D30s Motorproblem

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    • D30s Motorproblem

      Hallo Miteinander,

      wie ihr bestimmt schon gesehen habt bin ich noch relativ neu hier, es geht hier aber um meinen D30s der schon viel miterlebt hat.

      Mein Opa hatte ihn schon seit 1970, als er dann 2005 starb krallte sich ihn sein Bruder wo er dann die nächsten 9 bzw. 10 Jahre stand, 2014-2015 hab ich dann mit ihm verhandelt um ihn wiederzuerlangen da wir ihn durchaus brauchen ( inzwischen brauchen wir ihn fast täglich 8 Std.).
      Danach musste ich aber festellen das er in einem schlechten Zustand war, schlechter als angenommen, also hab ich ihn dann zusammen mit meinem Vater repariert/ instandgesetzt, auf dem weg zur Werkstatt fingen die ersten Probleme mit dem Motor schon an.
      Er lief vorher zwar immer zuverlässig, qualmte aber nach dem start mehrere Minuten weiß und man konnte hören das ein zyl. sauber läuft und der andere nur mitgezogen wird und erst nach einer bestimmten Zeit mitzündet. Das war immer so es sei denn man hat ihn über eine Minute vorgeglüht dann war er sofort da ohne farbige Abgase.
      Jedenfalls hat er auf der hälfte der Strecke zur Werkstatt (15km) auf einmal heftig geschlagen (hörte sich an als wenn man den Kolben mit einem Vorschlaghammer bearbeitet) das war dann 2 mal mindestens auf der Strecke so, zum Ende hin passierte das nicht mehr.
      Im Verlauf der Reparatur wurden dann auch mal die ESD zum Lama gebracht ( Zyl.Nr. 1 hatte 0bar; Zyl Nr.2 hatte 50bar....dachte mir auch meinen Teil...) . Jedenfalls war dann die Reparatur nach etwa einem 3/4 Jahr soweit beendet das er TÜV hatte und Fahrbereit war( Getriebeöl, Hydrauliköl und Motoröl wurden gewechselt).
      Nach etwa 10 Std Arbeit stellte ich am Peilstab fest das nach 10 Std immer 3/4 fehlten also gut 500ml, aus der kurbelwellenentlüftung qualmte er ohnehin schon immer stark das ist aber mit dem 15W40 schlimmer wie bei dem 30W30 was vorher drauf war. Nach mehreren Wochen Arbeit mit ihm musste ich dann festellen das irgendwas im Motor rasselt (war so gegen Ostern) tippe mal auf ein Ventil, das blieb allerdings bestehen.
      Als ich dann mit einem Anhänger an einem Tag mehr als 100km zurücklegen musste wollte er nach den ersten 50km nicht mehr so wirklich teilweise schlug er ein bisschen, oder lief nur auf einem Zylinder, auf dem Rückweg war dies zwar nicht mehr der Fall aber es hörte sich zeitweise so an als wenn der Kolben gegen den Kopf schlägt ( zeitweise hörte sich das so an als wären irgendwelche losen teile im Motor die hin und her springen). Seit dieser Fahrt springt er auch geringfügig schlechter an, alles andere ist gleich geblieben.

      Ich gehe mal stark davon aus das eine Motorüberholung bzw. Instandsetzung langsam von Nöten wird, allerdings möchte ich dabei keinen Nachbauschrott oder generell so wenig Ersatzteile wie möglich verbauen.
      Welche Grenze gibt es wenn man die Laufbuchsen nachhohen möchte (Übermaßkolben)?
      Das nächste ist das ich wie oben schon angerissen den Schlepper doch öfters brauche als ich selbst je vermutet hätte, deswegen wäre es natürlich gut wenn der Ausfall so kurz wie möglich gehalten werden kann.
      Leider ist bei mir in der Nähe keine wirklich professionelle Lama, von daher wollte ich mich hier mal umhören ob jemand schon mal eine solche Erfahrung gemacht hat oder der dieses Problem villeicht schon kennt.

      Bin für jeden Tipp offen :D

      Grüße
      Nils

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von D307S ()

    • Moin,

      besorg dir mal das passende Handbuch zu dem Motor, da steht alles drin, was du wissen musst.

      Bei dem Ölverbrauch sind Kolbenringe, Kolben und Zylinder aller Voraussicht nach für den Schrott. Ob die Zylinderköpfe auch was abbekommen haben, da musst du mal schauen.

      Aufmachen musst du den Motor sowieso, also schau mal rein. :D

      Gruß
      Jürgen
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      Opa, Oma freuts, auf dem Hof da fährt ein Deutz
      Wer Durchfall hat und trotzdem furzt, dem muss man nicht erzählen, was alles in die Hose gehen kann.
    • Moin,

      reinschauen in das Fass ohne Boden... :/
      wie sieht das eigentlich mit Kurbelwelle und Pleuellagern aus, sind die eher von der robusten Sorte oder machen die sowas eher ungerne mit?

      Aufmachen muss ich den dann wohl...kennt denn jemand einen der einen kennt der irgendwo im Kreis Steinfurt nahe Münster ansässig ist für evt. Hilfe oder Ratschläge? :D

      Grüße
      Nils
    • Nabend,

      Die Firma Lankhorst hat in Rosendahl-Osterwick eine Filiale.
      Da kann man dir auf jeden Fall helfen. Das ist auch dicht bei ;)
      Wenn die Kurbelwelle eingelaufen ist muss der Motor komplett zerlegt werden. Das ist Arbeit. Die Zwei äußeren Kurbelwellenlager sind einteilig und in einen Deckel eingepresst. Das macht die Sache nicht einfacher.
      Auch kann ich dir sagen das Pleuel und Hauptlager nicht mehr in allen Übermaßen lieferbar sind.
      Und wenn doch sind die ziemlich teuer.

      PS: Ich halte 2000€ für eine komplette Motorüberholung, also neue Kolben/Büchsen, Köpfe überholen, schleifen der KW, und neuer Lager, Montage, etc. für zu gering angesetzt.

      Gruß Michael
    • Moin,

      die Kurbelwelle ist immer blöde.

      Ich tendiere in dem Fall da schon mehr in Richtung, einen Schlachtmotor aus einem Kompressor oder Stromerzeuger zu besorgen. Die haben oft wenig Betriebsstunden und sind zudem Drehzahl begrenzt betrieben worden.

      Gruß
      Jürgen
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    • DeutzD3005 schrieb:

      PS: Ich halte 2000€ für eine komplette Motorüberholung, also neue Kolben/Büchsen, Köpfe überholen, schleifen der KW, und neuer Lager, Montage, etc. für zu gering angesetzt.
      Hallo, ich kann nur sagen was auf der Rechnung stand. Die KW hat nur neue Lager bekommen, sie war noch Maßhaltig und wurde nur poliert, nicht geschliffen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Michael
    • Servus,

      ich tendiere zu Jürgens Meinung, ein Tauschmotor wird die günstigere Alternative sein.

      Man(n) muss sich aber auch nicht wundern, wenn ich den Gaul reite bis er zusammenbricht,
      nützt auch ein Gnadenbrot nix mehr....

      Die Anzeichen war früh genug ersichtlich, vllt wäre ein Boxenstopp ein paar Runden früher besser gewesen.
      Aber, es sind Erfahrungen die ein Leben bereichern :D

      Anderer Tipp wäre noch: Ein Bekannter, der sich mit sowas auskennt - statt einem offiziellen Lama.
      Gegen Kost und sauberen Trinkgeld, statt 140 eus Meisterstunde....

      Gruß Jörg.
      F2 L 612 / 6N, Bj. 56
      Unimog 406, Bj. 76
      Honda CB 125 K5, Bj. 72


      Oldtimerfreunde Kirchdorf a.H.
    • Moin,

      naja das mit den Anzeichen ist auch so ne Sache...mal läuft er ohne Probleme und mal hat er eben die besagten Geräusche, zusätzlich kommt das ich auch nicht so wirklich bei jedem Geräusch unterscheiden kann ob dies noch im normalem Bereich ist oder nicht, hab ihn ja schließlich vorher nie gehört.

      Das mit dem Tauschmotor ist auch schon öfters von mir überlegt worden, nur weiß man auch nicht was der so für Macken hat...zumal Geld oder Transportweg hier kein all zu großes Problem darstellt.

      Habe gestern zum ersten mal die Ventieldeckel runtergenommen, um mal zu schauen ob da augenscheinlich etwas nicht stimmt, die kipphebel haben zwar seitlich ein bisschen Spiel was ich aber nicht so kroblematisch halte (zummindest nicht für solch ein Motorverhalten), die kipphebel haben zu den Ventielen ca. 1-2mm Spiel. Ich hab das Spiel jetzt aber nicht nachgestellt da mich ein Bekannter gewarnt hat das der Motorlauf evt. noch schlechter dadurch wird ( er meint der hat einen Pleuelschaden).

      Ich versuche mal n paar Bilder mit reinzupacken :D

      Ansonsten wäre es echt super wenn ihr mir noch Kontakte schicken könntet sofern noch jemand eine/n Werkstatt oder Privatmann kennt der mit solch einer Instandsetzung Erfahrung hat, denn der Motor sollte eigentlich mindestens noch mal 60 Jahre halten :thumbsup:

      Ich werde die Tage mal versuchen ein Endoskop zu bekommen um mal durch den Öleinfüllstutzen einen Einblick vom innern zu bekommen, also Kurbelwelle Pleuel usw. Halte euch da auf jeden Fall am Laufenden :whistling:

      Grüße
      Nils

    • Hallo,
      wenn du wirklich richtig gemessen hast und du wirklich 1-2 mm Ventilspiel hast,
      wäre das das erste was du einstellen solltest, bevor du alles auseinander nimmst!
      Warum nicht erst mal die einfachen, billigen Sachen machen,
      Geld ausgeben kannst du immer noch

      Gruß Markus
    • Hallo zusammen ,

      zum Vorglühen :
      Ich glühe auch bei 20 °C + 45 sec. vor .
      Also bis der Glühdraht im Glühüberwacher richtig glüht .

      Das Ventilspiel sollte eingestellt werden , ohne wen und aber .
      Hier eine Gegenfrage : Wie viel seitliches Spiel haben die Kipphebel ?.
      Wenn die Buchsen im Kipphebel zu viel lose haben ist es nicht möglich
      das Ventilspiel richtig einzustellen.
      Einfach den Gesamten Kipphebelblock ausbauen und prüfen .

      Man kann Ölverlust auch haben wenn im Zylinderkopf unter
      den Verschlussschrauben der CU-Ring undicht ist und / oder die Ventilführung
      b.z.w. Ventilschaft verschlissen ist .

      Mache mal einen Kompressionstest .

      Des weiteren würde ich mal den Abgaskrümmer
      abnehmen .
      Hier kannst du dann erkennen ob beim Einlassventil Öl zu sehen ist .
      Und beim Auslassventil wie viel Ölkohle sich gebildet hat .

      Gruß
      Eckard
      Meine Schlepper :
      Deutz D15 ( 712 ) , Deutz D40L / 40.2 ( 812 ) , Deutz 4005
      und zwei Standmotoren Type F1l712 .
    • Moin,

      seitliches Spiel von den Kipphebeln ist ca. <1mm sie sind zwar ausgeschlagen aber jetzt nicht katastrophal, was mich damals schon gewundert hat ist das sich im Ansaugkrümmer Ruß ablagert...ich weiß nicht ob das normal ist...im Luftfilter waren schon Haufen von Ruß.

      Ich werde mal schauen wie sich das entwickelt stelle sie gleich mal nach und lasse ihn mal laufen...werde berichten...

      Grüße
      Nils
    • Moin,

      mal ein kurzes Update, hat vorhin mal die Kipphebel nachgestellt, und danach mal den Motor laufen lassen...er sprang wie immer an qualmte aber nicht mehr so lang, er nahm das Gas bzw. die Drehzahl wesentlich schneller an und hörte sich auch etwas gesünder an, aber auf einem Zylinder klopft er jetzt irgendwie mehr, obwohl klopfen ist das nicht nageln auch nicht ist eher weicher und hört sich so an als ob die Vebrennung im Zyl. zu stark ist. Und das vorher typische geklirre ist jetzt auch weg. Trotzdem qualmt er aus der Ölentlüftung nach wie vor.

      Ach ja falls es noch helfen sollte der motor hat letzte zeit immer einem teilweise unrunden lauf, er läuft normal im standgas und dann fällt die Drehzahl für 2 ab und steigt dann wieder auf die vorherige, das passiert meistens alle 5-10sek. Dabei fällt aber nicht einfach die Drehzahl es hört sich mehr an als würde der Motor durch irgendwas kurzzeitig belastet.

      Das nächste ist beide Zyl. sind bisher immer gleichwarm gewesen.

      Grüße
      Nils

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von D307S ()

    • Hallo Nils!

      Hattest du dabei ein Gerät in der Hydraulik angehoben? Wenn ja, kann es sein, dass einfach nur die Hydraulik nachgeregelt hat.

      Bist du dir sicher, dass du die Ventile richtig eingestellt hast? Kannst du das?
      Man braucht dafür eine Fühlerlehre.
      Ventilspiel ist 0.15mm.

      Ruß im Ansaugkrümmer darf nicht sein. Hat da absolut nichts verloren!

      Leicht aus der Motorentlüftung darf er schon pusten, aber einen großen Überdruck darf er, wenn man ihn zuhält nicht aufbauen. Und flüssiges Öl darf auch nicht rauskommen.

      An deiner Stelle würde ich mal die Zylinder ziehen und alles überprüfen wo man dann rankommt. Dann weißt du ne ganze Menge mehr!

      Gruß
      Jerome
      Intrac 2004
      D40.2
    • Hallo Nils,

      zum Thema Kolben an Ventile anschlagen noch eine Anekdote die mir selbst vor kurzem passiert ist. Aus Unachtsamkeit beim montieren der Köpfe war mir eine der Stahlunterlegscheiben der Zylinderkopfschrauben aus dem Sitz gerutscht ohne das ich es gemerkt habe. Die klapperte dann im Ansaugkanal herum bis die sich im Ventilsitz geklemmt hat. Bemerkbar hat sich das Ganze dadurch gemacht, der Motor lief zunächst gut, und nach paar Minuten Zündaussetzer, keine Leistung, einzelne harte metallische Schläge. Ventildeckel ab, Einlassventil hatte 5-6 mm Spiel!!! Motor einmal per Hand gedreht, Spiel normal. Heißt diese Scheibe lag mal im Ventilsitz und mal nicht, bzw. hat mal geschlossen und mal nicht. Kopf ab, und keinerlei Hinweise darauf das der Kolben tatsächlich am Ventil angestoßen haben könnte. Heißt für mich, die Motoren sind so robust das selbst ein annähernd vollständig geöffnetes Ventil nicht zum Crash führt. Ich hatte mehr Glück als Verstand, hab den Kopf gescheit montiert und Problem behoben.

      Wenn wie in deinem Fall nur das eingestellte Spiel zu groß ist, schließt das Ventil ja trotzdem vollständig, heißt der Kolben kann erst recht nicht anstoßen. Die Ventile öffnen nicht rechtzeitig und vollständig, was wiederum zu unvollständiger Verbrennung, qualmen, Leistungsverlust führt. Was aber seltsam ist, das das Spiel so groß war. Normalerweise sollte das Spiel durch Verschleiß kleiner werden, weil sich das Ventil in den Sitz hämmert. An deiner Stelle würde ich auch erst mal auseinander nehmen und gucken was Sache ist. Vielleicht war der ja auch schon mal auseinander und bei der Montage wurde was nicht richtig eingestellt, zB. Spaltmaß. Oder Kolbenringe gebrochen.

      Bevor du was zerlegst könntest aber nochmal was probieren, die ausgebauten Einspritzdüsen so an die Leitungen anschließen das sie in die Luft spritzen. Kurz starten und dabei die Düsen beobachten (nicht in den Strahl gucken!!). Wenn die Düsen auf dem Prüfstand ok waren, kannst so noch mal grob die Funktion im Traktor mit Einspritzpumpe prüfen.

      Gruß und viel Erfolg,
      Holger