Projektvorstellung Deutz 6806A

    • Projektvorstellung Deutz 6806A

      Hallo liebe Deutz-Fans,
      bisher war ich hier im Forum eher der passive Mitleser.
      Das möchte ich gerne ändern.
      Ich betreibe aktiv Landwirtschaft im Nebenerwerb. Dazu ist/war hier eine ganze Deutz-Riege im Einsatz: 4506, 6806, 6806A und zwei Agrotrons.
      Den 4506 und den 6806A habe ich im Laufe der letzten Jahre aus dem aktiven Dienst genommen, der 6806 kümmert sich noch um die Kartoffeln (Pflanzen, Pflanzenschutz, Roden) und um Pflege- und Rangierarbeiten auf dem Hof und macht pro Jahr noch über 150 Stunden.
      Ich habe mir vorgenommen unseren 6806A im Laufe der nächsten Jahre zu restaurieren. Es ist Bj 77, wenn ich es jetzt richtig im Kopf habe und damit älter als ich. Der Stundenzähler ist einmal durch und zeigt so über 12000 Stunden. Der Schlepper ist Erstbesitz auf unserem Hof und war früher der Hauptschlepper. Er musste ordentlich ran: 3-Schar-Pflug, 2m-Schwergrubber, 3m-Großfederzinkenegge, 3,4m Lemken Koralle, einreihiger Zuckerrübenroder, Transport mit Zug aus zwei 8-Tonnern, 6m³-Güllefaß, Miststreuer, Frontladerarbeiten im Fahrsilo, später dann auch intensive Arbeit am Siloblockschneider.
      Der Schlepper ist technisch i.O, die Spuren der schweren Arbeit sind aber sichtbar.
      Optisch mit Patina, er hat ja viel gearbeitet. Aber er stand nur in der Halle.
      Der Motor läuft einwandfrei, müsste aber mal überarbeitet und/oder eingestellt werden, da er doch viel gearbeitet hat.
      Getriebe einwandfrei.
      Kupplung meines Wissens die erste?!
      Er steht auf dem dritten Satz Hinterreifen (Kleber) und wohl dem vierten Satz Vorderreifen (Kormoran). Die Hinterräder sind mittlerweile allerdings ziemlich porös, die Vorderreifen habe ich letztes Jahr nochmal mit guten Gebrauchten erneuert. Ich zwei Sätze Felgen für die VA, die original roten und auch noch silberne ... keine Ahnung woher.
      Der Schlepper hat einen BAAS-Frontlader dessen Hydraulikleitungen und Zylinder ordentlich tropfen.
      Die ein oder andere Macke ist sichtbar (so hat er sich bespielsweise bei Fahrsiloarbeiten mal an die Wand gelehnt und die Kabine wurde hinten eingedellt.)
      Auch das Kabinendach wurde mal unschön erneuert. Das muss schon einige Jahre her sein, da ich mich daran nicht erinnern kann, war ich wohl noch ein Kind.
      Die Zugöse vorne ist ausgerissen.

      Jedenfalls hängt mein Herz an dem Schlepper, auf dem ich Fahren gelernt habe und viele Stunden schon als Kind verbracht habe.

      Ich möchte ihn gerne im Laufe der nächsten Jahre restaurieren und bin um Hinweise, Tipps und Tricks aus dem Forum dankbar.

      Wie gehe ich am besten vor? Die Hydraulikpumpe muss unbedingt erneuert werden, ebenso möchte ich einen befreundeten LaMa über den Motor schauen lassen.

      Ich bin zwar Maschinenbau-Ingenieur, aber was die Restauration und Reparatur von 06er Schleppern angeht, eigentlich Laie. Eine gewisse Schrauberbegabung ist aber durchaus vorhanden :)
      Werkstatt mit kleinem Deckenkran und üblichem Werkzeug ist vorhanden.

      Ich habe mir gedacht, erstmal die technische Basis zu sichern, dh Motor und Hydraulikölpumpe zu machen, und mich dann erst um die Optik zu kümmern.
      Was meint Ihr?
      Auf was muss ich achten?



      Gruß
      Thomas
    • Hallo Thomas,
      Erstmal würde ich gucken wo er überall undicht ist und mir das notieren, dann würde ich mal horchen in welchen Gängen etwas nicht stimmt (Jaulen, Synchronisierung, usw.). Am Motor würde ich Kompression messen Düsen abdrücken und auf komische Geräusche achten. Wichtig ist auch die Vorderachse mal nach zu schauen ob die ausgeschlagen ist und ob die Allradkupplung noch ihren Dienst tut.
      Aus diesen Dingen würde ich mir eine to do Liste machen um den Schlepper in meinen Gewünschten zustand zu bringen und erst mal an einem Ende anfangen.
      MfG
      Johannes
    • Servus,

      vorweg eine Frage:
      Restauration, für dich ? Oder soll er dann weg ?

      Wenn es für dich ist, würde ich nicht zweimal hinschauen, sondern einmal komplett zerlegen.
      Du wirst um den ganzen Kram nicht drumherumkommen.
      Der ganze Kram ist - alles. Dichtungen, Lager, Gelenke, etc pp, einfach alles wird zumindest zu überarbeiten sein, bzw. zu erneuern.

      Nur dann ist es komplett, nur dann hast du alles, nur dann fängst du in ein zwei Jahren nicht wieder irgendwo an.

      Stell ihn an einen Platz wo du arbeiten kannst, er nicht ständig im Weg ist.
      Arbeite wenn du Lust hast, setz dich nicht unter Druck - sonst geht es dir früher oder später auf die Nüsse.
      Kauf nicht alles auf einen Haufen, sondern teil es dir ein, dann tut es nicht so weh.

      Jeder macht es anders, das ist natürlich klar, aber so sähe mein Weg aus.

      Gruß Jörg.
      F2 L 612 / 6N, Bj. 56
      Unimog 406, Bj. 76
      Honda CB 125 K5, Bj. 72


      Oldtimerfreunde Kirchdorf a.H.
    • Hallo, danke für die Resonanz.

      Nein, der ist für mich bzw. mal für meinen Sohn. Er wird nie unseren Betrieb verlassen. Fernziel ist es, auch das ein oder andere Anbaugerät herzurichten um ein vollständiges Gespann zu haben. Ich habe noch den Pflug und die Koralle, beide stehen ebenfalls trocken und sehen noch anständig aus.

      Danke für die Hinweise. Hab ich mir schon gedacht, am besten einmal komplett auseinander.
      Auf die VA muss ich wohl mal genauer schielen, aufgrund der Stundenleistung und Frontladereinsätze ist da bestimmt was zu machen.

      Zur Zeitschiene: Ja, ich werde mir Zeit lassen, das wird ein definitiv ein Mehrjahresprojekt :)

      Mal prinzipiell: Wenn ich einen 06er längere Zeit außer Dienst nehme, was sollte ich am besten machen um ihn zu erhalten?
      Ich habe mal gelesen, Tank füllen wegen Rost. Motorölwechsel?