Angepinnt Blattfedernpflege

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    • Blattfedernpflege

      Hallo allerseits,
      inspiriert durch ein Thema in der Rubrik 514, welches einen Blattfedernbruch behandelt habe ich mich über die Suche unter o.a. Stichwort mit eben dem Thema beschäftigt.

      Also, ich möchte wissen, wie ich bei meinem F2L612/6 die Vorderachsfedern pflegen kann, um einen Bruch zu vermeiden.
      Hintergrund: ich habe bei meinem derzeit u.a. auch die Vorderachse soweit zerlegt, dass die Einzelfedern entspannt sind und den Blick auf die Zwischenräume freigibt. Hier hat sich einiges an Rost eingenistet und ich möchte mir einfach Bruch ersparen.

      Um das Thema weiter einzugrenzen stelle ich mir folgende Stichworte vor:
      1. Federn entrosten und lackieren oder
      2. um die Federwirkung optimal sicherzustellen einfach nur fetten
      (da durch die Bewegung der Federn der Lack ohnehin bald ab ist)
      3. Auch kein Fett, da das Fett auch den Dreck bindet

      Ich habe früher beim Bund die Blattfedern mit Fett dünn einstreichen müssen, weiß aber auch, dass man dieses wegen 3. bald wieder sein ließ.

      Wenn jemand vielleicht diesbezügliche Links oder Tipps für mich hat, wäre ich dankbar.

      Grüße

      Richard
    • Moin,
      bei meinen Achttonnern, die schon etwas älter sind, ( Bj. 71 und 75 ) habe ich die Federlagen demontiert, entrostet, und dann gefettet wieder zusammengesetzt. Die waren schon so vergammelt, das der Rost die Federbriegen auseinander gedrückt hat.
      Grüße
      Frank

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von D6006A ()

    • RE: Blattfedernpflege

      Hallo Richard,

      eigentlich sollten Blattfedern in den zwischen den einzelnen Lagen nicht gefettet werden, denn dann verliert die Blattfeder die Eigendämpfung!

      Gruß
      Obrschwob
      Beim Griff in die eigene Tasche stellt man immer wieder fest, dass die "Öffentliche Hand" bereits vorher drin war...

      Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. (Voltaire)

      Ich kann, weil ich will, was ich muss! (Immanuel Kant)

      Wenn man bei einem anderen Menschen erfolgreich Fehler finden möchte, so verwende man nicht eine Lupe, sondern besser einen Spiegel.

      Der Oberschwabe: homo erectus maultaschii
    • Mahlzeit,

      wir haben es an unseren Kippern genauso gemacht wie Frank.
      Es waren die Blattfedern schon auseinandergedrückt wegen dem Rost.
      Wir haben sie:

      1. Ausgebaut
      2. Geschliffen
      3. Gestrichen

      und zu guter letzt das schöne Fett drauf´gemacht. Dann wieder eingebaut und es wirkt wunder...

      ...es federt herrlich!

      Mfg
      Patrick
      Mfg
      Patrick

      Power to the Bauer !!!
    • Hallo Thomas,

      ich versteh's auch nicht. Aber scheinbar ist ein rollender Hüpfball ganz amüsant... Kann gefährliche Folgen haben, wenn sich so eine Feder mal richtig aufschaukelt.

      Eine Blattfeder ist das was Feder und Dämpfer zusammen bilden beim Fahrwerk in einem.

      Grüßle
      Obrschwob
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    • Hallo,
      damit das noch einmal klar gestellt wird, unter einfetten verstehe ich nicht, dass die einzelnen Federn in cm-dicke Fettschichten gelagert werden, soviel weiß ich noch aus dem Studium, sondern dass ein gewisser Korrosionsschutz entsteht.
      Vielleicht die Frage noch einmal klar: Was tue ich gegen den Rost? Oder baue ich die Feder so zusammen und lasse den Rost durch Federbewegung abreiben? (Wäre für mich die einfachste Lösung. ;))

      Grüße

      Richard
    • Hallo Richard,

      das ist nicht ganz einfach. Rostschutz ist bei einem reibenden Bauteil höchst selten möglich. Mir fällt da allenfalls Wachs ein und auch das hat eine Schmierwirkung, die dort nicht gewünscht ist. Eine gewisse Zeit wird meines Erachtens der Lack zwischen den Schichten ausreichen, verbunden mit guter Grundierung und evtl. BOB-Rostversiegler zuvor.

      Fett gehöt in die Lager der Blattfeder.

      Grüßle
      Obrschwob
      Beim Griff in die eigene Tasche stellt man immer wieder fest, dass die "Öffentliche Hand" bereits vorher drin war...

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Obrschwob ()

    • Nabend,

      wir haben einen Blattgefederten Flachwagen.
      Wenn der voll ist wiegt der mit Silage um die 20to.
      Zum Thema aufschaukeln oder zu "weich" kann ich nur Fragen ob Ihr das schon mal mit dem Fett gemacht habt und ob ihr da wisst wovon Ihr redet?!

      Es ist nicht gemeint, dass eine ganze Tube Fett zwischen die Federn kommt...es wird mit dem Pinsle fein verstrichen und dient auch als Rostschutz wie Richard es sagte.

      Also wir hatten unseren Wagen noch nie am "Schaukeln" wegen den gefetteten Federn.
      Das das Fett in die Lager gehört ist sogar hier im münsterland angekommen aber schon vor ein paar Jahren.

      Aber naja wir wollen uns ja nicht wegen sowas hier streiten nur "disskutieren" oder Deutzer?!

      Mfg
      Patrick
      Mfg
      Patrick

      Power to the Bauer !!!
    • Hallo Matze,

      das scheint das Ölpapier zu sein, in das neue Maschinen vor Container-Versand eingepackt werden. Wird sicherlich gut funktionieren, sieht aber stark gewöhnungsbedürftig aus.

      Wenn du damit auf die Straße fährst, denken die Leute "guck mal, der konnte es gar nicht abwarten und hat sein Geburtstagsgeschenk gar nicht ganz ausgepackt." :D
      Schönen Gruß,
      Papa-Schlumpf
      www.treckerfreunde-wilsum.de
    • Hallo Papa-Schlumpf,
      das ist kein Ölpapier, sondern eine Fettbinde. Auch bekannt als DENSO-Binde (ich glaube die haben das entwickelt). Ich habe das hier auch auf Lager liegen. Die benutzen wir auf Schiffen, für hydraulische Anlagen / Rohre, die auf dem Deck sind um sie vor Seewasse und Rost zu schützen. Wird dann einfach um die Verschraubung oder Rohrleitung gewickelt. Die Funktion ist klasse, nur die Verarbeitung ist wiederlich, weil das Zeug wie Honig klebt.

      Gruß Lutz
      Nach meiner Philosophie sind alle Lebewesen Bäume. Jeder schlägt irgendwann Wurzeln. Und dann setzt du Jahresringe an und wirst alt und fett.
    • hallo zusammen,

      von Denso - Binde würd ich die Finger lassen...
      das ist zwar ein klasse Zeug für Teile die ich nie und nimmer mehr
      anfassen muß, aber " Oberirdisch " muß ich das Zeug nicht haben.
      Egal wo dieser Schmier dran kommt bekommst du ihn nicht mehr weg.
      Wir haben früher damit " Erdmuffen " zum schutz eingewickelt
      und wenn du heute so eine Muffe frei buddelst verfluchst du dieses Zeug.
      Da wo es angebracht ist, ist es nicht zu übertreffen...

      Da bei mir die Tragfeder total fertig war habe ich mich über verschiedene Beziehungen sachkundig gemacht und eine Federschmiede
      gefunden. Ich habe meine beiden ( obere neu / untere überarbeitet )
      noch nicht eingebaut. Bei abholung habe ich den Federschmied
      gefragt wie Federn gepflegt werden.
      Er als Spezi erklärte....
      wenn die Federn neu sind sind die einzelnen Lagen mit Federfett
      zusammen gesetzt worden und lange Zeit Wartungsfrei.
      Normalerweise sollten Federn zur Wartung dann auseinander genommen werden, gereinigt und neu gefettet werden.
      Da dies sehr aufwendig ist hätte er die Federn früher mit Altöl
      eingepinselt und es gut sein lassen.
      Ich erklärte Ihm dann die Eigenschaften von Seilfett und er war begeistert.... :D

      Rainer
      " DIE VERNUNFT ERZÄHLT GESCHICHTEN,
      ABER DIE LEIDENSCHAFT DRÄNGT ZUR TAT "
    • Hallo,
      wo bekomme ich dann Federfett oder Seilfett?
      Das Seil meiner Seilwinde soll nach BDA des Windenherstellers in einem Ölbad ausgekocht werden. Dazu muß ich die 125 m abbauen und in einen Einkochtopf einlegen. :( Dann könnte ich das mit einander verbinden. Die Federn sind schon so auseinander, dass man sie fetten könnte.
      Da könnte sich die Anschaffung eines Gebindes lohnen.

      Grüße

      Richard
    • Hallo in die Runde,
      ich habe in meiner Lehrzeit noch geholfen " Federn sprengen". Diese Arbeit wurde nötig, wenn ein Blattfederpaket durch Alter oder übermäßige Belastung seine Vorspannung, oder Krümmung verloren hatte, also gerade war und nicht mehr federte. Nach Ausbau der Feder wurde das Paket durch aufschrauben des Herzbolzens zerlegt. Die einzelnen Federblätter wurden gereinigt, entrostet und auf Rostnarben und Risse untersucht. Blätter mit Rostnarben und Rissen mussten grundsätzlich erneuert werden, weil das Sollbruchstellen waren.

      Jetzt mussten die einzelnen Blätter wieder in Form gebracht werden, sie wurden wieder gekrümmt. Das geschah durch das Federsprengen. Das Blatt wurde auf eine Matrize gelegt und durch gezielte Schläge mit dem Vorschlaghammer in Form gebogen. Die Matritze stellt man sich als große U-Schiene vor, auf der das Blatt quer liegt und in der Mitte hohl. Auf die Hohlstelle ging der Schlag des Gesellen, wärend der Lehrling das Blatt von einem Ende zum anderen darüber zog, wurde es mit jedem Sclag mehr gebogen. Dann kam das nächst kürzere Blatt an die Reihe. Dabei war zu beachten, das die Krümmung der Blätter zunahm. Die Blätter berührten sich beim losen Zusammenlegen nur an den Enden. Vor dem Zusammenbau wurden die einzelnen Blätter dünn eingefettet und mit dem Herzbolzen zusammengeschraubt. Das Fett dazwischen war wichtig für ein geräuschlosen Gleiten der Federblätter aufeinander, die dicke Fettschicht außen sollte Schmutz und Wasser von der Feder besonders von den gleitenden Flächen fernhalten. Die Eigendämpfung der Blattfeder wurde durch die Vorspannung erreicht. Durch das Fetten wird Rost verhindert, der durch die Narbe langfristig zum Bruch des Blattes führt. Lackierte Blattfedern gibt es erst, seit es Oldtimerausstellungen gibt.

      Gruß, Hans-Arnold