...jetzt aber...

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    • ...jetzt aber...

      ...so, bin jetzt schon paar Tage dabei, ist wohl mal an der Zeit mich vorzustellen...

      Ich bin der Chris, '80er Baujahr, komme aus Kaufbeuren im Allgäu und bin seit meiner Kindheit alteisenbegeistert, was ich meinem Vater zu verdanken habe, der mir immer aus seinen Kindertagen erzählte, die er in einem wunderschönen kleinen Vogelsberger Dorf (Oberhessen) verbracht hat. Erschwerend (für meinen Vater) kam hinzu, daß er mit mir mal auf ein Oldtimertreffen gefahren ist, um mir einen LANZ Bulldog zu zeigen, so wie sie damals mit der Dreschkolonne in sein Dorf gekommen sind (und bis heute noch in seinem Kopf parken... :) ).
      Wenn er gewusst hätte was er damit angerichtet hat...

      Mit dreizehn hab ich den ersten alten Traktor heimgeschliffen, einen 17er Normag, Bj. '50, der 26 Jahre in einer offenen Scheune gestanden hat. Mit 16 gings an den Moppedschein, woraufhin eine 125er Torpedo, mit ILO-Motor, ebenfalls Bj. '50, dazukam. In der damaligen Moppedclique war ich zwar immer der langsamste, aber auf jeden Fall der coolste...(fanden auch die Mädels :rolleyes:). Denn ich war der erste der 'nen richtigen Bobber hatte, Sitz runter, Blechfetzen mit Leder drauf geklebt reichte zum Sitzen, Hinteres Schutzblech gekappt, Vorderes raus, hohen Lenker drauf, feddich die Laube...
      Alsbald kam ein F2L 514 dazu, den hatte ich von einem alten Bauern geschenkt bekommen. Dem war der Ars... weggebrannt (dem Deutz), was aber nicht störte denn er lief wunderbar und hatte ein schnelles Getriebe. Aber die Reifen...das war immer wie ein Ritt auf einem Abbruchhammer.

      Dann mit 18 kam ne SR 500 (Yamaha) dazu, von der ich am dritten Tag gleich runtergefahren wurde und die folgenden drei Monate in einer Unfallklinik verbracht habe. Derweil verkaufte der Bauer bei dem ich meine Bulldogs stehen hatte, mit dessen Sohn ich befreundet war, meinen F2M 514 an einen Österreicher, das war wie ein Schlag ins Gesicht als ich aus dem Krankenhaus kam und der DEUTZ weg war... Naja, Shit happens, auf zum Autokauf, '58er Opel Rekord, neu restauriert, gabs günstig! Nach fünf km Richtung heimat, Bremsen fest, Verkäufer will von mir nix mehr wissen. Also Bremsleitungen kappen, Bremsen so gut wie möglich frei machen und mit der Handbremse die restlichen 70 km. Danach war von den Bremsen nich mehr viel da... Der Anbieter war ein begnadeter Blender, der einem blauäugigen Jungen einen glänzenden Schrotthaufen unterjubelte. Der Haufen steht heute noch halb zerlegt bei mir rum...

      Die nächsten Jahre folgten einige Odyseen (schreibt man das so??) über zig B-Kadetten in allen Ausführungen, ein Diplomat, einige Rekords, Ausflüge nach England mit BSA, Triumph und Royal-Enfield, eine 28er NSU 601, ein FAHR D17, weitere Yamahas, ein Fordson Major, zwei DNEPR-Gespanne, ein IFA S-4000 der dann Kufen aus Leitplanken und nen Sternmotorantrieb zum Schlittenfahren erhielt, ne Harley Ironhead- Sportster die ich komplett umgebaut hab, ein 47er NASH Ambassador Coupe mit HEMI V8 den ich aus den USA mitbrachte,
      und ein Hanomag R27. Ein ständiges Kommen und Gehen, geblieben sind die Harley, der NASH Hot-Rod, die Royal-Enfield (die an der Wand hängt...) und der Hanomag.

      Vor zwei Jahren kam dann endlich ein "allgäutaugliches" Winterauto dazu, ein CHEVY Blazer, 6,2ltr Diesel, der mir bis heute die Treue hält, obwohl ich ihm jeden Tag verspreche, daß er verkauft wird...
      Im Frühjahr konnte ich mir endlich einen lang gehegten Wunsch erfüllen, und kaufte einen DEUTZ F2M 315 Baujahr 1935.
      Wöchentliche Schrottplatzbesuche, bei denen ich komischerweise nie mit leeren Händen heimkehre, lassen meine Frau langsam verzweifeln, aber man muß doch retten was zu retten ist. Was die Leute heut noch so alles wegschmeißen...unglaublich. Aber schön für mich! Nur ist der Platz schon lange zu eng, also wenn jemand einen alten Bauernhof in Kaufbeurer Umgebung weiß, ihr wisst wo ihr euch zu melden habt ;)

      Das wars, that's me. Hoffe es war nicht zu viel, aber wenn ich mal am Schreiben bin...

      Chris, Allgäu
      Gruß aus dem Allgäu,
      Chris
    • Danke für die Willkommensgrüße!
      Ja, da is schon einiges an "Vita" da... Hab auch noch einiges vergessen, was zwischendrin so durchgelaufen ist, aber eins möchte ich noch erzählen, ich kann es mit sonst keinem teilen. Zuwenige haben Verständnis für sowas...

      Als ich 16 Jahre alt gewesen bin, verbrachte ich wieder wie jedes Jahr meine Sommerferien, bei meinem Taufpaten auf'm Hof.
      Der wohnt in besagtem wunderschönen Vogelsberger Dörfchen, indem mein Vater aufwuchs. Im Nachbarhof wohnte eine alte Frau, die ich mochte wie meine Oma und regelmäßig besuchte, um mir Geschichten von früher anzuhören und die ganzen tollen alten Sachen in ihren Zimmern anzusehen. Unter ihrem Bett zum Beispiel, lag immer ein riesiger Engländer, der mit Sicherheit damals seine 100 Jahre schon voll hatte.
      Und jedes mal mußte ich mir sagen lassen 'ei Christian, den kun aich Dir nit geben, der is noch vom Fritz' :) ...schade auch...

      Ich wusste daß ihr Hofknecht, der Ludwig, der gestorben war bevor ich das Licht der Welt erblickte, schon in den 60ern LANZ sammelte und daher vom Glühkopf bis zum Volldiesel alles auf'm Hof war. Auf meine Frage, was denn mit den ganzen Maschinen passiert sei, erfuhr ich daß alles von den Polen die sie umsonst in ihrem Haus wohnen ließ, verscherbelt worden sei.
      AUSSER:
      'nur dem Ludwich sein Mähdrescher steht noch in der Scheune, den krichten se nit raus....' 8o 8o 8o 8o
      Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie heiß und kalt mir geworden ist, wie es mir unter den Fingernägeln brannte ihn endlich zu sehen.
      Also, durchs Scheunentor gezwängt und da stand er, im staubigen Halbdunkel streckte er mir sein Hinterteil entgegen andem eine Presse montiert war. Damals wusste ich aber nicht daß es eine Presse war. Meingott, was für ein Ungetüm, es waren unbeschreibliche Gefühle.
      Die Verhandlungen waren kurz, Berta fragte mich wieviel ich denn hätte, der Deal war mit 70 DM gemacht! Das war alles Taschengeld was ich für den Urlaub noch hatte.
      Das ich jetzt stolzer Mähdrescherbesitzer war, erzählte ich aber nicht meinem Taufpaten, sondern dem anderen Nachbarbauern mit dem ich sehr gut konnte. Mein Pate hätte mich für verrückt erklärt, Dieter aber war sofort Feuer und Flamme. IHC geschnappt, Reifen vom Drescher aufgepustet, Kette ran und rausgezogen. Mein Gott was war ich stolz. Es war sofort ein "Dorfereignis", keiner außer Dieter und ich wussten ja was von der Geschichte, aber als er halb aus der Scheune war standen schon zig Leute vorm Hof und staunten was da bei der Berta am Hof los war. Am meisten aber STAUNTEN mein Taufpate und seine Frau, die Tante Bärbel. Ohh, war mir da mulmig als ich Abends rüber zum essen bin.
      Den rest der Ferien verbrachte ich also mit meinem MD 18 S in rostigem Korngelb.
      Spritleitungen erneuern, Filter neu, Öl neu und dann der große Moment: Er...lief! Und fuhr.

      Dann musste ich wieder zurück ins Allgäu, die Schule rief.
      Er stand noch drei, vier Jahre gut eingepackt unter einer Siloplane im Freien auf Dieters Hof, dann verkaufte er ihn an einen Vogelsberger Oldtimer-Club. Ich hatte leider nie die finanziellen Möglichkeiten mir den Mähdrescher nach Haus zu holen und habe ihn '99 das letzte mal gesehen als ich auf einem Kurzbesuch im Dorf war.
      Zeit war keine mehr, die Lehre, die Mädels und die Discos waren wichtiger... :rolleyes:
      Leider konnte ich auch nicht mehr erfahren an welchen Club der Drescher gegangen ist, mein Freund Dieter ist zu früh gestorben.

      Vielleicht weiß ja von Euch jemand was? LANZ MD 18 S mit Presse, Absackstand, Korngelb, Mercedes Motor, kam aus einem Dorf in der Nähe von Mücke bei Grünberg.

      Wer Info's hat, bitte melden, würde gern mal wieder draufsitzen...

      Chris, Allgäu
      Gruß aus dem Allgäu,
      Chris