f2l612/6-N Motor dreht nicht nach langer Standzeit

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    • f2l612/6-N Motor dreht nicht nach langer Standzeit

      Hallo liebe Deutz-Fans,

      seit gestern bin ich Eigentümer eines F2L612/6-N von 1956. Wir haben den Traktor aus der Garage meiner Oma herausgeholt, nachdem er dort vor 31 Jahren abgestellt wurde. Der Traktor selbst befindet sich in einem sensationell guten Zustand. Nachdem wir die ersten Checks gemacht haben, wollten wir überprüfen, ob der Motor dreht. Da ich keine Kurbel zur Hand hatte und ich, aus Vorsicht, den Motor nicht per Anlasser drehen wollte, kamen wir auf die Idee, dass wir den Motor durch anschieben im ersten Gang drehen könnten. Dazu haben wir, um die Kompression zu verringern die Glühkerzen rausgedreht. Doch leider dreht die Kurbelwelle beim anschieben keinen Mucks. Können die Kolbenringe so festrosten, dass selbst beim Versuch anzuschieben die Kurbelwelle bombenfest ist? Mein Opa hat den Traktor vor 31 Jahren noch in die Garage reingefahren, deshalb glaube ich nicht, dass was am Kurbelwellenlager ist. Hat jemand ne Idee, was den Motor so blockiert?

      Vielen lieben Dank für Eure Antworten.
    • Noch ne Anmerkung:

      Wenn du dann soweit bist und starten möchtest, unbedingt daran denken, das im Notfall die Kraftstoffzufuhr unterbunden werden kann. Z.B. durch lösen der Einspritzleitungen.

      Nicht das der dir abhebt, wenn die Motorregelung fest ist.

      (Beim 2 Zyl. schafft man das mit der Variante noch.
      Bei 4 Zyl nicht mehr)

      Gruß

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von f.mannecke ()

    • Hallo Unbekannter,

      es ist sehr unwahrscheinlich, daß der Motor festsitzt. Hat sich das Fahrzeug überhaupt bewegt? Kommt schon mal vor, daß 2 Gänge eingelegt sind und dann das Getriebe, nicht der Motor klemmt. Gut, daß wenigstens die Glühkerzen ausgebaut waren!

      Ich würde folgendes tun:
      1. ein paar Spritzer Öl durch die Glühkerzenbohrung in die Zylinder füllen, damit die schon mal nicht trocken sind
      2. Einspritz-Pumpenplatte rechts runter nehmen und sehen, ob die Einspritzplunger sich überhaupt bewegen lassen, denn die dürften ziemlich sicher festsitzen, was ein Überdrehen des Motors beim ersten Start bedeutet - der Regler kann nicht arbeiten!
      3. Wenn die Platte schon runter ist, eine/n passende/n Ringschlüssel/Ratsche vorne am Motor (Keilriemenscheibe) ansetzen und versuchen, den Motor im Uhrzeigersinn händisch zu drehen. Man kann dann seitlich die Bewegungen der Kurbelwelle/Pleuel mit beobachten - evtl. zweite/r Mann/Frau - oder eben auch nicht, wenn da was festsitzt und man sieht den Ölstand im Motor. Könnte ja sein, daß der unwissend ohne Öl abgestellt wurde und einen Fresser hat, der sich nun festgebacken hat
      4. Prüfen, ob die Kupplung tatsächlich trennt oder verbindet - oft kleben die nach so langer Standzeit
      5. Sollte sich er Motor bewegen lassen, diesen von Hand solange drehen, bis Öl aus den Stößelrohren heruntertropft, damit beim ersten Start nicht alle Ölleitungen trocken sind. Man weiß dann auch, daß die Ölpumpe zumindest fördert
      6. sollte der Motor fest sein, mal mit WD40 o.ä. die Zylinder fluten und einige Tage einwirken lassen, wieder versuchen zu drehen - ein Ölwechsel vor dem eigentlichen Start ist danach eh fällig
      7. Ventildeckel abschrauben und sehen, ob da was defekt ist und blockiert - gebrochenes Ventil, das im Zylinder liegt - dann müßte der entsprechende Kopf runter. Ventile auf jeden Fall einstellen 0,1-0,15 kalt vor einem Echtstart
      8. Das Programm mal abarbeiten und Rückmeldung geben, gerne mit Bildern, wenn der Zustand optisch so gut sein soll.
      Griaßle
      Martin
      Beim Griff in die eigene Tasche stellt man immer wieder fest, dass die "Öffentliche Hand" bereits vorher drin war...
      Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. (Voltaire)
      Ich kann, weil ich will, was ich muss! (Immanuel Kant)
      Wenn man bei einem anderen Menschen erfolgreich Fehler finden möchte, so verwende man nicht eine Lupe, sondern besser einen Spiegel.

      Der Oberschwabe: homo erectus spaetzlei-maultaschii
    • Hallo Friedhelm,
      hallo Martin,

      vielen Dank für Eure Tipps!!! Ich habe es geschafft die Kolbenringe mit WD40 und dem dritten Gang wieder zu lösen. Gestern hat sich der Motor schon leicht bewegt. Heute, nachdem ich die Zylinder nochmal richtig mit Kriechöl bearbeitet habe, konnte er mit vor und zurückschieben schon leicht hin und her gedreht werden. Auch nochmal Danke für den Tipp mit der Dieselpumpe. Ich habe die Leitungen oben am Zylinder gelöst und habe ihn dann das erste mal mit Anlasser gedreht. Die Dieseleinspritzung hat gut funktioniert. Ich habe danach die Leitungen wieder fest gemacht, die Glühkerzen eingesetzt und den Traktor aus der Halle gerollt. Und was soll ich sagen... er ist angesprungen, als wäre er gerade abgestellt worden - sofort. Natürlich hat er erst mal ein wenig gequalmt aber nach kurzer Zeit war auch das vorbei. Die ersten Meter bin ich also schon gefahren und bin echt total glücklich!!! Bilder stelle ich Euch die nächsten Tage ein.

      Vielen lieben Dank nochmal!!!!!!!!

      Viele Grüße

      Christian
    • Hallole,

      ich kann Thomas nur beipflichten! Laß den bloß so, wie er ist! Und er hat dieselben Rückleuchtendeckel wie meiner! Da ist ja sogar die Öldruckleitung für's Manometer noch kupferrot.

      Griaßle
      Martin
      Beim Griff in die eigene Tasche stellt man immer wieder fest, dass die "Öffentliche Hand" bereits vorher drin war...
      Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. (Voltaire)
      Ich kann, weil ich will, was ich muss! (Immanuel Kant)
      Wenn man bei einem anderen Menschen erfolgreich Fehler finden möchte, so verwende man nicht eine Lupe, sondern besser einen Spiegel.

      Der Oberschwabe: homo erectus spaetzlei-maultaschii
    • Hallo Thomas,
      hallo Martin,

      die Entscheidung ihn so zu lassen wie er ist habe ich auch schon getroffen. Die Patina hat für mich auch Geschichte. Der Traktor gehörte nämlich meinem Opa, der ihn zum Schluß nur noch für Spazierfahrten mit seinen Enkeln genutzt hat :] .

      Vielen Dank für Eure Feedbacks!!!!

      Viele Grüße

      Christian