Kolbenbolzenbuchse wechseln

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    • Kolbenbolzenbuchse wechseln

      Hallo

      Ich möchte eine neue Kolbenbolzenbuchse in mein Pleul einbauen, möchte mich aber absichern bevor ich etwas falsch mache.
      Nun habe ich überlegt, dass ich das am bessten auspresse, ist es ratsam das Pleul vorher zu erwärmen oder wie macht ihr das?
      Achso die neue Buchse würde ich vorher ins Eisfach legen bevor ich sie einpresse oder spricht da etwas gegen?


      Mfg.Timo
    • Ist es denn möglich mit einer schlichten Hydraulikpresse Kolbenbolzenbuchsen zu wechseln? Dise sind doch sicherlich sehr präzise und stramm eingepresst. Ist nach dem einpressen eine nachbehandlung erforderlich oder kann sich die buchse nur schwer verformen?

      gruß Christof
      Deutz D 15 ( Deutz F1L712)
      Güldner A3K (Güldner 3LKN)
      Fahr D177S (MB OM636)
    • also ich würde keine Gewalt anwenden.
      In der BA vom 612er steht, "bei Arbeiten am Kolben und der Pleuelstange ist keine Gewalt anzuwenden"

      Also ein teil immer eingefrieren oder warm machen.
    • Hallo,

      mit einer hydraulischen Presse funktioniert das. Man kann sich zB. mit etwas Baustahl und einem 2 T Hydraulikwagenheber soetwas für Kolbenbolzenbuchsen und ähnliches selber bauen. Ist dann auch fein genug dosierbar.
      Ich habe das mal in der Ausbildungszeit gemacht. Da wurden die Buchsen so eingepresst und hinterher auf das richtige Mass aufgerieben.
      Gruss
      Christian

      Wer Nichts macht, macht Nichts verkehrt
    • Hallo,

      für alle die sich noch für dieses Thema intressieren ein kleiner Nachtrag.
      Die Buchse vom Kolbenbolzen lässt sich ohne Probleme in einem Schraubstock ausdrücken.
      Man muss sich nur eine passende Welle fertigen die genau auf den Rand der Buchse drückt, evtl. auch mit einer führung die etwas kleiner als der Innendurchmesser der Buchse ist.
      Auf der anderen Seite legt man sich ganz einfach was größeres im Durchmesser hinter die Buchse, um diese da hinein zu schieben/pressen.
      Andersrum klappt es genauso. Das mit Warm und Kalt machen ist im Prinzip nicht notwendig aber auch nicht falsch.
      Wenn die Buchse verbaut ist, darf sie auf keinen Fall wieder so in den Motor montiert werden.
      Die Parallelität zu den Pleullagerschalen an der Kurbelwelle muss 100%ig gewärleistet sein. Dies kann nur ein guter Motoreninstandsetzer passend Hohnen bzw auch Winkeln sodass der Kolbenbolzen auch tatsächlich im 90° Winkel zum Pleul und zu dem Lager an der Kurbelwelle steht.
      Wird dies nicht gemacht ensteht eventuell da Reibung und Verschleiss wo er nicht entstehen sollte.
      Ich selber Drehe mir die Buchsen selbst. Im äusseren Durchmesser wird die Buchse 0,05mm größer Gedreht sodass eine Presspassung entsteht.
      Der innere Durchmesser wird mit Aufmass gefertig ca 0,5mm sodass der Motoreninstandsetzer noch Material zum hohnen hat.

      Bei ausgebauter Buchse sollte das Pleul nochmal genaustens auf Rundheit der Buchsenbohrung überprüft werden.

      Wehm das alles nicht reicht, der kann mir ja eine PN oder email schicken.
      Für Fragen oder Kritik an meiner Vorgehensweise, bin ich stets offen.

      Gruß
      Michael
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    • Hallo Leute,

      ich finde dieses Thema sehr Interesant. Hätte auch dazu noch ein Paar fragen an die Profis ( Ölhand bitte melden :D )

      Mir haben schon viele gesagt das man ohne Probleme diese Kolbenbolzenbuchse mit einen Schraubstock entfernen kann. Natürlich mit hilfe einer Welle wie Michael es gerade geschrieben hat. Und die Neue Pleuelbuchse über einen großen Schraubstock wieder einfach reinpresst. Natürlich soll man sich was daunter tun ( Alu Platte ) Jetzt streiten sich die Geister und sagen NEIN DAS GEHT NICHT !!!

      Die Pleuelbuchse und das Pleuel müßen 100% gerade sein bzw gerichtet werden, sonst nutzt sich die Lagelschale von der Kurbelwelle Schief ab oder der Kolben ist nicht 100 % gerade in der Lauchfbuchse. Und das kann nur ein Motoren Fachmann machen. Aber warum dann den ganzen Mist erst machen und alles selber rausdrücken, wenn das der Motoren Fachmann auch kann für 30 Euro das Stück ?

      Andere sagen wiederhin, ist völliger blödsin, ja was den nun ?( ?( ?(

      Bitte um erklärung ;)

      Vielen Dank
      Gruß Andy
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      Mein Schlepper:

      Güldner G50 AS BJ 1967
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      Krone Kipper

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von AndyD40 ()

    • Hallo,

      ich habe heute meine Buchsen mit Hilfe eines Schraubstocks ausgedrückt,
      kein Problem ;) ich stelle Morgen mal Bilder von meiner Vorrichtung ein.

      Ich habe mich mit den Kosten gar nicht beschäftigt und habe mir einfach nur passendes Material bestellt
      und die Buchse auf einer CNC Drehmaschine angefertigt.
      Ob es jetzt günstiger gewesen wäre es gleich beim Motorinstandsetzer machen zu lassen ist Fraglich.
      Für mich selber zählt eigentlich nur, dass ich es selber gemacht habe.
      Also eine Art Idealismus.

      Nun sind die Pleule meines F2L 514/54 beim Motoreninstandsetzer, ich habe genauso wie ich es
      beschrieben habe ein Aufmass in der Buchse gelassen.

      Mir wurde die weitere Bearbeitung Folgendermaßen erklärt:

      Das Pleul wird ohne die Lagerschalen jedoch mit eingesetzter Kolbenbuchse
      auf die Honbank aufgenommen. Die Ausrichtung erfolgt über die Bohrung,
      wo normalerweise die Lagerschalen eingesetzt sind.
      Dies Garantiert absolute Parallelität der beiden Lager.
      Dann wird das Lager ausgespindelt sodass der Kolbenbolzen gut sitzt.
      Hierbei ist zu beachten das der Bolzen min 0,03-0,04mm Spiel hat.
      (Im Werkstatthandbuch steht 0,09mm finde ich Persönlich für etwas zuviel)
      Spiel muss deshalb sein sodass sich auch ein Ölfilm auf das Lager setzen kann.
      Dann sprach der Meister noch was von einer Winkelbank. (da werde ich
      Morgen nocheinmal genau nach Haken warum mann dies auch noch
      machen muss.) Ich habe da aber schon eine Vermutung, will aber nix
      falsches sagen.
      Kostentechnisch hat man mir für 2 Stück ca 100€ gesagt aber wahrscheinlich eher günstiger.
      (Ich glaube der Mann auf dem Büro hatte keine Ahnung, könnte aber
      tatsächlich so teuer sein)

      Letzendlich kann man sagen, das der Motor wahrscheinlich auch ohne
      diesem drum und dran laufen würde. Besser ist es natürlich wenn man
      Fehlerquellen gleich von Anfang an ausschließen kann.

      Ich möchte aber niemanden hier meine Meinung aufzwingen.
      Es gibt mit Sicherheit hier im Forum Leute die viel mehr Erfahrung
      von dieser Sache haben.

      Ich habe nochmal 2 Bilder Angehangen einmal die Drehmaschine mit Rohmaterial und die fertigen Buchsen.

      Für Fragen oder Kritik an meiner Vorgehensweise, bin ich stets offen.

      Gruß Michael
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    • Hallo Michael,

      Interesant Interesant ;)

      Um die Kosten habe ich mich auch noch nicht wirklich drum beschäftigt. Mein Motor ist nämlich nicht mehr der beste und möchte wieder Fit gemacht werden. Mein Bekannter der Meister ist, meinte zu mir, wenn ich es richtig machen möchte soll ich die KBB von einen Motoren Fachmann einsetzen lassen, damit wie du auch sagst alles 100 % gerade ist. Aber viele viele Leute haben auch gesagt oder erzällt das man es auch übertreiben kann. Es ist nämlich kein Schnell Laufender Motor mit 3 Liter Hubraum der für den Motorsport gebaut ist, ist auch klar.

      Mir selber ist halb wichtig, das ich in weiter Zukunft Ruhe haben möchte von den Motor. Wenn man schon dabei ist sollte es gleich richtig gemacht werden, und nicht nur oben rum. :evil:

      Bloß wie gesagt stellt sich mir die frage, ist es OK die alte Büchse mittels Schraubstock zu entfernen und einfach eine Neue einzusetzen, ohne den Motoren Fachmann zu beläßtigen :D ?(

      Gruß Andy
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    • Hallo,

      natürlich kann man auch ohne weiteres eine neue Buchse einpressen und alles wieder zusammen bauen.
      Da ich durch meinen Beruf Feinwerkmechaniker (ehemals Werkzeugmacher) mich jeden Tag mit hunderstel Milimeter rum ärgere, sind solche dinge wie z.B. diese Buchse auch eine ganz genaue Sache für mich.
      Im Prinzip "schießen wir hier grade mit Kanonen auf Spatzen" damals wurde einfach eine neue Buchse eingepresst, einmal mit der Reibahle durch und dann fix wieder einbauen und schon läuft das "Moped" wieder...
      Worüber wir hier sprechen sind ja nun hunderstel, damals waren die Toleranzen viel größer.(sind sie ja heute auch noch, an den Toleranzangaben hat sich ja nix geändert. Nur wie gesagt ich finde die 0,09mm spiel beim Kolbenbolzen für den 514 Motor etwas zuviel. Der Meinung ist auch der Meister der Motoreninstandsetzungsfirma) Nicht das man es nicht damals schon genau fertigen Konnte aber umso genauer etwas ist, desto teurer ist es nun mal da hat sich bis heute nix dran geändert.
      Ich denke das wir hier über Kleinigkeiten reden.
      Fakt ist wie gesagt, wenn man es so macht wie ich es beschrieben habe muss man sich keine Sorgen machen.
      Ganz einfach.

      @Andy falls du dich noch weiter intressierst kannst du mich auch mal gerne
      Anrufen. Ich weiss ja nicht genau was du für einen Motor hast?
      Schreib mir einfach ne PN wenn du meine Nr haben möchtest.

      Gruß
      Michael K.
    • Hallo zusammen,

      das mit den Spaltmaßen für den Ölfilm ist aber auch nicht zu unterschätzen. Ich habe leider schon einmal die Erfahrung gemacht, dass mein Motoreninstandsetzer das Spiel etwas reduziert hat, weil er meinte, moderne Öle sind viel dünnflüssiger als die von 1959.

      Das sich die Öle verändert haben, wird sicherlich auch stimmen, die Längeausdehungskoeffizienten der verwendeten Materialien sind aber geblieben.

      Daher kann ich allen nur empfehlen, die Durchmesseränderungen von relativ warmen Kurbelwellen und relativ kühlen Blöcken selbst zu berechnen. Zugegebenermaßen, die Temperaturen hierfür sind schwierig zu messen und daher wohl eher nur zu erahnen. Ich behaupte aber mal, dass eine sich ausdehende Lagerbuchse bei einem sich weinger ausdehenen Motorblock nach innen verengt, was dann ggf. zum Lagerfresser führen kann. Bei mir war die Kurbelwelle komplett fest und ließ sich erst wieder drehen, als das ganze abgekühlt war.

      Verschäft wird die Situation durch die Verwendung von einteiligen Lagernachbauten aus Lagerbronze, wenn diese ein mehrteiliges Originallager aus Stahl mit Bronzebeschichtung ersetzten sollen. Da die Wanddicke des Bronzeanteils hier größer ist, kommt es auch zu mehr Durchmesseränderung bei Erwärmung, da Bronze einen größeren Längenausdehungskoeffizienten als Stahl oder Guß hat. Daraus ergibt sich, dass die Werte aus dem Werkstatthandbuch theoretisch nicht mehr angewendet werden können und auf jeden Fall selbst nachgerechnet werden sollte.

      Gruß, Chibo.
    • Hallo Chibo,

      ist weiß auch nicht mehr genau darüber bescheid, aber ich meine mehr wie 0,20mm darf das Spiel auch nicht haben zwischen Kolbenbolzenbuchse und Kolbenbolzen. Glaube die 0,20mm ist die Verschleißgrenze gewesen.

      Gruß
      Andy
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    • Hallo zusammen,

      @Andy beim 514 Motor sind es 0,25mm zulässiges spiel.... da lagst du schon ziemlich gut... kann natürlich bei anderen Motoren abweichen.

      @Chibo du hast vollkommen recht zu eng sollte es wirklich nicht sein wegen der Wärme ausdehnung.

      Gut das wir dieses Thema nochmal aufgegriffen haben, wir nähern uns langsam an das richtig Ergebniss.
      Ich gebe Morgen auf jedenfall mal bescheid wenn ich die Pleule wieder habe
      dann sehe ich ja näheres.

      Gruß
      Michael K.
    • Hallo Leute,

      @Michael,

      jo danke, wie gesagt frag mal Morgen nach wie das beim Einpressen der Buchse ist. Ob man das so im Schraubstock machen kann, oder ob man den Motoren Fachmann besuchen soll.

      Bin dann auch mal gespant :)

      Gruß Andy
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    • Hallo zusammen,

      @ Andy also gegen das Einpressen im Schraubstock gibt es keine Einwände.

      Ich habe jetzt beide Pleulstangen wieder, alles Perfekt.
      Habe heute alles Zusammengesetzt jetzt muss ich nur noch das Kolbenabstandsmaß einstellen. Und dann will ich mal hoffen das alles wieder Funzt

      Ich habe nochmal nen Bild von meiner Vorrichtung angehangen.

      Übrigens ich habe für das Ausbohren bzw Honen 66€ für beide Pleulstangen bezahlt.

      Gruß
      Michael K.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sunnyboy7122 ()

    • Nabend,
      Ich möchte auch nochmal kurz berichten wie ich das damlas gelöst habe, undzwar habe ich mir eine Buchse original von DF gekauft, da sie mit 15€ die günstigste war. Der DF Händler hat mir die dann auch eingepresst mittels einfacher Werksattpresse und zu meiner Verwunderung war die Buchse sogar schon auf das Fertigmaß gehohnt, auch beim Zusammenbau gab es keinerlei Probleme, natürlich will ich es nicht abstreiten das das wohl lange nicht die fachlich korrekte Vorgehensweise ist, aber unter den Vorraussetzungen des langsamdrehenden Motors empfinde ich da persönlich auch keine Probleme.

      mfg. Timo
    • Hallo Michael and Leuts :D

      also ich habe mich auch noch mal Intensiv damit beschäftigt, und viele die so etwas gemacht haben meinten das es mit einen guten Schraubstock Prima gehen würde. Das freut mich ja schon mal :]

      Aber man sollte unbedingt darauf achten das alles korrekt zusammen gesetzt wird.

      Man sollte aber Kolbenbolzenbuchsen bei Motoren die z.b. 6000 U/min oder mehr laufen, unbedingt die Buchsen von einen Motoren Fachmann reinpressen lassen.

      Aber wir sprechen ja von Motoren die aus den Jahre 1950/60 gebaut wurden, und gerade mal 2300 U/min machen.

      Gruß Andy
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    • Hallo Zusammen,

      hier mal ein Bild von meiner Methode. Ich habe die Pleuelbuchsen im eingebauten Zustand gewechselt. Die Vorrichtung ist selbstgedreht/ gefräst. Alles wurde in kaltem Zustand der Teile erledigt.
      Motor ist ein F4L913. Bei Diesem sind dünnwandige Fertigbuchsen verbaut, die nach dem Einpressen nicht mehr nachbearbeitet weden.
      Wenn die Pleuelstangen ausgebaut sind, kann man die Buchsen natürlich wesentlich einfacher auf einer Dornpresse austauschen.
      Bei den dickwandigen Bronzebuchsen der älteren Motoren, kann es durchaus nötig sein nach dem Einpressen nachzureiben.

      Gruß Guido
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    • Hallo zusammen,

      wollte nochmal ein kurzes Feedback geben.
      Also mein Motor läuft wieder Perfekt. Er lief jetzt schon ca 2 Std ohne Probleme. Es scheint somit auch die Sache mit der Ausdehnung i.O. zu sein.
      Die Vorrichtung von Guido ist natürlich erste Sahne!!!
      Besser hätte ich es auch nicht hinbekommen ;)

      Erstmal fahre ich den Motor ein und mache nur ganz leichte Arbeiten damit..
      Mal sehen wie sich das ganze dann unter Belastung verhält.

      Es lebe die DEUTZ Power ;)

      Gruß

      Michael K.
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