Anzugsmoment Radschrauben / -muttern 4506

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    • Anzugsmoment Radschrauben / -muttern 4506

      Servus zusammen,

      kann mir jemand das korrekte Anzugsmoment für die Räder vorne und hinten nennen ?

      Weder in der BA noch hier in der Suche finde ich entsprechende Angaben...oder ist das Anziehen nach Drehmoment beim Schlepper nicht üblich ? Nur fest "anknallen" ?

      Dieter
      D5207A - BJ 1981
    • Hallo Dieter,

      nicht "anknallen", sondern einfach gut festzíehen. Das reicht.

      Wie hier im Forum schon öfter geschrieben, ist gerade bei Radmuttern ( auch an Autos ) das Anziehen mit Drehmomentschlüssel ein Witz. Man gaukelt sich eine Genauigkeit vor, die überhaupt nicht vorhanden ist. Selbst im industriellen Bereich mit weitgehend bekannten, konstanten und wohldefinierten Bedingungen ist der Drehmomentschlüssel kaum jemals sinnvoll zu gebrauchen: Die Spannkraft in der Schraube fällt trotzdem so aus, wie es ihr gerade paßt :D.

      Bei allen luftgekühlten Deutz gehört der Drehmomentschlüssel zu den überflüssigsten Werkzeugen, die man sich zulegen kann.

      Gruß
      Michael
    • naja, wieder was dazugelernt...

      ich kenne das halt im PKW und LKW Bereich, wo abhängig von der Schraubenform und dem Felgenmaterial schon unterschiedliche Drehmomente vorgeschrieben sind. Radbolzen mit drehbarem Bund verhalten sich da z.B. schon deutlich anders, als solche mit festem Bund.

      Und das "Anknallen" stand schon bewusst in Gänsefüßchen :D weil nach gaaaanz fest kommt immer noch ab. Und nach einigen Jahren Schrauben sollte man ein Gefühl für die armen kleinen Schräubchen entwickelt haben.

      Dieter
      D5207A - BJ 1981

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von dieterpapa ()

    • Hallo,

      anbei eine Liste die demnach vollkommen für die Füsse sein muss.......

      Ich denke jedoch, das jeder ein anderes Verständniss für "gut festziehen" hat. Dazu wäre dann der Drehmomentschlüssel ein willkommenes Werkzeug um ein gleichmässiges Drehmoment zu bewerkstelligen.

      Man vergleiche z.b. dazu einen Schwindsüchtigen 14jährigen, und einen kräftigen Erwachsenen.... ;)

      gruss andreas
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      • Anzugswerte1.jpg

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      "Er hat geschweisst, man sieht es kaum, lasst uns schnell noch einen Niet reinhau`n!" ;(
    • Hallo Dieter

      Bei Alufelgen macht das Anzugsmoment sinn da diese sich schneller verziehen wie Stahlfelgen.
      Bei SWchlepperfelgen wie schon angesprochen reicht fest eigentlich aus, habe bei Lamas auch schon abenteurliches gesehen, ein großen LKW Radkreuz und dann noch ein Rohr drüber. Das muß nicht wirklich sein ich ziehe bei mir die Räder nur mit einem LKW Radkreuz fest und da passiert auch beim Nachziehen nach 20 Stunden nicht wirklich was.
      Denn jede Schraube hat einen gewissen Dehnungsbereich und wenn der überschritten ist wird es kritisch die Schraube kann dann ohen Vorwarnung abreißen.
      So wird beim DX80 350Nm an Allradachse und Hinterachse angegeben damit ist jeder Drehmomentschlüssel aus dem Baumarkt überfordert und ein Profischlüssel ist da sauteuer.

      m.f.G.Harald
      wer will kann die Rechtschreibfehler bei Ebay versteigern
    • Original von Pumpe
      ...... Dazu wäre dann der Drehmomentschlüssel ein willkommenes Werkzeug um ein gleichmässiges Drehmoment zu bewerkstelligen.....


      Genau das, Andreas. Nur leider sind die Spannkräfte in den Verschraubungen deswegen keineswegs gleichmäßig. Das gilt übrigens für Alufelgen genau so. Demzufolge hat man nach all' der scheinbaren Präzision keine Ahnung, wie stark jede einzele Schraube angezogen ist. Für den guten Sitz der Schraubverbindung ist aber allein die Spannkraft maßgebend; der Beitrag des Drehmoments, der in Reibung verpufft, trägt dazu überhaupt nicht bei.

      Man darf natürlich gerne Drehmomentschlüssel verwenden und meinen, man hätte etwas Gutes oder etwas Sinnvolles getan. Wer hingegen wissen will, warum das Unfug ist, macht sich z.B. mal in den zahlreichen Handreichungen, welche die Schraubenhersteller so vielfältig und großzügig verteilen, ein wenig schlau. Ebenso gut könnte man in ein gutes Maschinenelemente-Buch hineinsehen oder die informativen Threads zum Thema hier im Forum lesen.

      Gruß
      Michael
    • Hallo Richard,

      ich weiß nicht, was es dbzgl. im letzten Vierteljahrhundert gegeben hat, aber im Roloff/Matek findet man mit Sicherheit alle Grundlagen, um zu verstehen, daß "Kiloschlüssel" fast nie zu gebrauchen und Unterlegscheiben, Federringe usw. fast immer überflüssig sind. Man muß das aber auch verstehen wollen. Sonst nutzt auch der Roloff/Matek nichts :D.

      Gruß
      Michael
    • Original von dieterpapa
      naja, wieder was dazugelernt...

      ich kenne das halt im PKW und LKW Bereich, wo abhängig von der Schraubenform und dem Felgenmaterial schon unterschiedliche Drehmomente vorgeschrieben sind. Radbolzen mit drehbarem Bund verhalten sich da z.B. schon deutlich anders, als solche mit festem Bund.


      Hallo,

      interessant ist, dass die Räder/Wechselfirmen Sommerreifen/Winterreifen oder auch umgekehrt
      alle Schrauben mit einem Schlagschrauber anziehen.
      Danach bewegt sich nichts mehr.

      Anschließend laufen sie mit einem Drehmomentschlüssel
      um den Wagen und lassen alle Schrauben einmal klick sagen.

      PM.
    • Interessant.....obwohl`s droht auszuufern....

      de.wikipedia.org/wiki/Schraube_%28Verbindungselement%29

      Es gibt für alles eine Norm. In diesem unseren Fall lautet die Norm , das es nicht nötig ist eine 12er o. sonstige Schraube soooo festzuziehen bis es in der Hose stinkt o. Vorwarngeräusche auf das bevorstehende "Ereigniss" wahrzunehmen :D

      Ich glaub daher, das im Einklang mit der Klopapierindustrie seinerzeits der Drehmomentschlüssel auf den Markt geschmissen wurde..........weil die o.g. sich schlicht überfordert sah :D :D :D

      Ok...Spass zur Seite. Ich find` die Norm sagt: " Diese Schraube ist bei dem oder dem definierten Drehmoment fest, vorgespannt, sicher, wenig lösbar, vertretbar sicher in ihrer Funktion als Schraube bzw. Mutter"

      grüssle andreas
      "Er hat geschweisst, man sieht es kaum, lasst uns schnell noch einen Niet reinhau`n!" ;(

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Pumpe ()

    • Hallo Andreas,

      welche Norm? Sogar in dem Wikipedia-Artikel steht, worauf es ankommt:
      Die beste Schraubensicherung im Maschinenbau ist eine ausreichend hohe Vorspannkraft (Klemmkraft).

      Auf die Frage, ob man mit einem Drehmomentschlüssel Sinnvolles anstellen kann, geht der ganze Artikel nicht ein.

      Wie hast Du meine Empfehlung
      Wer hingegen wissen will, warum das Unfug ist, macht sich z.B. mal in den zahlreichen Handreichungen, welche die Schraubenhersteller so vielfältig und großzügig verteilen, ein wenig schlau. Ebenso gut könnte man in ein gutes Maschinenelemente-Buch hineinsehen oder die informativen Threads zum Thema hier im Forum lesen.

      umgesetzt? Wo hast Du Dich schlau gemacht? Oder sollen hier in erster Linie gefühlte Weisheiten und Ansichten weiter verbreitet werden? Das kann man machen, aber es trägt nicht zur Klärung der aufgeworfenen Frage bei. Die findet man eher, wenn man sich an das hält, was schlaue Leute so gut und gründlich untersucht haben, wie kaum ein anderes Gebiet des Maschinenbaus ( Lager oder Zahnradberechnung gehören z.B. auch dazu ).

      Es mag ja sein, daß sich die gefühlte Wahrheit von der wirklichen unterscheidet. Aber man sollte damit ncht unbedingt hausieren gehen. Ich gebe Dir noch ein Beispiel ( ein weiteres steht schon oben :( Auch ausgewachsene Ingenieure können es nicht lassen, Preßverbindungen noch zusätzlich mit einer Paßfeder "zu sichern" ( das geht schon beim Fahr KM 22 los und endet noch lange nicht bei manchen Niemeyer-Kreiseleggen ), obwohl lange bekannt ist, daß man auf diese Weise einen Bruch geradezu provoziert. Daran ändert sich auch nichts, wenn das schlechte Beispiel noch so oft wiederholt wird.

      Gruß
      Michael
    • Nochmal mein Dank für das ausführliche Beantworten meiner Frage.

      Ist schon faszinierend, wie hier auch die Details ausdiskutiert werden :D

      Ich bin ja noch neu hier und möchte und kann das nicht bewerten, aber in erster Linie geht es uns doch hier um die Praxis an mehr oder weniger alten Schleppern.

      Und die Praxis bedeutet doch:

      - beim PKW anziehen mit Drehmoment, damit a) keine Schraube/Mutter zu locker ist und b) die Schraube/Mutter nicht überdreht wird.
      - bei Sonderformen PKW (drehbarer Bund) und LKW (auch meist drehbarer Bund) ist eine Mindestvorspannung notwendig. Durch die Bauform der Radbefestigungsteile ist diese auch in Grenzen mittels Anzugsmoment kontrollierbar
      - und beim Schlepper zieht man fest an und kontrolliert von Zeit zu Zeit (so hab ich das jetzt hier gelernt). Am Hinterrad kann man eh nur mit massiver Gewalt überdrehen und für das Vorderrad haben wir als erfahrene Schrauber doch alle Gefühl im Arm :D :D

      Dieter
      D5207A - BJ 1981
    • Hallo Dieter,

      ein Aspekt kommt zu dem Thema Drehmomentschlüssel ohnehin noch dazu:

      In zertifizierten Betrieben müssen die Meßwerkzeuge - auch Drehmomentschlüssel gehören dazu - kalibriert werden. Sowas gehörte bei mir auf dem Studium zum Schein Meßtechnik dazu. Mittlerweile erfreuen sich die rein mechanischen Prüfstände- wie zu meiner Studienzeit - auch einer nicht unerheblichen DV-Unterstützung, so dass die ermittelten Werte direkt in dem der Werkstatt zugehörigen Auto-Herstellerdatenbänken (zumindest für VW weiß ich das) hinterlegt.

      Welche Privatperson macht das schon? Ich meine jetzt das Kalibrieren.

      Grüße

      Richard
    • Hallo Dieter,

      das Erstaunliche an der Praxis ist, daß sie die Differentialgleichungen sämtlich in Echtzeit löst :D. Deshalb weiß die auch, daß die Spannkraft bei allen Verschraubungen das A und O ist; keineswegs nur bei irgendwelchen "Sonderbauformen". Und in der Praxis erzielst Du mit einem Kiloschlüssel niemals gleichmäßige Vorspannkräfte, es sei denn durch Zufall*. Dafür genügt aber auch jeder andere Schraubenschlüssel.

      Der scharfe Beobachter und Denker schließt daraus sofort, daß offenbar kein Fahrzeugrad der Welt mit gleichmäßiger angezogenen Schrauben, als man es durch gefühltes Anziehen hinbekommen kann, herumfährt, und daß das demzufolge überhaupt nichts ausmacht. Oder kann irgendjemand ein Beispiel dafür liefern, daß durch ordentlich, aber ungleichmäßig angezogene Radschrauben ( oder -muttern) schon jemals ein Schaden entstanden wäre, nennen? Her mit den Beispielen, daß Alufelgen dabei empfindlicher reagieren als Stahlfelgen ( am Auto, meine ich. Daß das am Stammtisch so ist, weiß ich schon lange ).

      Mit der Anweisung "gut festziehen, aber dabei keine Gewalt anwenden" kommt sowohl der erwähnte Hänfling als auch der Zweimeterschrank gut zurecht. Und beide brauchen übrigens die Radmuttern nicht nachzuziehen, weil es da nichts nachzuziehen gibt, wenn die Anweisung beachtet wird.

      Gruß
      Michael


      *Nun ja, durch aufwendige und sorgfältige Vorbereitung kann man das auch erreichen. Theoretisch, zumindest.
    • Hi Richard,

      Du hat natürlich recht ;) aber wir reden doch von der alltäglichen Praxis, oder ?

      Michael,

      auch Du hast natürlich recht....
      und wieder aus der Praxis: beim anziehen mit Radkreuz haben sich schon mal die Schrauben gelockert - OK, vielleicht eine übersehen...
      Wenn der vielgescholtene Kiloschlüssel (geiler Ausdruck :D :D) zum Einsatz kam und alles abgeknackt wurde - da hat sich noch nie eine gelöst.
      Und der 2m-Schrank kann damit keine unnötigen Schäden verursachen - nach fest kommt ja ab.

      Dieter
      D5207A - BJ 1981