Angepinnt Regelsteuergerät 06 prüfen/reparieren

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Regelsteuergerät 06 prüfen/reparieren

      Hallo,
      ich möchte hier mal das Funktionsprinzip des Regelsteuergeräts der 06 Serie erklären und eine einfache Maßnahme zur Fehlersuche und ggf. Behebung vorschlagen.

      Dass dieses Steuergerät ein Grund zur Freude sein kann, brauche ich nicht zu erklären. In meinem Fall ist es allerdings schon 37 Jahre und über 12.000 Bts. verbaut, was will man da noch sagen!

      Erstmal eine einfache Prüf/Reparaturmaßnahme: das Ventil ist mit 2 Schiebern bestückt, einer wird durch die Position des Hubarms mechanisch betätigt und wird bei mir weiter unten als Bereich B dargestellt.
      Der andere Schieber ist hydraulisch vorgesteuert und wird bei mir als Bereich A bezeichnet, um den geht es in der folgenden Beschreibung.

      Der hydraulisch vorgesteuerte Schieber(Teil A) kann bei eingebautem Regelsteuerventil demontiert werden, Schlüsselweite der Verschlusschraube ist 17, abgedichtet wird Diese durch einen Kupferring, dahinter folgt eine Druckfeder.
      Den Kolben habe ich imt einer Innensegeringzange rausgezogen. Es kommen dabei ein paar Tropfen Hydrauliköl --> ans Auffangen denken.

      Am Kolben sind 2 Drosselbohrungen und ein Gewindestift verbaut, Gewindestift raus, Drosselbohrungen prüfen/reinigen, Gewindestift wieder rein, Gängigkeit des Kolbens beim Einbauen prüfen.
      Das dauert ca. 1/2 Stunde, kostet ausser der Zeit nichts nichts. Bei mir war die stirnseitige Bohrung an einem neuen Ventil verdreckt--> keine Funktion--> anschwellen der Halsschlagader:)

      Die Funktion ist anhand des Hydraulikplans erkennbar, bei Bedarf kann ich das noch präzisieren. Ich weiss leider nicht wie die Dateianhänge plaziert werden, ich hoffe die sind aussagefähig.

      Ein Datenblatt des Ventils gibt es hier

      Gruß

      F3L912er
      Bilder
      • Schaltbild-Regelsteuerventil-a.jpg

        23,02 kB, 600×420, 10.600 mal angesehen
      • Regelventil-Deutz-gesamt.jpg

        64,55 kB, 893×1.627, 10.631 mal angesehen
      • Teile-A.jpg

        100,03 kB, 1.627×551, 10.654 mal angesehen
    • RE: Regelsteuergerät 06 prüfen/reparieren

      Hallo,

      das Wichtigste habe ich nicht geschrieben!

      bei welchen Symptomen kann das prüfen/reinigen Sinn machen?

      bei mir hat nach dem Tausch des Regelsteuergeräts nichts mehr funktioniert, die Hydraulik hat nicht gehoben.
      Danach habe ich geprüft, ob die mechanische Komponente im Bereich B funktioniert --> war in Ordnung.

      Das Problem war der hydraulisch vorgesteuerte Schieber, dort war die stirnseitige Drosselbohrung verstopft. Wenn man den Gewindestift rausdreht kann man das gut erkennen!

      Das kann durchaus im laufenden Betrieb passieren, wenn Schmutz in den Olkreislauf kommt, beim Nachfüllen oder Anschliessen von verschmutzten Steckern.
      Das Problem ist, dass die Schmutzpartikel mindestens eine Runde drehen, bevor Die ausgefiltert werden! der Filter kommt im Rücklauf nach dem Regelsteuerventil!!

      Funktionsprinzip:
      der Bereich A leitet den Ölstrom von P im unbeschalteten Zustand direkt, über eine Drossel, in den Tank. Erst wenn der Bereich B auf Heben schaltet (Hydraulik senkt sich ab oder wird höher gestellt) baut sich am Schieber A ein Steuerdruck auf, der den Schieber betätigt und das Ventil schliesst.
      Jetzt fliesst der Ölstrom von P über das Rückschlagventil nach A (A ist der Druckanschluss des Hubzylinders) und der Kraftheber hebt sich bis die N Position erreicht wird. Dabei fliesst deas Ol im Schieber B wieder direkt in den Tank, dadurch entfällt auch der Steuerdruck am Schieber A, der öffnet wieder von P nach T.

      Ich hoffe es ist nicht zu verwirrend, ansonsten einfach nachfragen bzw. berichtigen falls ich etwas falsch verstanden habe.

      Gruß

      F3L912er
    • Hallo Gerhard / F3 L 912er !

      Den Steuerschieber bekommt man bei einer "Notreparatur" auf dem Feld auch ohne Seegeringzange heraus:

      Verschlußschraube herausdrehen, Motor bei gezogenem Absteller mit dem Anlasser kurz durchdrehen lassen und der Steuerschieber wird durch den Ölstrom der Hydraulikpumpe aus der Bohrung herausgedrückt.
      Selbstverständlich sollte auch hier ein Putzlappen davorgelegt werden um das wenige Öl, das austritt, aufzufangen.

      mfg bfg 2004
      intrac - weit mehr als nur ein Traktor
    • Hallo Wilfried,

      danke für das Feedback, natürlich habe ich mir schon etwas Mühe gegeben, darum freut es mich dass Dies rüberkommt.

      Hallo bfg 2004,

      Diese "Notmaßnahme" ist kreativ und sicher sinnvoll. Dafür ist allerdings schon eine gewisse Erfahrung nötig, damit das Öl nicht spritzt und der "Deutzler" vor Schreck erstarrt.

      Mir geht es in diesem Beitrag nicht darum Fachleute wie dich zu belehren, sondern die Deutzfahrer zu informieren, die weniger Erfahrung haben, aber gerne das Thema verstehen würden und eine Anleitung zum "sich selbst zu helfen" suchen.

      Gruß

      F3L912er
    • Die Beschreibung ist echt super. Wie könnte man denn bei der Fehlersuche einer ständig nachregelnden Hydraulik vor gehen.

      Fehlerdiagnose - Regelsteuergerät oder Hubzylinder?


      Wenn ich prüfen möchte ob der Hubzylinder die Ursache für das absacken/ nachregeln ist, müsste ich ja den Oberen Deckel (unter dem Sitz) abmachen und das Öl rausmachen um zu sehen ob der Zylinder an der Dichtmaschette Öl verliert.

      Das kann ich aber nur machen wenn der Motor aus ist und somit die Hydrauklikpumpe nicht läuft.
    • Hallo D3006/69,

      du kannst bei abgesenktem Ölniveau den Motor laufen lassen, ich habe eine 22 ccm Pumpe drin und kann sogar noch etwas Gas geben.

      Ich bezweifle allerdings, dass du tatsächlich erkennen kannst, ob der Zylinder undicht ist.

      Ich schlage dir folgende Vorgehensweise vor:

      Wenn du's sicher wissen willst, schraub die Hohlschraube am Zylinder raus und stopf die Bohrung ab. An diesem Anschluss sind 2 Leitungen befestigt, eine geht zum Hebel der "Hubhöhenbegrenzung, die andere geht zum Regelsteuerventil.

      Zweck: über die Leitung, die zum Regelsteuerventil geht, wird die Hydraulik abgelassen. Diese Extraleitung ist nötig, da am Zylinderanschluss ein Rückschlagventil eingebaut ist. Der Rückweg über das Ventil ist dem Öl demnach versperrt.

      Sollten sich die Kraftheber weiterhin absenken, ist der Zylinder undicht. Sollte sich der Kraftheber nicht mehr absenken, ist das Regelsteuergerät der Verursacher.

      Am Zylinder ist noch ein zusätzliches DBV verbaut, an Diesem kannst du die Kraftheber ablassen. Sei vorsichtig und umsichtig und lass dir Zeit, ich habe das selbst noch nie so getestet, müßte allerdings funktionieren.

      Gruß

      F3L912er
    • Problem gelöst...

      Hallo F3L912er!

      Super Beschreibung....alle Ehre. Hatte bei unserem 6206 das Problem des "nachregelns" - jetzt nicht mehr! DANKE!

      Hast du vielleicht eine Ahnung wo das Regelsteuergerät bei einem DX 3.50 sitzt?


      Danke nochmals!
      Frage: Kann man das reparieren?
      Gegenfrage: Hat das ein Alien gebaut oder ein Mensch?
    • Hallo,

      ich habe seit längerem schon Probleme mit dem Kraftheber am D 6005, die Hubhöheneinstellung funktioniert mehr oder weniger nur in 2 Stellungen und zwar ganz oben oder ganz unten. Zwischenstellungen funktionieren manchmal auch, aber sobald man den Hebel auch nur um 5 mm verschiebt hebt er maximal hoch.

      Könnte dieses Problem durch die verstopfte Drosselbohrung kommen ?

      Sollte vielleicht noch erwähnen, Nutring neu, Hydraulikölfilter neu neue Pumpe, neues Öl ...

      Danke schon mal für Antworten.

      Gruß Lukas
      Gruß
      Lukas ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von D 6005 ()

    • Hallo F3L912er

      Ich hatte heute genau das Problem das du beschrieben hast.
      Meine Hydraulik sackt auch ab, ist aber während der Fahrt dann nicht wieder hoch gegangen. Hatte meine Winde hinter und bin gerade noch nach Hause gekommen. Habe dann gedacht so ein Sch... ?( was ist jetzt schon wieder kaputt. Dann habe ich deine Beschreibung hier gefunden und 20 Minuten später war die Hydraulik wieder in Ordnung. :]

      Ich möchte mich herzlich bei dir bedanken du hast meinen Tag gerettet!

      Mfg
      Martin
      DEUTZ 4506, LANZ 5506 Seitenglühkopf Bauernbulldog

      www.martins-kettensaegen.de
    • Hallo F3L912er

      Habe bei meinen 4807 auch das Problem das er ständig nachregelt, wenn ich meinen 3 Schar Pflug anhänge der ca. 600 Kg wiegt regelt er alle 15 Sekunden nach. Jetzt will ich auch das Steuergerät erneuern, Könntes du vielleicht eine Anleitung einstellen wie das Steuergerät ausgebaut und wieder eingebaut wird?
      Hab hier im Forum schon was gelesen von 90C drehen damit man den O Ring nicht kaputt macht.

      mfg Stefan
    • Hallo,

      mit einer relativ einfachen Methode kann man im vorhinein auch die Funktion des Rückschlagventiles im Regelsteuergerät prüfen.

      Hierzu belastest Du die Hydraulikanlage mit einem Gewicht und lässt diese angehoben.
      Dann den Motor abstellen.
      Jetzt löst Du die Druckleitung an der Hydraulikpumpe.
      Tritt an der gelösten Druckleitung bei absinkender Hydraulikanlage Öl aus, ist von einem Defekt am Rückschlagventil des Regelsteuergerätes auszugehen.
      Als Abhilfe muss das Regelsteuergerät ausgebaut werden, die Komponenten des Rückschlagventiles zerlegt, entsprechend überprüft und gereinigt werden.
      Des Weiteren gibt es hierfür einen Reparatursatz mit der Nummer 233 9680.

      Sofern bei absinkender Last an der Hydraulik kein Ölaustritt an der besagten Leitung lokalisiert werden kann, ist von einem Defekt im Druckhaltebereich (Nutring, Hubzylinder, Zylinder bzw. Zylindersicherheitsventil usw.) auszugehen.
      Das Rückschlagventil ist übrigens am Regelsteuergerät seitlich an der Rundung eingebaut.
      Die Prüfung bitte aber nicht bei einer kalten Hydraulikanlage mit zähflüssigen Öl durchführen.

      Gruß

      Stefan81

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Stefan81 ()

    • Hallo!

      Hab folgendes Problem schon in einem anderen Thread beschrieben , lösen konnte ich es bis jetzt jedoch nicht.
      Hab einen D10006 Bj. 73' mit Deutz Hydraulikblock.
      Die Hydraulik steht dauerhaft oben und lässt sich nicht senken. Weder mit Gewalt noch anhand abschalten des Motors. Getriebeöl wurde abgelassen und erneuert, Ölleitungen abgeschraubt. Die Zylinder sitzen jedenfalls nicht fest da man sie ohne Problem auf und ab bewegen konnte als die Ölleitung gelöst wurde.
      Als der Traktor wieder gestartet wurde ( nach dem Ölwechsel) fuhr die Hydraulik sofort wieder nach oben , ohne dass irgend ein Hebel betätigt wurde.

      Hoffe ihr könnt mir weiterhelfen,
      mfg , Max.