astrein sind. Das Stammholz soll später als Möbel oder Funierholz verkauft werden das ist es wichtig das möglichst
      keine Astlöcher vorhanden sind.

      Auf dem Bild sind Pappeln gepflanzt die schon nach 20 Jahren so groß sind und als Energieholz geerntet werden. Hier sollen keine dicken Stämme
      erzielt werden deshalb können die Bäume dicht beieinander stehen. Ich habe das Bild nur ausgewält weil es die Nutzung zwischen Ackerbau und
      Forstwirtschaft zeigt und man sich so besser meine Idee vorstellen kann.

      Mir persönlich wäre ein Reihenabstand von 21m oder 24m lieber gewesen gerade wegen des Verhältnis zwischen Licht und Schatten. Leider reicht der
      Platz auf dem Feld nicht aus und auf eine Reihe mit Bäumen will ich eigentlich nicht verzichten. Bedenkt man aber dass es zu Pflanzausfälle kommen wird
      die dann nachgepflanzt werden müssen und dass wenn der Schatten auf der Fläche zu dicht wird ich einzelne Bäume schon früher ernten werde, kann ich
      die Lichtverhältnisse nachregeln. Der Plan ist sowieso der dass durch die Forstwirtschaft irgendwann auf der Fläche große Bäume und kleine Bäume stehen
      werden. So hat dann jede Generation die Möglichkeit Bäume zu ernten und die Aufgabe die Fläche zu erhalten.

      Hier ist noch ein Link zu einem Youtubefilm einer Vorlesung zum Thema Agroforst. Der Redner Prof. Dr. Dr. h.c. H. Spiecker spricht darin so ziemlich alles an

      über was wir gerade reden.


      Grüße
      Steffen
    • Hallo zusammen ,

      mit Esskastanien wird das nichts .
      Warum ? : Weil die Esskastanien kein
      Kalk marg .

      Ein weiteres Problem mit der Esskastanien ist das wenn das Saatgut
      von nur einem Baum kommt die
      Wuchsleitung bis zu 50 % trotzdem
      unterschiedlich ist .

      Ich habe über mehrere Jahre
      bei mir eine Sortenprüfung bei der
      Esskastanien gemacht um festzustellen welche Sorten im
      Norddeutschland wachsen .
      Außerdem Versuche mit selbst
      anzupflanzen .
      Die Marone ( Esskastanie ) ist sehr
      wiederstandsfähig und ist für meiner
      Region eine sehr interessante Alternative für den Forst .

      Ich werde im Winter anfangen eine
      Maronenplantagen anlegen .
      Hierbei werden nur veredelte Bäume
      angepflanzt .
      Ziel : Esskastanien ( Marone ) zu
      ernten .

      Sämlinge können ab den 6 Jahr schon Früchte tragen .

      Wallnuss und Schwarznuss haben da
      kein Problem , aber sind etwas empfindlich bei Spätfrost . Besonders
      die Schwarznuss . Dafür wächst sie
      besonders gerade .

      Alle drei sind Pfahlwurzler .

      Gruß Eckard
      Meine Schlepper :
      Deutz D15 ( 712 ) , Deutz D40L / 40.2 ( 812 ) , Deutz 4005
      und zwei Standmotoren Type F1l712 .
    • Grüß Gott zusammen,

      jetzt da mein Urlaub auch wieder rum ist werde ich hier auch wieder öfters schreiben.

      Das die verschiedenen Baumarten unterschiedlich wachsen ist für mich sogar eher besser. Da ich ja keinen Kahlschlag auf der Fläche will, sondern auf lange Sicht eine Mischung aus jungen und ausgewachsenen Bäumen. So das immer genügend Bäume da sind um ein relativ gleichmäßiges Klima für die Feldfrüchte zuschaffen und Biomasse für den Humusaufbau zu erzeugen.

      Der Erlös vom Holz ist für mich zur Zeit eher das i-Tüpfelchen, da ich ja nicht vorhersehen kann wie sich der Preis bis zur Ernte entwickelt.

      Walnuss wächst bei mir in der Gegend sehr gut, da hätte ich bei mir im Garten einen Kandidaten der einfach sich entschlossen hat dort zuwachsen :) .
      Die Schwarznuss hört sich vielversprechend an, die werde ich auf jeden Fall mal in erwägung ziehen. Danke für den Tipp.

      Wir haben außerdem noch im Urlaub den Entschluß gefasst vorweg einen zweiten kleinen Acker ca. 20ar auf Agroforst umzustellen. Quasi als Testfläche. Dort wird es relativ bald los gehen evtl. schon Frühjahr dann kann ich euch mit Bildern auf dem laufenden halten.

      Am Wochenende werde ich mal über die rechtliche Seite bei meinem Vorhaben schreiben. Diese ist nämlich die größte Hürde bei der ganzen Aktion.


      EckardderWaldbauer schrieb:

      Ich werde im Winter anfangen eine
      Maronenplantagen anlegen .
      Hierbei werden nur veredelte Bäume
      angepflanzt .
      Ziel : Esskastanien ( Marone ) zu
      ernten .
      Da wünsch ich dir viel Erfolg und eine reiche Ernte.

      Viele Grüße
      Steffen
    • Hallo ,

      die Versuchsanpflanzung hat schon sehr üppige Erträge trotz
      des sehr trocknen Sommers .
      Drei Sorten aus Frankreich und eine Sorte aus Österreich .

      Zur Schwarznuss kann ich folgendes sagen :
      Wächst bei mir auf Sandboden , Tiefwurzler , lässt sich
      leicht Klonen wie die Pappel . Hier kann ein Mittel wie Clonex helfen .
      Zu bekommen über Amazon aus England .
      Gerader wuchs . Wuchsleistung höher als Tanne / Fichte .
      Keine Probleme mit Kalk . Also für ein Agroforst eine Möglichkeit .
      Eine kleine Versuchsanpflanzung würde ich machen .
      10 bis 15 Stück , Abstand 1 bis 2 Meter . Dafür hättest du sicher Platz .
      Umpflanzen bitte nur im Winter wenn kein Laub dran ist .

      Gruß Eckard
      Meine Schlepper :
      Deutz D15 ( 712 ) , Deutz D40L / 40.2 ( 812 ) , Deutz 4005
      und zwei Standmotoren Type F1l712 .
    • Moin,

      heute werde ich über den Rechtlichen Rahmen meines Projektes berichten. Hier stehe ich auch vor dem größten Problem
      was das ganze Projekt zum scheitern bringen kann.

      Der Hintergrund ist folgender:

      Agroforstsysteme und die europäische Agrarpolitik

      "Die Agrargesetzgebung der EU bietet die Möglichkeit der Förderung von Agroforstsystemen: Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 (ELER-Verordnung): (39) Agrarforstsysteme haben einen hohen ökologischen und gesellschaftlichen Wert, weil sie extensive land- und forstwirtschaftliche Verfahren kombinieren, die auf die Produktion von hochwertigem Holz und anderen forstwirtschaftlichen Erzeugnissen ausgerichtet sind. Ihre Einrichtung sollte gefördert werden.

      VO (EG) Nr. 1974/2006: Es muss von jedem Mitgliedstaat definiert werden, welche Arten von Agroforstsystemen gefördert werden sollen. Die Baumzahl pro Hektar und die Art des Agroforstsystems müssen beschrieben werden. Die EU empfiehlt 50 Bäume pro Hektar (AGRI/60363/2005-REV1), legt aber fest, dass die Baumzahl z. B. aus Gründen des Naturschutzes auch höher sein darf."


      Die aktuelle Lage in Deutschland:

      - Es werden bisher nur traditionelle Agroforstsysteme gefördert, vorallem Streuobstwiesen.
      - Bei der Umsetzung der oben genannten europäischen Verordnungen in Deutschland wurde festgelegt, dass für moderne Agroforstsysteme auf Bundesebene keine Mittel aufgebracht werden.
      Es wurde den einzelnen Bundesländern freigestellt, dies zu übernehmen. In den Länderprogrammen ist die Förderung von Agroforstsystemen nicht vorgesehen.

      Leider ergibt sich daraus folgendes Problem:

      "Moderne Agroforstsysteme, in denen auch klassische Waldbäume wachsen, haben in Deutschland noch keinen leichten Stand. Sie werden gesetzlich noch nicht eindeutig als landwirtschaftliches Produktionssystem anerkannt, obwohl die landwirtschaftliche Nutzung in modernen Agroforstsystemen im Vordergrund steht, da die Baumzahl 50 Bäume pro Hektar nicht überschreitet."


      Deshalb muß ich bevor ich mit dem anlegen meines Agroforst beginnen kann noch einiges mit dem Landwirtschafts- und Naturschutzamt klären.


      - Die Landwirtschaftsbehörde muss der Anlage zustimmen und es sollte bestätigen, dass die landwirtschaftliche Fläche ihren Status als solche nicht verliert.
      - Mit der Landwirtschaftsbehörde sollte geklärt werden, dass die Bäume als Werthölzer verkauft werden sollen und kein hohes Alter erreichen.
      - Die Zahlungsansprüche für die Baumstreifen müssen mit der zuständigen Landwirtschaftsbehörde ebenfalls besprochen werden.
      - Die zuständige Naturschutzbehörde sollte überprüfen, dass es für die Anlage des geplanten Agroforstsystems aus Sicht des Naturschutzes keine Bedenken gibt.

      Mit der Klärung dieser Punkte werde ich so gegen Ende September beginnen, und hoffe dass ich das ganze einigermaßen über den Winter abarbeiten kann.
      Hierzu werde ich euch auf dem laufenden Halten.

      Viele Grüße
      Steffen


    • Hallo zusammen,

      wie ich schon oben berichtet habe werde ich im Frühjahr einen Feldversuch auf einem Acker mit ca.20ar starten.
      Pflanzen werde ich dort acht Bäume der Arten: Walnuss, Eiche, Ahorn, Speierling, Schwarz-Erle, Buche, Ulme und als letztes noch Eckard's
      Tipp die Schwarznuss.

      Danke nochmal für den Tipp Eckard :thumbsup:

      EckardderWaldbauer schrieb:

      Zur Schwarznuss kann ich folgendes sagen :
      Wächst bei mir auf Sandboden , Tiefwurzler , lässt sich
      leicht Klonen wie die Pappel . Hier kann ein Mittel wie Clonex helfen .
      Zu bekommen über Amazon aus England .
      Gerader wuchs . Wuchsleistung höher als Tanne / Fichte .
      Keine Probleme mit Kalk . Also für ein Agroforst eine Möglichkeit .
      Eine kleine Versuchsanpflanzung würde ich machen .
      10 bis 15 Stück , Abstand 1 bis 2 Meter . Dafür hättest du sicher Platz .
      Umpflanzen bitte nur im Winter wenn kein Laub dran ist .
      Auch hier werde ich euch auf dem laufenden halten.

      Viele Grüße
      Steffen
    • Moin Steffen,

      von Mitteln wie "Clonex" etc. rate ich dringend die Finger zu lassen. PSM (Pflanzenschutzmittel) die über Amazon oder andere Plattformen gehandelt werden besitzen keine gültige Zulassung und sind nicht im Pflanzenschutzmittelverzeichnis für eine bestimmte Anwendung oder Indikation aufgeführt (hier). Wer mit PSM hantiert muss übrigens einen Sachkundenachweis besitzen. Das ist keine Gängelei seitens "der Behörden", sondern höchst Sinnvoll wenn man die negativen Konsequenzen von unsachgemäßem PSM-Einsatz berücksichtigt. Gerade im Wald und in der Landwirtschaft sollte nicht "rumexperimentiert" werden!

      Mit Aussagen zur Wurzelausbildung und zur Wuchsleistung wäre ich bei einer Ackerpflanzung sehr vorsichtig. Ackerboden ist kein "gewachsener" Boden. Der Ap-Horizont und weiter unten liegende Verdichtungen werden die Wurzelausbildung wohl stärker beeinflussen als die genetische Information. So lange Dich die Schermaus nicht heimsucht würde ich mir darüber aber keine Gedanken machen ;) .

      Beste Grüße
      Lucas
    • Hallo zusammen ,

      Clonex ist sicher nicht die erste Wahl aber es gibt Biologische Varianten .
      Auch hier kann man sagen : Google und YouTube helfen .
      Es gibt hierzu jede Menge Information bei YouTube aus dem Ausland
      z.B. Thailand wo meine Freundin her kommt .
      Bei der Pappel hat man ohne Zusatzmittel , unter der Vorraussetzung
      der Ph-Wert stimmt eine Anwuchsrate von über 98 % .
      Das sind meine Erfahrungswerte , bei anderen Bäumen sind die Raten wesentlich
      kleiner oder gehen nur mit einem Hilfsmittel .

      Hallo Lucas ,

      ohne Experimente und Versuche würde es gar keine Landwirtschaft geben .
      Dann wäre die Menschheit noch immer Jäger und Sammler .
      Und dann gäbe es auch kein Deutz .
      Da rüber solltest du mal nachdenken .

      Zur Landwirtschaft in Thailand und Umgebung :
      Hier werden die Wälder gerodet und jede Menge Wasserreisplantagen
      gemacht . Nach etwa 5 Jahren wir in der Regenzeit Wasserreis angebaut und in der
      Trockenzeit kann man dann Mais anbauen .
      Innerhalb dieser Farmen gibt es dann noch ein Teich , in dem ziehen sich die Fische
      von der Reisfläche zurück . Wenn dann das Land trocken ist und nur noch Wasser
      im Teich ist , werden die Fische gefangen .
      All diese Länder Importieren noch zur Zeit viel aus Europa aber das ist bald
      vorbei . In Thailand gibt es schon Wein / Weintrauben , Äpfel u.s.w. .
      Die Tomaten und Gurken sind noch kleiner als bei uns , auch das wird sich schnell
      ändern .
      In Thailand und den anderen Ländern wird viel versucht , Bio oder nicht Bio .
      Es wird viel Schwein produziert und nicht mehr aus z.B. aus Deutschland importiert .
      In wenigen Jahren exportieren die sogar , das ist das Ziel von vielen
      Regierungen dort .

      Andere arbeiten an Agroforsstsystemen , Marone , Apfel u.s.w. als Baum und dazwischen Kürbis ,
      Gurke , Tomaten u.s.w. . Nur als Beispiel .
      Es werden Versuche gemacht mit Nussbäumen , die in der USA wegen Wassermangel
      nicht mehr angebaut werden .
      Zwei bis drei Ernten Gemüse sind je nach Region möglich .
      Ohne den Problemen der Bodenerosion u.s.w. .
      Gerade die Kleinbauern haben die Vorteile von Agroforsstsystemen dort
      erkannt .

      Ein Blick in der Zukunft unter Berücksichtigung das die Einwohnerzahl
      von Deutschland und Europa sinken wird :
      In etwa 30 bis 40 Jahren sind die Phosphorvorräte aufgebraucht , dann
      wird es kein Biogas aus Mais geben . Die Menschen werden zu Vegetariern ,
      zwangsweise . Lebensmittel werden teuer sein . Viele werden dann
      wieder Selbstversorger und nichts wird mehr weggeschmissen .
      Exportproduktion wird es ohne Dünger nicht geben
      Wie viel Bauern werden dann noch gebraucht ?.
      Klimaerwärmung wird in vielen Regionen die Landwirtschaft
      dramatisch verändern / beenden .
      Bauern die Agroforsstsysteme haben , werden dann Vorteile haben .
      Das ist meine Meinung .

      Gruß Eckard
      Meine Schlepper :
      Deutz D15 ( 712 ) , Deutz D40L / 40.2 ( 812 ) , Deutz 4005
      und zwei Standmotoren Type F1l712 .
    • Hallo Eckard,

      da hast Du mich wohl falsch verstanden. Fortschritt durch Forschung und Experimente im kontrollierten Umfeld, durchgeführt von Fachleuten, mit entsprechender Dokumentation und verwertbaren Ergebnissen, sind etwas anderes als wenn Laien sich durch YouTube inspirieren lassen.
      Oder mit anderen Worten: Google und YouTube ersetzen nicht die Sachkunde.

      Beste Grüße
      Lucas
    • Guten Morgen zusammen,

      ich glaube hier wurde etwas missverstanden und ich glaube das liegt daran, dass ich als ich Eckard zitiert habe den Satz mit dem Clonex übersehen habe.
      Eigentlich wollte ich mich nur für den Tipp mit der Schwarznuss bedanken.

      Die Baumart habe ich recheriert und in der Tat ist die Schwarznuss ideal für einenAgroforst. Der Baum gehört zu den Walnussgewächsen und erreicht eine höhe von
      20-30m mit einem geraden Stamm. Mittlererweile wird er bei uns Forstwirtschaftlich kultiviert und dient als Lieferant für Nutzholz zur Möbelherstellung und zum Drechseln.
      Zusätzlich eignen sich die Nüsse zur herstellung von Speißeöl.

      Da ich meinen Betrieb auserdem auf Bio (ohne Zertifikat) umstelle, macht es keinen Sinn Wachstumshormone zu verwenden. Auserdem halte ich von solchen Sachen eh nichts.

      Viele Grüße Steffen
    • Hallo zusammen ,

      aus der Schwarznuss kann man auch ein sehr leckeren Kuchen machen .
      Die Nuss ist aber schwerer zu öffnen als die Walnuss .

      In diesen Jahr hatte ich bei der Schwarznuss eine Wuchsleistung von 70 bis 80
      cm in der Höhe . Die Bedingungen waren schlecht . Kein Regen und keine Bewässerung .
      Der Boden war nur 3 cm Muttererde und dann nur weißer Boden .
      Keine Düngung oder Kalk . Im Sommer umgesetzt , das sollte man nicht machen ,
      darauf stellten die Bäume das Wachstum ein .
      Ohne Umsetzen und etwas Regen wäre eine Höhenzuwachs von einem Meter
      im 4 Jahr möglich .
      Die Wurzeln haben im 4 Jahr schon eine Tiefe von über 60 bis 70 cm .
      Hier nur gemessen was stärker als 5 mm ist .
      Der Durchmesserzuwachs beträgt 10 bis 12 mm pro Jahr , gemessen bei einer Höhe von
      10 cm .
      Anmerkung : Bei mir waren die Bäume zwecks Prüfung zu dicht zu einander
      angepflanst worden . Zweck war zu prüfen wie sich die Bäume bei Dichtstand und Trockenheit
      verhalten .
      Keimrate im ersten Jahr ca. 80 % . Im zweiten Jahr keimten noch weitere 5 % .
      Warum das so war kann ich nicht sagen .

      Gruß Eckard
      Meine Schlepper :
      Deutz D15 ( 712 ) , Deutz D40L / 40.2 ( 812 ) , Deutz 4005
      und zwei Standmotoren Type F1l712 .