F2L712 Turboumbau?

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    • F2L712 Turboumbau?

      Moin Leute,

      ich möchte hier mal ein bestimmt umstrittenes Thema behandeln, undzwar habe ich einen D30s von 61 mit dem 712 Motor, den ich grade instandsetze.
      Da ich sehr oft einen schweren Anhänger dahinter hab (meistens 8t) war schon länger die Idee da den Motor ein bisschen mehr Drehmoment zu geben bzw. die Leistung etwas anzuheben. Denke da so in die richtung Turbolader, deshalb die Frage an euch, hat jemand schon Erfahrung damit? Was ist mit der Ölversorgung? (Platz genug hat man ja und die Ansaug und Abgasleitung kann man sich ja legen wie man sie braucht.
      Den Motor an den ESP hochdrehen möchte ich nicht, er dreht mir serienmäßig schon hoch genug. Es gibt natürlich auch die Leute die dann sagen "hol dir nen anderen" möchte ich jedoch nicht, wenn man die Leistung so steigern könnte wäre es schön wenn das überhaupt nicht gehen sollte bleibt er halt so. :thumbup:

      Viele Grüße
      Nils
    • Moin Nils,

      ist Dein Schlepper zu schwach, dann kaufe Dir einen größeren.
      Ein Umbau auf Turboaufladung ist theoretisch möglich, aber praktisch bestimmt nicht sinnvoll.
      Der 712er Motor ist für eine bestimmte Leistung konstruiert. Vernünftig betrieben hält der Motor sehr lange. Veränderst Du die Anforderungen machst du den Motor auf Dauer kaputt. Außerdem dürfte die Betriebserlaubnis erlöschen, und was das bei einem möglichen Unfall für Dich bedeutet möchtest Du nicht erleben.
      Schöne Grüße
      aus Bremen

      Götz


      Deutz F2L 612/5-NK
      Motor F2L 712
      Baujahr 1957
      Schlepper Nr. 7461/167
    • Moin,

      Naja zu schwach ist er nicht wirklich, er hat schon genügend Leistung, aber manchmal könnte er wirklich nochmal gut 20-30 PS gebrauchen.
      Die sache mit dem TÜV bzw. der Betriebserlaubnis ist jetzt nicht so das Problem, haben hier n guten TÜV Prüfer der trägt sowas ein, hat er schon des öfteren gemacht.
      Den Motor kaputt machen, das hab ich am Anfang auch gedacht, bis mir ein Bekannter seinen D25 gezeigt hat, er hat ihn vor ner Bremse gehabt und da kamen mit Turbolader satte 46 PS raus und das war vor 5 Jahren, der Motor läuft noch immer wie vorher.
      Letztendlich weiß ich ja auch nicht wie sich das mit dem Motor verhält, aber die zusätzliche Leistung würde mir sehr helfen.

      Viele Grüße
      Nils
    • Hallo,
      "Hol dir nen größeren Schlepper" warum manchmal die Beiträge ohne zu lesen kommentiert werden?
      Alles ist möglich. Wie hoch der Aufwand ist steht auf einem anderen Blatt. Ökonomisch lohnt es sich garantiert nicht.
      Ein Turbolader braucht mehr Luft.
      ->Luftfilter mit mehr "Durchsatz".
      Die verdichtete Luft sollte evtl gekühlt werden für die volle Leistungsausbeute.
      ->Ladeluftkühler
      Ölkühler müsste für die Mehrwärme wohl auch anders dimensioniert werden.
      Dann muss der gesamte Kurbeltrieb für die Mehrleistung/Temperatur ausgelegt sein. Da muss man die benötigten Dimensionen berechen. Wie oben gesagt wurde der Motor ja für eine bestimmte Leistung konstruiert.
      Gibt noch mehr Dinge: Bremsen?.....
      Ob der Umbau abgenommen wird sollte sowieso im Vorfeld schon abgeklärt werden falls man in den Straßenverkehr möchte.
      Wenn man die Möglichkeiten zu dem Umbau hat, bestimmt eine spannende und interessante Sache.☺
      Gruß Flo
    • Moin,

      erstmal danke Götz ;)

      Ja ich hab mir schon gedacht das das ein heißes Pflaster sein wird 8| ...

      Einen Luftfilteradapter hab ich hier schon liegen der mit Filterpatrone arbeitet ist von nem anderen Modell, Ladeluftkühlung weiß ich nicht ob's unbedingt sein muss, wir wollen's auch nicht übertreiben :thumbsup: , zum Thema Ölkühler... hat der überhaupt einen?...könnte man ja gegebenfalls nachrüsten...und das mit den Bremsen, schneller wird er ja nicht, ist zummindest nicht mein Ziel, von daher seh ich da jetzt auch nicht so das Problem.

      Generell soll das ding jetzt nicht zum Traktorpulling oder sonstige Schwerstarbeiten benutzt werden, ist wirklich nur ne Idee um den Schlepper n bisschen mehr auszulasten, denn vom Getriebe seh ich da absolut keine Probleme (hatte ich schon offen)

      Mit den Lagern, naja das muss man dann jetzt einstielen, weil ich ja grad den Motor wieder frisch mache.

      Davon abgesehn was könnte man denn für einen Lader benutzen?

      Viele Grüße
      Nils

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von D307S ()

    • Also das Thema find ich spannend, so ein Turboumbau ist halt irgendwie schade um den Traktor.

      Das Problem seh ich dadrin das der Schlepper nicht schwerer wird, aber mehr ziehen kann. Ich bin immer skeptisch was sowas angeht, wenn ich mehr dranhänge dann muss ich auch besser bremsen können.

      Wenn du das sauber ausführst und das alles passt dann halt ich 15 ps für nicht unbedingt schädlich!

      Hast du vielleicht den Gedanken von einem Kompressor erwägt? Könnte vielleicht auch interessant sein.

      Mit freundlichen Grüßen
    • Ich schätze das ufert aus. Ich wüsste jetzt nicht ob: 1) bis zu welcher Drucksteigerung Zylinderköpfe belastbar sind, 2) inwieweit die Kühlung der Zylinderköpfe Reserve genug hat, 3) Inwieweit die Kolbenkühlung ausreicht, immerhin gibt es Turbomotoren (die paar die ich kenne haben sowas) mit einer Öldüse, die mit dem Ölstrahl den Kolbenboden kühlt. Die Kolben haben auf der Oberfläche "Ausfräsungen" für die Ventile, in so einer Art "V"-Form. Einen Motor, den ich kenne, hatte ein noch stärkler ausgeprägtes "V" und dort rissen Kolben. Interessanterweise liefen die Motoren damit weiter. Dem Motor fehlte aber dringlich auch eine Ladeluftkühlung. Und 4) fragt sich, woher die Mehrleistung kommt, wenn die Einspritzpumpe eine originale ist. Wie die ersten Generationen Turbomotoren an SChleppern in Sachen Einspritzung arbeiteten, kann ich nicht sagen. Die Regelung damals war wohl auch noch nicht so weit. Motoren im 4x4-Bereich ab den 80ern jedenfalls (soweit ich kenne) haben einen kleinen Luftschlauch vom Ansaugtrakt zur E-pumpe, die bei anliegendem Ladedruck die Pumpe anregt, extra Diesel einzuspritzen (Ladedruckabhängige Anreicherung). Es ist ja dann mehr Sauerstoff da, um daraus dann auch Leistung zu machen. 5) Reicht die Ölkühlung allgemein denn überhaupt aus ?? für die thermischen höheren Belastungen, um die sich ja 3/4 der Probleme drehen.
      Die Schmierung des Turboladers sollte gar kein Problem sein, das Ölsystem verkraftet ja auch einen angeschlossenen Luftpresser oder dergleichen.
      Es bliebe am Ende wahrscheinlich, viel Anbauarbeit (*) zu leisten, um sich nur um 0,etwas bar Ladedruck zu trauen, die dann das Abgas sauber verbrennen lassen und/oder mit ein bißchen Drehen an der Einspritzpumpe etwas PS erzielen. Schlepperhersteller haben die Leistungsstufen der Schlepper augenscheinlich über die Einspritzpumpe gesteuert - ich meine, den 6Zylinder gab es mit 75 und 90 und 100PS und ohne daß der Kernmotor grundverschieden wäre. So ist möglich, keine Ahnung, daß für den hier in Frage kommenden Zweizylinder die Pumpe Reserven hat für mehr als eine Handvoll PS (das allerdings bereits ohne Aufladung und um den Preis dann von mehr Rußen).

      Karel hatte mal gesagt, Deutz hat die Getriebe nicht bis an die Grenze belastet, sondern das (eingekaufte) ZF A216 mit 52PS betrieben, das für problemlose 60PS ausgelegt war. Aber ganz grundlos kann es nicht sein, daß manchmal schon (keine Ahnung, irgendwas um beispielsweise) 5-10PS dafür sorgten, daß ein anderer Getriebetyp benutzt wurde. Und dann ist es aber wichtig, ob man mit den MehrPS nur etwas schneller fahren will, oder der Pflug einen Schar mehr ziehen soll. Schätze ich.

      Wäre es eine Alternative, einen F3L... einzubauen ???


      (*) (die kann ja auch Spaß machen. Das könnte schon Grund genug sein. Und wenn ich in einer Zeitschrift oder Blog von solchen Pionierprojekten Wind bekomme, lese ich gern und wißbegierig mit. Schlimmstenfalls geht was kaputt. Motor oder Getriebe. DAS muss man dann allerdings klaglos schlucken können)
    • Hallo
      Ein Bekannter von mir hat an einen Fendt Fix 2 mit 3 Zyl. Motor einen Torbolader draufgebaut, der Turb stammt von einem 1,9er VW.
      Er hat uns dann mal zu einen "Prüfstandabend"eingeladen, der Fendt ohne Turbo hat 24,5 PS gebracht, mit Turbo ohne "drehen" der Einspritzpumpe
      hat er 25,5 PS gebracht. Erst mit "drehen" der Einspritzpumpe hat er 40 PS gebracht.
      Gruß Alois
    • Hallo,
      da muss ich Dir recht geben. Ich habe mal an einem VW 1,6 Turbodiesel wegen eines Defekts die Einspritzpumpe des 1,6 Saugdiesel drangebaut. Er lief dann auch nur wie ein Saugdiesel. Also ohne Verstellung der Einspritzpumpe gibt es keine Mehrleistung.
      Gruß Werner

      Ein guter Schlepper besteht nicht nur aus PS allein; Qualität zeigt sich in den Einzelheiten!
    • Hallo,
      Oh je, also was für ein Lader drauf soll musst du selber wissen. Das hängt ab von dem was du willst, in erster Linie von Leistung, danach der Drehmomentverlauf. Es gibt die Möglichkeit eines Ungeregelten Turbos, der das schlechteste Drehmoment Band zur Verfügung stellt, dann denn Wastegate und der VTG Lader.
      Dann würde ich unter 45PS kein Turbo umbau machen, da man das auch anders erreichen kann.
      Das nächste ist das Thermischeproblem ich würde mindestens zum LLK raten, am besten sogar Öhlkühler und Kolbenbodenschmierung, dann muss der Ölhaushalt angepasst werden ggf. Drosselplätchen und größere Pumpe.
      Bei Deinem Zweizylinder muss du dir dann auch noch überlegen wie du da Pumpenelemente mit mehr Förderleistung rein bekommst.
      Zum Schluss ist dann noch der Kurbeltrieb haltbar zu machen.
      Und wozu?
      Entweder das du das Getriebe zerlegst oder die 9.5-32 selbst auf der Straße durchdrehen.
      MfG
      Johannes
    • Nabend.

      Machbar ist das.
      Das ist mit einem sehr hohen technischen Aufwand verbunden.(wenn das halten soll und was bringen soll).

      Mehr Luft das ist eine Sache.
      Mehr Kraftstoff in kurzer Zeit rein zu bringen ne andere.
      Es bringt nichts die reine Menge je Takt zu erhöhen.

      Andere Düsen und die Verdichtung zu reduzieren ist eher nicht das Problem.

      Ob das Sinn macht?
      Die Zulässigkeit mal außen vor.

      Gruß Friedhelm
    • Landybehr schrieb:

      Und 4) fragt sich, woher die Mehrleistung kommt, wenn die Einspritzpumpe eine originale ist. Wie die ersten Generationen Turbomotoren an SChleppern in Sachen Einspritzung arbeiteten, kann ich nicht sagen. Die Regelung damals war wohl auch noch nicht so weit. Motoren im 4x4-Bereich ab den 80ern jedenfalls (soweit ich kenne) haben einen kleinen Luftschlauch vom Ansaugtrakt zur E-pumpe, die bei anliegendem Ladedruck die Pumpe anregt, extra Diesel einzuspritzen (Ladedruckabhängige Anreicherung). Es ist ja dann mehr Sauerstoff da, um daraus dann auch Leistung zu machen.
      Genau da sehe ich auch das Problem, das Druckrohr sorgt dafür dass die Einspritzpumpe zurückgehalten wird wenn kein Ladedruck ansteht. Die vollastmenge wird erst freigegeben wenn genug Sauerstoff zur verfügung steht, ansonsten wäre schwarzrauch die Folge. Mehr Kraftstoff muss aber sein, sonst gibt es auch keine Mehrleistung.
      Mit freundlichen Grüßen
      Michael
    • Hallo Michi.

      Na, noch gibt er kein Druckrohr.

      Die Einspritzmenge weiß erstmal nichts von der Luftmenge.

      Das ist auch gut so.

      Das Kernproblem ist:

      Wo kommt der Kraftstoff her? ( 2 Bar Vorförderdruck?)
      Wer sorgt für mehr Kühlung?

      Am besten gleich auf PD umbauen.

      Im Moment ist das erstmal ein Hirngespinst.

      Gruß Friedhelm
    • GTfan schrieb:

      Deutz jojo schrieb:

      Hallo,

      Das nächste ist das Thermischeproblem ich würde mindestens zum LLK raten, am besten sogar Öhlkühler und Kolbenbodenschmierung, dann muss der Ölhaushalt angepasst werden ggf. Drosselplätchen und größere Pumpe.
      Wobei thermische Probleme und der Ladeluftkühler überhaupt nichts miteinander zu tun haben...
      Hallo,
      Ja das nicht, aber ein Turbo ist rausgeschmissenes Geld, wenn man wie schon mehrere erwähnt haben den Kraftstoff nicht anpasst. Somit entsteht mehr Leistung, und evtl weist du, dass ein Motor nur um die 35% wirkungsgrad hat, der rest du Leistungs geht in Wärme "verloren". Wenn man jetzt die Leistung erhöht entsteht somit auch mehr Wärme weil der wirkungsgrad bleibt annehernd geich oder sinkt sogar, da man sonst noch die Nocken der ESP ändern müsste.
      MfG Manuel
    • Hallo, mal abgesehen davon das die ganze Idee Schwachsinn ist, wisst ihr aber schon das ein Ladeluftkühler entweder Fahrtwind braucht, oder einen starken Lüfter :whistling: .

      Woanders schrieb der Themenstarter das der Motor stark klappert/ rappelt, ich denke das man da erstmal die fehlenden Pferde suchen sollte.
      Bevor man Geld in so ein Projekt versenkt.


      Meine Meinung!

      Gruß Frank
      Mit DEUTZ und FAHR durchs ganze Jahr.
    • D307S schrieb:

      Moin Leute,

      ich möchte hier mal ein bestimmt umstrittenes Thema behandeln, undzwar habe ich einen D30s von 61 mit dem 712 Motor, den ich grade instandsetze.
      Da ich sehr oft einen schweren Anhänger dahinter hab (meistens 8t) war schon länger die Idee da den Motor ein bisschen mehr Drehmoment zu geben bzw. die Leistung etwas anzuheben. Denke da so in die richtung Turbolader, deshalb die Frage an euch, hat jemand schon Erfahrung damit? Was ist mit der Ölversorgung? (Platz genug hat man ja und die Ansaug und Abgasleitung kann man sich ja legen wie man sie braucht.
      Den Motor an den ESP hochdrehen möchte ich nicht, er dreht mir serienmäßig schon hoch genug. Es gibt natürlich auch die Leute die dann sagen "hol dir nen anderen" möchte ich jedoch nicht, wenn man die Leistung so steigern könnte wäre es schön wenn das überhaupt nicht gehen sollte bleibt er halt so. :thumbup:

      Viele Grüße
      Nils

      D307S schrieb:

      ... bis mir ein Bekannter seinen D25 gezeigt hat, er hat ihn vor ner Bremse gehabt und da kamen mit Turbolader satte 46 PS raus und das war vor 5 Jahren, der Motor läuft noch immer wie vorher.

      ...
      Da müsstest du doch alles notwendige nachschauen können.

      Gruß, Johannes