Kauf Deutz F2L514 unrestauriert

    • F2L 514/6

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    • Kauf Deutz F2L514 unrestauriert

      Hallo Deutzer,
      tolles Forum!
      Bei mir wurde jetzt der Traum wahr, der langgesuchte 30er, Bj. 1956 steht seit letztem Wochenende im Carport.

      Nun soll es losgehen -- er hat folgende bekannte Probleme:
      bremst nur hinten links, Handbremse geht kaum, Öl am Zylinderkopf, startet nur auf einem Zylinder, der 2. kommt aber kurz danach.
      Haube verbeult, 10 x geflickte hintere Kotflügel. Lack naja kann man noch erkennen, derAuspuff ist Eigenbau. Und ein schnelles Getriebe soll er auch noch bekommen. Also irgendwie nichts ernstes ;)

      Die gute Nachricht: er läuft sauber und sehr ruhig, zieht wie ein Ochse den Berg hoch. Alle Gänge ok. Hydraulik geht.

      Nun meine ersten 2 Fragen:
      Die Handbremse (Deutzgetriebe) ist irgendwie immer im Weg.
      Meine geht leicht nach links weg, soll das so sein, oder war da jemand gewalttätig?

      Und wie kommt eigentlich das Öl in den Zylinderkopf? Meiner scheint an den Röhrchen oben undicht zu sein. Also ich meine die beiden Röhrchen die auf der Auspuffseite in die Ventilsteuerräume gehen. Kommt da das Öl hoch oder ist das der Ablauf.
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      Mit einem öligen Händedruck

      Ralf
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      LANZ D1616 und Deutz F2L514
    • RE: Kauf Deutz F2L514 unrestauriert

      Es gibt wahre und echte Schlepper. Das hier ist der Wahre :)!

      1. Nach meiner Einschätzung ist das ein F2L 514/4-N

      2. Das Öl wird durch in den Stößelstangen frei schwingende Stäbe hochgepumpt

      3. Für den Rücklauf ist eine T-förmige Leitung zuständig: Ein Ende in den einen, das andere in den anderen Zylinderkopf, das untere Ende im Motorblock. Diese Leitung sitzt auf der linken Seite.

      4. Der Handbremshebel geht bei einem durchschnittlich proportionierten Fahrer mitten durch den linken Oberschenkel. "Leicht nach links weg" trifft den Sachverhalt sehr gut. Man muß also das linke Bein entweder links oder rechts vom Hebel hinquälen. Unter Ergonomie verstand man damals, daß der Stahl des Schleppers starr, der Fahrer hingegen beweglich ist :D.

      Gruß
      Michael
    • Stimmt, es ist ein 4N, Bj 1958. Ich habe mal das Typenschild gereinigt. Danke für die schnelle nächtliche Antwort!

      So, jetzt ist er in die Garage umgezogen und wird entblättert.
      Überraschung beim Anlasser, er ist innen wie neu.

      Bei der Ölquelle bin ich mir fast 100% sicher, dass es aus dem Röhrchen kommt und über die Kühlrippen unten herausläuft. Wenn das so ist, und ich noch herausfinde warum nur 1 Zylinder startet, bleibt der Motor zusammen. Also neu abdichten werde ich ihn schon und sorgfälltig einstellen.
      Oder gibt es was, das man unbedingt machen sollte bei einer fast 60 Jahre alten Deutz-Maschine?
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      Ralf
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      LANZ D1616 und Deutz F2L514
    • Hallo Ralf,

      es sieht so aus, als wenn hier das "klassische Leiden" der Baureihe FL 514 zugeschlagen hat: Der Zylinderkopf ist zweiteilig, und vermutlich ist die Dichtung zwischen dem eigentlichen Zylinderkopf und der aufgesetzten Ventiltasse undicht. Das ist insofern nicht weiter schlimm, als im Dichtungssatz immer auch eine neue Dichtung für das Rücklaufrohr enthalten ist. Dann hast Du beides erledigt :).

      Gruß
      Michael
    • Ok, danke.
      Ich hab mal geschaut, müssen dafür die Ventile raus, oder langt es den Kipphebelblock abzubauen?
      Also 3 Schrauben in der Mitte und die 2 kleinen Muttern?
      Das wäre dann wirklich einfach.
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      Ralf
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    • Hallo Ralf,

      die Ventile müssen nicht "raus", aber Du mußt das so weit zerlegen, daß die Ventile lose auf dem Kolben stehen - und bei der Gelegenheit darauf achten, daß nichts in den Motor hineinfällt. Nach Möglichkeit also nur an dem Zylinder schrauben, bei dem der Kolben gerade ganz oder fast ganz oben steht.

      Anders bekommst Du die Tasse nicht vom Kopf abgenommen.

      Gruß
      Michael

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lasca34 ()

    • Danke für die Antwort.
      Ich werde jetzt erst mal die Rep. Anleitung herunterladen und studieren.

      Gestern war der Luftfilter dran. Eine ganz arge Sauerei. Das Loch zum Atmen war nur noch ca. 1,5cm groß, der Rest vom Ansaugrohr war mit Schmodder zu, besonders im Knick. Da war schon lang keiner mehr dran. Jetzt strahl er in neuem Glanz und der Deutz kann wieder atmen.
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      Ralf
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    • So jetzt ist er gestrippt und 3 neue Fragen gehen mir durch den Kopf:
      -- Wie bekommt man die Zylinder & Köpfe halbwegs blank?
      Normalerweise würde ich mit Kaltreiniger und Hockdruck darangehen, aber das Aluminium ....? Wie bekommt ihr die Kühlrippen sauber?
      -- Gestern nacht hat sich der Ölinhalt des Mähwerkes in die Garage entleert. Da ich den Mähantrieb eh nicht mehr brauche .. kann ich den einfach abschrauben? Oder kommen da 30 l Getriebeöl nach? Sorry eine Anleitung ist bestellt, aber noch nicht eingetroffen.
      -- Im der Pumpenkammer hat jemand mit Silikon rumgemacht, also die obere linke Ecke komplett zugeschmiert. Kann man die Einspritzpumpe und die Ölfilter etc. einfach so rausschrauben? Oder ist dabei was zu beachten?

      Aber ich habe, glaube ich, auch rausgefunden warum ein Zylinder nicht anspringen mag. Bei Zylinder 1 ging ein Ventil nicht ganz zu, also 0 Ventilspiel in OT.
      Die Dichtungen & O-Ringe sind auch unterwegs und dann will ich ihn provisorisch zusammenbauen und mal laufenlassen um zu sehen ob er dicht ist und ob er besser anspringt.
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      Ralf
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    • Hallo Spezialisten,

      ich hab da was gefunden was es nicht in der Teileliste gibt.
      Ein Plastikring in der Feder. Den gleichen Ring gibt es auch in dem anderen Kopf, jeweils im der äußeren Feder.

      Hat jemand eine Idee wozu dieser Ring gut ist?

      Und, wie montiere ich den Aufsatz? Gibts da ein Drehmoment oder eine ° Regelung? Oder einfach gut fest?
      Die O-Ringe mit etwas Fett und die Dichtungen ohne Dichtmittel?

      Sorry, ist mein erster zerlegter Deutz-Kopf.
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      Ralf
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    • Hallo,

      ..hat da jemand evtl. sein Werkzeug vergessen?
      (Äußerer Ring um der Feder: ggf. zum Spannen und niederdrücken
      der Feder, um die Keile einzulegen)

      Den Kopf später genau "nach WHB" (Gradangabe <- ist ausführlich
      beschrieben) anziehen. Erst gut handfest und dann in weiteren Schritten
      nachspannen.

      Guck Dir auf jeden Fall mal den Kipphebelbock an wie die von unten
      aussehen. Bei meinem 15ner waren die so eingelaufen, dass ich sie
      ersetzen musste.

      Gruß Stocki
    • Danke für die Antwort Stocki.

      Aber das Teil war innen in der Feder, ist wahrscheinlich aus Nylon und wird mit einer dünnen Blattfeder leicht gegen die Ventilfeder gedrückt.

      Im zweiten Kopf ist auch so was, jeweils in äußeren Ventil. ????

      Mir ging auch schon einiges durch den Kopf: vielleicht zur Geräuschdämpfung, oder zum Reduzieren von Spritzöl an den Ventilschaft ...
      Was mich mehr interessiert ... soll ich es wieder einsetzen?
      Wenn niemand sowas schon mal gesehen hat lass ich es lieber draußen.

      Die Köpfe sind übrigens noch drauf, meine Frage ging mehr dahin, ob es eine Anzugsregelung für den Kipphebelblock gibt.
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      Ralf
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    • Ha, ich denke ich weiß wofür der Ring ist.
      Hätte ich den anderen Kopf zuerst gemacht, wäre es klarer gewesen.
      Das Auslassventil hat reichlich Spiel im Schaft.
      Also hat jemand den Ring in die Feder gesetzt in der Hoffnung dass damit das Spritzöl nicht den Schaft trifft und der Öldunst am Auspuff nicht so groß ist ... Hat ja auch irgendwie funktioniert, beim Probelauf beim Kauf ist uns nichts aufgefallen.

      Ärgerlich, nun muß doch ein Kopf runter und da ich den Schaft nicht selbst tauschen kann muß ich einen Fachmann bemühen. Aber es ist wie es ist.
      Mit einem öligen Händedruck

      Ralf
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    • So, nach Karneval und Erkältung ging es nun weiter.
      Die Ventilführungen und Ventile sind neu und vom Profi eingebaut, und nun ist der Kopf vom vorderen Zylinder wieder montiert. Auch die Einspritzdüsen wurden vom Motorüberholer gereinigt und überprüft, alles ok.
      Heute habe ich den Lüfter zerlegt, ein Lager ist etwas rauh.
      Außerdem gab's noch einen halben Eimer Fett, Staub und Stroh zu entsorgen. Morgen will ich alles reinigen und dann kommt das Gebläse wieder zusammen.
      Und so rückt der Probelauf langsam näher.

      Ich wollte unbedingt mal die Farbe testen. Und deshalb sind die Ventildeckel schon mal grün. ;)
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      Ralf
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    • Und weiter geht's:
      Letztes Wochenende war der Lüfter dran. Zerlegt (ging problemlos) in Diesel gereinigt und mit neuen Lagern zusammengebaut.
      Die neuen Lager wollten nicht ins Gehäuse also den Trick mit dem Ofen angewendet. Gehäuse bei 150° in den Backofen und Welle in den Tieffrierer. Flupp, und alles war zusammen. Mit Fett gefüllt, läuft super.

      Dann wollte ich das Pumpengehäuse reinigen. Wie weiter oben erwähnt hatte jemand zuvor die obere linke Ecke, wo die Ölleitungen sind, mit Silikon vollgespritzt. Also das Silikon rausgepult, und grob den Dreck entfernt.
      Der Rest ging relativ einfach. Warum das Silikon reingestrozt worden ist ...??
      Zumindest konnte ich nichts feststellen. Schrauben und Leitungen sind ok und nicht gerissen. Doch jetzt fehlen mir passende Kupferringe und ich muß warten bis ich die besorgt habe.

      Deswegen habe ich schon mal den Spaltfilter zerlegt und gereinigt.
      Die Filtermimik wartet nun auf einen neuen Filtereinsatz und dann kann die Ölgeschichte wieder an ihren Platz.

      Der Regler klapperte merklich beim langsamen Duchdrehen. Also vorsichtig zerlegt. Scheint aber normal zu sein, da die Gewichte quasi lose darin hängen. Bei genügend Drehzahl wird schon Ruhe sein, da sie dann drücken müssen. Nun sollte ich beim Zusammensetzen auf die Original Dichtungsstärke achten.
      Es ist mein erster Deutzmotor ... und ich muß sagen, es macht Laune daran zu schrauben!
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      Mit einem öligen Händedruck

      Ralf
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      LANZ D1616 und Deutz F2L514
    • Danke Hubert!

      Doch heute hatte ich mein Waterloo! War wohl zu euphorisch die letzten Tage. Ein Kumpel war hier und wollte gucken was ich so treibe. Dabei kamen wir auch dazu, wie man den Zylinderkopf anzieht.
      Also vorweg: ich habe schon eine technische Ausbildung und sollte wissen was 45° und 60° sind.
      Tatsächlich habe ich 90° - 120° - 120° angezogen. Im sicheren Glauben 45° - 60° - 60° anzuziehen. Ist das schon Alzheimer lite?? Mein Kumpel grinste nur ....
      Also habe ich heute sicherheitshalber neue Schrauben bestellt und hoffe dass ich die alten rausbekomme und der Kopf nichts abbekommen hat. Dann will ich die Schrauben mal ausmessen, es sind ja Dehnschrauben ... und einen 2. Versuch starten.
      Schei .... ;(
      Mit einem öligen Händedruck

      Ralf
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    • Hallo Ralf,

      sofern das Spaltmaß schon stimmt und die Köpfe dann nicht mehr runtermüssen, würde ich persönlich dass so lassen.
      Bei einem der ersten 514er Motoren, die ich gemacht habe, war ich etwas zaghaft mit den Anziehwinkel und dann hat da kalt ein Kopf herausgeblasen.

      Seitdem nehme ich lieber ein paar Grad mehr.
      Es grüßt alle Deutzfreunde

      Franz Schmitz
      (F1M414/46, 2 x F1L514/51, F2L514/53 I, D3005)