D40.1s qualmt weiß

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    • D40.1s qualmt weiß

      Hallo Deutz-Spezialisten!

      Ich bin seit kruzem stolzer Besitzer eine D40.1s, Bj. 60 mit dem F3L712'er Motor. Leider qualmt der Schlepper sehr stark (weiß). Ich habe zunächst hier im Forum nachgelesen und Tipps aus anderen Beiträgen beachtet, jedoch weiß ich im Moment nicht so recht weiter, und würde um Eure Hilfe bitten, welche Schritte als nächstes Sinnvoll wären, damit ich nicht in die falsche Richtung "renne".

      Der Traktor stand einige Jahre. Davor wurde er auch nur sehr wenig genutzt. Gefühlt ist der Schlepper 1980 das letzte Mal richtig warm geworden. Sprit war komplett geflockt. Tank und Filter komplett "parafiniert" und verdreckt.

      Folgende Aktionen habe ich breits gestartet.
      - Tank ausgebaucht, komplett gereinigt
      - Neue Filter
      - Leitungen gereinigt
      - Neue Düsen und diese abdrücken und einstellen lassen
      - Ventile eingestellt

      Nun zum Problem. Wenn man den Trator startet, qualmt dieser sehr stark weiß und riecht nach unverbrannten Sprit. Krümmer ab. Es ist ist der Zylinder Nr. 2 und kurz nach dem Start z.T. auch Zylinder 3. Zylinder 1 und 3 werden auch schnell warm, bei Zylinder 2 dauert das ziemlich lange. Bis hierhin dachte ich nun, der Zylinder 2 ist wahrscheinlich defekt.

      Jedoch bei Fahrt und Motor unter Last hört das qualmen komplett auf. Oder auch wenn man ihn lange bei höherer Drehzahl im Stand laufen lässt. Dann schnurrt der Deutz wie neu. Motor hat Leistung, alles gut. Stellt man nun den warmen TRaktor im Standgas ab, dauert es einige Zeit und dann kommt das qual
      men zurück. Nicht sofort, sondern der 2. Zylinder "patscht" immer mal wieder und hustet einmal eine weiße Wolke. Dies passiert dann immer häufiger, bis er irgendwann wieder durchgehend qualmt.

      Aus der Motorentlüftung qualmt Schlepper nicht. Daher denke ich, dass Kolbenringe ok sein müssten. Außerdem würden Probleme mit den Kolbenringen doch immer auftreten, oder bin ich auf dem Holzweg?

      Folgende Ursachen hatte mir überlegt:

      - ESP irgendwie defekt oder verdreckt?
      - Förderzeitpunkte stimmen nicht? - Müsste das dann nicht immer ein Problem sein?
      - Zylinder ist doch defekt - Auch dann doch immer, oder?


      Wäre toll, wenn sich jemand das alles durchliest und mir dann auch noch Tipps geben könnte :)

      Danke im Voraus
    • RE: D40.1s qualmt weiß

      Hallo,

      also wenn du mit patschen ein Geräusch meints ist der bestimmt am Zylinderkopf undicht, dadurck Kompressionverlust was auch die längere dauer bis zum warm werden erklären würde.
      Du kannst ja mal schauen ob du etwas am Zylinderkopf siehts wo er rausdrückt.


      Gruß
    • Hallo,

      ich denke es geht in Richtung Einspritzpumpe. Ich würde die Düsen mal ausbauen, auf die Leitungen schrauben und bei kaltem Motor mit dem Anlasser drehen lassen. Dabei zeigt sich ob alle 3 Düsen ein ähnliches Spritzbild haben. Bei deutlichen Unterschieden nochmals die Düsen untereinander tauschen. Wenn dabei der Fehler "mitwandert" ist es die entsprechende Düse, ansonsten die Pumpe.

      mfg Andreas
    • Moin!

      Habe heute einmal die Düsen im Kopfstand eingebaut und den Motor drehen lassen.Alle Düsen haben das gleiche Spritzbild, sieht einwandfrei aus. Kompression konnte ich leider noch nicht prüfen. Jedoch denke ich, dass das Ergebnis klar sein wird. Zylinder 1 ok, Zylinder 3 etwas schlechter, Zylinder 2 am schlechtesten.

      Am Zylinderkopf sieht man keinen Qualmaustritt im Lauf und es ist auch alles furztrocken. Wäre er hier undicht, müsste er da ja irgendwo schwitzen. Schaut man aus Richtung Auspuff in die Auslaussöffnungen ist Zylinder 2 hier deutlich nass (Sprit) und bei Nr. 3 ein wenig.

      Ich bin jetzt eigentlich soweit, dass ich die Köpfe herunter nehmen will, um die Lagezu checken. Ich denke Ventile/Ventilsitze oder halt Kolbenringe, Laufbuchsen.

      Wird wohl teuer...:-(

      Auf jeden Fall schon einmal danke für die bisherigen Tipps!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Elbediesel ()

    • Hallo,
      ich ärgere mich, das ich nicht gleich den gesamten Zusammenhang meiner Vermutung geschrieben habe X(.
      Genau das beschriebene Verhalten kenne ich von einem IHC 217 nach dem ich den Druck der Düsen auf die vorgeschriebenen 150bar eingestellt hatte. Letztlich war es Pumpenverschleiss. Die Pumpe konnten bei Anlassdrehzahl und nach längerem Leerlauf nicht den nötigen Druck aufbauen um den Düsendruck zu überwinden (er hustete dann nur noch und war erst nach gewisser Fahrstrecke wieder zum Normallauf zu bringen, im Leerlauf gings erst und dann gabs weissen Qalm und immer mehr Aussetzer.
      Da kein Geld für eine Pumpe da war (bzw. ich mir sagen lassen musste "vorher lief er doch?") habe ich dann Stück für Stück den Druck reduziert bis alles "ok" war, etwa 110bar - und so fährt er heute noch.
      Was ich eigentlich nun sagen will, ist das bei ausgebauten Düsen der Anlasser wesentlich schneller dreht und das Spritzbild dann scheinbar in Ordnung ist. Also wenn noch Nerven vorhanden sind dann wie beschrieben die Düsen einzeln testen. Eine andere Variante wäre den Druck der Düse vom 2. Zylinder einfach mal auf 100 bar senken und testen. Das kostet erst mal nichts ausser Zeit und ist sicher besser als gleich ins volle zu gehen (Kolben, Zylinder, Z.Köpfe usw.) um nach vielen Euros zu merken das wars nicht.

      mfg Andreas
    • Moin

      Original von Elbediesel
      .....Ich bin jetzt eigentlich soweit, dass ich die Köpfe herunter nehmen will, um die Lagezu checken......


      Nein, vorher mißt Du die Kompression. Wenn Du jetzt alles auseinander reißt und dann nichts eindeutiges erkennen kannst, was machst Du dann?
      mfg Jens
    • Original von F4L812
      Moin

      Nein, vorher mißt Du die Kompression. Wenn Du jetzt alles auseinander reißt und dann nichts eindeutiges erkennen kannst, was machst Du dann?
      mfg Jens


      genau so denke ich auch, vor dem tauschen erstmal möglichst viele Infos sammeln. (Ansonsten begibt man sich auf das Niveau vieler "Diagnosetestergläubigen" Autowerkstätten die solange Komponenten tauschen, bis der Kunde verarmt ist :D)

      mfg
      Andreas
    • Hallo zusammen,

      Ihr hattet wahrscheinlich Recht. Nach der Demontage bin ich wirklich nicht viel schlauer. Die Köpfe sehen so weit i.O. aus. Ventile+Sitze machen einen ganz guten Eindruck. Bei Zylinder 2 ist natürlich alles nass und "schmodderig", der scheint schön länger so schlecht verbrannt zu haben. Laufbuchsen machen auch einen guten Eindruck.

      Nun muss ich meine Ungeduld büßen und alles wieder montieren :) Aber bis jetzt ist ja noch nichts passiert. Dann werde ich versuchen den Druck zu messen, den die Pumpe auf die einzelnen Düsen bringt. Dazu muss ich aber erst jemanden finden, der dazu die richtigen Armaturen hat.

      Danke für Eure Hilfe bis hierher.

      Gruß

      Matthias
    • moin meine vermutung wäre das zylinder2 sehr und zylinder 3 etwas undicht sind . bei vollgas dehnen sich alle materialien aus und es "wird wieder dicht " im leerlauf kühlt sich der motor wieder ab, und das material zieht sich wieder zusammen. diese minimalen unterschiede sind so auf den ersten blick ohne genaue messung nicht zu erkennen, deshalb würde ich dir auch vorschlagen auf jeden fall erst ma die kompression zu messen.
      gruß michael
    • Hallo zusammen,

      zunächst danke für Eure Hilfe bis hierher. Nach etwas Urlaub habe ich mich wieder dem "Patienten" angenommen.

      Alles wieder montiert und Kompression gemessen.

      1. 25bar
      2. 21 bar (das ist der Zylinder, der so qualmt)
      3. 19 bar (dieser Zylinder qualmt nur ganz wenig in der Startphase)

      Den Werten nach wäre ja bei 3. der größte Handlungsbedarf.

      Dartaufhin sah ich mich in meiner Pumpen-Theorie bestätigt. Zufällig habe ich letzte Woche genau meine Pumpe gefunden für schmales Geld. Diese habe ich heute wieder in Ordnung gebracht und gegen meine getauscht.

      Ergebnis: Der 3. Zylinder qualmt gar nicht mehr. Der 2. weniger stark, aber immer noch zu sehr. In meiner Verzweiflung habe ich noch die (neuen) Düsen 2&3 kreuz getauscht. Aber das Problem bleibt auf Zylinder 2.

      Ich bin mit meinem Latein am Ende. Eine ehemaliger Deutz-Profi meinte, man könne noch den Förderbeginn weiter vorstellen, das könnte helfen. Aber diese Ausage kann ich techn. nicht beurteilen.

      Hat einer von Euch noch eine Idee?
      Was wäre der nächste sinnvolle Schritt?


      Gruß

      Matthias
    • Hallo Matthias,
      Eine Idee habe ich noch: hast Du die Rückschlagventile mit der neuen Pumpe dazu gehabt oder von der alten übernommen? Die sitzen üblicherweise unter einer Verschraubung an jedem Druckausgang der Pumpe. Normal ist das Ventilkölbchen auf das Druckventil eingeläppt, also nicht einzeln tauschen. Bei den Bosch Steckpumpen müssen die Dinger mittel Spezialwerkzeug gezogen werden. Jetzt steinigt mich nicht: Ich glaube Deinem Falle würde ichs einfachmal darauf ankommen lassen und testweise nur das Kölbchen tauschen - ist Minutensache.

      mfg
      Andreas
    • Hi Andreas,

      die waren bei der "neuen" Pumpe dabei, allerdings nicht besonders gut gangbar. Ich habe die dann heraus gezogen und gesäubert und wieder eingesetzt. Aber jedes für sich, also nicht vertauscht. Die Dinger hatte ich auch schon in Verdacht, weil sie halt nicht so gut liefen. Hatte ich bei der alten Pumpe auch gemacht.
      Aber dass beide Pumpen genau am mittleren Abgang den Fehler haben, ist doch unwahrscheinlich?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Elbediesel ()

    • Aber dass beide Pumpen genau am mittleren Abgang den Fehler haben, ist doch unwahrscheinlich?

      Ich habe mir schon den Wolf gesucht weil zur gleichen Zeit nicht zwei Bremslichtbirnen kaputtgehen können - dachte ich. Schalter, Sicherungen Leitungen und dann waren wirklich beide Birnen durch.
      Probiers einfach aus. Ist nun auch nicht so wild.
      Hier noch was zur Info:

      Und nicht aufgeben :)
      Andreas
    • Hallo,
      ich melde mich nochmal,
      die 21bar sind schon etwas sehr dünne, auch wenn der andere Zylinder mit 21 bar besser läuft.
      Folgender Testvorschlag: ein paar Spritzer MotorÖl in den Ansaugkanal des Zylinders, dann den Motor mal ohne Gas ein paar Umdrehungen machen lassen damit sich das Öl verteilt. dann starten. bei Verschlissinem Kolben/ringen/Zylinder erhöht sich die Verdichtung sofort bis das Öl wieder "abgerieben" oder verbrannt ist. Der Weissrauch sollte für kurze Zeit weg sein und dafür Blauchrauch vom Öl zu sehen sein.
      Viel Erfolg
      Andreas
    • Hallo,

      ich war wieder aktiv.

      1. Rückschlagventil Abgang 1. Zylinder der ausgebauten Pumpe mit Rückschlagventil Abgang 2. Zylinder getauscht - keine Veränderung
      2. Etwas Motoröl in den Ansaugkanal gespritzt beim Lauf. Ganz kurz (1 Takt) kam dann mal kein Qualm, danach gleich wieder volles Rohr. Bläuen trat gar nicht auf.
      3. Zylinderköpfe 2 und 3 getauscht. Der Fehler blieb aber auf Zylinder 2.
      Bei Blick in den Auspuffkanal bei Zylinderkopf 2 ist immer alles nass (Ventilschaft). Der Zylinder wird auch einfach nicht warm. Da findet keine vernünftige Verbrennung statt.


      Ich vermute jetzt doch, dass neue Laufbuchsen und Kolbenringe fällig sind. Was meint Ihr?

      @Andreas. Ich versuche mich nachher mal zu melden.

      Gruß

      Matthias
    • Ich habe derzeit die gleichen Anzeichen an meinem D50.1 4. Zylinder. Hatte den Zylinder herunter und es sah alles Top aus. Meine Vermutung ist meine Einspritzpumpe , da wenn ich den Druck über die Schraube an der Düse unter der Rücklaufleitung wegnehme fängt er an zu Zünden , klopft aber Furchtbar.
      Kann man die Pumpenelemente von oberhalb der Pumpe zur Kontrolle/Reinigung herausschrauben ohne etwas zu verstellen ???
      Da sind ja zwischen 1/2 und 3/4 die Klemmstücke ?(
      :D grüne Grüße aus der grünen Hölle (Eifel) :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von RainerD50 ()

    • Hallo!

      Ich habe endlich Erfolg gehabt!

      Folgendes habe ich gemacht: Die ESP etwas gelöst und den Motor laufen lassen. Dann habe ich die Pumpe während des Laufs in der Neigung etwas variiert. In die eine Richtung wurde es schlechter, in die andere wurde es deutlich besser. Dann habe ich die Pumpe wieder festgeschraubt und die Hardy-Scheibe entsprechend etwas verstellt. Und siehe da: Der Motor läuft wie ein Uhrwerk! Zunächst lief er etwas zu hart, dann habe ich wieder etwas korrigiert und jetzt ist alles bestens. Kein Qualmen mehr!

      Man darf wirklich nicht aufgeben :)

      Vielen Dank für Eure Hilfe!
    • Moin
      Da bleibt aber noch die Frage, weshalb sich das nur auf den 2. Zylinder auswirken sollte. Du hast ja den Förderbeginn für alle Zylinder verändert. In welche Richtung mußtest Du drehen, damit es besser wurde? Wieviel hast Du verdrehen müssen?
      mfg Jens