F2L612/6 mit 1-Schar-Pflug im Einsatz

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    • F2L612/6 mit 1-Schar-Pflug im Einsatz

      Guten Abend!

      Heute habe ich es endlich geschafft, mal meinen "neuen" Pflug auszuprobieren. Der Schlepper mit Baujahr 1957 und der Pflug mit Handaushebung Baujahr 1960 passen m.E. ganz gut zusammen. Wobei bei 18 PS eher ein 2-Schar-Pflug richtig wäre. Der Boden ist hier aber recht schwer. Ein Landwirt um die Ecke hat mir netterweise ein abgeerntetes Getreidefeld zum Probieren zur Verfügung gestellt. Also schnell den Landsberg Laurin anmontiert und bei bei schönem Herbstwetter ging es raus aufs Feld.



      Bevor jetzt jemand meckert: Es war mein erster Pflugeinsatz mit diesem Pflug und mein zweiter überhaupt. Also mußte ich einiges einstellen. Mit Hilfe der Pfluganleitung und Unterlagen übers Beetleistungspflügen (was da steht, kann ja nicht ganz falsch sein) habe ich nacheinander die ganzen Einstellungen (Seitenspindel, Tiefe, Stützrad, Winkel) angepaßt. Und es hat ganz gut geklappt. Ganz gerade sind die Furchen nicht geworden, aber es war ja auch das erste Mal.










      Die Schar war am Ende blitzeblank, jetzt ist sie wieder korrosionsgeschützt trocken gelagert.



      Fazit: Es hat Spaß gemacht! Die Handaushebung ist auch recht leicht zu bedienen, der große Hebelarm macht es einem einfach. Ein 1-Schar-Pflug ist allerdings echt nur was für einen größeren Garten, das Feld war wirklich nicht groß und ich habe nur einen 7 m breiten Streifen gepflügt. Da braucht man richtig lang. Aber für so einen nichtkommerziellen Einsatz war das schön.

      Viele Grüße
      Jost
    • Moin!

      Bei der ersten Furche konnte ich den Weg noch bestimmen, den der Schlepper fuhr. Aber mit den rechten Rädern in der Furche war bei mir die Lenkfähigkeit nicht mehr so hoch. Da war das wie in einer früheren Opel-Werbung: "Fährt wie auf Schiene(n)..."

      Der Vorbesitzer hatte auf dem Pflug noch ein Gewicht montiert, weil der Pflug sonst nicht tief genug pflügte:



      Ist das so üblich? Ich habe das Gewicht nicht wieder montiert und es ohne ausprobiert. Bei mir funktionierte das. Die Neigung habe ich aber auch so eingestellt, daß die Pflugschar parallel zum Boden ausgerichtet war. Oder kommt das auf den Boden an?

      Bis denn
      Jost
    • Hallo Jost,

      • wenn der Pflug nicht einzieht, reicht der Untergriff nicht aus. Das liegt meist an verschlissenen Scharen. Nur bei sehr trockenen Tonböden kann es sinnvoll sein, bei leichten Pflügen Ballast aufzulegen. Der Landsberg Laurin ist ein leichter Pflug. Sehr leicht, sogar.
      • Das Pflugschar steht niemals parallel zum Boden. Pflugschar ist die kleine Schneidkante vorne unten am Pflugkörper. Das ist das Ding, welches den Erdbalken unten horizontal abschneidet.
      • Bei diesem Pflug (und sinngemäß der Rahmen bei fast allen anderen) muß der horizontale Teil des Grindels bei der Arbeit waagerecht sein. Das Grindel ist jener Flachstahl, der den Körper hält, in diesem Fall gebogen ist und sogar oben in die Horizontale geht und somit einen Teil des Rahmens bildet. Ich vermute, daß Du das gemeint und also alles richtig gemacht hast.
      • Streichblech (auch Riester) wird das gewundene Blech genannt, welches oben an das Schar anschließt und die Erde wendet.
      • Anlage (auch Landseite genannt) ist das Flacheisen, mit dem sich der Pflugkörper an der Furchenwand abstützt. Das hintere Ende der Anlage muß etwas oberhalb jener Ebene verlaufen, die vom Pflugschar abgeschnitten wird. Andernfalls zieht der Pflug nicht ein.
      • In der Furche gibt es nichts zu lenken. Ein großer Vorteil des Pflügens in der Furche besteht eben gerade darin, daß immer die letzte Furche kopiert wird. Deshalb mache ich mir Gedanken, warum Du die Lenkbarkeit beim Pflügen in der Furche erwähnt hast.

      Gruß
      Michael
    • Hallo,
      so ganz kann ich der Sache mit dem Lenken nicht folgen.
      beim Pflügen an der 3 Punkthydraulik werden die Ketten locker gemacht damit sich der Pflug seine ideale Lage selbst suchen kann. Mit dieser Beweglichkeit ist auch eine Lenkbarkeit in gewissen Rahmen gegeben. Damit kann ich kleinere Ungleichmäßigkeiten z.B. durch unschiedlichen Boden ausgleichen. Wenn die Ackerfläche nicht exakt rechtwinklig ist kann ich über die letzten Furchen etwas Einfluß nehmen damit die letzte wieder passt. Ich habe auch noch so einen mit Handaushebung. Das ist auch einsprechendes Gelenk mit Anschlagschrauben für die Einstellung des Zugpunktes vorhanden. Wenn nicht beide gegeneinander festgezogen werden bleibt diese Mindestbeweglichkeit.

      mfg
      Andreas
    • pd108 schrieb:

      Das ist auch einsprechendes Gelenk mit Anschlagschrauben für die Einstellung des Zugpunktes vorhanden.
      Hallo Andreas,

      für einen Pflug mit mechanischer Hubvorrichtung ist das sehr erstaunlich. Bzgl. des Zugpunkts sind nämlich alle mir bekannten Systeme identisch: Der Zugpunkt ist dort, wo der Bolzen durch die Ackerschiene* gesteckt wurde. Da kann man nichts verstellen (außer, natürlich, den Pflug woanders abzustecken). Einstellen des Zugpunkts ist m.E. ein Begriff, der unmittelbar an das Dreipunktsystem nach Ferguson gebunden ist.

      Gruß
      Michael

      *oder deren Verlängerung usw.
    • Hallo Derek,

      ich habe im 3. Gang mit etwa 1800 1/min gepflügt. Das entspricht ca. 7 km/h. Der F2L612/6 hat ja nur 5 Vorwärtsgänge und bei 1800 1/min ca. 18 PS. Die hat er bei weitem nicht ausgenutzt. Das ging sehr gut.

      Mangels eines 2-Schar-Pfluges konnte ich diesen auch nicht ausprobieren, würde aber einschätzen, daß es knapp gereicht hätte. Notfalls hätte ich den 2. Gang nehmen müssen, dann wäre ich aber nur auf 4 km/h gekommen. Da fehlt ein Gang dazwischen, aber der 18er war ja auch die "Sparausführung".

      Viele Grüße
      Jost
    • Das sind zwei Irrtümer:
      1. Ist der Boden nur schwer genug, kann es sein, daß der Schlepper mit dem dreifurchigen Pflug einfach stehen bleibt. Das hat nichts mit dem Gang zu tun, sondern mit der übertragbaren Zugkraft. Bei einem F2L 612/6 oder /5 dürften die meisten dreifurchigen Pflüge den Schlepper auf den meisten Böden zum Stillstand bringen.
      2. Zum Pflügen braucht man keine Mindestgeschwindigkeit. Vielmehr wird eine Obergrenze durch die Körperform diktiert: Irgendwann wird das Pflugbild nicht mehr "sauber", d.h. der Pflug wirft Querwellen auf. Nach oben ist die Pfluggeschwindigkeit ferner durch die reine Vernunft beschränkt, denn doppelte Geschwindigkeit bedeutet vierfachen Verschleiß.
      In der Praxis strebt man das Optimum bzgl. der Flächenleistung an: Das Produkt aus Arbeitsbreite und Fahrgeschwindigkeit muß maximiert werden. Weder maximale Arbeitsbreite noch maximale Fahrgeschwindigkeit machen so richtig glücklich. Ferner ist zu berücksichtigen, daß die Verlustzeiten am Vorgewende mit steigender Arbeitsbreite abnehmen.

      Gruß
      Michael
    • Hallo,

      habe mit Interesse alle Beiträge gelesen. Als Lehrling habe ich mehrere Pflüge mit repariert,
      mir aber nie Gedanken über die Anwendung gemacht. Bis jetzt habe ich meinen Trecker als
      Spazierfahrtrecker benutzt, und nun habe ich die Lust dazu das Pflügen einmal auszuprobieren.

      Vielleicht sollte ich die Gelegenheit bei einem Oldtimertreff nutzen dieses ausprobieren. Gibt es
      Trecker Treffen bei denen solche Möglichkeiten angeboten werden?
      Auf dem letzten Treffen in Vielstedt konnte ich nur Pflug-Profis sehen.

      Gruß PM
    • Hallo Michael,

      ich hätte ca. 1 ha pflügen dürfen, soviel hatte mir der Bauer angeboten. Das ist das ganze Feldstück, das man im Video sieht. Aber das war mir definitiv zuviel. Ich habe nur diese ca. 10 a dann gepflügt. Das hat aber auch schon über 2 h gedauert.

      Das letzte Mal habe ich das Beet von außen nach innen bearbeitet. Da war ich mit dem Abschluß in der Mitte nicht zufrieden. Dieses Mal habe ich es umgekehrt versucht, von innen nach außen. Innen war gut, aber außen hatte ich Probleme, da die Hecke für die letzten Furchen im Weg war. Und leider war das Feldstück nicht rechtwinkelig.

      Schöne Grüße
      Jost
    • Hallo Jost,

      mach Dir nichts draus: Es gibt keine rechtwinkligen Feldstücke. Das wird bei der Diskussion ob Dreh- oder Beetpflug (sofern es die heute noch gibt) gerne übersehen (oder ignoriert). Insofern weißt Du über das Pflügen jetzt schon mehr als viele "Hauptamtliche" :) .

      Gruß
      Michael
    • Hallo,

      für mich als Laie sieht das schon ordentlich aus.

      Ich habe eine umgekehrte Konstellation: F2L612/6-N mit Hydraulik, dafür aber mit Gespannpflug für Pferde.
      Ausprobiert habe ich es noch nicht, aber irgendwann mache ich es mal, da der 18er einfach toll wendig ist und somit die Vorgewendearbeit minimiert. Ich weiß, dass ich o.g. Pflug mit der Hand umsetzen muss, aber vielleicht läuft mir noch ein Dreipunkt-fähiger über den Weg. :D MEine anderen Trecker sind für unseren Garten einfach zu groß.

      Grüße

      Richard