Verschweißen von verschiedenen Materialien

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    • Verschweißen von verschiedenen Materialien

      Moin ,

      Da wir ja einige User hier haben die sich mit der Materie Metall richtig gut auskennen , möchte ich dieses hier mal anzetteln .

      Es geht um das fügen von Edelstahl 1.4301 und normalen stahl z.b St37 ( neue Bezeichnung lasse ich mal weg.

      Was fakt ist :

      Das Material kohlt auf und hält weniger und durch die Korrosion ist schneller da .

      Aber wenn man z.b ein Edelstahlblech mit Wig und Edelstahlzusatz mit dem normalen Stahl verbindet und es wie gewohnt grundiert und lackiert, gammelt das wirklich so schnell ?

      Ich hätte Bauteile was Dreckecken sind und wo der Rost schnell wieder da wäre ( überlappende Blechteile etc. ) Und würde manche Teile aus 1.4301 einfügen, auch wenn ich mich bis Heute da immer geweigert habe dieses zu tun .

      Ist das wirklich so schlecht?



      Gruß Rene

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Steelstyler ()

    • Danke Kai ,

      Ich habe auch etwas gehofft das du dich mit einklinkst.

      Es geht z.b um ein Formblech ( schlossträger) den ich aus 1.4301 gekanntet habe, den muss jetzt links und rechts angepunktet werden .( Blech überlappung ca 15mm)

      Innen wird auch ein Blech Punkt geschweißt was den Träger innen schließt . Weil das Teil dadurch immer rostet habe ich mich für das va entschieden.

      Doch die Zweifel kamen dann doch auf wegen der Korrosion.

      Gruß Rene
    • Moin, ich nochmal ..

      also wenn wir jetzt nur auf die Kontaktkorrosion eingehen , dann ist der einzige Faktor wieder Feuchtigkeit richtig ?

      Wenn ich jetzt einen Stahl überlappend mit Va verschweiße , z.b 20 mm von beiden Seiten, dann ist das Verhältnis ja gleich .
      Auch eine Verbindung durch das Schweißen ist im Idealfall 50 / 50 ...
      Das wäre dann laut der Tabelle schlecht.
      Würde der Stahl vorher versiegelt mit z.b eine Rostumwandler der eine Epoxschicht drüber legt und die Verbindung von Außen sauber abgedichtet wird ( Nahtabdeckung / Grundierung / Lack ) dann ist es wie eine normale Stahl / Stahl Verbindung oder?

      Gruß Rene
    • Moin Rene,

      das ist immer so eine Sache gleichzeitig mit Edelstahl und Stahl zu arbeiten.

      1.4301 ist ja nur deshalb "rostfrei" weil sich eine Passivschicht ausbildet (die sich eigentlich ständig auf und abbaut). Diese reagiert jedoch empfindlich auf Kontaminierung mit normalem Stahl. Wir hatten da ein "schönes" Praxisbeispiel in der FH. Es wurde ein neues Werkstoffzentrum mit Dachterrasse gebaut. Die Terrasse umgibt ein Edelstahlgeländer, da einige Schrauben neu gesetzt werden mussten, wurden diese kurzerhand abgeflext. Nach einem Monat zeigten sich Roststippen auf dem eigentlich Rostfreien Edelstahl. Was war also passiert? Durch das Flexen mit einer gebrauchten Scheibe sind Metallsplitter in die Oberfläche geraten und haben für die Korrosion gesorgt.

      Des weiteren wird das Schweißen durch den Temperatureintrag die Passivschicht negativ beeinflussen. Aufgrund des Spaltes an den ungehefteten Stellen könnte hier ebenfalls Korrosion auftreten. Siehe auch hier S.4: formieren.com/leaflets/LINDE-F…ieren_beim_Schweissen.pdf

      Ich kenne zwar die Gegebenheiten nicht genau, aber könntest du dort auch mit Hohlraumversiegelung oder Ähnlichem arbeiten ?

      MfG Kai
    • Moin Rene,

      ja das wäre dann so.

      Wenn du den Aufwand betreibst kannst du auch normales Stahlblech verwenden und dieses versiegeln. Eventuell an geeigneten Stellen Bohrungen vorsehen, damit die Feuchtigkeit weg kann.

      Rost kann durch zwei Arten verhindert werden: Schutz der Oberfläche (Lack, Öl, Passivierung) oder wegnehmen des Elekrolyts (Ablaufbohrungen, gute Belüftung)

      MFG Kai
    • Hallo,

      ich sah den "Effekt" auch mal am Beispiel eines Aussengeländers was Feuerverzinkt war.
      Es wurden an diversen Stellen zur Befestigung anstatt Feuerverzinkte Schrauben, Galvanisch verzinkte Schrauben verwendet.

      Selbst da war dann Korrosion zu finden .

      Gruss Andreas
      "Er hat geschweisst, man sieht es kaum, lasst uns schnell noch einen Niet reinhau`n!" ;(
    • Hallo,
      Bei meinem ehemaligen Arbeitgeber gab es ein Indoor Geländer, das bis auf den Handlauf vermutlich aus S235 JR besteht. Der Handlauf denke ich mal aus 1.4301. Das Geländer war bis zum Handlauf lackiert. Vermutlich vorher auch gesandstrahlt. Das Geländer war am Ende ca 25 Jahre alt und hat keinerlei Korrosion gehabt.
      Mfg
      Johannes
    • Hallo zusammen ,

      aus meiner Beruflichen Tätigkeit kann
      Ich sagen das wenn wir verschiedene
      Werkstoffe verscheiẞen z.B. einfache
      Stahl mit einem VA-Stahl verwenden
      wir einen Mischdraht .
      Somit weniger Probleme mit den
      Elektrischen Strömen und Kontaktkorrosion .
      Eine anschließende Konservierung oder
      Versiegelung ist immer von Vorteil .

      Gruß Eckard
      Meine Schlepper :
      Deutz D15 ( 712 ) , Deutz D40L / 40.2 ( 812 ) , Deutz 4005
      und zwei Standmotoren Type F1l712 .
    • Hi,
      Also ich glaube, nur Fremdrost zu sagen klappt nicht immer. Ich höre, dass in Metallbetrieben und -lagern Edelstahl nicht in direktem Kontakt zu normalem Stahl gelegt wird. Irgendwie habe ich das Wort im Kopf, dass der Edelstahl "geimpft/infiziert" wird. Also Stahlpartikel ihn dann rosten lassen können. Was allerdings nur für den Edelstahl ein Problem ist, wo er ohne Schtuz/Lack der Witterung ausgesetzt wird. Beim Baustahl käme ja keiner auf die Idee, ihn unbehandelt dem Regen etc. auszusetzen. Bei Edelstahl geht es um Schmuckflächen, wo man nix mit Laxk kascieren kann und anspruchsvolle "Kunden"
      Sind galvanisch verzinkte Schrauben ein Plus gegenüber Feuerverzinkten? Bei Schrauben werden diese beim Verzinken geschleudert oder so was, damit der Gewindespalt nicht vergossen wird. Aber ansonsten ist die Schichtdicke einer Feuerververzinkung viel höher als beim Galvanisieren.
      Ich würde sagend da Du, Rene, wegen der Baustahlkomponente sowieso Lack und/oder Wachs einsetzt und die Schweißnaht von Sauerstoff und Feuchtigkeit fernhältst, wird da jetzt auch nichts besonderes passieren. Nichts, was bei normalem Baustahl nicht auch passierte.
      Ich kenn einen Kleinbetrieb, der stückweise Teile vom Geländewagenchassis durch Edelstahl ersetzte. Zumindest hat er davon geredet. Eventuell schliesst sich der Kreis dadurch, dass er "Jever Willi" genannt wurde. Leider kann ich das nicht bezeugen. Naja, die Flaschen Jever hatte ich in Echt gesehen :). Und wenn diese Idee beim Chassis aus anderen Gründen auch nicht gut ist, an der Schweißnaht dürfte da nichts durchgerostet sein. Nicht so bald.
      Das ist ja nicht damit zu vergleichen, dass z.B. saure Beizlösungen in Falze Laufen und von "unten" aus den Lack durchbrechen lassen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Landybehr ()

    • Landybehr schrieb:

      Hi,
      Also ich glaube, nur Fremdrost zu sagen klappt nicht immer. Ich höre, dass in Metallbetrieben und -lagern Edelstahl nicht in direktem Kontakt zu normalem Stahl gelegt wird. Irgendwie habe ich das Wort im Kopf, dass der Edelstahl "geimpft/infiziert" wird.
      Hallo,

      in jedem Metallbetrieb in dem Stahl oder Guss bearbeitet wird, befindet sich Ferro
      im Staub bzw. in der Luft und Feuchtigkeit. Die feinen Partikel fangen dann an zu rosten.

      PM

      P.S. So sehen Teile nach 5 Jahren aus, welche bei falscher Werkstoffpaarung verschraubt wurden.
      Das blanke Teil ist Chrom Nickel Stahl.
      Bilder
      • Elektrolytische Korrosion.jpg

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