Restauration Deutz F1L514/51 Heckhydraulik

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    • Restauration Deutz F1L514/51 Heckhydraulik

      Moin moin an die gesamte Community,
      ich bin neu hier im Forum und will mich deshalb einmal kurz vorstellen:
      ich heiße Lukas, komme aus dem Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein und arbeite seit dem Erwerb des T-Scheins auf einem Landwirtschaftlichen Betrieb. Im August beginne ich ein duales Studium Agrarwirtschaft in Neubrandenburg. Da ich schon immer eine Leidenschaft für Oldtimertrecker besaß und ich ja irgendwie die (Ernte)-freie Zeit zwischen bestandenem Abitur und Ausbildungsbeginn am 1.8. überbrücken muss, bot es sich mir an, mir meinen lang gehegten Traum eines Deutz F1L514/51 zu verwirklichen ;) . Dabei spielte mir auch ein wenig der Zufall zu, denn vor knapp einem Monat endeckte ich bei Ebay einen 15er mit Heckhydraulik (ich wollte immer einem 15er mit Heckhydraulik, auch wenn die selten sind). Dazu kam noch, dass er auf den Bildern eine sehr gute und vor allem originale Substanz zu haben schien. Einige von euch werden sich bestimmt noch an ihn erinnern können, da er auch in einem anderen Thema hier im 514er Bereich angesprochen wurde. Hier nochmal der Ebay-Link: Hier
      Schon als ich die Bilder sah, dachte ich mir, dass es eigentlich Unsinn wäre, da nicht mitzubieten und so habe ich dann, ohne ihn vorher gesehen zu haben, mitgeboten -> ja ich weis, sowas sollte man nicht machen, ich hatte auch ein wenig Bauchschmerzen dabei :/ . Ehrlich gesagt war ich nicht davon ausgegangen, dass ich eine Chance auf den Zuschlag hatte, da ich das Interesse auf den Hobel als sehr groß eingeschätzt hatte, aber erstaunlicherweise war ich der einzige Bieter und so wanderte am Sonntag Abend des 14. Juni 2015 ein kleiner Kölner Einzylinder in meinen Besitz :D
      Bisher war ich immer der Meinung gewesen, die Abholung sei das kleinste Problem bei solch einem Kauf, doch ich sollte noch mein blaues Wunder erleben.

      Donnerstag der auf den Kauf folgenden Woche starteten ich und ein Kollege morgens um 5 mit einem gemieteten LKW auf eine insgesamt knapp 660 Km lange Reise in die Nähe von Dortmund. Und dann, nach 300 Km kurz vorm Ziel ging die Odyssee los. Der LKW gab mitten auf der Autobahn seinen Geist auf, also rauf auf den Standstreifen, 2 Stunden gewartet, telefoniert, keine Hilfe bekommen, dann losgezogen um nach Wasser für den stark beschädigten Kühler zu suchen, Hilfe bekommen, mit 10 Litern Wasser zurück auf die Autobahn, eingefüllt, wobei mehr als die Hälfte beim Einfüllen auch gleich schon wieder unten aus dem Kühler rauslief :D , zur nächsten Ausfahrt geschlichen, wo zum Glück eine KFZ-Werkstatt war und uns mitteilte, dass wir heute nicht mehr weiterfahren könnten. Beim LKW war während der Fahrt die Riemenscheibe der Lichtmaschine abgeflogen und hatte dem Kühler ein paar Löcher beschert ;)
      Tja so saßen wir ca 30 kilometer vor dem Ziel fest. Glücklicherweise konnten wir bei Sixt im nächsten Ort einen Transporter mit Anhängerkupplung sowie einen Trailer an der nächsten Tankstelle mieten, sodass wir doch noch am gleichen Tag den Knubbel in den hohen Norden holen konnten.
      Infolge der Panne ging es am nächsten Tag um 6 Uhr morgens wieder zurück nach NRW, wo wir den Transporter sowie den Trailer zurückbrachten und den LKW repariert wieder abholen konnten.

      Infolge des blinden Kaufs war ich natürlich umso gespannter, wie sich der Deutz jetzt in Aktion verhalten würde. Er lief, dass war bekannt, wurde aber beim Verkäufer zur Abholung nur angeschleppt.
      Also als erstes die Ölstände kontrolliert, die Klappöler versorgt, Einspritzpumpenhebel auf 5 Uhr gestellt, Batterie angeschlossen, Zündnagel eingesteckt und vorgeglüht. Dabei kam mir erstmal eine nicht unbeachtliche Rauchschwade aus dem "Salzstreuer" (so heist hier der Glühüberwacher) entgegen. Und was soll ich euch sagen - das Uhrwerk lief :thumbsup: . Erstaunlicherweise funktioniert (bis auf die Hydraulik wo zu wenig Öl drin ist) sonst alles. Blinker, Warnblinker Licht, Fernlicht, Hupe - dass alles läuft.
      Hinzu kommt noch, dass der Deutz wirklich nahezu original ist und eigentlich keine Kampfspuren seines früheren Lebens im Blech trägt. Kurbel, Pappbrief Vorpumphebel, Ackerschiene, sowie ca 5 Kilo rostiges Werkzeug in der Kiste unterm Tank waren dabei. Ich will mal Hoffen, dass mich der 15er auch weiterhin positiv überrascht ;) Natürlich gibt es da auch Dinge die man noch erledigen muss, ist ja klar bei einem 60 Jahre alten Fahrzeug.
      Bisher habe ich mir das so gedacht, dass ich ihn bis zum 1.8. anmelden will (abgemeldet 2005) und ihn dann vom Ausbildungsgehalt ersteinmal technisch überholen werde. Ob ich optisch noch was mache oder ihn im Originalzustand erhalte, weis ich noch nicht.
      Ihr seht, dieses Thema wird sich über einige Jahre erstrecken, aber seit unbesorgt, fotografieren ist eins von meinen Hobbies (ich muss mal sehn dass ich meine Bilder fürs Forum verkleinert bekomme, die sind einfach mal knapp 8 GB groß pro Bild). Da ich nicht vom Fach bin werde ich auch jede Menge Fragen haben - ne Liste hab ich schon angefertigt :D

      Hier noch ein paar Daten zum Deutz:
      Deutz F1L514/51
      Baujahr 1955
      5 Gang
      ATE Heckhydraulik
      Riemenscheibe, sowie Mähwerksantrieb und -aufnahmen vorhanden
      2 Hand

      So, ich hoffe die Story gefällt euch, es geht nachher hier weiter, ich muss jetzt erstmal Mittag machen :)
      Bis dann
      knubbelSH alias Lukas
    • Hallo Lukas,
      mach man weiter, klingt interessant.

      Bilder sind hier wichtig. Folgender Vorschlag:

      Lade mal Irfanview auf Deinen Rechner (z.B. von Chip.de) -- ist genial einfach, nutze ich seit Jahren.
      Öffne das Bild mit Irfanview. --> klicke auf Image --> dann auf Resample und wähle dort z.B. 1024 x 768. Dann noch speichern & fertig. Und wir alle sehen Deinen Knubbel.
      Mit einem öligen Händedruck

      Ralf
      _______________________
      LANZ D1616 und Deutz F2L514
    • Guten Morgen Lukas,

      du warst nicht der einzige mit Interesse. Jedoch fehlte da (verständlicherweise) der Mut zum Blindkauf und du hast es sofort bestraft. Sonst würde er jetzt in Rheinböllen stehen.


      Natürlich kann jeder mit seinem Besitz tun und lassen was er möchte und somit kann dir keiner Vorschreiben was du machen sollst. Ich würde dich aber inständig bitten, ihn nur technisch zu machen und die Optik zu erhalten. Halte dein Vorhaben wirklich so im Blick. Es gibt sie in dem Zustand kaum noch. Frisch lackiert hat natürlich auch seinen Reiz, aber das ist oft nichts besonderes mehr.

      Der wäre auch perfekt für die 15er Parade in Nordhorn Anfang August!


      Ich wünsche dir weiterhin viel Glück und Spaß mit Knubbel/Klopfer/15er :D

      Bei uns heißt der GÜ übrigens auch Salzstreuer 8)
      Mit Diesel Gruß aus Wuppertal
      Tim


      Deutz D30&Bautz 300&Hanomag Granit 500

      ...und was machst du den ganzen Tag? Trecker fahrn 8) :D

      ...ein Leben ohne Trecker geht-ist aber sinnlos !!!
    • Moinsen alle zusammen,
      jetzt gibt das erstmal ein wenig Bildfutter :D
      ich werde auch mal meinen YT-Kanal reaktivieren und da noch ein paar Videos hochladen die ich dann hier verlinke.
      Nun aber mal was zum aktuellen Stand, was ich bisher gemacht habe:
      - die uralte, betonharte Ölkruste entfernt
      - Grobsieb am Luftfilter gereinigt - da war ne ca 1/2 cm dicke Dreckschicht drin
      - Öl im Luftfilter gewechselt
      - Motoröl gewechselt
      - ich probiere, ihn so oft wie möglich zu bewegen, um ihn zu reaktivieren und um Leckstellen zu finden
      Da der Schlepper beim letzten fahren plötzlich kein Gas mehr annahm, immer wieder von selbst ausging und nur noch schlecht startete, habe ich gestern mal ein wenig mit Diesel rumgespielt und die alte Soße im Tank gegen neue ausgetauscht. Im gleichen Zug habe ich den Spritfilter ausgewaschen und alle Leitungen bis zur ESP mal durchgespült. Bis jetzt läuft er wieder ohne Probleme.
      Als nächstes steht Getriebeölwechsel, kompletter Zahnriemenwechsel sowie die Hydraulikreaktivierung an.
      Hier mal ne Frage: was für ein (Hydraulik)-Öl kommt in die Hydraulikanlage? Zu den ATE Anlagen habe ich bisher leider keinerlei Bedienungsanleitungen oä. finden können.
      Für den TÜV muss ich noch die Bremsen einstellen ( im schlimmsten Fall wohl neue Beläge rauf, muss ich mal sehn) und evtl. das Handbremsband noch erneuern (funktioniert noch tadellos). Die Lenkung hat - nur im Getriebe - ca. eine Handbreit Spiel, ich denke mal dass sollte in anbetracht der normalen Klopferlenkung noch gut sein ;)

      @Pauly: Danke für den Tipp :)
      @DeutzTim: ja dass mit dem Blindkauf ist so ne Sache. Wie gesagt hatte ich auch Bauchschmerzen dabei :D Normalerweise gucke ich solche Sachen mehr als gründlich an. Als ich mein Auto gekauft habe, waren meine Eltern sowie der Verkäufer schon sichtlich von der Dauer der Aktion genervt :D
      Nordhorn hätte ich echt richtig Lust drauf, allerdings fällt das mit meinem Ausbildungsbeginn zusammen und Anmeldeschluss war glaub ich auch schon oder? - Aber sonst immer :thumbsup:

      So Leute, das wars für heute, geht die Tage hier weiter
      Bis denne
      Lukas
      Bilder
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    • Hallo Lukas,

      da hast Du einen schönen Knubbel in einem schönen Originalzustand mit der seltenen ATE-Hydraulik erwischt. Wie Tim schon schrieb, sollte man den Deutz optisch nicht verändern.
      Ich sehe, der hat ein Kennzeichen aus dem Kreis Euskirchen und ist Baujahr 1954. Außerdem scheint ein Aufkleber vom Landmaschinenhändler Fa. Jonas aus Bad Münstereifel auf der Haube zu kleben. Je nach Erstzulasung kurz vor dem 12.03.1954 könnte das ein Knubbel aus der Aktion "Unternehmen Oberahr" sein. Damals wurden durch Fa. Jonas 40 Deutz auf einen Schlag verkauft und ausgeliefert. Einer davon ist in meinem Besitz.
      Näheres zu der Aktion stand (nach 60 Jahren) in der Oldtimer Traktor Nr. 3/2014, Seite 82 bis 85.
      Falls Du ja im Besitz des Original-Briefes bist, kannst Du ja mal nachsehen, wann die Erstzulassung war und wohin der 15er geliefert wurde.
      Es grüßt alle Deutzfreunde

      Franz Schmitz
      (F1M414/46, 2 x F1L514/51, F2L514/53 I, D3005)
    • Moin Leute,
      mal wieder nen paar News zu meinem Projekt, ich habe neulichmal einen Belastungstest mit einem Anhänger an eine leichten Steigung gestartet und dabei festgestellt, dass er unter Belastung sehr viel Öl aus der Zylinderkopfdichtung drückt. Das führte dazu, dass das verlorene Öl rauchend auf den heißen Kühlrippen verdampfte. Die Dichtung wird also als nächstes fällig sein, im gleichen Zug wird dann eventuell auch der Motor überholt. Außerdem scheint die Kupplung nicht mehr so der Hammer zu sein, da gehts auch noch dran.
      @Deutzscheune: genau den gleichen Gedanken mit der Aktion Oberahr hatte ich auch schon, allerdings hast du dich verguckt, der Schlepper ist Bj. 1955. Somit könnte er lediglich aus eine der Nachlieferungen sein, das wurden ja viele 15er nachgeliefert.
      Hier mal ein wenig Historie zu meinem Schlepper:
      seine Betriebserlaubnis erhielt er am 9. August 1955, die Erstzulassung war am 19. September 1955 woraufhin er unter dem Kennzeichen R533-229 in Euskirchen bei einem Landwirt und einer Schleppergemeinschaft lief. Am 31.7.61 wurde er verkauft und umgemeldet, wobei er im Kreis Euskirchen blieb. Nachdem er hier am 1.7.2004 abgemeldet wurde, stand er 10 jahre ungenutzt in einer Scheune und ein Jahr im Freien.
      Nu darf er norddeutsche Luft schnuppern :)
      @Stocki: Danke für die Glückwünsche

      So erstmal ne,
      bis denne
      Gruß Lukas
      Bilder
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    • achja, ich habe leider immernoch keine Informationen zum Hydrauliköl, ich hatte bei ATE angefragt, die haben allerdings keine Unterlagen mehr, aber hier gibt es doch noch andere Knubbelbesitzer mit ATE Heckhydraulik. Was benutzt ihr für Hydrauliköl? Das vorgeschriebene ATE-Pumpenhydrauliköl gibt das ja nicht mehr... welcher Ölsorte entspricht dies heute?
      Bin auf Informationen gespannt ;)
      Bis dann
      Gruß Lukas
    • Hallo Lukas,

      erst einmal herzlich willkommen! Einen super Schlepper hast Du Dir da gekauft. Wir haben ebenfalls einen 15ner, Bj. 1955 mit ATE-Kraftheber aus der ehemaligen DDR, erstanden. Leider jedoch ohne Historie. Derzeit forsche ich jedoch mit Nachdruck daran, wo unser Schlepper einmal herkam und welche Bereifung er ursprünglich einmal hatte. Er müsste laut Verkäufer aus der Nähe von Ratzeburg stammen. Vermutlich sogar aus dem Kreis Stormarn.
      Nun zu Deiner Frage des Hydrauliköls. Es stellte sich im Jahre 2007 für uns ebenfalls die Frage, welches Öl das richtige sein könnte. Wir haben uns nach erfolgloser Recherche damals, einfach für das Öl "TECTROL HDC 2020" der Firma TECTROL entschieden und haben bis heute keine Probleme damit. Der Kraftheber wurde seitdem auch sehr oft damit problemlos benutzt. Das Öl der Anlage wechseln wir alle 5 Jahre.
      Für den Motor des 15ner würde ich allerdings kein legiertes, herkömmliches Motorenöl empfehlen. Ich schreibe dies nur, da ich viele 15ner Deutz Besitzer kennengelernt habe, die dieses noch nicht wussten. Legiertes, bzw. neues Motorenöl hat Additive beigesetzt, die Abrieb und Ablagerungen zum Ölfilter transportieren sollen. Wie Du bekanntlich schon bemerkt hast, hat der 15ner keinen Ölfilter, sondern lediglich ein Sieb, welches laut Bedienungsanleitung regelmäßig, genauso wie die Ölwanne von innen, von Ölschlamm gesäubert werden soll. Wird nun modernes Motorenöl benutzt, zirkulieren alle Verunreinigungen durchgehend im Motor, was zu unnötigem Verschleiß führt. Der klassische gewünschte Schlamm entsteht nicht. Aus diesem Grunde empfehle ich Dir für den Motor mildlegierte Öle, speziell für Oldtimer, zu verwenden. Zum Beispiel das Liqui Moly Classic SAE30 -> Klick ist sehr gut, oder das Castrol Classic XL 30 ->Klick.
      Neben dem Verschleiß, spielt hierbei auch eine verbesserte Dichtwirkung eine Rolle, da sich der so vorhandene Schlamm in kleineren Spalten absetzten kann, wie es 1955 der Fall war.

      Ich wünsche Dir lange Freude mit Deinem schönen Klopfer!


      Beste Grüße



      Konny
    • Hallo Konny,

      jetzt bin ich aber schwer enttäuscht. In diesem Forum ist das Thema Motoröl für Motoren der Baureihen FL 514 (und FL 612, FL 712, FL 812 und FL 912) dermaßen oft erörtert worden, daß mich Deine Aussagen dazu doch sehr wundern. Ich wiederhole mal eine von meinen Aussagen dazu: Ich fahre seit 30 Jahren "moderne" legierte Öle in Motoren der Baureihe FL 514, auch in zwei F1L 514. Weder gibt es Probleme wegen der in der Schwebe gehaltenen Verschmutzungen noch mit der Dichtheit. Genau diese Erfahrung haben hier schon viele bestätigt.

      Wer sich dabei besser fühlt, kann öfter mal einen Ölwechsel machen. Bei Verwendung der von Dir empfohlenen Einbereichsöle müsste man ohnehin zweimal im Jahr wechseln. Bei zwei Ölwechseln im Jahr, dürften die meisten F1L 514 bei Verwendung von legierten Mehrbereichsölen, wie man sie heute so hat, innen aber bemerkenswert rein sein.

      Etwas seltsam scheint mir die Auffassung zu sein, daß so ein Motor länger lebt, wenn er von innen ordentlich verschmaddert ist. Es ist das erste Mal, daß ich höre, daß Ölschlammablagerungen der Lebensdauer des Motors dienlich sein sollen. Das mag sein, wird von meinen Erfahrungen aber nicht unbedingt gestützt.

      Gruß
      Michael
    • Moin moin zuammen,
      also als Motoröl fahre ich 15W40 Formula Super von Liqui Moly, das ist mineralisch und soll sich auch für ältere Dieselmotoren gut eignen. Ich finde es allerdings sehr interessant, das früher in den Hydraulikanlagen "normales" Motorenöl verwendet wurde. Gabs da spezielle Hydruliköle noch nicht?
      @Konny: Danke für die Hilfe, bei mir im Brief ist folgende Bereifung eingetragen: vorne 5.00-16 und hinten 8-32 AS
      Gruß
      Lukas
    • Hallo Zusammen,

      Konnys Beitrag könnte vom Hersteller oder Händler der Oldtimer Öle kommen. Ich würde auch lieber 2x im Jahr teures Öl verkaufen anstatt alle 1-3 Jahre billiges 0-8-15 bzw 15W40.



      Die Trecker meiner Familie laufen seit Jahrzehnten mit 15W40 und werden es auch weiterhin tun.

      Es soll jeder sein Geld verbrennen wie er mag, aber von einem gängigen Weg abzuraten und in einen teureren und nicht sinnvollen Weg zu schicken, ist schon bedenklich.

      Es wird immer erzählt, dass man so viele Motoren kennt; vom hören sagen, vom Bekannten des Bekannten des Bekannten der Urgroßtante; die wegen des 15W40 kaputt gegangen sind. Wenn man einen Beweis sehen möchte gibt es lange Gesichter. Selbst wenn dann doch mal ein Motor kaputt war, konte man es nie dem Öl zu schreiben - die Motoren hatten einfach 5 Jahrzehnte Verschleiß ohne nennenswerte Wartung und Pflege bzw Überbeanspruchung hinter sich.

      Ein Bekannter kippt auch bei jedem Tanken Motoröl dazu. Einen schlüssigen Grund kann er nicht nennen - Glaubenssache und unbelehrbar. Da er aber ausser seinem Geldbeutel niemandem* schadet (*mal jetzt von der Umwelt abgesehen), will und wird er dabei bleiben.

      Viel Spaß mit dem unlegierten Olftimeröl
      Mit Diesel Gruß aus Wuppertal
      Tim


      Deutz D30&Bautz 300&Hanomag Granit 500

      ...und was machst du den ganzen Tag? Trecker fahrn 8) :D

      ...ein Leben ohne Trecker geht-ist aber sinnlos !!!
    • Hallo Tim,

      DeutzTim schrieb:

      Trecker meiner Familie laufen seit Jahrzehnten mit 15W40
      wommama fairerweise anmerken, daß zumindest Deutz, Bautz und Hanomag Motoren mit Ölfiltern haben. Da darf man dann durchaus gerne andere Überlegungen anstellen, als bei Motoren à la F1L 514, die ohne Ölfilter auskommen müssen. Konnys Überlegungen sind ja nicht von der Hand zu weiswen, nur eben auch schon lange widerlegt.

      Vor dreißig Jahren wurde ich auch gewarnt, daß sich in einem Motor, der immer mit unlegiertem Öl betrieben worden ist, Schmutzpartikel lösen und die Leitungen verstopfen können, sobald man auf HD-Öl umsteigt. Ich habe es trotzdem riskiert. Aber was heißt riskiert? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß ein Motor in den letzten 40 Jahren mit unlegiertem Öl betrieben worden ist? Und wenn, dann ist eine gründliche Innenreinigung ohnehin angezeigt. Danach kann man HD-Öle noch viel "erst rechter" verwenden, als sowieso schon.

      Gruß
      Michael
    • Lasca34 schrieb:

      Hallo Tim,

      DeutzTim schrieb:

      Trecker meiner Familie laufen seit Jahrzehnten mit 15W40
      wommama fairerweise anmerken, daß zumindest Deutz, Bautz und Hanomag Motoren mit Ölfiltern haben. Da darf man dann durchaus gerne andere Überlegungen anstellen, als bei Motoren à la F1L 514, die ohne Ölfilter auskommen müssen. Konnys Überlegungen sind ja nicht von der Hand zu weiswen, nur eben auch schon lange widerlegt.
      Vor dreißig Jahren wurde ich auch gewarnt, daß sich in einem Motor, der immer mit unlegiertem Öl betrieben worden ist, Schmutzpartikel lösen und die Leitungen verstopfen können, sobald man auf HD-Öl umsteigt. Ich habe es trotzdem riskiert. Aber was heißt riskiert? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß ein Motor in den letzten 40 Jahren mit unlegiertem Öl betrieben worden ist? Und wenn, dann ist eine gründliche Innenreinigung ohnehin angezeigt. Danach kann man HD-Öle noch viel "erst rechter" verwenden, als sowieso schon.

      Gruß
      Michael
      Hallo Michael,

      bis auf den D30 zähle ich keinen der Trecker zu den oben genannten Treckern der Familie, da Bautz und Hanomag erst dieses bzw letztes Jahr von mir dazu erworben wurden.

      Der Bautz hat auch keinen richtigen Filter (Vergleichbar mit dem der D Serie - Patrone). Mal davon abgesehen, gab es bei uns auch noch einige andere Fahrzeuge (Lanz, einige Fendt, Hela etc).

      Las es uns zumindestens in dem Punkt dabei belassen -> siehe Friedhelm ;)
      Mit Diesel Gruß aus Wuppertal
      Tim


      Deutz D30&Bautz 300&Hanomag Granit 500

      ...und was machst du den ganzen Tag? Trecker fahrn 8) :D

      ...ein Leben ohne Trecker geht-ist aber sinnlos !!!
    • Hallo Allerseits, Hallo Michael,

      danke für Deinen Beitrag und Deine Erfahrungen, die dieses Forum, wie ich finde, sehr weit nach vorn gebracht haben. Es tut mir leid, ich hatte einen Beitrag in dem Du schriebst, dass Du seit 30 Jahren legierte Öle fahren würdest, bisher noch nicht gelesen. Ich habe bisher aber auch noch nicht so viel Zeit hier verbracht. Natürlich ist Motoröl allgemein ein heiß diskutiertes Thema. Ich möchte hier auch nicht unnötige Diskussionen auslösen. Ich habe bis vor einem Jahr auch problemlos moderne Öle auf unserem F1L514/51 gefahren, dann aber einen Bericht in einer Fachzeitschrift gelesen, der meiner Meinung nach sehr plausibel klang. Ich kann gerne nochmal nachschauen wenn ich Zeit habe und Dir den Bericht mitbringen, wenn wir uns das nächste Mal sehen, oder ihn Dir anderweitig zukommen lassen.
      Es war, wenn ich mich recht erinnere, darin zusammenfassend so beschrieben, dass sich bei solch speziell mild legierten Ölen, Partikel, Dreck, etc., im Schlamm unten in der Ölwanne absetzen, was in den 50iger Jahren konstruktiv so gewollt war. Ich vermute, lasse mich jedoch gerne eines Besseren belehren, dass die Konstrukteure es damals so geplant hatten, dass der Schlamm sich am Sieb anstauen sollte. Vom Motor kommende Schmutzpartikel und Abrieb banden sich in diesem Schlamm. Das restliche Öl gelangte durch das Sieb. Eine regelmäßige Reinigung des Siebes und der Ölwanne damals, entsprach somit vermutlich dem heutigen Ölfilterwechsel. Wie gesagt ist dies meine Sichtweise dazu. Natürlich ist die Motorenbaureihe 514 sehr robust und gut durchdacht konstruiert. Da ich davon ausgehe, dass Michaels Motoren alle von sich aus in Ordnung und nicht verschlissen sind, sind sie auch dicht. Weiterhin muss ich Michaels Aussage dahingehend stützen, dass andere Eigenschaften aller neueren Motorenöle hingegen auch deutlich besser geworden sind. Meine Empfehlung ist hier, klarstellend für alle, nur für Fahrzeuge ohne Ölfilter. Das Liqui Moly Öl was ich vorstellte ist mild legiert, das heißt es sind Legierungen enthalten. Diese sind speziell angepasst für die Motoren der 50iger Jahre ohne Ölfilter. Ich möchte hier niemandem vorschreiben welches Öl er auffüllt, ich wollte nur zum Nachdenken anregen. Gerade in meiner Generation die mit Hochleistungsölen und Ölfiltern großgeworden ist. Ich möchte meinen Beitrag oben noch dahingehend ergänzen, dass das von mir empfohlene Öl ganzjährig verwendet werden kann, wenn der Schlepper, wie bei uns, bei sehr kalten Temperaturen drinnen steht, oder bei sehr kalten Temperaturen nicht benutzt wird (Der Pourpoint liegt bei -21°C). Danke Michael, für den Denkanstoß der zwei Ölwechsel jährlich.

      Gruß

      Konrad
    • Hallo zusammen,

      das

      Lasca34 schrieb:

      Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß ein Motor in den letzten 40 Jahren mit unlegiertem Öl betrieben worden ist? Und wenn, dann ist eine gründliche Innenreinigung ohnehin angezeigt.
      scheint mir das Entscheidende zu sein. Legierte Öle mit Schmutz in der Schwebe haltender Wirkung sind nun wirklich keine Erfindung der Neuzeit. Selbst Mehrbereichsöle sind mittlerweile seit Jahrzehnten bekannt, aber die HD-Öle kommen bereits in alten Deutz-BA vor (allerdings nicht in jener für den F1L 514). Vor diesem Hintergrund muß man die Warnung, legierte Öle in Motoren ohne Ölfilter zu verwenden oder darauf umzusteigen, sehen.

      Schön, daß das alles erneut erörtert worden ist :) . Jetzt können sich wieder ein paar weitere Traktoristen fundiert entscheiden, wie sie vorgehen wollen.

      Gruß
      Michael