Deutz D50.1s / d5505 Getriebe ZF A216

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Deutz D50.1s / d5505 Getriebe ZF A216

      Hallo zusammen!

      Mein Deutz D50.1s ist mittlerweile so auseinandergerupft, dass man nur noch erahnen kann, dass es sich um einen grünen Schlepper handelt...
      Nun bin ich am Getriebe angekommen... Eigentlich wollte ich diesen Teil soweit "in Ruhe lassen", da es relativ gut lief....
      Jetzt der Schock für mich: Nach einem Ölwechsel des Getriebeöls, war nach ca. 2 Wochen ein RIESIGER Ölfleck auf dem Boden!
      Also musste ich den Schlepper zwischen Getriebe und Kupplung trennen... Und siehe da: Die Antriebswelle aus der Kupplung (lange Hohlwelle) ist abgeschert und schlackerte in der Kupplungsglocke rum.
      Demnach sah die Hohlwelle im Getriebeeingang gar nicht gut aus! Auch der Wellendichtring war am Ende...
      Nach langem Hin und Her und unzähligen Telefonaten konnte mir Detjen mit einem gebrauchten Teil weiterhelfen. Ich denke für viele ist dieser Ansprechpartner geläufig!

      Soweit zu der Vorgeschichte! Ich habe vor einiger Zeit in einem Beitrag von Schlepper Matze einen paar Fragen angedroht, die ich lieber in einem neuen Thema verfassen möchte...

      Die Bilder, welche ich mit hochladen werde, stammen hauptsächlich von Schlepper Matze. Nach einer kurzen Konversation hat er mir die Erlaubnis erteilt, seine Bilder zu verwenden. Vielen Dank dafür!

      1.: Ich beziehe mich hierbei auf das Bild "Vorderansicht Getriebe mit Hohlwelle":
      Ich versuche zur Zeit beide Hohlwellen (meine defekte + die neu erworbene Hohlwelle) zu überarbeiten. Hierbei möchte ich die alten Lagerstellen ausdrehen und neue Ringe als Lagerlaufflächen einschrumpfen. Wenn gewünscht, kann ich ein separates Thema dazu verfassen!
      Ich habe aber gesehen, dass man auch Messingbuchsen einsetzen kann. (Bilder "Messingbuchsen" und "Messingbuchsen 2")
      Wurden also gar keine Nadellager mehr verbaut?
      Ich lade auch mal ein Bild meiner defekten Hohlwelle hoch, damit ihr wisst, wie es nicht aussehen sollte ;)

      2.: Mir ist bei der Demontage des Getriebedeckels aufgefallen, dass die Schaltmuffen punktuelle Korrosion aufweisen...
      Sollte man hierbei unbedingt auf Neuteile zurückgreifen?

      3.: Ich habe bereits mit dem Gedanken gespielt, mein Getriebe auf 30km/h umzubauen. Ich gehe davon aus, dass man hierfür die oben liegende Getriebewelle demontieren muss (?).
      Ist es hierbei von Nöten, das Tellerkegelrad, Differenzial, etc. ebenfalls zu demontieren?

      4.: Gibt es im Allgemeinen Tipps, Tricks, Kniffe usw., die mir beim Getriebeumbau weiterhelfen?
      Ich weiß, dass hier der ein oder andere sogar Workshops angeboten hat :)
      Zudem ist die Ersatzteilliste auf dem Weg zu mir.

      Das soll es vorerst mit meinen Fragen gewesen sein! Es werden aber bestimmt noch weitere in den Kommentaren folgen! :)

      Bis dahin verbleibe ich
      mit den besten Grüßen aus dem westlichsten Kreis Deutschlands!

      Jan
      Bilder
      • Vorderansicht Getriebe mit Hohlwelle.JPG

        3,87 MB, 2.672×4.000, 49 mal angesehen
      • Messingbuchsen.png

        658,11 kB, 618×538, 37 mal angesehen
      • Messingbuchsen 2.png

        1,38 MB, 1.124×641, 41 mal angesehen
      • Hohlwelle defekt.jpg

        122,44 kB, 720×1.280, 45 mal angesehen
    • Also, für den 30km/h Umbau muss das Getriebe weitgehend zerlegt werden. Der Triebling samt Keglrad wird nahezu entfernt, aber das Tellerrad darf bleiben.
      Die Messinglager bzw. Bronzelager im den Bildern Deines vorletzten Postings sind ein Verbesserungsversuch. Diese Lösung erledigt das Problem des Nadelschlags.
      Achtung, ich mache jetzt nur Spaß: Dreilagig hat die zweitbeste Verbesserung vorgenommen und diese Lagerstelle mit neuen Nadelbuchsen wieder neu gemacht. Die Bronzebuchsen, also Gleitlager sind die beste Lösung . (Man ahnt, was ich gewählt hab, oder? Das wollte ich scherzend ausdrücken). Und jetzt wieder ernsthaft: in der Realität machen beide Lösungen das, was man möchte. Ob in 50 Jahren noch jemand danach fragt, was sich als überlegen erwies, darf man bezweifeln. Der Charme von Matzes Lagern liegt darin, dass das Zahnrad nicht nennenswert bearbeitet werden muss. Wenn ich es richtig erinnere. Klar jedenfalls, dass alte Getriebe hier alle "auf" sind und wenn man nichts tut, besteht nur geringe Chance auf Dichtigkeit in Richtung Kupülungsglocke.
      Eine kleine Verbesserungsmöglichkeit gibt es noch in dem Bereich wo die Tannenbaumwelle hinten ein Lager aufnimmt. Hier ißt Original ein Kugellager. Aber ein Rollenlager soll besser führen. Und es sei, lt. FÄ. Fedderke, bei späteren Allradmodellen auch von ZF eingesetzt worden.

      Literatur gibt es. Wenn man sie nicht ausborgen kann, dann auch neu von ZF.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Landybehr ()

    • Hallo zusammen!

      Ich bin nun ein wenig mit meinem Deutz weitergekommen! Vielen Dank für eure Ratschläge!
      Ich werde die Hohlwelle so ausspindeln, dass ich Bronzebuchsen einsetzen werde. Nachträglich werde ich noch Schmiernuten einfräsen (Meine Fräs- und Drehmaschinen machen es möglich :P).
      Meiner Meinung nach ist dies die effektivste/einfachste Lösung. Vielleicht kann der Matze seine Erfahrungen mit mir teilen!
      Wie schon Landybehr gesagt hat, muss das Getriebe größtenteils ausgeschlachtet werden... Ich denke ich werde mir bei Zeiten ein zweites Getriebe zulegen und dieses dann umbauen.
      Bis dahin gebe ich mich mit den 20km/h zufrieden.
      Übrigens: Ich habe meine Kupplung nach Bielefeld zu ZF geschickt! Sie werden meine Kupplung so instandsetzen, sodass diese wieder zu gebrauchen ist. :)

      Soviel zum aktuellen Stand!
      Viele Grüße

      Jan
    • Hey Jan !

      Ich stehe momentan etwas unter Strom und kann deshalb dem Forum nur sehr temporär folgen.
      Schön wie weit du schon gekommen bist.

      Ich bin der Ansicht, das du dir das einfräsen von Schmiernuten in die Lager ersparen kannst.
      So wie dein Hohlrad aussieht,fliest genug Öl durch die Nadelschläge.

      Übrigens, tu dir und deinen Erben einen Gefallen und verwende beim Zusammenbau zwischen Getriebe und Kupplungsglocke einen Papierdichtungssatz (Papierdichtung, O-Ring und Simmerring) gibts bei Fedderke. Der ist zwar ein Güldnerjünger aber beide Marken (Deutz/Güldner) haben sich das ZF-Getriebe geteilt.

      Weiterhin viel Spaß
      Grüße Matze
    • Guten Tag zusammen!

      Neues aus meinem Schuppen:
      Ich habe nun die Hohlwelle ausgespindelt und mit Bronzebuchsen versehen. Diese fluchten mit der Hohlwelle sehr gut! Auch der Einbau in das Getriebe erfolgte mühelos.
      Zudem kam am Freitag meine überarbeitete Doppelkupplung von ZF Bielefeld (Fichtel und Sachs) zurück. Ich konnte gar nicht glauben, dass dies meine alte Kupplung war... Denn diese sieht nun wieder so aus, als ob sie einbaufertig aus dem Laden kommt!

      Zum Schluss habe ich noch ein paar Fragen an euch:

      1.Hat jemand von euch schon Mal das Schwungrad abgezogen? Und benötigt man hierfür spezielles Werkzeug?
      2. Die Antriebswelle für den Fahrbetrieb (Hauptwelle von Kupplung nach Getriebe) ist im Bereich der Kupplung/ Schwungrad durch ein gekapseltes Kugellager gelagert. Der Wellenabsatz, worauf das Kugellager sitzt, sieht ziemlich verschlissen aus. Allerdings wurde der Absatz in einem Bereich gefräst. Dient dieser Wellenabsatz lediglich zur "groben" Zentrierung der Antriebswelle?

      Das soll es soweit gewesen sein!

      Viele Grüße!
      Jan
    • Mach evtl. mal ein Foto. Das Schwungrad geht ohne Tricks ab. Wenn ich richtig erinnere.
      Sagtest du nicht, die Hohlwelle hat in Deiner Kupplung Jive getanzt? Möglicherweise kommen Frässpuren ja daher.

      Hast Du jetzt nicht auf Schnellgang umgebaut? (bei dem zwischenzeitlichem Demontagestand wär's auf das bißchen mehr Auseinanderbauen aber nicht angekommen... ^^
    • Ich werde auf jeden Fall noch das Getriebe umbauen. Wahrscheinlich aber erst nächstes Jahr, nachdem ich meine Weiterbildung zum Techniker abgeschlossen habe. :) dann steht nämlich der Lkw Führerschein an und dann werde ich das Getriebe direkt auf 40km/h umbauen.
      Ich werde Mal die Schwungscheibe am Wochenende genauer unter die Lupe nehmen, wenn diese so mühelos demontierbar sein soll.
      Sollte diese sich nach wie vor nicht lösen, werde ich ein paar Bilder hochladen.

      Bis dahin!
    • Hallo Jan !

      Die Antriebswelle sollte im Lagerbereich (also dort,wo sie im Kugellager aufliegt) in keinem Fall Frässpuren aufweisen.
      Die Welle wird durch das Lager nicht grob, sondern präzise geführt. Das ist wichtig !! (Sonst eiert deine schöne neue Kupplungsscheibe im Kupplungsautomaten herum)

      Prüfe, ob sich das Lager leicht, ohne Wiederstandspunkte dreht. (Finger ins Lager stecken und Antriebswelle spielen) Soweit das deine Anatomie zulässt. (Hähä)Falls das Lager defekt ist, raus damit.
      Es gibt entsprechende Abzieher.

      Es geht auch, indem du Sanitärkitt (Plastikfermit) durch das Lager (Genauergesagt durch die Öffnung in der die Welle sonst sitzt) drückst bis der Hohlraum hinter dem Lager gefüllt ist.
      Danach mit einem passenden Durchschlag und einem kräftigen Hammer den Kitt hinter dem Lager verdichten, bis das Lager langsam aus dem Schwungrad wandert.
      (Zwischendurch Kitt nachgeben)

      Falls deine Antriebwelle stark eingelaufen ist, muss du sie instandsetzen lassen oder Ersatz besorgen.

      Viel Erfolg, Matze
    • Schlepper Matze schrieb:


      Es geht auch, indem du Sanitärkitt (Plastikfermit) durch das Lager (Genauergesagt durch die Öffnung in der die Welle sonst sitzt) drückst bis der Hohlraum hinter dem Lager gefüllt ist.
      Danach mit einem passenden Durchschlag und einem kräftigen Hammer den Kitt hinter dem Lager verdichten, bis das Lager langsam aus dem Schwungrad wandert.
      (Zwischendurch Kitt nachgeben)
      Ist das nicht eine riesen Sauerei mit dem Kitt? Ich benutze dafür Schmierfett, das saut nicht so rum und stört nicht, wenn Reste anhaften.

      Gruß
      Maximilian
      Nur über längere Zeit aktive Mitglieder bekommen von mir Unterlagen (Bedienungsanleitung, Ersatzteillisten, o.ä.). Neue User nicht!
      Auf derartige Anfragen wird nicht mehr reagiert.
    • Hallo zusammen!

      Um die Antriebswelle habe ich mich gekümmert... Hab für Ersatz gesorgt.
      Was das Kugellager betrifft, stoße ich allmählich an meine Grenzen (ich weiß... Das klingt lächerlich)...
      Einer der Vorbesitzer hat das Kugellager auf Biegen und Brechen in die Kurbelwelle getrieben. Einen Abzieher zum schonenden Herausziehen habe ich bereits abgerissen (und ich habe schon die Kurbelwelle erhitzt!)...
      Vielleicht muss ich das Lager zerstören, damit ich dieses rausbekomme.
      Meine Hohlwelle kommt demnächst von der Instandsetzung zurück. Dann kann ich endlich wieder alles zusammenbauen!

      Bis dahin!

      Viele Grüße

      Jan
    • Moin Moin!

      Habe gestern mir einen anderen Auszieher bestellt, womit man (ich spekuliere jetzt einfach mal darauf) beherzter rangehen kann. Mir sind zudem kleine Macken in der Bohrung der Kurbelwelle aufgefallen. Ich werde diese, solange der Abzieher den Weg zu mir findet, vorsichtig beischleifen.

      Ich merke es schon: wenn ich mit dem Trecker fertig bin, ist er wie neu...
      Auf diesem Weg möchte ich mich nochmal recht herzlich bei euch für diese wahnsinnige Unterstützung bedanken!
      Ich werde demnächst auch ein paar Bilder vom aktuellen Zustand hochladen...

      Bis dahin!

      Beste Grüße aus dem westlichsten Kreis Deutschlands!

      Jan