Drehzahlverstellhebel f2l812 hat zuviel Spiel

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    • Drehzahlverstellhebel f2l812 hat zuviel Spiel

      Moin,

      ich habe heute begonnen das Gasgestänge bei meinem Deutz D30S mit F2l812 Motor (Bj. 9/63) zu erneuern, da es mittlerweile arg viel Spiel hatte.

      Um alles schön zu säubern hatte ich auch versucht den Drehzahlverstellhebel (Nr. 33 in der Ersatzteilliste) an der Pumpenplatte zu entfernen. Den Spannhülse (Nr. 32) hatte ich entfern und dann den Hebel mit sanfter Kraft und unter zu Hilfenahme eines Schraubendrehers abzuhebeln. Der Hebel kam dabei auch ein paar mm von der Platte ab, aber leider ging er dabei nicht von Hebelwelle (Nr.30), sondern zog sich mit der Hebelwelle aus der Pumpenplatte. Als ich das bemerkte habe ich sofort aufgehört, leider zu spät.

      Nun hat der Drehzahlverstellhebel recht viel Spiel (man kann ihn halt mit der Welle ein paar mm ins Gehäuse hinein und herausbewegen und gleichzeitig fühlt es sich so an als würde er auch in seiner eigentlichen Bewegungsrichtung mehr Spiel als vorher haben. Vorher bewegte man ihn ja gegen einen Federwiederstand (halt das normale Gas geben) jetzt kann man ihn bestimmt 15-20Grad bewegen ohne diesen Wiederstand.

      Ich habe mich noch nicht getraut den Traktor jetzt zu starten ;(

      Was meint ihr was da passiert ist? Eigentlich sollte die Hebelwelle (Nr. 30) doch innen genauso mit einer Spannhülse gesichert sein. Oder hatte das schon jemand mal, dass die von alleine rausfällt? Dann vermute ich mal, dass sich die Hebelwelle teilweise frei in der Gabelwelle (Nr.29) dreht und daher soviel Spiel hat.

      Naja ich denke es bleibt mir nichts über als den Pumpendeckel abzunehmen und nachzuschauen. Auch wenn jetzt viele denken "und wozu dann der Thread?", ich schreibe den weil ich vielleicht ja kjomplett auf dem Holzweg bin und alles viel einfacher zu lösen ist.

      Worum es mir eigentlich geht: Meint ihr ich kann den Deutz gefahrlos starten? Dieser steht im Moment draußen und die Reparatur würde ich gerne im 20m entfernten Schuppen unternehmen.

      Gruß

      Marc
    • Hallo Marc,

      der Drehzahlverstellhebel kann grundsätzlich nur mit abgebauter Pumpenplatte saniert werden. Durch den Öleinfüllstutzen sieht man gar nichts. Beide Seiten sind mit Spannstiften gesichert. Da ist sicher einer davon abgeschert - vermutlich der innere.

      Mach die Platte runter (ESP-Leitungen lösen, Spritzufuhr lösen - vorher Tankventil schließen = Filter rausnehmen, 8 Muttern, 2 Schrauben der Platte lösen, Abstellergestänge aushängen).

      Zum Abbau der Platte habe ich hier im Forum Anleitungen rein gestellt.

      Eigentlich dürfte nichts passieren, denn es kann allenfalls kein Gas gegeben werden, in der Hoffnung, dass noch nichts in den Motor gefallen ist - nämlich die Gabel, die mit dem Gaspedal den Regler bewegt. Dann müßte aber der Drehzahlversteller schon herausziehbar sein. Bei so viel Spiel ist immer Vorsicht geboten.

      Griaßle
      Martin
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    • Danke für eure schnellen Antworten und Martin für die Klasse Bilder/Infos.

      Ich denke nicht, dass die Gabel bereits abgefallen ist, da ich mit dem Drehzahlverstellhebel am Ende der Bewegung noch gegen eine Feder arbeite. Ich denke eher, dass die Gabel sich auf der Welle verdreht hat und nun nur noch bis max. xx% vom Vollgas geben werden kann.

      Habe jetzt erstmal eine neue Dichtung für den Deckel bestellt. Wenn der Deutz dann im Schuppen steht und der Pumpendeckel ab ist, werde ich auch gleich mal einen Ölwechsel machen und den Motorraum vom Ölschlamm der letzten 50 Jahre befreien.
    • Heute habe ich das Problem gelöst.

      Das abbauen der Pumpenplatte ist an sich sehr einfach. Oberschwob hat dazu ja auch bereits eine sehr schöne Anleitung geschrieben.
      Zum Glück war die Gabel auf der Innenseite NICHT das Problem, sondern nur der Hebel auf der Außenseite. Dieser hat zwar eine sichtbare Nut aber die Welle hat Feder (ich hoffe das heißt so). Also kann sich der Drehzahlverstellhebel frei auf der Welle drehen, sobald der Spannstift entfernt wurde.
      Die Reparatur war dann ganz einfach, ich musste lediglich die richtige Position finden und den Spannstift wieder einsetzen.
      Die O Ringe habe ich daher nicht erneuert. Habe lediglich die alte Papierdichtung vorsichtig mit einem Rasiermesser entfernt und eine neue aufgelegt. Mir etwas Fett hält die an Ort und Stelle und die Pumpenplatte kann aufgesetzt werden.
      Der Motor sah innen gut aus. Kein nennenswerter Ölschlamm oder Abrieb. Bei der Pleuel und Nockenwelle konnte ich kein Spiel feststellen (bin aber auch Motorlaie).
      Pumpenplatte also wieder rauf und die Dieselleitungen entlüftet. Frisches Öl und neuen Ölfilter gab es auch.
      Jetzt wurde es aufregend. Zündung an, kurz verglühen und nach 3 Sekunden Orgeln (die Einspritzleitungen hatte ich nicht entlüftet) lief der Motor.
      Bei der anschließenden Probefahrt lief der Deutz einwandfrei.

      Fazit: die Arbeit ist auch von einem Laien machbar. Bei der Entfernung der alten Dichtung muss man halt etwas fummeln und aufpassen nichts zu zerkratzen. Aufpassen, dass kein Dreck in die Einspritzpumpe gelangt und die Kupferringe dort am Besten erneuern.
    • Moin,

      Und wenn man es macht, dann gleich richtig.

      Daher durfte ich die Pumpenplatte dieses Wochenende schon wieder abbauen, da nun doch Öl bei der Welle des Drehzahlverstellhebels austrat.

      Ich habe den äußeren Hebel diesesmal mit einem Abzieher entfernt. Vorher natürlich die Spannhülse entfernt.
      Danach wollte ich gleiches innen machen. Dort kommt man aber an die Hülse nur schlecht dran und ich hatte Angst beim ausschlagen etwas zu beschädigen. Also habe ich den kompletten Fliehkraftregler ausgebaut. Dazu müssen nur 4 Schrauben entfernt werden. Zwei der Schrauben werden per Hülse zentriert, ähnlich wie bei der Pumpenplatte. Also muss man den Fliehkraftregler etwas abheben, geht aber ganz einfach.
      Danach die komplette Welle herausziehen und die beiden O-Ringe ersetzen.
      Alles wieder zusammenbauen und fertig.

      Ich hatte vorher zwar 1l Motoröl abgelassen, aber die Pumpenplatte kann man auch bei voller Ölwanne abschrauben. Etwas Öl läuft so oder so aus.

      Also ab sofort wechsel ich immer alle Dichtungen an die ich ran komme.

      Heute habe ich bei schönsten Sonnenschein eine lange Testfahrt gemacht und jetzt scheint es wirklich dicht zu sein.